Triethylphosphit
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Struktur von Triethylphosphit | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Triethylphosphit | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
Phosphorigsäuretriethylester | ||||||||||||||||||
| Summenformel | C6H15O3P | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose übelriechende Flüssigkeit<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 166,16 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dichte |
0,96 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−112 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
| ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
| ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
| ||||||||||||||||||
| Brechungsindex |
| ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | |||||||||||||||||||
Triethylphosphit ist der Triethylester der Phosphorigen Säure.
Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]
Triethylphosphit lässt sich durch die Umsetzung von Phosphortrichlorid mit Ethanol herstellen.<ref name="Römpp"/>
- <chem>PCl3 + 3 C2H5OH -> P(OC2H5)3 + 3 HCl</chem>
Zur Reinigung muss das Triethylphosphit aufgrund seiner Hydrolyseempfindlichkeit unter feuchtigkeitsfreien Bedingungen gehandhabt werden. Die Flüssigkeit wird dann entweder mit frisch geschnittenem Natrium behandelt, um Spuren von Wasser und Verunreinigungen durch Dialkylphosphonate zu entfernen, dekantiert und unter vermindertem Druck destilliert, oder direkt durch Vakuumdestillation unter Verwendung einer effizienten Vigreux- oder Füllkörperfraktionierungssäule gereinigt.<ref name="Armarego ">W. L. F. Armarego: Purification of laboratory chemicals. Eighth edition Auflage. Butterworth-Heinemann is an imprint of Elsevier, Amsterdam 2017, ISBN 978-0-12-805457-4.</ref> Die gereinigte Fraktion muss dann unter trockenem Inertgas aufgefangen und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden.<ref name="Armarego " />
Eigenschaften[Bearbeiten]
Triethylphosphit ist eine farblose, charakteristisch riechende Flüssigkeit.<ref name="Römpp">Eintrag zu Triethylphosphit. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Der Siedepunkt liegt bei einem Druck von 1013 hPa bei 158 °C, unter einem reduzierten Druck von 19 hPa bei 54 °C.<ref name="Römpp"/> Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in Torr, T in °C) mit A = 7,2, B = 1683 und C = 230 im Temperaturbereich von 20 °C bis 156 °C.<ref>E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen - Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.</ref> Die Verbindung bildet oberhalb des Flammpunktes leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 44 °C.<ref name="Römpp"/> Der Explosionsbereich liegt zwischen 3,75 Vol.‑% als untere Explosionsgrenze (UEG) und 42,5 Vol.‑% als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="Römpp"/> Die Zündtemperatur beträgt 250 °C.<ref name="GESTIS" /> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.
-
Dampfdruckfunktion von Triethylphosphit
Oberhalb von 260 °C erfolgt die thermische Zersetzung unter Bildung von Phosphoroxiden, Ethanol und Phosphin.<ref name="Roth Weller">Roth/Weller: Gefährliche Chemische Reaktionen, ecomed SICHERHEIT, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Ausgabe 08/2011.</ref> Die Verbindung reagiert heftig und mit starker Wärmeentwicklung mit Wasser. Bei der Hydrolyse wird leichtentzündliches Ethanol gebildet.<ref name="Roth Weller"/> Der Kontakt mit Magnesiumperchlorat (z. B. als Trockenmittel) führt unter Bildung von explosiven Ethylperchlorat zu einer heftigen Reaktion oder Explosion.<ref name="Roth Weller"/>
Verwendung[Bearbeiten]
In der Organischen Chemie wird es häufig zur Synthese von Olefinen, Alkinen, Dehydrodimeren und von Stickstoffheterocyclen aus aromatischen Nitroverbindungen verwendet. Über die Michaelis-Arbusow-Reaktion lassen sich Phosphonate über die Perkow-Reaktion Vinylphosphate und über die Tavs-Reaktion aromatische Phosphonate herstellen. Bei der Herstellung von Alkenen aus 1,2-Diolen nach der Corey-Winter-Reaktion dient Triethylphosphit als desulfurierendes Reagenz.<ref name="Römpp"/> In metallorganischen Verbindungen und Metallkomplexen kann es als Ligand eingesetzt werden. Solche Verbindungen dienen z. B. als Isomerisierungskatalysatoren.<ref name="Römpp"/>
Bei der industriellen Herstellung des Insektizids Chlorfenvinphos dient Triethylphosphit als Ausgangsstoff.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Sensibilisierender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Phosphorigsäureester
- Ethylester