Trommelralle
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| Trommelralle | ||||||||||||
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| Datei:HabroptilaWallaciiWolf.jpg
Adulte Trommelrallen (Habroptila wallacii) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Habroptila | ||||||||||||
| G. R. Gray, 1861 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Habroptila wallacii | ||||||||||||
| G. R. Gray, 1861 |
Die Trommelralle (Habroptila wallacii) ist ein mittelgroßer flugunfähiger Rallenvogel, der nur auf der indonesischen Insel Halmahera, einer nördlichen Molukken-Insel, vorkommt, wo er unzugängliche Sagopalmen-Sumpfgebiete in Waldnähe bewohnt. Sein Gefieder ist überwiegend dunkel schiefergrau, während die Haut um die Augen, der Schnabel und die Beine leuchtend rot sind. Sein Ruf ist ein tiefes trommelndes Geräusch, das von Flügelschlagen begleitet wird. Da es schwierig ist, den scheuen Vogel in seiner dicht bewachsenen Umgebung zu beobachten, ist über sein Verhalten nur wenig bekannt.
Die Trommelralle, die zuerst von dem englischen Biologen George Robert Gray 1861 beschrieben wurde, ist die einzige Art der monotypischen Gattung Habroptila. Ihr Lebensraum wird unter anderem durch die Umwandlung von Feuchtgebieten zu Reisanbaugebieten eingeschränkt, von der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird sie als gefährdet (Vulnerable, VU) eingestuft.
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Trommelralle ist ein kräftiger, mittelgroßer, 35 bis 40 cm langer, flugunfähiger Vogel. Bei erwachsenen Tieren sind Kopf, Nacken, Mantel, der obere Rücken und die obere Brust dunkel schiefergrau, wobei Kopf und Nacken am dunkelsten gefärbt sind. Vom unteren Rücken bis zum Schwanz sind sie kräftig tiefbraun. Rücken und Bürzel, die Schulterfedern und die Oberflügeldecken sind von verwaschen olivbrauner Farbe, zu den Schwanzdecken und Steuerfedern geht die Farbe in ein schwärzliches Braun über. Die Oberflügeldecken neigen zu einem verwaschenen Schiefergrau am äußeren Rand, die großen Handdecken sind dunkler, tiefbraun, mit dunklerer Mitte. Handdecken, Handschwingen und Armschwingen sind sehr dunkelbraun, die Schirmfedern sind etwas heller. Die Achselfedern und die Unterflügeldecken sind dunkel schieferfarben mit braunen Federzentren. Die untere Brust bis zum Steiß ist dunkel schiefergrau, durch die dunkelbraunen Federzentren erscheint der Bereich manchmal undeutlich gebändert. Die Unterschwanzdecken und die Beinbefiederung sind sehr dunkelbraun bis schwärzlich.<ref name="Rails" />
Die Iris ist rot-orange, die nackte Haut um die Augen, der lange kräftige Schnabel, der Stirnschild sowie die Beine und Füße sind leuchtend rot. Es ist eine kleine Flügelklaue vorhanden. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht im Erscheinungsbild. Das Gefieder von Jungvögeln wurde nicht beschrieben.<ref name="Rails" />
Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]
Die Trommelralle ist ein Endemit Halmaheras, der größten Insel der indonesischen Inselgruppe der Molukken. Zwischen 1950 und 2003 wurde die Trommelralle von einem geschützten Gebiet von West Halmahera Regency aus gesichtet, das am Anfang der westlichen Halbinsel liegt, aber vor 1950 wurde sie bis zum südlichsten Punkt der Insel gesehen.<ref name="birdbase" /> Neuere Daten zeigen, dass sie noch immer in einem erheblich größeren Bereich lebt, der auch den Nordosten der Insel umfasst<ref name="Bashari" /> und Inselbewohner behaupten, dass sie auch in den Sümpfen nahe Kao im Nordwesten vorkommt.<ref name="birdbase" />
Die Trommelralle bewohnt dichtes, unzugängliches, sumpfiges Dickicht und Sumpfwald, insbesondere Sagopalmen-Sümpfe. Sie kommt in Gebieten mit Mischbeständen von Schraubenbäumen und Sagopalmen an Sago/Mangrove Übergängen,<ref name="Rails" /> an Sumpfrändern am Übergang zu Vorberge-Laubwald<ref name="IUCN" /> und auf Schwemmland, bevorzugt auf Halbinseln die in Schwemmland ragen, vor. Berichte über lokal häufige Vorkommen in Grasland gehen auf Verwechslungen mit der Rotsteiß-Kielralle (Amaurornis moluccanus) zurück.<ref name="Rails" />
Der deutsche Vogelkundler Gerd Heinrich, der sich auf seine Forschungsreise vorbereitete, indem er sich in Brennnesseln wälzte, beschrieb in den 1930er Jahren:<ref name="Collar" />
„I am solidly confident no European has ever seen this rail alive, for that requires such a degree of toughening and such demands on oneself as I cannot so easily attribute to others. Habroptila is shielded by the awful thorns of the sago swamps ... In this thorn wilderness, I walked barefoot and half-naked for weeks.“
„Ich bin sicher, dass kein Europäer diesen Vogel lebend gesehen hat, denn es erfordert einen solchen Grad an Abhärtung ..., wie ich sie anderen nicht leicht zugestehen kann. Habroptila ist geschützt durch die schrecklichen Dornen der Sago-Sümpfe ... In dieser dornigen Wildnis war ich wochenlang barfuß und halbnackt unterwegs.“
Nahrung und Verhalten[Bearbeiten]
Zur Nahrung der Trommelralle gehören Pflanzensprossen und Insekten. An gefällten Sagopalmen nimmt sie Sago oder sucht nach sonstiger Nahrung.<ref name="Rails" /> Sie schluckt auch kleine Steine, um die Zerkleinerung der Nahrung zu fördern. Die Vögel sind anscheinend monogam, doch ist wenig über ihr Balzverhalten bekannt. Das einzige bekannte Nest, das 2010 in einem vermodernden Baumstamm gefunden wurde, war mit Holzspänen und trockenen Blättern ausgelegt.<ref name="Bashari" /> Die beiden jungen Küken waren vollständig von schwarzen Daunenfedern bedeckt, wie sie für Nestflüchter typisch sind.<ref name="Krebs" />
Der Ruf des Vogels ist ein tiefes Trommeln, begleitet von einem Geräusch wie tuk, tuk, tuk, das mit den Flügeln erzeugt wird.<ref name="Rails" /> Nach einer örtlichen Legende wird das Geräusch dadurch erzeugt, dass der Vogel mit den Füßen auf einen hohlen Baumstamm oder Zweig schlägt.<ref name="Dehaan" /> Gerd Heinrich wies auf den lokalen Namen Soisa (Trommel) hin und beschrieb den Ruf als ein gedämpftes Trommeln purre - purre - purre - purre - purre, das manchmal in einem lauten Schrill endet.<ref name="Heinrich" />
Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]
Das Verbreitungsgebiet der Trommelralle ist auf die Insel Halmahera beschränkt, der Bestand wird auf 3.500 bis 15.000 Vögel geschätzt. Die größten Bedrohungen für die Art sind die Zerstörung der Sago-Sümpfe durch die kommerzielle Sagogewinnung, das Anlegen von Kanälen und die Nutzung von Flächen für den Nassreisanbau. Flugunfähige Vögel sind darüber hinaus durch eingeschleppte Räuber gefährdet. So wird die Trommelralle gelegentlich von Hunden bei der Jagd auf Hirsche und Schweine erbeutet.<ref name="IUCN" />
Aufgrund der geringen und wahrscheinlich weiter abnehmenden Bestandsgröße sowie der Fragmentierung ihres Lebensraum durch anhaltenden Habitatverlust wird die Trommelralle von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als gefährdet (Vulnerable, VU) eingestuft.<ref name="IUCN" />
Über laufende Schutzmaßnahmen ist nichts bekannt. Für Halmahera wurde zwischen Lalobata und Ake Tajawe ein 3.550 km² großes Schutzgebiet vorgeschlagen, das alle Landschaftsformen umfasst. Es ist allerdings unklar, ob für die Trommelralle geeignete Landstriche oder ihre Verbreitungsgebiete beinhaltet sind.<ref name="IUCN" />
Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]
Die Erstbeschreibung der Trommelralle erfolgte 1860 durch George Robert Gray unter dem Namen Habroptila wallacii. Das Typusexemplar stammte vom Halmahera und befand sich in der Sammlung von Alfred Russel Wallace. Mit der Art führte er die neue Gattung Habroptila ein.<ref name="gray365">George Robert Gray: List of birds collected by Mr. Wallace at the Molucca Islands, with descriptions of new species. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 28, 1860, S. 341–368 (biodiversitylibrary.org – S. 465 & Tafel 172).</ref> Dieser Name ist griechischen Ursprungs und leitet sich von »habros, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)« für »weich, empfindlich« und »ptilon, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)« für »Feder« ab.<ref>Habroptila The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artname »wallacii« ist seinem Sammler gewidmet.<ref name="gray365"/>
Literatur[Bearbeiten]
- Ber van Perlo, Barry Taylor: Rails. Pica / Christopher Helm, Robertsbridge, East Sussex 1998, ISBN 1-873403-59-3, S. 451–452.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Collar"></ref> <ref name="Rails">Ber van Perlo, Barry Taylor: Rails. Pica / Christopher Helm, Robertsbridge, East Sussex 1998, ISBN 1-873403-59-3, S. 451–452.</ref> <ref name="birdbase">Invisible Rail Habroptila wallacii. (PDF) In: Birdbase. Hokkaido Institute of Environmental Sciences, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Oktober 2011; abgerufen am 17. Juni 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Bashari"></ref> <ref name="Dehaan"></ref> <ref name="Heinrich"></ref> <ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2014.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Krebs"></ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2023.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Vorlage:EBird.org
- Trommelralle (Habroptila wallacii) bei Avibase
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Trommelralle (Habroptila wallacii)
- Drummer Rail (Habroptila wallacii) in der Encyclopedia of Life. (englisch).