Trysub
Der Trysub ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist in der Heraldik eine gemeine Figur und fast nur auf ukrainischen Wappen und Flaggen (Beispiel Kriegsflaggen) anzutreffen.
Der Dreizack, wie die Bezeichnung übersetzt werden kann, ist ein nationales Symbol der Ukraine. Dargestellt ist er in Gold auf blauem Grund.
Geschichte[Bearbeiten]
Die früheste eigene Münzprägung in der Kiewer Rus existierte von etwa 988 bis etwa 1019 und entstand im Zuge der Einführung einer neuen Staatsreligion (Christentum).<ref name="Sotnikova" details="S. 1–239, hier 10.">M. P. Sotnikova and I. G. Spasski, BAR Publishing, 1982: Russian coins of the X-XI Centuries A.D.: Recent research and a corpus in commemoration of the millenary of the earliest Russian coinage</ref> Zeitlich war diese Periode begrenzt auf nur etwa 30 Jahre, historisch jedoch von Bedeutung.<ref name="Sotnikova" details="S. 1–239, hier 9."/> Aus dieser Zeit sind 11 Goldmünzen und etwa 330 Silbermünzen bekannt.<ref name="Sotnikova" details="S. 1–239, hier 9."/> Der Trysub tritt hier erstmal in Erscheinung – er kommt auf all diesen Münzen in mehreren Varianten vor.
Der erste Münzfund mit dem Porträt eines Fürsten namens Wladimir und einem Trysub über der Schulter erfolgte vor 1794 im nördlichen Teil der Linksufrige Ukraine, innerhalb der damaligen Grenzen der Oblaste Tschernihiw bzw. Poltawa. In 1796 wurde diese Münze in Kiew gekauft.<ref name="Sotnikova" details="S. 1–239, hier 14."/> Diese Münze wurde unter dem Namen Zlatnik bekannt.<ref>R. M. Shust. Zlatnyk // Enzyklopädie der ukrainischen Geschichte... Bd. 3, S. 364.</ref> Eine weitere Münze tauchte 1815 im alten Dorf Boryspil (an der Stelle des heutigen Flughafen Kiew-Boryspil) auf und zeigte auf ganzer Fläche einen Trysub.<ref name="Sotnikova" details="S. 1–239, hier 14."/>
Der Begriff Trysub (Dreizack) wurde erstmals vom russischen Historiker Nikolai Michailowitsch Karamsin verwendet, der 1816 in seiner Geschichte des Russischen Reiches bei der Beschreibung einer Münze aus der Sammlung des Grafen Alexei Iwanowitsch Mussin-Puschkin feststellte: „In der Mitte der Inschrift befindet sich ein Zeichen, das einem Trysub (Dreizack) ähnelt.“ Diese Erwähnung findet sich im Abschnitt „Anmerkungen zu Band II“.
Der ukrainische Historiker Domet Oljancyn hat den Trysub im Jahr 1956 als Christogramm gedeutet. In seinem Aufsatz Die Symbolik des Zeichens auf den Münzen Vladimirs des Großen und seiner Nachkommen führt er aus dem Erscheinungskontext der Münzen heraus, dass der Trysub ein christliches Symbol sei.<ref name="Oljancyn"></ref> Nach Oljancyn ist der Trysub „ein christlich-religiöses Zeichen … ein Symbol wie das Kreuz oder das Christogramm Konstantins des Großen“. Das Zeichen gebe „sinnbildlich, gemäß der Offenbarung des hl. Johannes, ... die Buchstaben Alpha und Omega wieder ... wobei das Alpha (Α) seinen unteren und das Omega (ω) seinen oberen Bestandteil bilden“.<ref name="Oljancyn" details="S. 1–17, hier 2." /> Der Rahmen, der beide Buchstaben verbinde, sei „ein und derselbe“. Als Referenz für den Trysub führt er den Srebrenik von Jaroslaw dem Weisen (* 979; † 1054) an. Auf dem Revers dieser Münze erscheint der Trysub, umrahmt von der Legende ΙΑΡΟϹΛΑΒΛΕ ϹЬΡΕБΡΟ.<ref name="Oljancyn" details="S. 1–17, hier 4." /> Oljancyn schlägt auch eine zweite mögliche Lesart vor: als kombiniertes Monogramm ΧΡΗϹΤΟϹ – ΘΕΟϹ, ΑΛΦΑ – ΩΜΕΓΑ (wäre für Trysub-Relief aus den Überresten der Zehntkirche in Kiew).<ref name="Oljancyn" details="S. 1–17, hier 15./>
Das Zeichen hat sich über die Zeit zur heutigen Form entwickelt, es wurde von 1918 bis 1921 zum Symbol der Ukrainischen Volksrepublik.<ref>Ernst Lüdemann: Ukraine (= Beck’sche Reihe 860 Länder). 3., völlig neu bearbeitete Auflage. C. H. Beck oHG, München 2006, ISBN 3-406-54068-6, S. 20.</ref>
Das Symbol gab der in Paris erschienenen Zeitung Trysub ihren Namen.
Während der Zeit der Sowjetunion war es nicht geduldet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Trysub durch die Verwendung durch Nationalisten ins Zwielicht gerückt.
Heutige Verwendung[Bearbeiten]
Heute ist das Wappenzeichen nicht nur auf dem Staatswappen der Ukraine, sondern auf vielen Wappen der Oblaste, Briefmarken, Münzen und Geldscheinen der Nationalwährung Hrywnja abgebildet. Auch die Präsidentenstandarte führt das Zeichen.
Für das Wappen in der gültigen Form wurde die Wappenfigur 1918 vom Künstler Wassyl Krytschewskyj erarbeitet.<ref name="Schäfer">Günther Schäfer: Kiev entdecken. Rundgänge durch die Metropole am Dnepr. 2., aktualisierte Auflage. Trescher, Berlin 2007, ISBN 978-3-89794-111-3, S. 69, 128.</ref>
Die italienische Militäreinheit Reggimento genio ferrovieri verwendet den Trysub in seinem Wappen.
Wappen mit dem Trysub[Bearbeiten]
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50 Kopeken (1992)
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Geldschein von 2003 (5-Hrywnja)
Am Gebäude des ukrainischen Außenministeriums ersetzte der Trysub das sowjetische Emblem an der Außenfassade.<ref name="Schäfer" />
Literatur[Bearbeiten]
- Wilfried Jilge (Hrsg.): Geschichtskultur der Ukraine im Spiegel der ukrainischen Exlibris-Kunst des 20. Jahrhunderts. Leipziger Universitäts-Verlag GmbH, Leipzig 2003, ISBN 3-936522-92-8.
- Andrii Hrechylo, Bohdan Zavitii: NASH HERB. Rodovid Press, Kyjiw 2018, ISBN 978-617-7482-20-7
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />