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Tulle

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Tulle
Datei:Blason tulle.svg
Tulle (Frankreich)
Tulle (Frankreich)
Vorlage:Karte in einer Ecke
Sunt rupes virtutis iter.
Felsen sind der Tugend Pfad (Latein)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Corrèze (Präfektur) (19)
Arrondissement Tulle
Kanton Tulle
Gemeindeverband Tulle Agglo
Koordinaten 45° 16′ N, 1° 46′ OKoordinaten: 45° 16′ N, 1° 46′ O
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Höhe Vorlage:Str replace–Vorlage:Höhe/Fmt m
Fläche –
Einwohner 13.401 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 19000
INSEE-Code 19272
Website www.ville-tulle.fr
Datei:Tulle 18.jpg
Tulle mit dem Fluss Corrèze
Datei:Tulle 20.jpg
Tulle (mit dem Büroturm der Cité administrative, 86 m hoch, Architekt: Jacques Sarrabezolles, eröffnet 1975)
Datei:120611 (16).jpg
Place Gambetta

Tulle <templatestyles src="IPA/styles.css" />[tyl] <phonos file="LL-Q150 (fra)-Laszlo Cárdenas (Culex)-Tulle.wav"></phonos> (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) ist eine Stadt in Zentralfrankreich und Präfektur des Départements Corrèze. Ihre Vorlage:Str replace Einwohner (Stand 1. Januar 2023) nennen sich Tullistes. Die Stadt ist Bischofssitz und somit ein wichtiges geistliches Zentrum des Limousin. Bekannt ist Tulle auch aufgrund seiner historischen Rolle in mehreren Industriezweigen: So gab die Stadt der Tüllspitze, die hier zuerst produziert wurde, ihren Namen; auch in der Akkordeonfabrikation und Waffenherstellung hatte sie lange Zeit eine herausragende Bedeutung.

Geographie[Bearbeiten]

Tulle liegt am westlichen Rand des Zentralmassivs an beiden Ufern der Corrèze, unmittelbar vor ihrem Austritt aus dem engen Flusstal in das Bassin von Brive-la-Gaillarde. Im südwestlichen Gemeindegebiet mündet von links die Saint-Bonnette und von rechts die Céronne in die Corrèze.

Klima[Bearbeiten]

Durch die Lage von Tulle an der Nahtstelle zwischen dem Zentralmassiv und dem Bassin von Brive ist die Stadt bereits klimatisch begünstigt, sie erhält zugleich jedoch erhebliche Niederschlagsmengen. Das Maximum der Niederschläge entfällt hierbei auf das Winterhalbjahr, während die Sommer zeitweise trocken ausfallen können.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tulle
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format ⌀ Vorlage:Klimatabelle/Durchschnitt/Format
Niederschlag (mm) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
Quelle: Mapped Planet<ref>Mapped Planet.</ref>

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Tulle:

Naves Naves Naves und Gimel-les-Cascades
Chameyrat und Naves Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Chanac-les-Mines
Chameyrat Sainte-Fortunade Chanac-les-Mines und Laguenne-sur-Avalouze mit Laguenne

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Cathédrale N-D de Tulle 01.jpg
Kathedrale Notre-Dame

Entwicklung bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Der Name Tulle leitet sich her von Tutela, der alten Kraft römischer Gottheiten, die Menschen, Sachen und Orte beschützt. Zu gallisch-römischer Zeit wurde auf der langen Reise von Aremorica zum Mittelmeer hier an dem Ort, in der Nähe der Abtei Saint-Martin, Tutela angerufen. Dies geschah noch bis ins Mittelalter hinein. Im 7. Jahrhundert entstand hier ein Kloster, wo sich dann im Laufe der Zeit immer mehr Menschen ansiedelten. 1130 wurde die im 11. Jahrhundert zerstörte Abtei wieder errichtet. Im Jahre 1317 wurde Tulle von Papst Johannes XXII. zum Bistum erhoben und aus der Abtei wurde eine Kathedrale. Deren Turm ist 75 m hoch und stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento des Vorlage:Referrer vom 28. Mai 2016 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-bot.</ref><ref>Eintrag zu Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. auf catholic-hierarchy.orgVorlage:Abrufdatum (englisch).</ref>

Während der Religionskriege stand Tulle auf Seiten der katholischen Liga und widerstand den Angriffen der Hugenotten im Jahre 1577, jedoch wurde die Stadt 1585 von den Truppen des Vicomte von Turenne, Henri de La Tour d’Auvergne, duc de Bouillon, verwüstet. Aber die Erschütterungen durch die Französische Revolution waren noch viel weitreichender, so wurden Kathedrale und Abtei zu Waffenfabriken umgewandelt und erst 1803 wieder eröffnet und 1823 erneut zur Kathedrale geweiht.

Am 8. und 9. Juni 1944 verübte die deutsche Waffen-SS an der männlichen Bevölkerung der Stadt Kriegsverbrechen wie die Erschießung von 18 Eisenbahnern und die Erhängung von 99 männlichen Personen an Balkonen in der Stadt. Die Erhängten waren als Geiseln benutzt worden.<ref>Bruno Kartheuser: Die Erhängungen von Tulle. Der 9. Juni 1944. St. Vith/Belgien, 2004, ISBN 2-87316-020-9, S. 450 ff.</ref><ref name=":1">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Am 17. August 1944 wurde die Stadt hauptsächlich von den Francs-tireurs et partisans (FTP) befreit. Anders als in anderen Städten Frankreichs gab es in Tulle keine Freudenfeiern. Die zutiefst traumatisierte Bevölkerung betrachtete ihre Befreier mit Misstrauen oder gar Feindseligkeit,<ref name=":1" /> hatten doch die deutschen Besatzer, um den Widerstand der Résistance zu brechen, die Zivilbevölkerung nach dem Grundsatz terrorisiert, dass sie für getötete Deutsche eine Vielzahl der als Geiseln genommenen Zivilisten ermordeten. Von den vielen deportierten Menschen aus Tulle sind 101 nach dem Krieg nicht aus den Konzentrationslagern zurückgekehrt.<ref name=":1" />

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> 1793 1896 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2018
Einwohner 9662 17.374 19.084 20.016 20.100 18.800 17.164 15.496 15.647 14.705

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Datei:Tulle Préfecture.jpg
Präfektur
Datei:Tulle 06.jpg
Gericht
Datei:120611 (2).jpg
Stadttheater
Datei:Tulle 2207.jpg
Avenue Charles de Gaulle in der Innenstadt

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot drei (2;1) goldene Roch unter blauen Schildhaupt mit balkenweis drei goldenen Lilien.

Bürgermeister seit 1925[Bearbeiten]

  • 1925–1945: Jacques de Chammard, Radical
  • 1944–1947: Jules Lafue<ref>www.ajpn.org/juste-1587.html.</ref>
  • 1947–1949: Clément Chausson, PCF
  • 1949–1959: Jean Massoulier
  • 1959–1971: Jean Montalat, SFIO
  • 1971–1977: Georges Mouly, RPR
  • 1977–1995: Jean Bombasteil, PCF
  • 1995–2001: Raymon-Max Aubert, RPR
  • 2001–2008: François Hollande, PS
  • 2008–2014: Bernard Combes, PS
  • 2014–2020: Bernard Combes, PS
  • 2020–2026: Bernard Combes, PS<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1964 besteht zudem eine Partnerschaft der Handwerkskammern Osnabrück-Emsland und der des Départements Corrèze.<ref>www.hwk-os-el.de/index.php?option=com_content&view=article&id=147&Itemid=161.</ref> Bis zu Beginn der 1990er Jahre gab es dabei ein jährliches erfolgreiches gegenseitiges Besuchsprogramm für Auszubildende beider Kammern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

Tulle war früher Sitz der Waffenfabrik Manufacture nationale d’armes de Tulle (MAT), die heute nur noch durch ein Waffenmuseum repräsentiert ist. Seit 1919<ref name=":0">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> besteht in Tulle das Unternehmen Maugein, das Akkordeons herstellt. Im Jahr 2016 hatte der Betrieb 14<ref name=":0" /> Mitarbeiter. Ein Akkordeonmuseum ist im Entstehen.

Verkehr[Bearbeiten]

Datei:19870819a Gare de Tulle.jpg
Bahnhof Tulle, 1987

Der Bahnhof Tulle war bis 1970 ein bedeutender Eisenbahn-Knotenpunkt. Dort enden die von der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (PO) gebauten Bahnstrecken Coutras–Tulle und Tulle–Meymac, es gab durchgehende Verbindungen von Lyon über Tulle nach Bordeaux. Zudem war er Ausgangspunkt für die schmalspurigen Züge der PO-Corrèze (POC) nach Argentat, Uzerche und Treignac (bis 1970) sowie der Tramways de la Corrèze nach Ussel (bis 1959). Aktuell wird der Bahnhof von TER-Zügen der Region Nouvelle Aquitaine bedient.


Die Stadt liegt an der Achse Bordeaux–Lyon, die ehemalige Nationalstraße N 89 wurde infolge des Baus der Autobahn A 89 zur Departementsstraße D 1089 abgestuft. Zwischen Uzerche und Aurillac führt über Tulle die Departementsstraße 1120 (ehemals Nationalstraße N 120).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tulle war bis 2020 Standort eines Waffenmuseums (Musée des Armes), das bis 2022 mit weiteren Sammlungen in einem neuen städtischen Museum zusammengeführt werden soll. Dies wird im früheren Gebäude der Banque de France untergebracht.<ref>www.tourismecorreze.com (Abgerufen am 31. Oktober 2020).</ref>

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helga Bories, Rolf Sawala: J’écris ton nom: Liberté. La France occupée et la Résistance; Schöningh, Paderborn 2002; ISBN 3-14-045500-3 (Diese Quellensammlung beginnt mit dem Bericht, wie eine der bekannten Täterinnen von 1944, genannt „Die Hündin“, im Jahr 1978 in Tulle erkannt wird, als sie regionale Feinkost zum Weiterverkauf in Deutschland erwirbt und wie die Menschen darauf reagieren.)
  • Collaboration and Resistance in France; ISBN 0-8109-4123-6 (auch in frz. Version gedruckt); S. 207: Bild „Lachende Deutsche neben den erhängten Zivilisten“ (eine Illustration, die genau zu Theweleits „Männerphantasien“ passt)
  • Bruno Kartheuser: Die Erhängungen von Tulle. Der 9. Juni 1944. Band 3 des unten angeführten Reihenwerks von Kartheuser. St. Vith/Belgien, 2004. ISBN 2-87316-020-9. Franz.: Les pendaisons de Tulle. Le 9 juin 1944.
  • Bruno Kartheuser: Die Erhängungen von Tulle. Ein ungesühntes Verbrechen. Band 4 des unten angeführte Reihenwerkes von Kartheuser. Franz.: Les pendaisons de Tulle. Crime sans chatiment. Deutsch: 2008, ISBN 2-87316-032-2
    • Bruno Kartheuser: Walter, SD in Tulle. Reihenwerk aus 4 Bänden & einem Register; Edition Krautgarten, St. Vith/Belgien. (Über den belgischen Staatsangehörigen und Mitglied des SD Walter Schmald und seine Verwicklung in das Massaker von Tulle).
Bd. 2: Die Tragödie des 9. Juni 1944. Das besetzte Frankreich 1940–1943. 2004, ISBN 2-87316-015-2. Franz.: La France occupée 1940–1943. 2002
Bd. 1: Die 30er Jahre in Eupen-Malmedy. Einblick in das Netzwerk der reichsdeutschen Subversion. (viele Täter kamen aus Ostbelgien). In Niederländisch: De jaren dertig in Eupen-Malmedy. Een blik op het netwerk van de Groot-Duitse subversie. In Französisch: Les années trente à Eupen-Malmedy. Regard sur le réseau de la subversion allemande.
Register: Tulle Band 1–4. Namensregister. Index des noms propres. 2009
  • ders.: Un regard vrai sur les événements de Tulle. Droit de questions. Peuple et Culture, Conférence le 10 nov. 2008, PEC Tulle. Ed. Krautgarten, St. Vith 2009
  • Alan Shillaker: The martyrs of Tulle. (in englischer Sprache) ebd. 2005

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Tulle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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