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Udo Schagen

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Udo Schagen (* 27. September 1939 in Düsseldorf;<ref name="FSV">Udo Schagen. Vita. Offizielle Internetpräsenz Franz Steiner Verlag. Abgerufen am 28. März 2017</ref><ref name="KK">Udo Schagen. Vita. Lesereihe: Berliner Begegnungen in fünf Jahrzehnten. Offizielle Internetpräsenz Kohlenkeller Berlin-Zehlendorf. Abgerufen am 28. März 2017</ref> † 4. Juni 2026<ref name="TS">Traueranzeigen von Udo Schagen. In: Tagesspiegel. 13. Juni 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Juni 2026; abgerufen am 19. Juni 2026.</ref> in Oderaue) war ein deutscher Medizinhistoriker.

Leben[Bearbeiten]

Udo Schagen studierte von 1960 bis 1966 Medizin an den Universitäten München, Münster, Innsbruck und Hamburg.<ref name="FSV"/><ref name="KK"/> 1968 erfolgte in Hamburg seine Promotion zum Doktor der Medizin (Dr. med.) mit einer experimentellen Arbeit zur Kreislaufphysiologie.<ref name="FSV"/><ref name="KK"/> 1968 erhielt er die Approbation als Arzt; bis 1969 war er in verschiedenen Krankenhäusern im Rheinland tätig.<ref name="KK"/>

Von 1969 bis 1971 war er Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physiologischen Institut der Freien Universität Berlin (FU Berlin).<ref name="FSV"/><ref name="KK"/> Von 1971 bis 1986 war er als Abteilungsleiter für Planung und Administration der medizinischen Hochschulbereiche der Freien Universität Berlin (FUB) tätig und gehörte in dieser Funktion zum Planungsstab des FU-Präsidenten.<ref name="FSV"/><ref name="KK"/> Von 1986 bis 2004 war er anschließend Leiter der Forschungsstelle „Zeitgeschichte der Medizin“, zunächst an der Freien Universität Berlin, dann an der Charité Berlin.<ref name="FSV"/><ref name="KK"/> Von 2003 bis 2007 leitete er, gemeinsam mit Sabine Schleiermacher, das DFG-Projekt „Wissenschaftlicher Anspruch und staatliches Interesse. Die Hochschulmedizin an der Charité im Wechsel politischer Systeme 1933 und 1945“.<ref name="KK"/> Schagen war nach seiner Emeritierung weiterhin als Gastwissenschaftler am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité Berlin tätig.

Von 1971 bis 1998 war er außerdem Redakteur und Mitherausgeber der von ihm mitbegründeten und im Argument Verlag erschienenen Reihe „Kritische Medizin“ und anschließend Mitglied des Redaktionsbeirats.<ref name="KK"/>

Schagen war mit der Arbeitsmedizinerin Marianne Engelhardt-Schagen verheiratet. Er lebte seit Mitte der 2000er Jahre mit seiner Frau in Altwustrow im Oderbruch.<ref>Späte Landlust: Rentner aus Berlin zieht es nach Brandenburg. In: Tagesspiegel vom 21. April 2014. Abgerufen am 28. März 2017.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ein Zimmer mit Aussicht aufs Oderbruch (Memento vom 29. März 2017 im Internet Archive). In: Märkische Oderzeitung vom 1. Juli 2015.</ref> Im Juni 2026 starb er im Alter von 86 Jahren.<ref name="TS"/>

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Zu Schagens Forschungsschwerpunkten gehörten: Wissenschaftsgeschichte der Medizin, Aus- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe<ref>mit Petra Botschafter und Antje Grauhan: Modellversuch Entwicklung und Erprobung eines 3-jährigen Studiengangs für Lehrkräfte an Lehranstalten für Medizinalfachberufe. Zwischenbericht, Freie Universität Berlin 1977.</ref> sowie Politik, Struktur und Entwicklung des Gesundheitswesens und der medizinischen Fakultäten in den politischen Systemen Deutschlands im Nachkriegsdeutschland, insbesondere in der SBZ und der DDR.<ref name="FSV"/>

Intensiv beschäftigte sich auch mit der Erforschung der Medizin im NS-Staat. Hier untersuchte er auch die Geschichte der Charité während des Dritten Reichs.<ref>Verfolgte Wissenschaftler: Die Charité gedenkt ihrer NS-Opfer. In: Tagesspiegel vom 24. April 2014. Abgerufen am 28. März 2017.</ref> In dem ARD-Dokumentarfilm Die Charité – Geschichten von Leben und Tod, der im März 2017 auf Das Erste erstausgestrahlt wurde, gehörte Schagen zu den befragten Wissenschaftlern zur Geschichte der Charité.

Biografische Porträts schuf Schagen u. a. zu Ferdinand Sauerbruch, Wolfgang Heubner, Otto Krayer, Hermann Stieve und Rolf Winau.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Udo Schagen, Sabine Schleiermacher: 100 Jahre Geschichte der Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. Eine Dokumentation der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), CD-Rom, Berlin 2005.
  • Udo Schagen: Die Forschung an menschlichen Organen nach "plötzlichem Tod" und der Anatom Hermann Stieve (1862-1952). In: Die Berliner Universität in der NS-Zeit. Band II Fachbereiche und Fakultäten. Hrsg. v. Rüdiger vom Bruch unter Mitarbeit von R. Schaarschmidt. Franz Steiner Verlag. Stuttgart 2005, S. 35–54. ISBN 3-515-08658-7.
  • Sabine Schleiermacher, Udo Schagen (Hrsg.): Die Charité im Dritten Reich. Die Indienstnahme medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus. Ferdinand Schöningh Verlag. Paderborn 2008. ISBN 978-3-506-76476-8.
  • Sabine Schleiermacher (Hrsg.), Udo Schagen (Hrsg.), Andreas Malycha (Mitarb.), Johannes Vossen (Mitarb.): Wissenschaft macht Politik. Hochschule in den politischen Systembrüchen 1933 und 1945. Franz Steiner Verlag. Stuttgart 2009. ISBN 978-3-515-09315-6.
  • Nils Hansson, Udo Schagen: „In Stockholm hatte man offenbar irgendwelche Gegenbewegung“ – Ferdinand Sauerbruch (1875–1951) und der Nobelpreis. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin: Band 22, Heft 3 (2014), Seiten 133–161. doi:10.1007/s00048-014-0114-8
  • Udo Schagen: „Würdiger“ Repräsentant deutscher Ärzte. Über Ferdinand Sauerbruch. Gesundheit braucht Politik. Zeitschrift für eine soziale Medizin. Heft 4, 2015. Seiten 17–18. Online.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

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