Udo Stein
Udo Stein (* 22. Februar 1983 in Schwäbisch Hall) ist ein deutscher Politiker der Alternative für Deutschland (AfD). Seit 2016 ist er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. Er darf das Landtagsgebäude nicht ohne Sicherheitskontrolle betreten.
Leben[Bearbeiten]
Stein besuchte zunächst die Hauptschule und absolvierte dann die Mittlere Reife. Anschließend machte er eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Danach arbeitete er bei einem mittelständischen Modeunternehmen im Raum Hohenlohe über zehn Jahre in einer leitenden Position. Er ist Jäger.
Stein ist verheiratet und hat drei Kinder.<ref>https://www.landtag-bw.de/home/der-landtag/abgeordnete/abgeordnetenprofile/afd/stein.html</ref>
Politik[Bearbeiten]
Stein ist Mitglied der Alternative für Deutschland. Udo Stein ist zudem AfD-Kreissprecher seines Kreisverbandes Hohenlohe/Schwäbisch Hall und Vorsitzender im Arbeitskreis Ländlicher Raum/Verbraucherschutz in seiner Fraktion. Außerdem ist Stein Delegierter seiner Partei für den AfD-Bundeskonvent. Dort werden Beschlüsse zur politischen Ausrichtung der Partei gefasst.
Er wurde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 mit 17,8 Prozent der Stimmen über ein Zweitmandat im Wahlkreis Schwäbisch Hall in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt.<ref>Gewählte Bewerberinnen und Bewerber, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, abgerufen am 14. März 2016.</ref> Stein ist im Landtag Mitglied im Ausschuss für ländlichen Raum und Verbraucherschutz und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Inneres, Digitalisierung und Migration, Finanzen, Kultur, Jugend und Sport, Wissenschaft, Forschung und Kunst, Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Europa und Internationales, Petitionsausschuss sowie Mitglied im ständigen Ausschuss.
Seit 2019 ist Stein Mitglied des Kreistags des Landkreises Schwäbisch Hall.
Bei der Landtagswahl 2021 konnte er erneut über ein Zweitmandat in den Landtag einziehen. Von 2021 bis 2026 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD-Landtagsfraktion.<ref>Anton Baron neuer AfD-Fraktionschef: Sänze auf Konfrontation. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. Januar 2023]).</ref> Bei der Landtagswahl 2026 zog er über die AfD-Landesliste erneut in den Landtag ein.
Positionen[Bearbeiten]
In der Migrationspolitik vertritt Stein nach seiner Auffassung ähnliche Positionen wie die der CSU: Wirtschaftsflüchtlinge seien abzuschieben, anderen sei Asyl zu gewähren. Er kritisierte die baden-württembergische Bildungspolitik und beklagt aus seiner Sicht eine „Frühsexualisierung der Kinder“.<ref>AfD-Politiker Stein schafft sich schwer Gehör In: Hohenloher Tagblatt, 5. August 2015, abgerufen am 20. März 2016.</ref> 2016 schrieb er einen Beitrag für das rechtsextreme Magazin Zuerst!<ref>Andreas Speit: Recht gesprächsbereit taz.de, 7. Oktober 2016</ref>
Affären[Bearbeiten]
In der Landtagsdebatte um den Ausschluss des AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon im Juni 2016 stand Stein für einen Zwischenruf stark in der Kritik. Er äußerte sich wie folgt: „Hier ist das Urteil schon gesprochen! Das ist schlimmer als in der Nazizeit.“<ref>Marcus Haas: Region: Zwischenruf im Landtag: Bühlertanner AfD-Abgeordneter Udo Stein steht in Kritik. In: swp.de. 11. Juni 2016 (archive.org [abgerufen am 14. Juni 2018]).</ref> Im Folgenden entschuldigte er sich öffentlich dafür.
In einem Stuttgarter Eros-Center gab er sich im Mai 2023 als Polizeibeamter aus, machte einer Prostituierten einen Heiratsantrag und hantierte mit Waffen.<ref>„Hochgefährlicher“ AfD-Mann darf weiter in Landtag – der schafft Körperscanner an. In: focus.de, 22. September 2023.</ref> Ab Juni 2023 befand sich Stein in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung, da er in einer Bar mehrere Personen mit einer Softair-Waffe bedroht haben soll.<ref>AfD-Landtagsabgeordneter soll Menschen mit Softair-Waffe bedroht haben. In: t-online.de, 16. Juni 2023.</ref> Gegen Stein wurde seitens der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Waffengesetz und versuchter Körperverletzung eingeleitet. Da in Steins Büro ein Messer sowie Munition gefunden worden war, wurde durch das Präsidium des baden-württembergischen Landtags angeordnet, dass er die Gebäude des Landtags nur nach vorheriger Sicherheitskontrolle betreten darf.<ref>Wie schützt man den Landtag vor einem Abgeordneten? In: sueddeutsche.de, 23. Januar 2024.</ref> Anfang Juni 2024 wurden die Ermittlungen gegen Stein eingestellt, da es keinen hinreichenden Tatverdacht gegeben hätte und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Stein zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sei.<ref>Ermittlungen gegen AfD-Politiker Udo Stein eingestellt. In: stuttgarter-nachrichten.de. 3. Juni 2024, abgerufen am 8. Juni 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stein, Udo |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (AfD), MdL |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1983 |
| GEBURTSORT | Schwäbisch Hall |