Ulrike Kolb
Ulrike Kolb (* 14. Juli 1942 in Saarbrücken; † 28. Juli 2026 in Berlin)<ref>Traueranzeige von Hubertus von Allwörden. In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 1. August 2026.</ref> war eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin.
Leben[Bearbeiten]
Kolb war die Tochter eines Süßwarenfabrikanten.<ref name=":0">"Es gibt viele Erinnerungen, gute und schlechte." - Schriftstellerin Ulrike Kolb erzählt (ihre) Geschichte. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Januar 2022; abgerufen am 31. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie studierte nach dem Abitur, das sie am Zinzendorfinternat im Schwarzwald ablegte, zwei Semester an der Werkkunstschule Saarbrücken. Danach absolvierte sie eine Haushaltsschule in Paris und eine Sprachschule in London. Es folgte eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin in Berlin und ein Studium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie in Frankfurt am Main. Während dieser Zeit engagierte sich Kolb in der Studentenbewegung.
In Frankfurt und Berlin arbeitete Kolb in Kinderläden, Jugendfreizeitheim sowie in einer Fachschule für Kindergärtner und einer Kindertagesstätte. In Frankfurt ließ sie sich schließlich dauerhaft nieder und blieb drei Jahrzehnte. Ab 1979 war sie journalistisch tätig und schrieb u. a. Kolumnen für die Frankfurter Rundschau. Später lebte sie als freie Schriftstellerin in Berlin.
Kolb war Verfasserin von Romanen und Erzählungen, in denen unterschiedliche Formen der Wirklichkeitserfahrung und vor allem die Erinnerung eine wichtige Rolle spielen.
Kolb erhielt mehrere Literaturstipendien, 1995 den Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, zuletzt die Eugen-Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Für 2024 wurde ihr der Kunstpreis des Saarlandes zuerkannt.<ref>Benedict Pappelbaum: Ulrike Kolb erhält den Kunstpreis des Saarlandes 2024 für Literatur. In: lesering.de. 9. April 2025, abgerufen am 9. April 2025.</ref>
Sie war Mutter einer 1967 geborenen Tochter, die aus ihrer Ehe mit einem Rechtsanwalt stammt.<ref name=":0" /> Kolb war mit dem Architekten Hubertus von Allwörden liiert, der eine Woche vor ihr starb.<ref>Günter Murr: Hubertus von Allwörden: Frankfurter Architekt stirbt im Alter von 95 Jahren. In: FAZ.net. 23. Juli 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.</ref><ref>Erhard Schmied: Schriftstellerin Ulrike Kolb ist tot. In: sr.de. 30. Juli 2026, abgerufen am 30. Juli 2026.</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
Als Autorin[Bearbeiten]
Belletristik
- Die Rabe. Erzählung. Tende Verlag, Münster 1984, ISBN 3-88633-130-X.
- Idas Idee. Roman. Dtv, München 1995, ISBN 3-423-10818-5 (Nachdr. d. Ausg. Frankfurt/M. 1985).
- Schönes Leben. Roman. Conte Verlag, Saarbrücken 2002, ISBN 3-9808118-2-4 (Nachdr. d. Ausg. Köln 1990).<ref>auch als Hörbuch veröffentlicht: Schönes Leben. Edition Echo Mundi 2002, ISBN 3-934429-88-2 (3 CDs, gelesen von der Autorin)</ref>
- Eine Liebe zu ihrer Zeit. Roman. Dtv, München 2003, ISBN 3-423-13108-X (Nachdt. d. Ausg. Reinbek 1995).
- Roman ohne Held. 3. Aufl. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-93405-7.
- Frühstück mit Max. Roman. Dtv, München 2002, ISBN 3-423-12911-5 (Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 2000).
- Diese eine Nacht. Roman. Dtv, München 2005, ISBN 3-423-13292-2 (Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 2003).
- Yoram. Roman. Wallstein, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0559-5.
- Die Schlaflosen. Roman. Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1211-1.
- Erinnerungen so nah. Wallstein, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-3835-7.
Sachbücher
- Salto vitale. Frauen in Alltagsprojekten. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1981, ISBN 3-596-24048-4 (zusammen mit Jutta Stössinger).
- Wo die Natur am schönsten ist. Naturdenkmale in Hessen. Verlag Ellert & Richter, Hamburg 1988, ISBN 3-89234-044-7 (zusammen mit Klaus Bossemeyer und Elisabeth Kiderlen)
Essay
- Werden Sie Akrobat! Idylle, Krieg und Gegenwart. Rede an die Abiturienten des Jahrgangs 2006. Hg. von Ralph Schock. Gollenstein, Blieskastel 2006, ISBN 3-938823-12-7.
Als Herausgeberin[Bearbeiten]
- Die Versuchung des Normalen. Autoren stellen sich ihrer Geschichte. Tende Verlag, Frankfurt/M. 1986, ISBN 3-88633-091-5.
Als Übersetzerin[Bearbeiten]
- Jacques Briod: Ich lass mich nicht behindern („Soudain un train“). Droemer Knaur, München 2003, ISBN 3-426-77675-8.
- Amaury du Closel: Erstickte Stimmen. „entartete Musik“ im Dritten Reich („Les voix étouffées du IIIe Reich“). Böhlau Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-205-78292-6.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Ulrike Kolb im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Florian Balke: Kurz nach ihrem Partner Allwörden: Schriftstellerin Ulrike Kolb gestorben. In: FAZ.net. 1. August 2026.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kolb, Ulrike |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schriftstellerin und Journalistin |
| GEBURTSDATUM | 14. Juli 1942 |
| GEBURTSORT | Saarbrücken |
| STERBEDATUM | 28. Juli 2026 |
| STERBEORT | Berlin |