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Uri Barbash

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Datei:UriBarbash2008.jpg
Uri Barbash, 2008

Uri Barbash (* 24. Dezember 1946 in Tel Aviv) ist ein israelischer Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten]

Barbash kam als ältester Sohn des jüdischen Mossad-Funktionärs Menahem Barbash (1916–2006) in Tel Aviv zur Welt und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Südamerika.<ref name="Anderman" /> Barbashs Bruder Benny Barbash ist als Schriftsteller und Drehbuchautor tätig.<ref>Benni Barbash auf croquelinottes.fr</ref> Barbash war Mitglied der Jugendbewegung Hashomer Hatzair und besuchte das humanistische Gymnasium Tichon Hadash in Tel Aviv.<ref name="Anderman" /> Ab dem Alter von 16 Jahren lebte er allein in der Stadt, da seine Familie mit dem Vater zurück nach Südamerika gegangen war.<ref name="Anderman" /> Barbash studierte zunächst Hebräisch und Theater an der Universität Tel Aviv und kam während des Studiums per Zufall zum Film, so wurde er Fahrer einer Filmproduktionsgruppe und später Produktionsassistent und Produktionsleiter.<ref name="iffigoa">Aditi Desai, Aliya Abreu: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.„Being a Jew is a permanent challenge“ Uri Barbash (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/iffigoa.org. iffigoa.org, 29. November 2015.</ref> Er studierte Filmproduktion an der London International Film School. Barbash kehrte 1973 nach Israel zurück und nahm als Soldat am Jom-Kippur-Krieg teil.

Barbash drehte zunächst Filme für das Fernsehen. Für seine vierte Regiearbeit, den Spielfilm Jenseits der Mauern erhielt Barbash internationale Aufmerksamkeit. Der Film thematisiert den israelisch-palästinensischen Konflikt innerhalb eines Hochsicherheitsgefängnisses und war die erste Zusammenarbeit Barbashs mit seinem Bruder Benny Barbash:<ref>Daniel Ben-Tal: Answering the call of duty. In: The Jerusalem Post, 6. März 2005, S. 24.</ref> Beide schrieben gemeinsam das Drehbuch zum Film, der 1985 für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert wurde. Auch bei zahlreichen weiteren Filmen arbeitete Uri Barbash von nun an mit seinem Bruder zusammen.<ref name="Anderman">Nirit Anderman: New Uri Barbash Film Sets a Love Triangle in Holocaust-era Poland. In: Haaretz, 23. Oktober 2008.</ref>

Nach dem umstrittenen Dokumentar-Mehrteiler Der Kastner-Prozeß für Channel 1, der den Gerichtsprozess Rudolf Kastner gegen Malkiel Grünwald aus dem Jahr 1954 rekonstruiert,<ref>Jedem Verräter seinen Lohn. Kastners Liste, Eichmanns Geschäfte: Ein israelischer Fernsehfilm und das Gewissen der Nation. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. November 1994, S. 30.</ref> widmete sich Barbash erstmals 2008 wieder der Thematik des Holocaust und realisierte mit Spring 1941 die erste israelisch-polnische Koproduktion. Der Film beruht auf Ida Finks Kurzgeschichten A Conversation und Spring Morning<ref>Merav Yudilovitch: Joseph Fiennes takes on a Jewish identity. Ynet, 17. Juli 2007.</ref> und widmet sich der jüdisch-kanadischen Cellistin Ida Fink, die nach 30 Jahren nach Polen zurückkehrt; in Rückblenden sind ihre Erlebnisse im Jahr 1941 zu sehen, darunter die Besetzung Polens durch die Nationalsozialisten und die Flucht der Familie auf eine polnische Farm. Wie bei Der Kastner-Prozeß und Kav 300 arbeitete Barbash auch bei Spring 1941 mit Drehbuchautor Motti Lerner zusammen. Barbash bezeichnete den Film als Erfüllung eines langgehegten Traums,<ref name="Anderman" /> so habe er immer einen Film mit Holocaust-Thematik drehen wollen, da der Holocaust in seinem Leben eine dominante Rolle spielt, auch wenn seine Familie nicht direkt betroffen gewesen sei.<ref name="Anderman" /> Seine Regiearbeiten versteht Barbash nach eigener Aussage als Rache für die Gräuel des Holocaust.<ref name="Anderman" /> In einem Interview sagte er dazu: „Making films is my way of taking revenge. […] I don’t forgive, and that’s why I make my films!“ („Filme zu drehen ist meine Form der Rache. […] Ich vergebe nicht, das ist der Grund, warum ich Filme drehe!“).<ref name="iffigoa" />

In seinem aktuellen Werk Kapo in Jerusalem folgt Barbash zwei Auschwitz-Überlebenden, der Pianistin Sarah und dem Arzt Bruno, die während des israelischen Unabhängigkeitskriegs 1946 in Jerusalem heimisch werden wollen.<ref name="iffigoa" /> Bruno wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert und bezichtigt, in Auschwitz als sadistischer Blockwart tätig gewesen zu sein. Zu Kapo in Jerusalem wurde Barbash durch Eliezer Grinbaums Biografie, der Kapo in Auschwitz gewesen war, inspiriert.<ref>Kapo in Jerusalem auf yezirah.com</ref> Barbash realisierte Kapo in Jerusalem nach Spring 1941 als zweiten von drei Filmen, die sich der Thematik des Holocaust anhand verschiedener Biografien von Zeitzeugen widmen.<ref name="Anderman" />

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1982: Ot Kain
  • 1982: Gabi Ben Yakar
  • 1984: Jenseits der Mauern (Me’Ahorei Hasoragim)
  • 1987: Land der Sehnsucht (Ha-Holmim)
  • 1989: Ehad Mishelanu
  • 1990: Last Moments
  • 1990: Final Take Off – Der letzte Kampf im Cockpit (Derech Ha’nesher)
  • 1991: Z’man Emet
  • 1992: Me’Ahorei Hasoragim II
  • 1992: Lelakek Tatut
  • 1994: Der Kastner-Prozeß (Mishpat Kastner)
  • 1994: Ipui Koach
  • 1997: Kav 300 (TV-Mehrteiler)
  • 2006: Melah Ha’arets
  • 2008: Spring 1941 (Aviv 41)
  • 2014: Kapo in Jerusalem (Kapo Be’Yerushalaim)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • The political films of Uri Barbash. In: Amy Kronish: World cinema: Israel. Fairleigh Dickinson University Press, 1996, S. 108.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Uri Barbash – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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