Ursulasried
Ursulasried Stadt Kempten (Allgäu)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Ursulasried 47° 45′ N, 10° 19′ O
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| Höhe: | 660 m ü. NN | |||||
| Postleitzahl: | 87437 | |||||
| Vorwahl: | 0831 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Ursulasried ist ein Ortsteil, Kirchdorf und ausgedehntes Gewerbegebiet der kreisfreien Stadt Kempten (Allgäu). Der Ort gehört zur Gemarkung Sankt Mang.<ref name="ZAK2012">Zweckverband Abfallwirtschaft Kempten (ZAK): 40 Jahre ZAK (1972–2012). S. 9 u. Umschlag (Standort MHKW im Gewerbegebiet Ursulasried. zak-kempten.de PDF), abgerufen am 20. August 2025.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Archäologische Funde belegen eine frühe Besiedlung des Areals. 1913 wurden römische Objekte entdeckt, in den 1990er-Jahren bestätigten Grabungen der Kemptener Stadtarchäologie die Überreste eines Siedlungsplatzes.<ref>Gerhard Weber: Ein neuentdeckter römischer Siedlungsplatz in Ursulasried; Stadt Kempten, Allgäu. In: Das Archäologische Jahr in Bayern 1994. 1995, S. 116–118 (bayerische-bibliographie.de), abgerufen am 20. August 2025.</ref> In der amtlichen Denkmalliste ist eine villa rustica (Bodendenkmal D-7-8227-0166) verzeichnet.<ref name="Denkmalliste">Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Kempten (Allgäu) – Bodendenkmäler. S. 39–40 (D-7-8227-0165/-0166 „St. Ursula“/„Villa rustica“. geodaten.bayern.de Liste PDF, Stand 25. Juli 2025), abgerufen am 20. August 2025.</ref>
Eine erste urkundliche Erwähnung stammt von 1378, als eine Kapelle „zu den 11 000 Mägten ze Ried“ genannt wird.<ref name="PGO">Pfarreiengemeinschaft Kempten-Ost: St. Ursula (Ursulasried/Leubas). Abgerufen am 20. August 2025: pg-kempten-ost.de</ref> 1432 setzte die Reichsstadt Kempten nach Streitigkeiten mit dem Fürststift einen Heiligenpfleger für die Kapelle ein.<ref>Inventar Reichsstadt Kempten, Ratsprotokolle 1431/32, Stadtarchiv Kempten, Signatur RAK 1432/I. Abgerufen am 20. August 2025: stadtarchiv-kempten.de</ref> Im Bauernkrieg 1525 erlitt Ursulasried Brandschäden, 1530 verlor die Reichsstadt infolge der Reformation das Patronatsrecht über die Kapelle an das Bistum Augsburg.<ref name="PGO" /> 1640 wurde die verfallene Kapelle vom Fürststift erneuert.<ref name="PGO" />
1802 fand in Ursulasried eine Vereinödung mit 17 Teilnehmern statt, dokumentiert im „Schätzungsrapular“ des Staatsarchivs Augsburg.<ref>Staatsarchiv Augsburg: Schätzungsrapular zur Vereinödung von Ursulasried, September 1802. Signatur: Fürststift Kempten, Hofkammer, Rep. 11, Nr. 187. Abgerufen am 20. August 2025: gda.bayern.de</ref> 1819 zählte das Kirchdorf 13 Häuser mit 63 Einwohnern und gehörte zur Hauptmannschaft Leubas.<ref>Statistische Erhebung 1819, Regierungsblatt für den Kreis Schwaben und Neuburg, S. 214. Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2025: digitale-sammlungen.de</ref>
Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin eigenständige Ruralgemeinde Sankt Mang nach Kempten eingegliedert.<ref name="Zeittafel">Stadt Kempten (Allgäu): Zeittafel – von der Antike bis in die Gegenwart. Eintrag 1972. Abgerufen am 20. August 2025: kempten.de</ref> 1975 nahm das Müllheizkraftwerk Kempten den Betrieb auf.<ref name="Zeittafel" />
Bevölkerung[Bearbeiten]
Exakte Einwohnerzahlen nur für Ursulasried werden von der Stadt Kempten nicht veröffentlicht. Ursulasried ist im statistischen Bezirk 70 („Leubas/Ursulasried“) zusammengefasst. Dieser zählte zum 31. Dezember 2013 1.378 Einwohner<ref>Stadt Kempten (Allgäu): Jahresbericht 2013, Kapitel III – Statistik, „Räumliche Verteilung und Struktur der Gesamtbevölkerung“, S. 89. PDF, abgerufen am 20. August 2025: kempten.de</ref> und zum 31. Dezember 2017 1.409 Einwohner.<ref name="JB2017">Stadt Kempten (Allgäu): Jahresbericht 2017, Kapitel III – Statistik, „Räumliche Verteilung und Struktur der Gesamtbevölkerung“, S. 82–84. PDF, abgerufen am 20. August 2025: kempten.de</ref> Frühere Angaben nennen 134 Einwohner im Jahr 1954 sowie gemeinsam mit dem benachbarten Weiler Riederau 193 Einwohner im Jahr 1987.<ref>Heinrich Uhlig: Sankt Mang. Geschichte einer Allgäuer Gemeinde. Verlag des Heimatpflegers von Schwaben, Kempten (Allgäu) 1955, S. 471–473.</ref><ref>Stadt Kempten (Allgäu): Statistik 1987. Zitiert nach Kreisbote, 12. Juni 1987, S. 5.</ref>
Religion und Bauwerke[Bearbeiten]
Die römisch-katholische Filialkirche St. Ursula in Ursulasried gehört zur Pfarrei St. Magnus (Dekanat Kempten, Bistum Augsburg).<ref>Bistum Augsburg: Dekanat Kempten (Allgäu) – Pfarreien. Abgerufen am 20. August 2025: bistum-augsburg.de</ref><ref name="PGO" /> Das Kirchengebäude ist als Baudenkmal erfasst; als Bodendenkmal sind zudem Befunde im Bereich der Kirche gelistet (D-7-8227-0165).<ref name="Denkmalliste" /> Adresse: Ursulasrieder Straße 30.<ref>Denkmal-Atlas Bayern, Objekt „St. Ursula“, Aktennr. D-7-63-000-284. Abgerufen am 20. August 2025: geoportal.bayern.de</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Ursulasried ist ein bedeutender Gewerbestandort Kemptens. Hier befinden sich u. a.:
- das Müllheizkraftwerk Kempten (MHKW);<ref name="ZAK2021">Zweckverband Abfallwirtschaft Kempten (ZAK): ZAK-Journal 2021, S. 8 f. (MHKW im Gewerbegebiet Ursulasried; Netzausbau seit 1996). PDF, abgerufen am 20. August 2025: zak-kempten.de</ref>
- die Fahrsicherheitsanlage des ADAC (Dieselstraße 44);<ref>ADAC Fahrsicherheitszentrum Kempten: Standort & Kontakt. Abgerufen am 20. August 2025: fsz-kempten.adac.de</ref>
- eine Niederlassung der BayWa (Ursulasrieder Straße 21–27);<ref>BayWa AG: Standorte – Kempten (Allgäu), Ursulasrieder Str. 21–27. Abgerufen am 20. August 2025: baywa-baustoffe.de</ref>
- die Firmenzentrale der Feneberg Lebensmittel GmbH (Ursulasrieder Straße 2);<ref>Feneberg Lebensmittel GmbH: Impressum. Abgerufen am 20. August 2025: feneberg.de</ref>
- die Liebherr-Verzahntechnik GmbH (Kaufbeurer Straße 141).<ref>Liebherr-Verzahntechnik GmbH: Standort Kempten (Allgäu). (liebherr.com) Abgerufen am 20. August 2025.</ref>
Das Gewerbegebiet Ursulasried weist nach Angaben der Stadt Kempten einen Bodenrichtwert von 50 bis 90 Euro pro Quadratmeter auf.<ref>Stadt Kempten (Allgäu): Zahlen · Daten · Fakten 2024/2025. Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, S. 5 (kempten.de PDF) Abgerufen am 20. August 2025.</ref>
Auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Ursulasried wurde 2011/2012 ein Solarpark als Bürgerbeteiligungsprojekt des Allgäuer Überlandwerks umgesetzt.<ref>Stadt Kempten (Allgäu): Bebauungsplan „Solarpark – Deponie Ursulasried“ (Begründung, 16.09.2011kempten.de PDF), abgerufen am 20. August 2025.</ref><ref>Kempten – Bürgerbroschüre Masterplan 2050 (Stadt Kempten), S. 18. PDF, abgerufen am 20. August 2025: lebenswertes-kempten.de</ref><ref>Kreisbote: Ein Solarpark für alle (8. Februar 2011). Abgerufen am 20. August 2025: kreisbote.de</ref>
Kultur / Museumsdepot[Bearbeiten]
In Ursulasried entstand ein neues Museumsdepot für die Sammlungen des Stadtmuseums Kempten. Der Bau begann 2020 und kostete rund 6,2 Millionen Euro. Es bietet Platz für etwa 40 000 Kunst- und Kulturobjekte.<ref>Ralf Lienert: Hier entsteht eine neue Heimat für 40.000 Kunstschätze. In: Allgäuer Zeitung. 29. Oktober 2020 (allgaeuer-zeitung.de) Abgerufen am 20. August 2025.</ref><ref>Klaus-Peter Mayr: Neues Museumsdepot in Kempten: Endlich ist die Schatzkammer fertig. In: Allgäuer Zeitung. 26. Mai 2023 (allgaeuer-zeitung.de) Abgerufen am 20. August 2025.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Heinrich Uhlig: Sankt Mang. Geschichte einer Allgäuer Gemeinde. Kempten 1955, S. 471–473.
- Gerhard Weber: Ein neuentdeckter römischer Siedlungsplatz in Ursulasried; Stadt Kempten, Allgäu. In: Das Archäologische Jahr in Bayern 1994. 1995, S. 116–118.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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