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Vaginal Jesus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Vaginal Jesus
Allgemeine Informationen
Herkunft North Branford, Connecticut, Vereinigte Staaten
Genre(s) Hardcore<ref name="88morereasons">Ingo Taler: 88 more reasons to hate you. In: Plastic Bomb. Nr. 55 (Sommer), 2006 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.88 more reasons to hate you (Memento vom 21. März 2009 im Internet Archive) [abgerufen am 11. Oktober 2014]).</ref>, Metal<ref name="88morereasons" />, Thrash Metal<ref name="taler220">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 220.</ref>, Grindcore<ref name="taler245">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 245.</ref>
Aktive Jahre
Gründung 1988
Auflösung 2011
Website
Gründungsmitglieder
Jim Crow
Letzte Besetzung
Gesang
The Honourable Reverend Fuckface Chainsaw
Gitarre
Jim Crow
Bass
David Duke
Schlagzeug
Pontius Pilate

Vaginal Jesus war eine US-amerikanische rechtsextreme Hatecore- und Metal-Band.

Geschichte[Bearbeiten]

Vaginal Jesus wurde 1988 in North Branford, Connecticut, von Jim Crow gegründet.<ref name="taler204">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 204.</ref> Im gleichen Jahr spielte die Band in Connecticut im Vorprogramm der Band Anal Cunt auf deren erster Tournee.<ref name="88morereasons" /> Auf der ersten Anal-Cunt-EP, der 88 Song E.P., wurde Vaginal Jesus gegrüßt. Die Band bestand laut Seth Putnam von Anal Cunt anfangs „nur aus ein paar Freunden, die bei irgendeinem zu Hause abhingen“. Im Januar 1990 schließlich habe die Band sich entschieden, eine 7”-Single aufzunehmen.<ref name="taler175">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 175.</ref> Dem widerspricht Crows Angabe im Freyja (Ausgabe Nr. 6, 1998), Vaginal Jesus sei „ein Projekt das ungefähr ein Jahr existierte“ gewesen.<ref name="taler220" /> 1992 erschien ihre erste Single Jesus Saves… His Pennies bei Swasticore Records aus Chicago, Illinois.<ref name="taler204" /> 1993 veröffentlichte Reich-O-Rama Records aus Milford den Nachfolger Beat Rodney Down.<ref name="taler205f">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 205 f.</ref>

1995 gründete Jim Crow das Nebenprojekt Mudoven.<ref name="taler220" /> 1996 war Vaginal Jesus neben Bands wie Bound for Glory, No Remorse und Freikorps auf dem Sampler Leaderless Resistance – A Pan Aryan Compilation vertreten.<ref name="88morereasons" />

Bis Ende der 1990er war die Band in der rechtsextremen Szene aufgrund der nur als Single erhältlichen Aufnahmen ein Geheimtipp, was sich jedoch mit CD-Veröffentlichungen änderte.<ref name="taler206">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 206.</ref> 2000 erschien Affirmative Apartheid mit unter anderem dem Material der Singles bei Tri-State Terror Records.<ref name="taler245" /> 2002 erschien eine Nachpressung bei Unholy Records.<ref>Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 329.</ref>

2003 kündigte Seth Putnam von Anal Cunt mögliche Live-Auftritte von Vaginal Jesus im folgenden Jahr an, die ersten seit dem Auftritt von 1988.<ref name="88morereasons" /> Ursprünglich räumte Putnam nur ein, dass Anal Cunt Stücke von Vaginal Jesus live spiele und beide Bands befreundet seien.<ref name="thegrimoire10">Bill Zebub: Anal Cunt. In: The Grimoire of Exaltet Deeds. Nr. 10 (thegrimoire.com [abgerufen am 16. Oktober 2014]).</ref> Später outete er sich gegenüber dem US-amerikanischen Rechtsrock-Magazin Resistance (Ausgabe Nr. 25, Winter 2005/2006) als Mitglied von Vaginal Jesus.<ref name="88morereasons" /><ref name="taler175" /> Dazu posierte er mit den Ex-Anal-Cunt-Mitgliedern John Kozik und Tim Morse für ein Gruppenbild der Band.<ref>Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 175 f.</ref> Putnam starb am 11. Juni 2011 im Alter von 43 Jahren an einem Herzinfarkt.<ref>Jeffrey Tandy: AC Singer Seth Putnam Dead at 43. Examiner.com, 12. Juni 2011, abgerufen am 11. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Rosie Swash: Seth Putnam, the 'GG Allin of grindcore', dies aged 43. Frontman with US metal band Anal Cunt has died after suffering a heart attack. The Guardian, 13. Juni 2011, abgerufen am 11. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Vor seinem Tod war das erste Vaginal-Jesus-Konzert seit 22 Jahren geplant gewesen, das am 13. August 2011 hätte stattfinden sollen.<ref>SETH PUTNAM, LEAD SINGER OF ANAL CUNT, VAGINAL JESUS, ROT IN HELL! One People’s Project, 12. Juni 2011, abgerufen am 11. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Stil[Bearbeiten]

Laut Ingo Taler hat Vaginal Jesus sich einer „Symbiose aus NS-Verherrlichung und Hardcore-Musik“ verschrieben und zählt mit ihrer „kruden Mixtur aus pornografischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten“ zu „den ‚bizarrsten‘ Erscheinungsformen“ der internationalen rechtsextremen Szene.<ref name="taler204" /> Jim Crow beschrieb Vaginal Jesus als „Rassenhass-Thrash-Band“.<ref name="taler220" /> Das Fanzine White Supremacy (Ausgabe Nr. 2, 2000) beschrieb Vaginal Jesus als „übelst abgefucktes Gebolze […], welches mit einem leichten G.G. Allin Einschlag versehen ist (vor allem gesanglich)“. Er selbst sei „daher logischerweise schwerstens begeistert, selbst wenn es sonst wohl nur den Allerwenigsten gefallen wird“. Er empfahl Affirmative Apartheid, auf dem „innerhalb von 37:27 Minuten 28 Lieder herunter geschrubbt werden“, allen, die „es […] auch mal eher Grindcorig mögen“. Taler erwähnt „überschwängliche Kritiken“ aus der deutschen rechtsextremen Szene, darunter die aus dem Rock Nord (Ausgabe Nr. 60/61, Juni/Juli 2000), der zufolge Affirmative Apartheid „definitiv das Radikalste, was von einer Band jemals zu Papier gebracht worden ist“, ist.<ref name="taler245" /> Ungewöhnlich sind laut Taler ihre „pornographischen Entgleisungen“<ref name="88morereasons" />, die sich aber laut Taler durch Putnams Beteiligung erklären lassen<ref name="88morereasons" /><ref name="204f">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 204 f.</ref>. Taler zählt ihre Veröffentlichungen „zu den extremsten Produktionen im White Power Bereich“, mit denen die Band sich „durch ihre radikal formulierten Texte ‚Kultstatus‘“ erspielte.<ref name="88morereasons" /> In der Szene ist sie „bekannt für offensive Texte, offensives Layout, und dafür, niemanden dabei zu verschonen“, wie ein Redakteur des Resistance-Magazins schrieb. Er könne verstehen, dass „viele Leute alles von dieser Band ‚aus Prinzip‘ ablehnen, aber man muss lernen, diese Gruppe locker zu sehen, ihren Humor anzuerkennen“.<ref name="taler206" /> Aufgrund der pornographischen Texte besitzt die Band „das Image eines rassistischen ‚Spaßprojektes‘“.<ref name="taler220" /> Putnam selbst meinte, Vaginal Jesus lasse Skrewdriver „wie die unrassistischste Band überhaupt“ klingen.<ref name="taler175" /><ref name="thegrimoire10" /> Die teils humoristischen Inhalte sieht die Band als Bestandteil ihres Konzeptes an und verteidigt sie als solche:

„Sollen wir vielleicht über genau dasselbe Zeug singen wie alle anderen es tun, Wörter benutzen wie ‚die zionistische Bedrohung‘ oder andere weniger deutliche Begriffe für Juden? Das gleiche gilt für Nigger. Wir meinen das ernst worüber wir schreiben, nur dass es manchmal mit Humor geschieht[.]“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Seth Putnam: Resistance, Nr. 25, Winter 2005/2006, S. 40.<ref name="taler206" />

Jesus Saves… His Pennies ist laut Taler die erste NS-Produktion der US-amerikanischen Szene.<ref name="taler204" /> Die Veröffentlichung ist für die damalige Szene „ungewöhnlich extrem pornografisch“ gehalten, was vermutlich auf Putnam zurückgeht.<ref name="204f" /> Auf dem Cover wird Jesus Christus als geldgieriger Jude dargestellt, der sein Kreuz trägt und sich dabei nach einer Münze bückt, und im Lied Jesus Was Nothing But a Jew beschimpft. In Coon Bashing wird die Judenvergasung verherrlicht, und es werden Angriffe auf „Nigger“ angekündigt. Auf beiden Seiten der Single sind Hakenkreuze abgebildet.<ref name="taler205">Ingo Taler: Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption. reihe antifaschistischer texte/UNRAST-Verlag, Hamburg / Münster 2012, ISBN 978-3-89771-821-0, S. 205.</ref>

Auf Beat Rodney Down wird die Misshandlung Rodney Kings durch die Polizei verherrlicht und zur Nachahmung aufgerufen.<ref name="taler205" /> In Mocha Mistakes propagiert die Band die „Reinheit der weißen Rasse“ und äußert sich gegen Geschlechtsverkehr zwischen Schwarzen und Weißen sowie „Mischlinge“ als deren Ergebnis.<ref name="taler205f" /> Die A-Seite der Single ist als Side Aryan betitelt und mit einem Hakenkreuz, doppelten Siegrunen und Porträts von Adolf Hitler bebildert. Die Side Bigot betitelte B-Seite stellt einen Aufmarsch des Ku-Klux-Klans dar.<ref name="taler206" />

Die CD Affirmative Apartheid wurde im Thiazi-Forum als „ein einziges Netzwerk gegen Juden und Schwule, die keinerlei ausgefallene Aussagen beinhaltet“ beschrieben. Laut Taler dürfte die „besondere Wertschätzung […] auch im speziellen Artwork des Coves [sic!] begründet liegen, auf dem ein brennendes Hakenkreuz abgebildet ist“.<ref name="taler245" />

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1992: Jesus Saves… His Pennies (EP)
  • 1993: Beat Rodney Down (EP)
  • 1996: Get Out, No E.O.E. und Happy Hanukaust auf Leaderless Resistance – A Pan Aryan Compilation
  • 2000: Affirmative Apartheid (Kompilation)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />