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Valentin Oehen

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Datei:Valentin Oehen.jpg
Valentin Oehen (1986)

Valentin Oehen (* 26. Juni 1931 in Neudorf; † 2. Juni 2022 in Nottwil<ref name="nau">Alt Nationalrat Valentin Oehen verstorben. In: nau.ch. 8. Juni 2022, abgerufen am 8. Juni 2022.</ref>; heimatberechtigt in Neudorf und Lieli) war ein Schweizer Politiker der Nationalen Aktion, Grossrat und Nationalrat.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung und berufliche Tätigkeiten[Bearbeiten]

Oehen war Sohn eines Käsermeisters. Er besuchte die Kantonsschule in Luzern, studierte an der ETH Milchwirtschaft. 1957–65 arbeitete er an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Bern-Liebefeld, 1965–67 führte er einen Industriebetrieb in Zollikofen, 1967–71 war er Adjunkt in der Eidgenössischen Zentralstelle des milchwirtschaftlichen Kontroll- und Beratungsdiensts. Ab 1971 folgte eine Umschulung auf bodenbiologische Beratung. Nach 1979 bewirtschaftete Oehen einen Hof in Sessa.<ref name="hls">Peter Stettler: Valentin Oehen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. Mai 2010, abgerufen am 1. Dezember 2014.</ref>

Politik[Bearbeiten]

Datei:ETH-BIB-Valentin Oehen-Com L20-0941-0049.tif
Valentin Oehen (1971)

Oehen war Mitglied der Konservativ-Christlichsozialen Volkspartei (KCVP) (1957–1965), später beim Jungen Bern (1967–1970), das er wegen seiner Unterstützung für die Schwarzenbach-Überfremdungsinitiative verliess<ref name="bund">Samuel Thomi: So beendete Pulver Oehens Karriere. In: Der Bund, 28. August 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014.</ref> und ab Ende 1970 bei der Nationalen Aktion (NA), den heutigen Schweizer Demokraten. Bei der Nationalen Aktion war er von 1972 bis 1980 Zentralpräsident, anschliessend Ehrenpräsident. Zentrale politische Positionen waren die Forderung nach einem Ende des Wachstumszwangs, einerseits der Ausbau des öffentlichen Verkehrs bei gleichzeitiger Umstellung auf ein kostenloses, 100 % umlagefinanziertes Tarifsystem, und anderseits die Einschränkung des Privatverkehrs in den Städten und ein Verbot des verbleiten Benzins. Vor allem der Landschaftsschutz, wo er sich unter anderem für die Weber-Initiative einsetzte, war bei Oehen stets mit dem sogenannten «Kampf gegen die Überfremdung» verbunden.<ref>Lucien Scherrer: Die Grünen standen anfänglich ganz rechts. Dass «öko» dereinst mit «links» assoziiert würde, war damals nicht vorstellbar. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 3. November 2019]).</ref> 1986 trat er aus der NA aus.<ref name="AfZ">Oehen beim AfZ, abgerufen am 1. Dezember 2014.</ref>

Von 1971 bis 1987 war Oehen Nationalrat,<ref name="hls" /><ref name="parl">Oehen Valentin - Nationalrat - Kanton Bern, auf Parlament.ch, abgerufen am 8. Mai 2015.</ref> von 1973 bis 1977 Mitglied des Grossen Gemeinderats von Köniz, von 1977 bis 1980 des Könizer Gemeinderats (Exekutive). 1986 gründete er eine eigene Formation, die Ökologisch-Freiheitliche Partei (ÖFP), die sich aber bereits 1988 wieder auflösen sollte. Zwischen 1987 und 1991 gehörte er dem Grossen Rat des Kantons Tessins an. 1991 zog sich Oehen aus der Politik zurück.<ref name="hls" />

Von 1972 bis 1980 war Oehen Gründer, Vorstandsmitglied und Vizepräsident bei der Arbeitsgemeinschaft für Bevölkerungsfragen (ab 1987 unter dem heutigen Namen Ecopop). Der Verein lehnte aber die «Überfremdungsinitiativen» von Oehens NA ab.<ref name="bund" /><ref>Christoph Wehrli: Wer hinter Ecopop steht. In: Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014.</ref>

2006 trat er wieder bei den Schweizer Demokraten ein, wie die Nationale Aktion mittlerweile heisst.<ref>Oehen zurück in der Politik. In: Blick, abgerufen am 2. Dezember 2014.</ref><ref>Rückkehr Valentin Oehens zu den Schweizer Demokraten. In: Neue Zürcher Zeitung, 9. Januar 2006, abgerufen am 2. Dezember 2014.</ref> Abgesehen von einem Engagement für die Lex Koller beteiligte sich Oehen aber nicht mehr aktiv in der Politik. Er bezeichnete seine Zeit im politischen Tagesgeschäft als «definitiv vorbei».<ref>Comeback von Valentin Oehen, Beitrag der Tagesschau auf SRF.ch, abgerufen am 2. Dezember 2014.</ref> Er schrieb wieder regelmässig Beiträge in der SD-Mitgliederzeitung.<ref name="bund" /><ref>Valentin Oehen: Wir müssen tanzen, solange die Musik spielt! In: SD Parteizeitung, 11/12, 2014, S. 3. (online verfügbar).</ref> Im Dezember 2018 trat Oehen auf einem Parteitag der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer auf.<ref>EUROPA NOSTRA II – PNOS-Parteitag vom 1. Dezember 2018, auf PNOS.ch, abgerufen am 6. Januar 2019.</ref>

Späteres Leben[Bearbeiten]

Oehen liess sich zum Kadertrainer, Lebensberater und Parapsychologen ausbilden. Er war von 2000 bis 2006 der Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Parapsychologie (SVPP).<ref name="AfZ" />

Am 2. Juni 2022 starb Oehen im Alter von 90 Jahren zuhause in Nottwil.<ref name="nau" />

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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