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Baldriangewächse

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Baldriangewächse
Datei:Valeriana officinalis jfg1.jpg

Echter Baldrian (Valeriana officinalis)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse
Wissenschaftlicher Name
Valerianoideae
Raf.

Die Baldriangewächse (Valerianoideae) besitzen den Rang einer Unterfamilie in der Familie Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), früher einer eigenen Familie Valerianaceae innerhalb der Pflanzenordnung der Kardenartigen (Dipsacales).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Valeriana tripteris Sturm53.jpg
Illustration des Dreiblättrigen Baldrian (Valeriana tripteris) aus Sturm
Datei:Fedia cornucopiae a.JPG
Blütenstand und gegenständige Laubblätter der Füllhorn-Fedie (Fedia cornucopiae)
Datei:Patrinia scabiosifolia2.jpg
Skabiosenblättriger Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia)
Datei:Patrinia triloba var. triloba 03.jpg
Patrinia triloba
Datei:Valerianella radiata flowering plant.jpg
Valerianella radiata

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Es handelt sich überwiegend um ausdauernde oder zweijährige, selten einjährige krautige Pflanzen, seltener um Sträucher, wobei die abweichenden Wachstumsformen vor allem in den Anden vorkommen. Als Überdauerungsorgane werden Pfahlwurzeln oder Rhizome gebildet. Auf den Pflanzenteilen können weiße, mehrzellige Haare (Trichome) vorhanden sein.

Die Laubblätter sind grundständig und/oder gegenständig an der Sprossachse verteilt angeordnet. Die Blattspreiten sind einfach oder fiederteilig mit glatten oder unterschiedlich gezähnten Blatträndern.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

In einfachen oder zusammengesetzten, zymösen Blütenständen stehen über Trag- und Deckblättern die Blüten.

Die meist zwittrigen oder selten eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis leicht asymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist bei Nardostachys fünflappig, bei Patrinia undeutlich gezähnt und bei Valeriana borstig, fiedrig, und pappusähnlich. Die meist weißlichen oder rötlichen Kronblätter sind röhrig verwachsen, manchmal zweilippig mit selten drei bis meist fünf Kronzipfel. Die Blüten der als ursprünglich angesehenen Gattungen besitzen noch vier Staubblätter; bei den anderen Gattungen erfolgt eine Reduktion der Anzahl der Staubblätter bis hin zu einem einzigen. Die Staubfäden sind nahe der Basis der Kronröhre inseriert. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Nur eines dieser Fruchtblätter ist fertil mit nur einer hängenden Samenanlage. Der Griffel endet in einer einfachen oder dreilappigen Narbe.

Der Blütenkelch vergrößert sich bei den meisten Arten und wächst während der Fruchtreifung zu Haaren, gefiederten Haaren, Haken, Flügeln etc. aus, die bei der Verbreitung der achänenähnlichen Schließfrüchte helfen. Bei den Spornblumen (Centranthus) bilden sich an ein und derselben Pflanze unterschiedliche Arten von Früchten. Der einzelne Same je Frucht besitzt einen großen geraden Embryo, aber kein Endosperm.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die Pflanzenteile besitzen einen charakteristischen Geruch, der durch monoterpenoide und sesquiterpenoide Ätherische Öle verursacht wird.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie Valerianaceae wurde 1802 von August Johann Georg Carl Batsch in Tabula affinitatum regni vegetabilis Seite 227 aufgestellt. Die Familie Baldriangewächse (Valerianaceae) wurde im Allgemeinen als Übergangsfamilie zwischen den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) und den Kardengewächsen (Dipsacaceae) angesehen. Einige Autoren stellen sie als Valerianoideae in den Rang einer Unterfamilie in der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Hier folgen wir der Ansicht der Angiosperm Phylogeny Group, die diese Gattungen laut APG III 2009 und APG IV 2016 in die Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) stellt.<ref name="APGIII" /><ref name="APGIV" /> Im Rang einer Familie Valerianaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Batsch, Unterfamilie Valerianoideae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf. oder einer Tribus Valerianeae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dumort. enthält sie acht Gattungen mit etwa 350 Arten.

Gattungen und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Die überwiegende Anzahl der Arten der Baldriangewächse kommt in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel und in den Anden vor. Im tropischen Afrika, auf Madagaskar und in Südostasien und Australien fehlen sie völlig. Die beinahe weltweiten Areale, außer in Australien und Neuseeland, liegen meist in höheren Lagen und vielfach in montanen Regionen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deyuan Hong, Fred R. Barrie, Charles D. Bell: Valerianaceae. In: , PDF-Datei (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik).
  • Charles D.Bell, Michael J.Donoghue: Phylogeny and biogeography of Valerianaceae (Dipsacales) with special reference to the South American valerians. In: Organisms, Diversity & Evolution. Band 5, Nr. 2, 2005, S. 147–159, doi:10.1016/j.ode.2004.10.014.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Baldriangewächse (Valerianoideae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="APGIII"> Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III Botanical Journal of the Linnean Society, Band 161, 2009, S. 105–121. </ref> <ref name="APGIV"> The Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG IV. Botanical Journal of the Linnean Society, 2016, Band 181, S. 1–20. doi:10.1111/boj.12385 </ref> <ref name="FoC"> Deyuan Hong, Fred R. Barrie, Charles D. Bell: Valerianaceae. Patrinia. In (Abschnitt Beschreibung) </ref> <ref name="Fedia"> </ref> </references>