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Vallisneria

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Vallisneria
Datei:Vallisneria americana UMFS 3.JPG

Vallisneria americana

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae)
Unterfamilie: Hydrilloideae
Gattung: Vallisneria
Wissenschaftlicher Name
Vallisneria
L.

Vallisneria, auch Wasserschrauben, Sumpfschrauben und eingedeutscht Vallisnerien genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae). Die etwa 14 Arten gedeihen als submerse Wasserpflanzen im Süßwasser oder Brackwasser<ref name="FoNA" /> in den Subtropen bis Tropen fast weltweit. Vallisneria spiralis ist in einigen subtropischen und tropischen Gebieten, beispielsweise auf Hawaii, in Neuseeland<ref name="PIER" /> und auch in Deutschland<ref name="FloraWeb" /> eine invasive Pflanze.

Beschreibung und Autökologie[Bearbeiten]

Datei:Vallisneria spiralis Erasmus Darwin 1789.jpg
Illustration der Schrauben-Vallisnerie (Vallisneria spiralis); gut dargestellt sind die Stolonen an der Basis der ausgewachsenen Exemplare
Datei:Aquatic and wetland plants of southwestern United States (Page 160) BHL3346624.jpg
Illustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, S. 160 von Vallisneria americana

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Vallisneria-Arten wachsen meist als ausdauernde, selten einjährige, krautige Pflanzen.<ref name="FoC" /> Die aufrechten, kurzen, unverzweigten Sprossachsen bilden Wurzeln im Gewässergrund.<ref name="FoNA" /> Durch Rhizome oder Stolonen werden Bestände gebildet.<ref name="FoNA" />

Die submersen Laubblätter sind alle grundständig oder wechselständig, spiralig oder zweizeilig am Stängel verteilt angeordnet.<ref name="WAF" /> Die Laubblätter bestehen aus Blattscheide und Blattspreite, aber sind immer ohne Blattstiel.<ref name="NSWFo" /> Die einfachen Blattspreiten sind linealisch oder riemenförmig mit einer Spreitenbasis, die allmählich in die Blattspreite übergeht, und einem stumpfen bis bespitzten oberen Ende.<ref name="FoNA" /> Es liegt Paralleladerung mit acht bis neun Blattadern vor. Die Blattränder sind glatt oder winzig gesägt.<ref name="FoC" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Vallisneria-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die seitenständigen, zymösen<ref name="FoNA" /> Blütenstände sind eingeschlechtig und besitzen eine Spatha, die aus zwei verwachsenen Tragblättern gebildet wird.<ref name="WAF" /> Die männlichen Blütenstände stehen auf einem kurzen bis sehr kurzen Blütenstandsschaft und enthalten viele Blüten an einer zentralen Säule angeordnet. Die Spatha der männlichen Blütenstände ist eiförmig oder breit lanzettlich.<ref name="FoC" /> Die weiblichen Blütenstände stehen auf einem langen Blütenstandsschaft, sind flutend und enthalten nur eine Blüte.<ref name="NSWFo" /> In Florida, Alabama, Mississippi und Zentralamerika gibt es einige Vallisneria-Populationen, bei denen die weiblichen Blütenstände statt der nur einzelnen Blüte bis 30 Blüten enthalten.<ref name="FoNA" /> Die Spatha der männlichen Blütenstände ist röhrenförmig mit zweispaltigem oberen Ende.<ref name="FoC" />

Die eingeschlechtigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei Kelchblätter sind winzig, wobei bei den männlichen Blüten zwei größer sind als das dritte.<ref name="FoC" /> Die drei transparenten<ref name="FoNA" /> Kronblätter sind länger als die Kelchblätter.<ref name="NSWFo" /> Die männlichen Blüten werden vom Blütenstand freigegeben und treiben zur Wasseroberfläche. Die winzigen männlichen Blüten enthalten drei freie<ref name="FoNA" /> Staubblätter, von denen drei fertil sind oder ein bis zwei zu Staminodien reduziert sind. Die Staubbeutel sind kugelig. Die Pollenkörner werden als Monaden ausgebreitet.<ref name="FoNA" /> Die drei freien Griffel enden jeweils in einer zweispaltigen Narbe. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen<ref name="WAF" />, der zylindrisch oder schmal, dreieckig-zylindrisch ist. Es sind viele Samenanlagen vorhanden. Die Bestäubung erfolgt im Wasser durch die frei umhertreibenden männlichen Blüten.<ref name="NSWFo" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Nach der Befruchtung wickeln sich die Blütenstandsschäfte schraubenartig auf und sorgen dafür, dass die reifenden Früchte genau unter der Wasseroberfläche gehalten werden.<ref name="WAF" /> Die schmal zylindrischen oder schmal dreieckig-zylindrischen fleischigen und beerenartigen, zylindrischen bis ellipsoiden, gezähnten<ref name="FoNA" /> Kapselfrüchte öffnen sich in unregelmäßigen Teilen und enthalten viele Samen.<ref name="NSWFo" /><ref name="FoC" /> Die kahlen<ref name="FoNA" /> länglichen oder spindelförmigen<ref name="FoC" /> Samen enthalten Stärke und einen geraden Embryo mit einem Keimblatt (Kotyledon).<ref name="WAF" />

Datei:Vallisneria asiatica var. biwaensis habitat.JPG
Vallisneria natans

Systematik und Vorkommen[Bearbeiten]

Vallisneria-Arten kommen in den Subtropen bis Tropen fast weltweit vor.

Die Gattung Vallisneria wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 1015<ref name="biodiversitylibrary" /> aufgestellt. Typusart ist Vallisneria spiralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="tropicos" /> Der Gattungsname Vallisneria ehrt den italienischen Arzt, Naturforscher und Botaniker Antonio Vallisneri (1661–1730).<ref name="FoNA" /> Synonyme für Vallisneria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Maidenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rendle, Physkium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lour.<ref name="GRIN" /><ref name="FoC" /><ref name="WCSP" />

Die Gattung Vallisneria gehört zur Unterfamilie Hydrilloideae innerhalb der Familie Hydrocharitaceae.<ref name="GRIN" />

Es gibt etwa 14 (Stand 2018)<ref name="WCSP" /> (8<ref name="FoC" /> bis 26<ref name="FoNA" />) Vallisneria-Arten:

Datei:Vallisneria asiatica var. biwaensis..JPG
Vallisneria natans

Bei den Trivialnamen der Arten herrscht durch viele Handelsnamen Vielfalt und Wirrwarr. Ein Beispiel ist Riesen-Vallisnerie, der sinnvollerweise nicht mehr zu verwenden ist, da er für Vallisneria australis und Vallisneria gigantea, die nur noch ein Synonym von Vallisneria nana ist, benutzt wird/wurde.

Nutzung[Bearbeiten]

Als Pflanze in Teichen und Aquarien<ref>Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart 1995; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 431–436 und 470.</ref> werden beispielsweise die Schrauben-Vallisnerie (Vallisneria spiralis),<ref name="Botanica2003" /> die Amerikanische Wasserschraube (Vallisneria americana) und Vallisneria nana<ref name="Schaefer2004" /> kultiviert. Es gibt auch einige Ausleseformen mit Abweichungen in der Blattfarbe, die als Aquarienpflanzen eingesetzt werden.

Quellen[Bearbeiten]

  • Robert R. Haynes: Hydrocharitaceae.: Vallisneria – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae. Oxford University Press, New York u. a. 2000, ISBN 0-19-513729-9. (Abschnitte Beschreibung, Systematik und Verbreitung)
  • Qingfeng Wang, Youhao Guo, Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Hydrocharitaceae.: Vallisneria. S. 99 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 23 – Acoraceae through Cyperaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-99-3. (Abschnitte Beschreibung, Systematik und Verbreitung)
  • Abdul Ghafoor: Vallisneria. In: Flora of Pakistan. (Abschnitt Beschreibung)
  • H. R. Coleman: Vallisneria. In: Western Australian Flora. 2008. (Abschnitt Beschreibung)
  • S. W. L. Jacobs et al.: Eintrag bei New South Wales Flora Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • Donald H. Les, Surrey W. L. Jacobs, Nicholas P. Tippery, Lei Chen, Michael L. Moody, Maike Wilstermann-Hildebrand: Systematics of Vallisneria (Hydrocharitaceae). In: Systematic Botany. Volume 33, Issue 1, 2008, S. 49–65. doi:10.1600/036364408783887483 (Abschnitt Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FoC"> Qingfeng Wang, Youhao Guo, Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Hydrocharitaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-99-3: Vallisneria, S. 99 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA"> Robert R. Haynes: Hydrocharitaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae. Oxford University Press, New York u. a. 2000, ISBN 0-19-513729-9: Vallisneria – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="NSWFo"> S. W. L. Jacobs u. a.: Eintrag bei New South Wales Flora Online. </ref> <ref name="WAF"> H. R. Coleman: Vallisneria. In: Western Australian Flora, 2008. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 30. Januar 2013 </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="tropicos"> Vallisneria bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum Abgerufen am 30. Januar 2013 </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 912. </ref> <ref name="PIER"> Eintrag bei Pacific Island Ecosystems at Risk. = PIER. Abgerufen am 30. Januar 2013 </ref> <ref name="FloraWeb"> Vallisneria auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum Abgerufen am 30. Januar 2013 </ref> <ref name="Schaefer2004"> Christel Kasselmann: Vallisneria. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. 2 Bände. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 966 f. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Vallisneria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien