Vera Borek
Vera Borek (* 20. September 1940<ref name="Std-Sept10" /><ref name="PID-Sept09" /> in Breslau; † 8. August 2026 in Wien<ref>Schauspielerin Vera Borek 85-jährig in Wien gestorben. In: derstandard.at. 9. August 2026, abgerufen am 9. August 2026.</ref>) war eine österreichische Schauspielerin.
Leben[Bearbeiten]
Borek stammt aus einem künstlerischen Elternhaus. Sie wurde als Tochter einer deutschen Opernsängerin und eines Wiener Lederwarenhändlers in Breslau geboren. Noch während ihrer Kindheit übersiedelte die Familie 1945 nach Wien.<ref name="Std-Sept10">Verdienstzeichen für Schauspielerin Vera Borek. In: Der Standard/APA. 30. September 2010, abgerufen am 10. August 2026.</ref> Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Borek hatte als Theaterschauspielerin Engagements am Schauspielhaus Bochum, an den Städtischen Bühnen Münster, am Staatstheater Wiesbaden, am Thalia-Theater in Hamburg (Spielzeit 1969/70 als Konstanze in König Johann von William Shakespeare), am Schauspielhaus Wien, am Theater im Kopf in Wien und bei den Wiener Festwochen.
Ab der Spielzeit 1976/77 war sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 2005 festes Ensemblemitglied am Volkstheater Wien.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Vera Borek ( vom 3. März 2015 im Internet Archive) Theater im Nestroyhof</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Vera Borek ( vom 14. Januar 2013 im Webarchiv archive.today) Kurzvita Theater Transit</ref> Später trat sie dort weiterhin als Gastschauspielerin auf. Borek spielte alle klassischen Rollen ihres Fachs, das von der jugendlichen Naiven, der jugendlichen Heldin bis zur Salondame reichte. Am Volkstheater trat sie unter anderem als Jenny in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper (1990/91), als Olivia in Was ihr wollt (1992/93), als Ada in Horváths Zur schönen Aussicht (1994/95), als Hekuba in Die Troerinnen (1996/96), als Irene Harms in Der einsame Weg (1996/97), als Valerie in Geschichten aus dem Wienerwald (1997/98), als Millerin in Kabale und Liebe (2002/03), als Marthe Rull in Der zerbrochne Krug (2002/03) sowie in Stücken von Elfriede Jelinek, Gert Jonke, Thomas Bernhard und Franzobel auf. 2004 spielte sie in der Uraufführung der Dramolette Bohrende Fragen von Antonio Fian.<ref>Die Entsorgung der bohrenden Fragen. In: Der Standard. 16. Februar 2004, abgerufen am 10. August 2026.</ref> In der Spielzeit 2007/08 verkörperte sie am Volkstheater die Claire Zachanassian in Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie Der Besuch der alten Dame.<ref>„Besuch der alten Dame“: Shoppen und Morden Die Presse; 25. Mai 2008.</ref> In der Spielzeit 2009/10 übernahm sie dort die Rolle der Mutter in der deutschsprachigen Erstaufführung der Bühnenfassung von Pedro Almodóvars Kinofilm Alles über meine Mutter.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Grell, aber zäh: Almodovar-Adaption im Volkstheater ( vom 5. Oktober 2016 im Internet Archive) Vienna.at (Kritik), 14. September 2009</ref>
2007 spielte Borek erstmals auch am Theater in der Josefstadt, und zwar in Dolores Schmidingers Bühnenfassung der Alltagsgeschichten von Elizabeth T. Spira.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Alltagsgeschichten ( vom 13. Oktober 2010 im Internet Archive) Theater in der Josefstadt (mit Kritiken)</ref>
Borek war seit Ende der 1960er Jahre auch in einigen Kinofilmen und in Fernsehrollen zu sehen. Häufig übernahm sie Rollen in Fernsehspielen. In der US-amerikanischen Miniserie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß spielte sie 1978 die Rolle der Nadya.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.HOLOCAUST. THE STORY OF THE FAMILY WEISS ( vom 19. Januar 2012 im Internet Archive)</ref> 1979 besetzte Maximilian Schell sie in seiner Horvath-Verfilmung Geschichten aus dem Wienerwald als die Gnädige Frau, die im Laden des Zauberkönigs Zinnsoldaten bestellt bzw. bestellen will. Unter der Regie von Xaver Schwarzenberger zeichnete sie 2000 ein liebenswürdiges Charakterporträt als Cilli in der Filmkomödie Vino Santo – Es lebe die Liebe, es lebe der Wein.
Borek war auch als Rezitatorin tätig. 1976 ging sie gemeinsam mit Helmut Qualtinger mit einer Lesereise auf Tournee, bei der die beiden Texte von Johann Nestroy, Ödön von Horváth und Karl Kraus sowie eigene literarische Arbeiten Qualtingers vortrugen.<ref>Vorlage:Whoswho</ref>
Mehrmals hielt sie Lesungen aus der Autobiografie Weiter leben. Eine Jugend von Ruth Klüger, unter anderem im Jüdischen Museum in Wien und im Alten Rathaus in Linz. 2009 trat sie, zur Erinnerung an die Reichspogromnacht, am Theater im Nestroyhof gemeinsam mit Erni Mangold in einer szenischen Lesung des experimentellen Prosatextes spielräume von Elfriede Gerstl auf.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.“SPIELRÄUME” IN MEMORIAM ELFRIEDE GERSTL ( vom 16. November 2009 im Internet Archive) Theater im Nestroyhof</ref>
Borek war auch als Sprecherin für Hörspiele und Hörbücher tätig; häufig entstanden gemeinsame Arbeiten mit Qualtinger. Im September 1976 wurde die gemeinsame Hörspielaufnahme des Qualtinger-Textes Reigen-Express produziert. Neben dem Reigen-Express wurden auch noch zwei weitere Dialoge mit Qualtinger/Borek eingespielt: Wien wird wieder Weltstadt und Ein Nobellokal. Borek und Qualtinger nahmen gemeinsam auch Texte von Ödön von Horváth auf. Unter dem Titel Ich habe 174 Briefe und Karten von Robert Walser las Borek in einer Hörbuchfassung aus den Erinnerungen der Wäscherin und Walser-Freundin Frieda Mermet sowie Texte von Robert Walser. Außerdem nahm sie Effis Nacht von Rolf Hochhuth als Hörbuch auf. Sie wurde bei den ORF Hörspielpreisen 2017 als Beste Schauspielerin ausgezeichnet.<ref>Hörspiel des Jahres 2017, abgerufen am 24. Februar 2018</ref>
Von 1982 bis zu seinem Tod 1986 war Borek mit Helmut Qualtinger verheiratet.
Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]
- 2010: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien<ref name="PID-Sept09">„Königin“ Vera Borek ausgezeichnet. Presseinformationsdienst der Stadt Wien per APA-OTS, 30. September 2010. Abgerufen am 1. Oktober 2010.</ref>
- 2017: Schauspielerin des Jahres (ORF Hörspielpreise)<ref>"Nach kurzem Spitalsaufenthalt": Schauspielerin Vera Borek ist tot. In: SALZBURG24. 9. August 2026, abgerufen am 10. August 2026.</ref>
Filmografie[Bearbeiten]
- 1969: Die bösen Köche
- 1975: Des Pudels Kern
- 1977: Mulligans Rückkehr
- 1977: Fehlschuß
- 1978: Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss
- 1979: Geschichten aus dem Wienerwald
- 1990: Der veruntreute Himmel (Fernsehfilm)
- 1992: Dead Flowers
- 1993: Tatort: Kolportage (Fernsehfilm)
- 1996: Tatort: Stahlwalzer (Fernsehfilm)
- 1997: Qualtingers Wien (Fernsehfilm)
- 1999; 2001: Kommissar Rex (Fernsehserie; 2 Folgen: Der Tod kam zweimal und Hetzjagd)
- 2000: Vino Santo – Es lebe die Liebe, es lebe der Wein (Fernsehfilm)
- 2000: Happy Hour oder Glück und Glas
- 2007: Der Bulle von Tölz: Wiener Brut
- 2010: Fern & Nah (Kurzfilm)
- 2013: SOKO Wien (Fernsehserie; Folge: Borderline)
Weblinks[Bearbeiten]
- Tonträger von Vera Borek im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- Vera Borek bei filmportal.de
- Vera Borek Agentur Evi Bischof
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Volkstheater Wien 1988 bis 2005, Direktion Emmy Werner: Personen: Vera Borek ( vom 13. Februar 2009 im Internet Archive) Vita und Rollenverzeichnis
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Vera Borek ( vom 31. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today) Who is Who in Österreich
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Borek, Vera |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 20. September 1940 |
| GEBURTSORT | Breslau |
| STERBEDATUM | 8. August 2026 |
| STERBEORT | Wien |
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