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Vertebra plana

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
M42.0 Juvenile Osteochondrose der Wirbelsäule

Inkl. Scheuermann-Krankheit, Vertebra plana [Calvé-Krankheit]

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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Ein einzelner (isolierter) abgeplatteter Wirbelkörper bei erhaltener Bandscheibe wird als Plattwirbel, lateinisch vertebra plana bezeichnet. Die Erkrankung ist auch als Morbus Calvé bekannt.<ref name="Pschy">Pschyrembel online</ref> Eine generalisierte Abflachung der Wirbelkörper wird als Platyspondylie bezeichnet. Die Erkrankung tritt meist an der Brust- oder Lendenwirbelsäule auf, hauptsächlich im Kindesalter vom 4. bis 7. Lebensjahr und ist den aseptischen Knochennekrosen zuzurechnen.<ref name="Pschy" /><ref name="radio">Radiopaedia</ref><ref name="Buckup">Klaus Buckup: Kinderorthopädie. Georg Thieme Verlag, 2001, ISBN 978-3-13-697602-9, S. 74.</ref>

Charakteristisch ist die Verbreiterung der angrenzenden Zwischenwirbelräume sowie das Fehlen von neurologischen Komplikationen.

Ursachen[Bearbeiten]

Findet sich auf einer Röntgenaufnahme der Wirbelsäule eine vertebra plana, liegt vermutlich eine der beiden folgenden Erkrankungen vor:<ref name="Pschy" />

Die Abplattung der Wirbelkörper tritt vor allem beim Eosinophilen Granulom, einer lokalen Manifestation der Langerhans-Histiozytose, auf. Sie ist die Folge der Kortikaliszerstörung.

Multiple abgeplattete Wirbelkörper finden sich bei der Osteopetrose oder seltener bei der Osteomalazie.<ref name="Pschy" /><ref>Lexikon Orthopädie</ref>

Seltener kann die Ursache in einer Pilzinfektion liegen.

Abzugrenzen sind Destruktionen infolge einer Spondylitis oder (bakteriellen) Osteomyelitis, bei denen der Zwischenwirbelraum verschmälert ist.<ref name="Pschy" />

Vorkommen bei Syndromen[Bearbeiten]

Im Rahmen etlicher Syndrome kommt eine Vertebra plana an mehreren Wirbelkörpern vor, siehe Platyspondylie.

Klinische Erscheinungen[Bearbeiten]

Frühe Anzeichen einer Vertebra plana sind Belastungsschmerz, Haltungsschwäche und schnelle Ermüdbarkeit. Im weiteren Verlauf können Druckschmerz und eine Kyphose auftreten.<ref name="Buckup" />

Diagnose[Bearbeiten]

Die Diagnose erfolgt durch eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule. Typischerweise findet sich eine Höhenminderung und teilweise Verdichtung auf weniger als ein Drittel der normalen Wirbelkörperhöhe, die Bandscheibe ist normal.<ref name="Pschy" />

Differentialdiagnose[Bearbeiten]

Abzugrenzen sind:<ref name="radio" />

Therapie[Bearbeiten]

Die notwendige Behandlung richtet sich nach der Grundkrankheit. Bei den aufgeführten häufigeren kommt es typischerweise zu einem spontanen Wiederaufbau des Wirbelkörpers. Durch Ruhigstellung soll die Bildung eines Gibbus vermieden werden. Je nach Ursache kann ein Wiederaufbau des Wirbelkörpers eintreten.<ref name="Buckup" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Baghaie, P. Gillet, R. F. Dondelinger, P. Flandroy: Vertebra plana: Benign or malignant lesion?. In: Pediatric Radiology. 26, 1996, S. 431, doi:10.1007/BF01387322.
  • N. H. von der Höh, A. Völker, D. Jeszenszky, C.-E. Heyde: Chronische rekurrierende multifokale Osteomyelitis der Wirbelsäule. In: Der Orthopäde. 45, 2016, S. 484, doi:10.1007/s00132-016-3271-8.
  • F. Hefti: Kinderorthopädie in der Praxis. Springer 1998, ISBN 3-540-61480-X
  • K. Ebel, E. Willich, E. Richter (Hrsg.): Differentialdiagnostik in der Pädiatrischen Radiologie. Thieme 1995, ISBN 3-13-128101-4.

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