Vincent Peirani
Vincent Peirani (* 24. April 1980 in Nizza) ist ein französischer Jazzmusiker (Akkordeon, Klarinette) und Komponist.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Vincent Peirani begann mit elf Jahren Akkordeon zu spielen. Ein Jahr später wendete er sich auch der klassischen Klarinette zu, die er zunächst am Konservatorium in Nizza studierte. Im Alter von 17 Jahren erkrankte er an Krebs.<ref name="ZEIt">Zeit-Magazin Nr. 20, 9. Mai 2019, S. 46.</ref> Im Jahr zuvor war seine Mutter an Krebs gestorben.<ref name="ZEIt"/> Im Krankenhaus hörte er Musik von Bill Evans und Sixun und entdeckte so den Jazz.<ref name="ZEIt"/> Nach dem Schulabschluss ging er an das CNSM Paris, wo er Klarinette und Solfeggio studierte.<ref name=arte>Kurzbiographie (Arte)</ref> Zwischen 1994 und 1998 erhielt er mehrere, auch internationale Auszeichnungen; so gewann er 1998 den Prix d’Accordéon Classique des CNSM Paris. Im selben Jahr wandte er sich dem Jazz zu; im Jahr 2000 wurde er mit ersten Preisen in der Jazz-Klasse des Pariser Konservatoriums ausgezeichnet.<ref name=arte/>
Peirani arbeitete ab den 2000er Jahren in Frankreich u. a. mit Michel Portal, Daniel Humair (Sweet and Sour, 2011), Vincent Lê Quang, Renaud Garcia-Fons, Louis Sclavis (Dans la nuit), François Jeanneau, Jean-Philippe Muvien (Air Libre), Olivier Calmel (Empreintes, 2007), Youn Sun Nah, Denis Colin, Federico Casagrande, Anne Paceo und Matthieu Saglio. Im Bereich des Jazz wirkte Peirani zwischen 2003 und 2019 bei 23 Aufnahmesessions mit, zuerst an einem Album des European Jazz Youth Orchestra (Swinging Europe 2003).<ref>Tom Lord: The Jazz Discography (online,9. August 2020)</ref> 2010 legte er sein Debütalbum Gunung Sebatu mit Eigenkompositionen vor. Daneben spielte er im Duo mit dem Cellisten François Salque, mit dem er zuletzt das Album Tanguillo vorlegte.
Mit Freunden aus Nizza bildete Peirani sein Quintett Living Being, das bis 2025 drei Alben vorlegte (angeblich verlor die Gruppe ein Album durch die COVID-Pandemie). Beim SWR Jazz Meeting 2013 erhielt er zudem die Möglichkeit dieses Quintett Living Being um den Trompeter Mathias Eick und die Sängerin Leïla Martial zu erweitern;<ref>Bert Noglik Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Vincent Peirani, Émile Parisien: SWR NEWJazz Meeting 2013 (Besprechung der resultierenden CD Living Being Extended) ( vom 23. Juli 2016 im Internet Archive) SWR2, 3. Juni 2016</ref> beim zehnten Jazzahead! Festival in Bremen stellte er in der Französischen Nacht das Quintett Living Being vor.<ref>Deutschlandradio Kultur sendete am 24. April 2015 einen Mitschnitt. «Französische Nacht» Aufzeichnung und live von Jazzahead, Deutschlandradio Kultur vom 24. April 2015, abgerufen am 24. April 2015.</ref>
2019 trat Peirani in der Berliner Philharmonie auf.<ref name="ZEIt"/> Mit seiner Frau, der Sängerin Serena Fisseau, die bereits an Gunung Sebatu beteiligt war, entstand das Duo-Album So Quiet (2019).<ref>Besprechung (Jazz thing)</ref> Mit dem Gitarristen Yamandu Costa spielte er am 18. November 2022 im Rahmen der NDR-Jazzkonzerte im Hamburger Rolf-Liebermann-Studio im Duo.<ref>Michael Neuhauser: Französisch-brasilianisches Power-Duo: Akkordeonist Vincent Peirani und Gitarrist Yamandu Costa 2022 in Hamburg. In: Ö1. 28. April 2023, abgerufen am 18. Mai 2023.</ref>
Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]
2013 wurde Peirani mit dem Prix Django Reinhardt ausgezeichnet.<ref>Vincent Peirani erhält Prix Django Reinhardt 2013 </ref> Im Mai 2015 erhielt er sowohl als Instrumentalist als auch für sein Duo mit Émile Parisien einen ECHO Jazz.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Notizen vom 24. April 2015 ( vom 17. Januar 2016 im Internet Archive), Südwest Presse/dpa, abgerufen am 17. Januar 2015.</ref> Auch für die Alben Thrill Box und Tandem wurde er jeweils mit einem ECHO Jazz ausgezeichnet.
Diskographische Hinweise[Bearbeiten]
- François Salque / Vincent Peirani: EST (ZigZag, 2011)
- Lars Danielsson / Ulf Wakenius / Vincent Peirani: Vagabond (ACT, 2011)
- Thrill Box (ACT, 2012, mit Michael Wollny, Michel Benita, Michel Portal, Émile Parisien)
- Vincent Peirani & Emile Parisien Belle Epoque (ACT, 2013)
- Living Being (ACT, 2015, mit Émile Parisien, Tony Paeleman, Julien Herné, Yoann Serra)
- Vincent Peirani & Michael Wollny: Tandem (ACT, 2016)
- Living Being II – Night Walker (ACT, 2018)
- Vincent Peirani & Emile Parisien Abrazo (ACT 2020)<ref>Sven Thielmann: Vincent Peirani | Abrazo. In: Fono Forum. 10. September 2020, abgerufen am 4. November 2022.</ref>
- Jokers (ACT, 2022, mit Federico Casagrande und Ziv Ravitz)<ref>Peter Füssl: Vincent Peirani: Jokers. In: Kulturzeitschrift. 1. März 2022, abgerufen am 4. November 2022.</ref>
- Sissoko, Segal, Parisien, Peirani: Les Égarés (ACT 2023)<ref>Thomas Haak: Jazzalbum der Woche: „Les Égarés“ von Sissoko/Segal/Parisien/Peirani. NDR, 6. April 2023, abgerufen am 10. April 2023.</ref>
- Living Being IV – Time Reflections (ACT, 2025)<ref>Werner Stiefele: Living Being IV – Time Reflections Vincent Peirani. In: Rondo. 4. Oktober 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Webprofil von Vincent Peirani bei ACT
- Vincent Peirani bei AllMusic (englisch)Vorlage:Abrufdatum
- Vincent Peirani bei Discogs
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Peirani, Vincent |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Jazzmusiker und Komponist |
| GEBURTSDATUM | 24. April 1980 |
| GEBURTSORT | Nizza |