Viola Falb
Viola Falb (* 1980 in Großwiesendorf) ist eine österreichische Jazzmusikerin (Saxophone, Klarinette, Komposition),<ref name="micabio">Biografie Viola Falb. Musikdatenbank von mica – music austria, 31. März 2021, abgerufen am 30. Mai 2021.</ref> die in ihren Kompositionen „Einflüsse zwischen freiem Jazz und folkloristischen wie kammermusikalischen Anwandlungen“ verarbeitet.<ref name="austria">Porträt. Music Austria, 2014.</ref>
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Viola Falb besuchte als Siebenjährige die Musikschule Eggenburg,<ref name="micabio" /> wo sie zunächst Klavierunterricht hatte, bevor mit elf Jahren das Saxophon ihr Hauptinstrument wurde.<ref name="micabio" /> Im Jahr 1994 wechselte sie an die Musikschule Hollabrunn. Am Gymnasium in Hollabrunn schloss sie im Jahr 1998 die Matura ab.<ref name="micabio" /> Während ihrer Schulzeit spielte Falb in verschiedenen Jazzensembles der Musikschule, der Bigband und im Saxophonquartett.
Nach der Matura setzte Falb ihre Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort, wo sie Unterricht bei Christian Maurer, Oto Vrhovnik, Klaus Dickbauer und Wolfgang Puschnig hatte. Nach dem Abschluss des Bakkalaureatstudium mit Schwerpunkt Klavier bei Michael Lipp 2002/03 setzte sie das Magisterstudium Saxophon Popularmusik mit den Schwerpunkten Komposition, Arrangement, Big Band und Ensemble fort, das sie 2007 mit Auszeichnung beendete. Außerdem hatte sie in dieser Zeit Studienaufenthalte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin 2004/2005, absolvierte das Jazztheorie-Studium bei Andy Middleton am Konservatorium Wien 2006/2007, das Masterstudium im Fach Jazzkomposition bei Christoph Cech an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz 2007/2008 sowie Unterricht in New York City bei u. a. Chris Potter, Steve Lehman, Ellery Eskelin, Rudresh Mahanthappa, Will Vinson und Max Pollak 2010 sowie Kompositions- und Saxophonunterricht bei Django Bates, Gerald Resch und Hayden Chisholm 2013.<ref name="austria" />
Ab Mitte der 2000er-Jahre arbeitete Falb mit der Band Jazz bei Ralf (mit Wolfgang Schiftner, Arnold Zamarin, Florian Fennes), mit der 2004 erste Aufnahmen entstanden.<ref name="lord">Tom Lord: The Jazz Discography (online, abgerufen am 30. November 2016).</ref> 2004 gründete sie die Formation Falb Fiction (mit Christian Wendt, Herbert Pirker, Philipp Jagschitz), für die sie auch komponierte und bislang drei Alben einspielte. Ferner arbeitete sie seitdem mit dem Saxophonquartett Phoen (Album Verdreht (2010), mit Christoph Pepe Auer, Florian Fennes, Arnold Zamarin) und der Barbara Bruckmüller Big Band (Mei Mutterl war a Weanerin, 2015). Zu ihren eigenen Projekten gehört auch das Duo Kitsch & Glory (mit Maria Holzeis-Augustin), das Experimental-Trio Trip-Ling (mit Michael Bruckner-Weinhuber und Martin Ptak), das von John Zorns News for Lulu-Projekt beeinflusst ist, ferner ein Duo mit dem Bassisten Bernd Satzinger,<ref name="austria" /> das um Mark Holub erweiterte, 2020 das Trioalbum A Room for You vorlegte.<ref>Alexander Kochman: Falb Holoub Satzlinger – „A Room for You“. In: Music Information Center Austria. 8. April 2020, abgerufen am 26. Januar 2024.</ref>
Viola Falb erhielt zudem zahlreiche Kompositionsaufträge, u. a. für den Österreichischen Blasmusikverband, die Jazzwerkstatt Wien, das Weinviertelfestival, die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die Interessengemeinschaft der Niederösterreichischen KomponistInnen und das Spontane Netzwerk für Improvisierte Musik. Sie unterrichtete an der Musikschule Retz (Niederösterreich) und seit 2012 an der Musikschule Hollabrunn.<ref name="austria" />
Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]
- 2004/2006: Förderpreis des Bundesministeriums „New Austrian Sound Of Music“ („Jazzzeit Publikumspreis“)
- 2006: Auswahl zur musikalischen Vertretung Österreichs für das „European Youth Jazz Orchestra“<ref name="austria" />
- 2006/2008: Hans-Koller-Preis in der Kategorie „Newcomer of the Year“
- 2013: Niederösterreichischer Kulturpreis
- 2016: Förderungspreis der Stadt Wien<ref>Förderungspreis (der Stadt Wien). Musik (seit 1951) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref>
- 2016: Harry Pepl Preis Graz (Dotiert mit 4000 Euro)<ref>Bericht über den Harry-Pepl-Preis an Viola Falb. Noen.at.</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
Ensemblemusik[Bearbeiten]
- A Lifetime’s Requiem – für zwei Stimmen, drei Saxophone, zwei Trompeten, zwei Posaunen, Schlagzeug, Bassgitarre und Klavier (2006)<ref name="micawerke">Biografie Viola Falb. Musikdatenbank von mica – music austria, 31. März 2021, abgerufen am 29. Mai 2021.</ref>
- Gitarren auf der Suche nach dem Glück – Quartett für vier Gitarren (2007)<ref name="micawerke" />
- Miniaturen für Stabspiele – Trio für Xylophon, Vibraphon und Marimbaphon (2008)<ref name="micawerke" />
- Eingang-Zwischenraum-Ausgang – für Kammerorchester (2012)<ref name="micawerke" />
- Bubble Bop – Duo für Klarinette und Klavier (2012)<ref name="micawerke" />
- Synchrotron – für zwei Violinen, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Viola (1) und Elektronik (2014)<ref name="micawerke" />
- INS:IST:ING – Duo für Saxophon und Marimbaphon (2014)<ref name="micawerke" />
- konträr:polar – Quartett für Flöte, Klarinette, Altsaxophon und Kontrabass (2014)<ref name="micawerke" />
- N:O:M:A – Quartett für Violine, Klarinette, Fagott und Klavier (2018)<ref name="micawerke" />
Bläsermusik[Bearbeiten]
- Fanfare – Kammerorchester für drei Saxophone, drei Trompeten und drei Tuben (2006)<ref name="micawerke" />
- Hope that you can feel it, feel it – Kammerorchester für fünf Saxophone, vier Trompeten, vier Posaunen, Schlagzeug, Gitarre, Bassgitarre und Klavier (2007)<ref name="micawerke" />
- Doch und nicht nur – Quartett für vier Flöten (2008)<ref name="micawerke" />
- 4 Kleine Werke, 2. Satz – Quartett für vier Saxophone (2009)<ref name="micawerke" />
- Triolino – Trio für drei Altsaxophone (2011)<ref name="micawerke" />
- Auf der Überholspur – Trio für drei Altsaxophone (2013)<ref name="micawerke" />
- saXas – Trio für drei Altsaxophone (2013)<ref name="micawerke" />
- Phonic – Quartett für vier Saxophone (2013)<ref name="micawerke" />
- Bobble Boom – Trio für drei Klarinetten (2013)<ref name="micawerke" />
- fÜNf – Quartett für vier Naturtrompeten in C (2014)<ref name="micawerke" />
Solomusik[Bearbeiten]
- Trompeteria – für Trompete Solo (2010)<ref name="micawerke" />
- Confusion – für Altsaxophon (2010)<ref name="micawerke" />
- Extended – für Altsaxophon (2011)<ref name="micawerke" />
- Viola’s art of living – Altsaxophon Solo (2013)<ref name="micawerke" />
- Etüde 2 (oh, some accents!) – für Bassklarinette (2014)<ref name="micawerke" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Internetauftritt von Falb Fiction
- Falb Fiction und mehr – Die österreichische Saxofonistin Viola Falb deutschlandfunk.de; Kurzporträt.
- Viola Falb bei Discogs
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Falb, Viola |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Jazzmusikerin (Saxophone, Komposition) |
| GEBURTSDATUM | 1980 |
| GEBURTSORT | Großwiesendorf |