Wachsblumen (Cerinthe)
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Große Wachsblume (Cerinthe major) | ||||||||||||
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Die Pflanzengattung der Wachsblumen (Cerinthe) gehört zur Familie der Raublatt- oder Borretschgewächse (Boraginaceae). Die etwa zehn Arten sind vor allem im Mittelmeerraum und Mitteleuropa verbreitet. Sorten weniger Arten werden als Zierpflanzen verwendet.
Beschreibung[Bearbeiten]
Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]
Cerinthe-Arten wachsen als einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die vegetativen Pflanzenteile sind, anders als für die Familie typisch, kahl bis fast kahl<ref name="Selvi2009" />. Die wechselständig an den Stängeln angeordneten Laubblätter sind einfach und ganzrandig; oft sind sie blaugrün, bei manchen Arten mit weißen Warzen;<ref name="FloraEuropaea1972" /> bei einigen Arten sind sie pfeilförmig stängelumfassend.
Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]
In endständigen, zymösen, oft verzweigten Blütenständen stehen mehrere Blüten zusammen. Es sind Tragblätter vorhanden.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf freien oder bis zur Hälfte ihrer Länge verwachsenen Kelchblätter sind ungleich und auf unterschiedlichen Höhen inseriert.<ref name="Selvi2009" /> Die fünf Kronblätter sind auf mindestens der Hälfte ihrer Länge<ref name="FloraEuropaea1972" /> zu einer zylindrischen Kronröhre verwachsen.<ref name="Selvi2009" /> Die fünf Kronlappen sind je nach Art aufrecht bis zurückgekrümmt.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die Kronblätter sind gelb und meist, besonders an ihrer Basis, purpurfarben bis rot getönt;<ref name="FloraEuropaea1972" /> es gibt purpurfarbene Sorten. Auf den Kronblättern sind keine Schuppen vorhanden (Unterscheidung zu nahe verwandten Gattungen).<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die fünf Staubblätter<ref name="Selvi2009" /> überragen die Blütenkrone nicht. Die Staubfäden sind auf der halben Höhe der Kronblätter inseriert.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die zwei Fruchtblätter besitzen jeweils nur zwei Samenanlagen.<ref name="Selvi2009" /> Der Griffel überragt meist die Blütenkrone und endet in einer kopfigen oder ausgerandeten Narbe.<ref name="FloraEuropaea1972" />
Früchte[Bearbeiten]
Anders als bei der Familie typisch mit vier Teilfrüchten, zerfällt die Spaltfrucht bei dieser Gattung nur in zwei Teilfrüchte, die jeweils aus zwei verwachsenen, einsamigen Nüsschen bestehen.<ref name="Selvi2009" /> Die zwei verwachsenen Nüsschen sind im Umriss eiförmig, dunkel-braun bis schwarz, glatt, kurz geschnäbelt und an ihrer Basis flach.<ref name="FloraEuropaea1972" />
Chromosomensätze[Bearbeiten]
Je nach Sektion ist die Chromosomengrundzahl x = 8 oder 9. Bei allen Arten liegt Diploidie vor, also je nach Sektion eine Chromosomenzahl von 2n = 16 oder 2n = 18.<ref name="Selvi2009" />
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Die Gattung Cerinthe wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 137<ref name="Linné1753" /> aufgestellt. Als Lectotypusart wurde 1929 Cerinthe major Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. durch Albert Spear Hitchcock in Nomenclature: Proposals by British Botanists. London, S. 128 festgelegt.<ref name="Tropicos" />
Die Gattung Cerinthe gehört zur Tribus Lithospermeae in der Unterfamilie Boraginoideae innerhalb der Familie Boraginaceae.<ref name="GRIN" /><ref name="Selvi2009" /> Die Gattung Cerinthe wird in zwei Sektionen gegliedert: Cerinthe sect. Cerinthe und Cerinthe sect. Ceranthe.<ref name="Selvi2009" />
Das Verbreitungsgebiet der sechs bis zehn Arten erstreckt sich von Mittel-, Süd- und Osteuropa bis nach Nordafrika und Westasien. In Deutschland sind nur die Kleine Wachsblume und die Alpen-Wachsblume heimisch.
Es gibt sechs bis zehn Cerinthe-Arten:<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />
- Kahle Wachsblume oder Alpen-Wachsblume (Cerinthe glabra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill.): Es gibt zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe glabra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill. subsp. glabra (Syn.: Cerinthe alpina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schult., Cerinthe pyrenaica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Arv.-Tour.): Sie ist in Zentral- und Osteuropa weitverbreitet bis zum asiatischen Teil der Türkei und Georgien.<ref name="FloraEuropaea1972" /><ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe glabra subsp. smithiae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(A.Kern.) Domac: Sie kommt nur in Kroatien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe gymnandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gasp. Person: Es gibt zwei Unterarten:
- Cerinthe gymnandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gasp. Person subsp. gymnandra: Sie ist im westlichen Mittelmeerraum verbreitet.<ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe gymnandra subsp. oranensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Batt.) Valdés (Syn.: Cerinthe oranensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Batt.): Sie kommt in Nordafrika in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen vor.<ref name="Euro+Med" />
- Große Wachsblume (Cerinthe major Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Syn.: Cerinthe aspera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roth, Cerinthe major subsp. purpurascens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Boiss.) Selvi & L.Cecchi, Cerinthe major var. purpurascens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.): Sie ist im Mittelmeerraum und in Westasien sowie auf der Krim weitverbreitet.<ref name="FloraEuropaea1972" /><ref name="Euro+Med" />
- Kleine Wachsblume (Cerinthe minor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Syn.: Cerinthe indigotisans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Borbás, Cerinthe longiflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Viv.): Es gibt drei Unterarten:
- Cerinthe minor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. subsp. minor: Sie ist von Zentral- und Osteuropa<ref name="Euro+Med" /> bis Vorderasien weitverbreitet.
- Cerinthe minor subsp. auriculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Ten.) Domac (Syn.: Cerinthe auriculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ten., Cerinthe maculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie gedeiht in den Alpen, im Appennin, auf Sizilien und auf der Balkanhalbinsel und in Westasien.<ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe minor subsp. cleiostoma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Boiss. & Sprun.) Selvi & Cecchi (Syn.: Cerinthe cleiostoma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss. & Sprun., Cerinthe lamprocarpa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murb., Cerinthe tristis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Teyber): Sie kommt in Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und in Griechenland vor.<ref name="Selvi2009" /><ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe palaestina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Eig & Sam.: Sie kommt in Syrien, im Libanon und in Israel vor.<ref name="Euro+Med" />
- Violette Wachsblume<ref name="Schönfelder2008" /> (Cerinthe retorta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sm.): Sie kommt in Kroatien, Albanien, Nordmazedonien, Griechenland, Kreta, auf Inseln in der Ägäis und in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Cerinthe tenuiflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bertol.: Sie ist ein Endemit von Korsika.<ref name="Euro+Med" />
Nutzung[Bearbeiten]
Sorten weniger Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten der gemäßigten Gebiete verwendet. Beispiele sind Kahle Wachsblume (Cerinthe glabra) und Große Wachsblume (Cerinthe major); von letzterer gibt es beispielsweise die Sorte ‘Purpurascens’.<ref name="Botanica2003" /> Cerinthe-Arten gelten als Bienenweide.
Quellen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Radovan Domac: Cerinthe. In:
- Federico Selvi, Lorenzo Cecchi, Andrea Coppi: Phylogeny, karyotype evolution and taxonomy of Cerinthe L. (Boraginaceae). In: Taxon, Volume 58, Issue 4, 2009, S. 1307–1325. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Cerinthe bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraEuropaea1972"> Radovan Domac: Cerinthe. In: </ref> <ref name="Euro+Med"> B. Valdés, E. von Raab-Straube, 2011+: Boraginaceae. Datenblatt Cerinthe In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Linné1753"> Linné 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Selvi2009"> Federico Selvi, Lorenzo Cecchi, Andrea Coppi: Phylogeny, karyotype evolution and taxonomy of Cerinthe L. (Boraginaceae). In: Taxon, Volume 58, Issue 4, 2009, S. 1307–1325. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 213. </ref> <ref name="Schönfelder2008"> Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 138. </ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.