Zum Inhalt springen

Waldenecksee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Waldenecksee
Petersee
Datei:Steinbruch Waldeneck IMGP8662.jpg
Felswände des aufgegebenen Steinbruchs Waldeneck und Waldenecksee (2014)
Geographische Lage Sinzheim, Baden-Württemberg
Ufernaher Ort Baden-Baden
Daten
Koordinaten 48° 44′ 15,8″ N, 8° 12′ 33,1″ OKoordinaten: 48° 44′ 15,8″ N, 8° 12′ 33,1″ O
 {{#coordinates:48,737721|8,209182|primary
dim=116 globe= name=Waldenecksee region=DE-BW type=waterbody
  }}
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:
Waldenecksee (Baden-Württemberg)
Höhe über Meeresspiegel f1ca. 320 m
Fläche 1,073 9 ha<ref name="lubw">Gewässernetz im Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, abgerufen am 1. November 2013</ref>
Länge ca. 0,2 kmdep1<ref>Amtlicher Stadtplan Baden-Baden 1:15.000</ref>

Besonderheiten

Steinbruchsee

Der Waldenecksee oder Petersee ist ein Steinbruchsee am Westrand des Nordschwarzwalds. Er liegt in einer von Baden-Badener Stadtgebiet umgebenen Exklave der Gemeinde Sinzheim zwischen Iberg und Fremersberg an der Westseite des Bergs Waldeneck. Um das Jahr 1900 wurde dort ein Steinbruch angelegt, der bis 1968 in Betrieb war. In der Bruchsohle bildete sich danach ein etwa 200 m langer und 35–75 m breiter See.<ref name="sinzheim">Gemeinde Sinzheim: Waldenecksee. Abgerufen am 14. Dezember 2023.</ref> Er trägt einen seiner geläufigen Namen nach dem ehemaligen Steinbruchpächter, dem Porphyr-Schotterwerk Peter.<ref name="Metz" /> Der See war als Fischgewässer verpachtet,<ref name="sinzheim" /> Baden verboten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.ASV Sinzheim (Memento vom 19. August 2013 im Internet Archive)</ref> Auf seiner östlichen und südöstlichen Seite wird der See von der etwa 65 m hohen<ref name="DE-BW_LUBW">Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)</ref> Felswand des Steinbruchs überragt. Seit einem größeren Felssturz im Mai 2023 ist das Gelände gesperrt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Ökologie[Bearbeiten]

Datei:Petersee 03 (fcm).jpg
Die solarbetriebene Umwälzpumpe im See (2014)

Der durch Quell- und Oberflächenwasser gespeiste<ref name="sinzheim" /> See verfügt über keine natürlichen Zu- und Abläufe. Da somit kein Wasseraustausch stattfinden kann und gleichzeitig Nährstoffe durch Pflanzenbewuchs und Badegäste eingetragen werden, besteht die Gefahr des Umkippens. Dies geschah im Sommer 2013, als ein erhöhter Ammoniakgehalt im Wasser ein nicht unerhebliches Fischsterben auslöste. Daraufhin war über mehrere Wochen die Feuerwehr Sinzheim an dem Gewässer im Einsatz und reicherte das Seewasser durch Versprühen mit Sauerstoff an.<ref>Fischsterben in Sinzheim knapp verhindert. Website des Landesfischereiverbands Baden e.V., abgerufen am 7. Juli 2014</ref>

In der Folge ließ der Angelsportverein Sinzheim als Pächter des Sees mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Sinzheim 2014<ref>vgl. Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Haushaltsplan 2014 der Gemeinde Sinzheim (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)</ref> eine solarbetriebene Umwälzpumpe installieren, die Wasser vom Seegrund an die Oberfläche pumpt und so für eine bessere Vermischung sorgt.

Geologie[Bearbeiten]

An den Felswänden des Steinbruchs sind Quarzporphyre des Oberen Rotliegenden aufgeschlossen. Es sind ignimbritische Rhyolithe, also pyroklastische vulkanische Gesteine, die nicht als Lava ausgeflossen und erkaltet, sondern aus fluiden Suspensionen kleiner Magmateilchen in hocherhitzten Gasen entstanden sind. Drei Deckenergüsse von Ignimbrit unterschiedlicher Färbung und mineralischer Zusammensetzung sind von unten nach oben erkennbar.<ref name="Metz">Rudolf Metz: Mineralogisch-landeskundliche Wanderungen im Nordschwarzwald, besonders in dessen alten Bergbaurevieren. 2., vollständig überarbeitete Auflage, Schauenburg, Lahr 1977, ISBN 3-7946-0128-9, S. 560 f.</ref> Die Gesteine gehören lithostratigraphisch zur Lichtental-Formation, die sich aus Überresten eines knapp 300 Millionen Jahre alten Vulkans zusammensetzt.<ref>Lichtental-Formation in LithoLex, Online-Datenbank der lithostratigraphischen Einheiten Deutschlands, abgerufen am 7. Juli 2014</ref> Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg stuft den aufgegebenen Steinbruch Waldeneck als schutzwürdiges Geotop ein.<ref>Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (Hrsg.): Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe. Karlsruhe, 2000. Seite 125 f. (PDF; 5,6 MB).</ref><ref>LGRB: Geotop-Steckbrief Aufg. Steinbruch Waldeneck (Peter’scher Bruch) im Iburg-Wald zwischen Neuweier und Baden-Baden, abgerufen am 11. Mai 2023</ref>

Felssturz[Bearbeiten]

Am Morgen des 8. Mai 2023 ereignete sich am Waldenecksee ein Felssturz, als mehrere Tausend Kubikmeter Gestein aus der Steilwand abbrachen und ins Wasser rutschten. Die dadurch ausgelöste Flutwelle erreichte an der gegenüberliegenden Böschung Höhen von bis zu fünf Meter und richtete im Umfeld des Sees Verwüstungen an. So wurden Bäume entwurzelt, Verkehrsschilder umgeknickt und Felsen mitgerissen. Fische wurden in bis zu 500 Meter Entfernung vom See gefunden.<ref>Michael Rudolphi: „Felssturz am Waldenecksee bei Baden-Baden löst Spur der Verwüstung aus“. Am 8. Mai 2023 auf bnn.de (Badische Neueste Nachrichten). Abgerufen am 9. Mai 2023.</ref><ref>Michael Rudolphi: „Warum nach dem Felssturz am Waldenecksee bei Baden-Baden weiter Lebensgefahr besteht“. Am 8. Mai 2023 auf bnn.de (Badische Neueste Nachrichten). Abgerufen am 9. Mai 2023.</ref> Wegen der auch nach kontrollierten Felssprengungen weiter bestehenden Abbruchgefahr beschloss der Sinzheimer Gemeinderat im Dezember 2023 die dauerhafte Sperrung des Geländes.<ref>Waldenecksee in Sinzheim wird künftig komplett gesperrt. In: Badische Neueste Nachrichten. 15. Dezember 2023, abgerufen am 13. Mai 2024.</ref>

Das Gelände als Drehort[Bearbeiten]

Das etwa zwei Kilometer vom Baden-Badener Funkhaus des Südwestrundfunks entfernt gelegene Steinbruch- und Seegelände diente wiederholt als Film-Drehort, etwa 1984 im Historien-Vierteiler Lenz oder die Freiheit, wo es das Höllental darstellte,<ref>Friedrich P. Kahlenberg & Dietrich Mack (Hrsg.): Abenteuer Revolution. Der SWF-Film Lenz oder die Freiheit. TR-Verlagsunion, München 1986, ISBN 3-8058-1962-5, S. 99 f.</ref> in mehreren Folgen der Krimireihe Tatort, 2010 als Schauplatz des Showdowns im Thriller Unter Nachbarn<ref>Conny Hecker-Stock: Dramatischer Showdown am Baden-Badener Petersee. In: Badisches Tagblatt, September 2010</ref><ref>vgl. Szenenbild aus Unter Nachbarn auf kurhausproduction.de (mit Maxim Mehmet und Charly Hübner im Boot auf dem Waldenecksee)</ref> und 2020 im Abenteuerfilm Nachtwald. Der Baden-Badener Regisseur Eric Hordes nutzte den See im Jahr 2015 als Drehort für seinen Kinofilm Trolls World – Voll vertrollt!.<ref>Kinofilm-Produktion Goblin 2 in Baden-Baden – goodnews4.de</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />