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Walstatt

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Die Walstatt<ref>Bei allen Zitaten aus dem Deutschen Wörterbuch wurden, abweichend von der Quelle, alle neuhochdeutschen Substantive groß geschrieben</ref> (mit „orthografischen Schwankungen“ wie „Wallstatt“, „Walstadt“, „Wallstadt“ oder „Wahlstatt“<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>) ist eine veraltete, aus dem Mittelhochdeutschen stammende Bezeichnung für einen Kampfplatz oder ein Schlachtfeld.<ref>Walstatt. Duden – digitales Wörterbuch; abgerufen am 9. April 2021.</ref>

Wortbedeutung[Bearbeiten]

Walstatt (spätere Nebenform Walstätte<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>): „Schlachtfeld, Kampfstätte, Richtstätte“<ref name="Walstatt">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> ist „eine seit der Mitte des 12. Jahrh[underts] auftretende Zusammensetzung [von statt „Ort, Platz, Stelle“] mit dem altgermanischen Wort Wal, bei der das Wort noch seine ursprüngliche Bedeutung zeigt, also eigentlich Leichenfeld“,<ref name="Walstatt" /> d. h. „‚von Leichen bedecktes Schlachtfeld‘ oder aber überhaupt ‚Ort wo gekämpft worden ist‘“.<ref name="Walstatt" /> „Da Wal [selbst!] dann aber als Schlachtfeld genommen wird, erscheint die Zusammensetzung [Walstatt] als eine tautologische und verdrängt schließlich das einfache Wort [Wal].“<ref name="Walstatt" />

Wortgeschichte von Wal[Bearbeiten]

Wal als erste Komponente von Walstatt geht auf eine nicht rekonstruierte urgermanische Wortwurzel zurück, die in den altgermanischen Einzelsprachen in leicht verschiedener Gestalt vorliegt.<ref name="Wal">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> Bei der Aufspaltung des Urgermanischen treten dann auch Bedeutungsunterschiede des Worts auf. Im Einzelnen sind belegt:<ref name="Wal" />

Nach Sichtung aller Quellen kommt das Deutsche Wörterbuch zu dem Schluss: „Es ist mithin von der im ags. [Angelsächsischen] noch erhaltenen abstracten Bedeutung [der Wortwurzel] auszugehen, woraus sich die (im anord. [Altnordischen] schon ausschließlich geltende) Collective von die Erschlagenen entwickelt hat.“<ref name="Wal" />

Verwendung in jüngerer Zeit[Bearbeiten]

Das Wort Wal galt schon im 16. Jahrhundert als veraltet<ref name="Wal" /> und wurde später kaum benutzt; war jedoch im 19. Jahrhundert vereinzelt wieder anzutreffen (u. a. bei Joseph Görres, Friedrich de la Motte Fouqué und besonders bei Richard Wagner unter dem Einfluss von altnordisch valr<ref name="Wal" />). Den von Richard Wagner angenommenen Zusammenhang mit wählen sieht das Deutsche Wörterbuch kritisch.<ref name="Wal" />

Wa[h]lstatt als Synonym für Schlacht- oder auch Leichenfeld blieb bis ins 20. Jahrhundert lebendig, vor allem in der Dichtung; es kommt aber selbst in Sachbüchern wie Brehms Tierleben vor.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Heute wirkt das Wort eher gekünstelt und wird oft in ironischem Zusammenhang benutzt, findet aber immer noch gelegentlich in der gehobenen Sprache Verwendung, z. B. in Leitartikeln.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Beispiele aus Dichtwerken des 19. und 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten]

  • Nikolaus Lenau: „Der stille Meeresboden, / Wo keine Welle wacht, / Ist wie die stille Wahlstatt / Nach unsrer letzten Schlacht.“ (Aus: „Zwei Polen“)<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Nikolaus Lenau: „Wer weilt auf stiller Walstatt noch allein / Und lugt herum bei hellem Mondenschein [...]?“ (Aus: „Jacques“)<ref>Nikolaus Lenau: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Karl Henkell: „Sieg durch Freiheit! / Singt erschüttert mein Herz, / Donnernde Wahlstatt, dir zu!“ (aus: „Glühend im Schicksalszwang ...“)<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Alfred Kerr: „Die andre Walstatt“ (Gedichttitel)<ref>Alfred Kerr: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Agnes Miegel: „Über Rudaus Walstatt flog schattend die Nacht.“ (aus: „Henning Schindekopf“)<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Hans Much: „Leicht ist die Flucht zu einsam-stillen Küsten... / Doch besser ist, sich für die Walstatt rüsten.“ (Aus: „Ich“)<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Prosa[Bearbeiten]

  • Georg Hermann: „Und dann, bei einer nochmaligen Beratung, deckten wieder fünfundzwanzig die Walstatt.“ (Aus: Jettchen Gebert; übertragen-ironisch)<ref>Georg Hermann: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Egon Erwin Kisch: „Browne besitzt, obschon er [...] seine Todeswunde auf der Walstatt empfing, nicht einmal ein Marterl auf dieser Walstatt.“ (Aus: „Lenore“)<ref>Egon Erwin Kisch: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Volkmar Lachmann: „... wir zählen zu den Nachkommen eines undankbaren Volkes, das einen seiner besten Helden auf der Walstatt liegen ließ?“ (Aus: „Die Heimkehr des Feldherrn“)<ref>Volkmar Lachmann: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Orts- und Personennamen[Bearbeiten]

Der Ort Wahlstatt bei Liegnitz bekam seinen Namen von der dort ausgefochtenen Schlacht von Liegnitz am 9. April 1241, als eine übermächtige mongolische Streitmacht ein deutsch-polnisches Heer besiegte.

Nicht weit von Wahlstatt entfernt, an der Katzbach, besiegte Gebhard Leberecht Blücher mit seiner Schlesischen Armee am 26. August 1813 ein französisches Heer, wofür er von seinem König zum Fürsten von Wahlstatt erhoben wurde.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Hingegen haben die fränkischen Ortsnamen Klein- und Großwallstadt keine etymologische Verbindung zu Walstatt.<ref name="LfO">Der BibISBN-Eintrag [[Vorlage:BibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden.]] ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen [[[:Vorlage:Neuer Abschnitt/URL]] <span title="Vorlage:bibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden. (Seite nicht vorhanden)">neuen Eintrag] an.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

[[wikt:Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.|Wiktionary: Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.]] – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />