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Walter Barylli

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Datei:Walter Barylli in Japan 1957 Scan10004.jpg
Walter Barylli (rechts), 1957

Walter Barylli (* 16. Juni 1921 in Wien<ref name="musiklexikon">Musiklexikon - Walter Barylli. Abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref>; † 1. Februar 2022<ref>Zum Gedenken an Walter Barylli, wienerphilharmoniker.at, 10. Februar 2022</ref>) war ein österreichischer Geiger. Er war von 1938 bis 1972 aktives Mitglied der Wiener Philharmoniker, ab 1939 deren Konzertmeister und von 1966 bis 1969 deren Vorstand sowie Gründer und Leiter des Barylli-Quartetts.

Leben[Bearbeiten]

Walter Barylli wurde 1921 als Sohn eines Offiziers in Wien-Erdberg geboren.<ref name="musikverein">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Lebensfülle - Walter Barylli erinnert sich (Memento vom 20. Dezember 2014 im Internet Archive). Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Ausgabe September/Oktober 2006, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> Er wurde von seinem Onkel Karl Barylli, einem Geiger, von Kindesalter an auf der Violine unterricht.<ref name="clubcarriere">club-carriere.com - Prof. Walter Barylli. Abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> Später war er Schüler des Konzertmeisters der Wiener Philharmoniker, Franz Mairecker, an der damaligen Wiener Musikakademie. 1934 siegte er bei einem von Fritz Kreisler als interne Veranstaltung an der Akademie initiierten Wettbewerb, einem Vorläufer des 1979 gegründeten Internationalen Fritz Kreisler Wettbewerbes, wo er später als Juror tätig war.<ref name="kreislerwettbewerb">Wiener Zeitung: Finale des VI. Fritz Kreisler Wettbewerbs am Samstag: WZ-Gespräch mit Violin-Doyen Walter Barylli. Artikel vom 30. September 2005, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> 1935/36 besuchte er in Wien einen Meisterkurs des in München lebenden Geigers Florizel von Reuter. Dieser unterrichtete Barylli in München weiter und ließ ihn kostenlos bei sich wohnen. 1936 fand in München sein erstes Solokonzert statt, und es kam zu seiner ersten Schallplattenaufnahme. In Folge war Barylli zwei Jahre lang international solistisch tätig. Am 12. März 1938, dem Tag des Einmarsches deutscher Truppen in Österreich, kehrte er nach Österreich zurück.

Bereits wenige Tage nach dem „Anschluss“ wurden jüdische Mitglieder der Philharmoniker entlassen oder zwangspensioniert. Dadurch wurden im Herbst 1938 mehrere Stellen frei, darunter eine Stelle als Primgeiger.<ref name="zeitzeugen">Schatten der Vergangenheit - Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus. In: orf.at. 19. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 14. Juni 2026.</ref><ref name="musikverein" /> Auf Empfehlung seines ehemaligen Lehrers Franz Mairecker bewarb sich Barylli um die Stelle als Primgeiger. Er gewann das Probespiel, erhielt die Stelle und war mit siebzehn Jahren das damals jüngste Mitglied des Orchesters der Wiener Staatsoper.<ref name="musikverein" /><ref name="clubcarriere" /> Mit 1. September 1938 wurde er von den Wiener Philharmonikern engagiert und am 1. November 1938 in den Verein Wiener Philharmoniker aufgenommen, welchem er bis zum 31. August 1972 als aktives Mitglied angehörte.<ref name="90geburtstag" /> 1939 wurde die Stelle des Konzertmeisters frei, auch dieses Probespiel gewann er. Barylli war vom Kriegsdienst befreit und bis 1944 im normalen Konzert- und Opernbetrieb tätig, das letzte Konzert während des Krieges fand im April 1944 statt.<ref name="clubcarriere" />

1945 gründete er mit Walter Weller (2. Violine), Alfons Grünberg (Viola) und Hans Czegka (Cello) das Barylli-Quartett<ref>https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ffi&datum=19450101&query=(text:%22barylli+quartett%22)&ref=anno-search&seite=14</ref>. Zu Beginn herrschte allerdings einer reger Wechsel der Mitspieler, so übernahm Wolfgang Produschka die 2. Violine bereits 1948 und 1950 verstarb unerwartet der Cellist Hans Czegka. So dauerte es einige Jahre bis sich eine stabile Besetzung ergab, am Ende ausschließlich Mitglieder der Wiener Philharmoniker: Otto Strasser (2. Violine), Rudolf Streng (Viola), Richard Krotschak (Cello). Im Jahr 1958 war Emanuel Brabec, unter anderem der Lehrer von Nikolaus Harnoncourt, Cellist in dem Quartett. Von 1951 bis 1960 konzertierten sie im Wiener Musikverein unter dem vertraglich geregelten Ehrennamen Musikvereins-Quartett,<ref name="musikverein" /> ab 1952 begannen sie das Repertoire auf Schallplatte einzuspielen.<ref name="clubcarriere" />

1964 wurde er zum Vizevorstand der Wiener Philharmoniker gewählt, von 1966 bis 1969 fungierte als deren Vorstand und folgte damit seinem Quartettkollegen Otto Strasser nach.<ref name="90geburtstag">Wiener Philharmoniker - 90. Geburtstag von Prof. Walter Barylli. Artikel vom 10. September 2011, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref>

Von 1969 bis 1986 unterrichtete Barylli am Konservatorium der Stadt Wien.<ref name="musikverein" /> Zu seinen Schülern zählt unter anderem Robert W. Eshbach, Professor an der University of New Hampshire.<ref>Robert Eshbach – University of New Hampshire. Abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref>

Privatleben[Bearbeiten]

Walter Barylli war in erster Ehe mit der Künstler-Fotografin Lillian Barylli-Fayer (1917–2014) verheiratet.<ref>diepresse.com - Lillian Fayer: Sie konnte sogar Musik fotografieren. Artikel vom 16. Dezember 2014, abgerufen am 17. Dezember 2014.</ref> Aus dieser Verbindung entstammen zwei Söhne (* 1945 und 1949). 1953 heiratete er seine zweite Frau Elsa, aus dieser Ehe stammt der gemeinsame Sohn, der Schriftsteller und Schauspieler Gabriel Barylli (* 1957).<ref name="heirat">Zuhause im Denkmal - Schloss Belvedere - Elsa und Walter Barylli, Künstler. Artikel vom 24. August 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref><ref name="clubcarriere"/> Im Februar 2022 starb er im Alter von 100 Jahren und wurde er am Wiener Zentralfriedhof bestattet.<ref name="Verstorbenensuche">Vorlage:Verstorbenensuche Wien</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Walter Barylli: Ein Wiener Philharmoniker einmal anders: mein Leben. Wien, 2006. ISBN 978-3-901239-18-2

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Walter Barylli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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