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Waltraut Bleiber

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Waltraut Bleiber (* 21. Mai 1926 in Nehesdorf/Niederlausitz als Waltraut Petrick) ist eine deutsche Mittelalterhistorikerin.<ref name="mertens-2006">Lothar Mertens: Lexikon der DDR-Historiker. Biographien und Bibliographien zu den Geschichtswissenschaftlern aus der Deutschen Demokratischen Republik. In: Dokumen.pub. 2006, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref> Sie lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete vor allem zur Geschichte des frühen Mittelalters, des Frankenreiches und der Merowingerzeit.<ref name="mertens-2006" /><ref name="koenig-2023">Feudalism in the GDR: Medieval History at the Humboldt University (1946–1989). In: L’Atelier du Centre de recherches historiques. 2023, abgerufen am 16. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Leben[Bearbeiten]

Waltraut Bleiber arbeitete nach der Volksschule von 1940 bis 1941 zunächst in der Landwirtschaft und absolvierte von 1941 bis 1944 eine Lehre als Buchhalterin.<ref name="mertens-2006" /> Nach 1945 besuchte sie zwei Jahre lang die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät Berlin und legte dort die Reifeprüfung ab.<ref name="mertens-2006" /> Von 1950 bis 1954 studierte sie Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.<ref name="mertens-2006" /> Im Juli 1962 wurde sie an der Humboldt-Universität mit der Arbeit Untersuchungen zur Lage kirchlichen Grundbesitzes in Ostfranken, Westfranken und Lothringen vom Abschluß des Vertrages von Verdun bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts promoviert; Gutachter waren Frithjof Sielaff und Eckhard Müller-Mertens.<ref name="mertens-2006" /> Seit Februar 1972 war sie Hochschuldozentin für Allgemeine Geschichte des Mittelalters an der Humboldt-Universität.<ref name="mertens-2006" /> Im November 1976 folgte die Promotion B mit der Arbeit Naturalwirtschaft und Ware-Geld-Beziehungen zwischen Somme und Loire während des 7. Jahrhunderts; Gutachter waren Eckhard Müller-Mertens, Bernhard Töpfer und Johannes Schneider.<ref name="mertens-2006" /> Die Studie erschien 1981 im Akademie-Verlag in der Reihe Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte.<ref name="googlebooks-1981">Naturalwirtschaft und Ware-Geld-Beziehungen zwischen Somme und Loire während des 7. Jahrhunderts. In: Google Books. 1981, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref> 1986 wurde Bleiber pensioniert.<ref name="mertens-2006" /> Sie wurde vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR als „Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit“ geführt.<ref name="mertens-2006" />

Wirken[Bearbeiten]

Bleibers wissenschaftliches Profil lag in der Allgemeinen Geschichte des frühen Mittelalters, wobei eine Untersuchung zur Berliner Mediävistik der DDR sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Qualifikationen für die allgemeine Geschichte der frühen Feudalepoche aufführt.<ref name="koenig-2023" /> Sie beschäftigte sich vorrangig mit der Geschichte des Frankenreiches, insbesondere der Merowinger, was für Historiker in der DDR ein eher ungewöhnliches Betätigungsfeld war.<ref>Ilko-Sascha Kowalczuk: Geschichte als Legitimationsinstanz. Marxistisch-leninistische Geschichtswissenschaft in der DDR, In: Isolde Stark (Hrsg.): Elisabeth Charlotte Welskopf und die Alte Geschichte in der DDR. Beiträge der Konferenz vom 21. bis 23. November 2002 in Halle/Saale. Stuttgart 2005. S. 12–41.</ref> Ihre Forschung befasste sich mit Grundherrschaft, Marktbeziehungen und Geldwirtschaft im fränkischen und merowingischen Raums.<ref name="googlebooks-1981" /><ref name="degruyter-1982">Grundherrschaft und Markt zwischen Loire und Rhein während des 9. Jahrhunderts. Untersuchungen zu ihrem wechselseitigen Verhältnis. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte / De Gruyter Brill. 1. März 1982, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref> Für ihren Aufsatz Grundherrschaft und Markt zwischen Loire und Rhein während des 9. Jahrhunderts. Untersuchungen zu ihrem wechselseitigen Verhältnis wurde sie mit dem René-Kuczynski-Preis 1982 ausgezeichnet.<ref name="preis-1983">Mitteilung über die Verleihung des „René-Kuczynski-Preises“ 1982. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte / De Gruyter Brill. 1. März 1983, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref> Zu ihren bedeutendsten Veröffentlichungen gehört die Überblicksdarstellung Das Frankenreich der Merowinger, die 1988 in Berlin im Deutschen Verlag der Wissenschaften und in einer westlichen Ausgabe bei Böhlau erschien.<ref name="mertens-2006" /><ref name="ahr-1989">Waltraut Bleiber. Das Frankreich der Merowinger. Vienna: Böhlau. 1988. Pp. 194. In: The American Historical Review. 1. Dezember 1989, abgerufen am 16. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Buch wurde in internationalen mediävistischen Fachzeitschriften besprochen, unter anderem in der American Historical Review und in Francia.<ref name="ahr-1989" /><ref name="francia-1990">Waltraut Bleiber, Das Frankenreich der Merowinger, 1988 / Eugen Ewig, Die Merowinger und das Frankenreich, 1988 / Patrick J. Geary, Before France and Germany. The Creation and Transformation of the Merovingian World, 1988. In: Francia. 1990, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref> Nach der deutschen Vereinigung ist als spätere Veröffentlichung ihr Beitrag Ekkehard I., Markgraf von Meißen (985–1002) in dem Band Deutsche Fürsten des Mittelalters belegt.<ref name="karolinum-2020">Čechy a říše za vlády Oty III. In: Karolinum / Acta Universitatis Carolinae Philosophica et Historica. 2020, abgerufen am 16. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Bernhard Töpfer: Lehrbrief zum Studium der Geschichte des Mittelalters bis 1500, Humboldt-Universität, Berlin 1958/59 (mehrfache Auflagen, auch von der Pädagogischen Hochschule Potsdam).
  • Naturalwirtschaft und Ware-Geld-Beziehungen zwischen Somme und Loire während des 7. Jahrhunderts, Akademie, Berlin 1981 (= Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte. Band 27).
  • Das Frankenreich der Merowinger. DVW, Berlin 1988, ISBN 3-326-00329-3 (auch als westdeutsche Lizenzausgabe bei Böhlau).

Literatur[Bearbeiten]

  • Bleiber, Waltraut. In: Collegium Politicum an der Universität Hamburg. Arbeitsgruppe Historiographie (Hrsg.): Geschichtswissenschaftler in Mitteldeutschland. Ferd. Dümmerls Verlag, Bonn, Hannover, Hamburg, München 1965, S. 17.
  • Lothar Mertens: Lexikon der DDR-Historiker. Biographien und Bibliographien zu den Geschichtswissenschaftlern aus der Deutschen Demokratischen Republik. Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X, S. 142.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

<references />

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