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Wegeriche

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Wegeriche
Datei:Breitwegerich.jpg

Breitwegerich (Plantago major)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Gattung: Wegeriche
Wissenschaftlicher Name
Plantago
L.

Die Wegeriche (Plantago) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Litorella lacustris Sturm58.jpg
Illustration des Strandling (Plantago uniflora) aus Sturm

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Die Wegerich-Arten wachsen als einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder selten Halbsträucher.<ref name="Mehmood2024" />

Die Laubblätter stehen in einer grundstehenden Rosette oder gegen- oder wechselständig am Stängel verteilt. Die Laubblätter sind sogenannte „Rhachis-Blätter“: Die Blattspreite besteht nur aus der Rhachis, daher sind auch die Blattadern parallel oder bogenförmig.

Blütenstände, Blüten und Früchte[Bearbeiten]

Datei:Plantago argentea leg P.Cikovac Borovi do Bijela gora 5-furchiger Schaft.jpg
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der schmalblättrigen Wegeriche ist die Form der Blütenstandsschäfte. Bei Plantago argentea und Plantago lanceolata ist dieser fünffurchig, bei Plantago atrata stielrund. Im Bild Plantago argentea

Die Blütenstandsschäfte sind mehr oder weniger lange stielrund oder gefurcht. Die köpfchenförmigen oder ährigen Blütenstände enthalten viele Blüten.

Die Blüten sind vierzählig. Die Kronzipfel stehen meist ab oder sind zurückgebogen. Die Staubfäden setzen in der Blütenkronröhre an. Der Fruchtknoten ist zwei- bis vierkammerig.

Die Kapselfrüchte enthalten mehrere Samen.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt meist durch den Wind.<ref name="Mehmood2024" />

Datei:Plantago arenaria (habitus).jpg
Sand-Wegerich (Plantago arenaria)
Datei:Plantain Caréné.JPG
Kiel-Wegerich (Plantago holosteum)
Datei:Ribwort 600.jpg
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Datei:Plantago media001.JPG
Mittlerer Wegerich (Plantago media)
Datei:Azorella pedunculata.jpg
Habitus von Plantago rigida
Datei:Malta - Mgarr - Triq Ghajn Tuffieha - Plantago serraria 03 ies.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände des Sägeblatt-Wegerich (Plantago serraria)
Datei:Plantago subnuda.jpeg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Plantago subnuda
Webbs Wegerich (Plantago webbii) auf La Palma
Webbs Wegerich (Plantago webbii)

Systematik[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Plantago wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 112 aufgestellt. Synonyme für Plantago Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Psyllium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill., Littorella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.J.Bergius.<ref name="Euro+Med" />

Die Taxonomie der Gattung Plantago ist schwierig.<ref name="Mehmood2024" />

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Plantago gehört zur Tribus Plantagineae innerhalb der Familie Plantaginaceae. Früher stellte man sie in die Familie Veronicaceae.<ref name="GRIN" />

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Plantago wird in mehrere Untergattungen und diese teilweise noch weiter in Sektionen gegliedert:<ref name="GRIN" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

In der Gattung Plantago gibt es je nach Autor 190 bis fast 250 Arten.<ref name="Mehmood2024" /> Hier eine Artenauswahl:<ref name="GRIN" />

Etymologie und Nutzungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Wegerich“ (vermutlich in Analogie zu Personennamen wie Friedrich oder Dietrich gebildet) ist wohl nicht als „Wegbeherrscher“ zu interpretieren, sondern deutet auf den Standort an Wegen hin.<ref name="Mildenberger1997" /> Der Name Plantago leitet sich vom lateinischen „Planta“ für Fußsohle ab.<ref name="Mießner1966" />

Bereits in der Antike, aber auch in Shakespeares Romeo und Julia, wurden die Blätter des Wegerichs (hier vor allem Plantago major Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. oder die früher auch Plantago minor<ref>Vgl. etwa Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 151.</ref> genannte Art Plantago lanceolata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.) auf Wunden und entzündete Stellen aufgelegt.<ref>Vagn Jørgensen Brøndegaard: Wegerich als Wundheilmittel in der Volks- und Schulmedizin. In: Sudhoffs Archiv. Band 47, 1963, S. 127–151; auch in: Volksmedizin: Probleme und Forschungsgeschichte. Hrsg. von Elfriede Grabner. Darmstadt 1967 (= Wege der Forschung. Band 63), S. 509–537.</ref> Seltener wurde auch die Wegerichwurzel (z. B. bei Menstruationsbeschwerden) angewandt. Die antiken Ärzte Galenos und Dioscurides zählen in ihren Schriften zahlreiche Anwendungsgebiete für den Wegerich auf, v. a. soll er bei allen bösartigen Geschwüren, Flüssen, Fäulnisprozessen, Ruhr, Blutungen angewendet werden. Nach Dioscurides hilft der Wegerich auch Epileptikern und Asthmatikern. Dioscurides unterschied in der Materia medica<ref>Vgl. etwa Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 162 f. (Dioskurides, Über Arzneistoffe, Buch II, Kap. 126).</ref> bereits einen kleinen (Plantago minor, wohl Spitzwegerich<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 151.</ref>) von einem großen Wegerich (Plantago major), dem Breitwegerich<ref>Vgl. auch Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg (Druck: Bonitas-Bauer), Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 801: „Wegerich breit und spitzig“, in Oeconomia von 1579.</ref> (später mittelhochdeutsch auch Wegebreite<ref>Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 395 (plantago maior ‚Großer Wegerich‘) und 402 (wëgebreite).</ref> und ähnlich bezeichnet). Galenos klassifiziert den Wegerich im Sinne der Humoralpathologie als gemischt zusammengesetztes einfaches Arzneimittel mit den Qualitäten feucht und kalt sowie trocken und kalt, woraus er die verschiedenen Indikationen ableitet.<ref>Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 164 (Galen: Über Mischung und Wirkung der einfachen Heilmittel, Buch VI, Kap. 60).</ref>

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Kosmos-Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Über 1600 Pflanzenarten. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06223-6.
  • Furrukh Mehmood, Mingai Li, Alessio Bertolli, Filippo Prosser, Claudio Varotto: Comparative Plastomics of Plantains (Plantago, Plantaginaceae) as a Tool for the Development of Species-Specific DNA Barcodes. In: Plants, Volume 13 (19), September 2024, 2691. doi:10.3390/plants13192691

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="POWO"> Plantago. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Mießner1966"> Eckart Mießner: Blumen in Wald und Flur. Urania-Verlag, Leipzig u. a. 1966. </ref> <ref name="Mildenberger1997"> Jörg Mildenberger: Anton Trutmanns 'Arzneibuch', Teil II: Wörterbuch. Band 5, W–Z. Anhänge. In: Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 56, Nr. 5, 1997, S. 2260f. </ref> <ref name="Mehmood2024"> Furrukh Mehmood, Mingai Li, Alessio Bertolli, Filippo Prosser, Claudio Varotto: Comparative Plastomics of Plantains (Plantago, Plantaginaceae) as a Tool for the Development of Species-Specific DNA Barcodes. In: Plants, Volume 13 (19), September 2024, 2691. doi:10.3390/plants13192691 </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Plantago: Datenblatt Plantago In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Knud Rahn: A phylogenetic study of the Plantaginaceae. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 120, Nr. 2, 1996, S. 145–198, doi:10.1111/j.1095-8339.1996.tb00484.x.
  • Nina Rønsted, Mark W. Chase, Dirk C. Albach, Maria Angelica Bello: Phylogenetic relationships within Plantago (Plantaginaceae): evidence from nuclear ribosomal ITS and plastid TrnL-F sequence data. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 139, Nr. 4, 2002, S. 323–338, doi:10.1046/j.1095-8339.2002.00070.x.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Wegeriche (Plantago) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Wegerich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen