Weislitz
Weislitz Gemeinde Dieterskirchen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Weislitz 49° 25′ N, 12° 26′ O
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| Höhe: | 450–490 m ü. NHN | |||||
| Postleitzahl: | 92542 | |||||
| Vorwahl: | 09671 | |||||
Lage von Weislitz in Bayern
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Weislitz ist ein Gemeindeteil von Dieterskirchen und eine Gemarkung im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf (Bayern).
Geographische Lage[Bearbeiten]
Das Dorf Weislitz liegt ungefähr zwei Kilometer östlich von Dieterskirchen und etwa vier Kilometer westlich der Bundesstraße 22 auf einem sanften Südhang über dem linken Ufer der Ascha.
Geschichte[Bearbeiten]
Anfänge bis 13. Jahrhundert[Bearbeiten]
Der Name Weislitz (auch: Wersliz, Weisliz) ist slawischen Ursprungs und deutet auf eine frühe Besiedlung noch vor dem 11. Jahrhundert hin. Außerdem liegt Weislitz an der Altstraße, die von Schwarzhofen über Dieterskirchen, Weislitz, Kulz, Treffelstein nach Bischofteinitz bzw. Taus führte. Weislitz liegt im Ascha-Tal, das bereits vor dem Jahr 1000 besiedelt war.<ref name="HA12">Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 12</ref> Bereits 1265 tauchte in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Schwarzhofen ein „Heinrich de Weisliz“ (zusammen mit vielen anderen) auf, was darauf hindeutet, dass die Ministerialengeschlechter Warberg, Fuhrn, Weisliz, Schwarzeneck zu Adligen aufstiegen.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 56</ref> Weiterhin kann man daraus schließen, dass sich Weislitz im Besitz der ortenburgischen Ministerialen befand, da Heinrich von Weislitz ortenburgischer Ministeriale war.<ref name="HA180f">Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 180–186</ref> 1285 erschien Weislitz im Herzogsurbar.<ref name="HA12" /> Im officium Niwenburch sive Warperch wurden 1285 zwei öde Höfe in Weislitz aufgeführt, die dem Amt Neunburg unterstanden.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 65</ref> Im Salbuch Ludwigs des Bayern von 1326 wurden diese beiden Höfe in Weislitz ebenfalls als öde bezeichnet.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 69</ref>
14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert[Bearbeiten]
Schon 1326 gehörten zwei Höfe in Weislitz dem Magensus (= Mangst) de Murach. 1419 trat ein Mitglied der Familie Mangst als Besitzer in Weislitz auf.
Weislitz war seit 1485 als kuroberpfälzisches Lehengut nachweisbar. 1485 bekam Ulrich Mangst einen Lehenbrief für Weislitz. Dessen Sohn Hanns Mangst beerbte ihn und war 1507 bis 1558 Besitzer von Weislitz.<ref name="HA180f" />
1522 und 1572 gehörten in Weislitz 3 Mannschaften zum Amt Neunburg und 3 Bauern zum Adel.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 112</ref> Laut Visitationsprotokoll von 1582 war Dieterskirchen Adelspfarrei. Der Inhaber Johann Bernhard von Stauff hatte das Präsentationsrecht. Zur Pfarrei Dieterskirchen gehörten außer Dieterskirchen selbst noch Weichelau, Bach, Saggau, Prackendorf, Stegen, Weislitz, Kiesenberg, Eppenried, Neudeck, Pottenhof und die Filiale Kulz mit ihrer eigenen Kirche.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 93</ref>
17. Jahrhundert bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]
Auf Hanns Mangst folgte Hanns Wolff Mangst und 1600 dessen Sohn Hanns Georg Mangst, der 1629 ohne Söhne zu hinterlassen verstarb. Seine Güter fielen an das Landrichteramt Neunburg zurück. Seine Witwe Barbara Mangst wurde ausgewiesen, wogegen sie sich vergeblich zu wehren suchte.<ref name="HA180f" />
1630 wurde die niedere Gerichtsbarkeit über Weislitz vom Landgericht Neunburg eingezogen, Weislitz hörte auf, mannlehnbares oberpfälzisches Adelsgut zu sein und wurde als Bauernhof für 1200 Gulden an Hanns Christoph Günzkhover verkauft.<ref name="HA180f" />
1631 wurde Weislitz mit einem Hof, zwei Gütern, einem Gütel, einem Inwohner (Hüter), 23 Rindern, 7 Schweinen verzeichnet.<ref name="HA302">Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 302</ref>
Der Dreißigjährige Krieg verringerte die Bevölkerung und verschlechterte die wirtschaftlichen Verhältnisse. Nach seinem Ende gab es in Weislitz nur noch eine Mannschaft (vorher 3 Mannschaften), von vier Anwesen waren zwei Höfe verwüstet und baufällig.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 115, 183</ref> Andererseits scheinen die Folgen des Krieges nicht so schwer gewesen zu sein, da Weislitz 1661 bereits wieder mit zwei Höfen, zwei Gütern, einem Pferd, 46 Rindern, 13 Schweinen, 5 Schafen, einer Ziege und 6 Bienenstöcken aufgeführt wurde, also gegenüber 1631 eher eine Verbesserung zu bemerken ist.<ref name="HA302" />
1762 hatte Weislitz vier Anwesen, zwei Nebenhäusel, ein Hüthaus, vier Eigentümer und drei Inwohner (zwei Tagwerker, ein Hüter).<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 139</ref><ref name="HA302" />
19. Jahrhundert[Bearbeiten]
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde staatlicherseits versucht, die Verwaltungsstruktur zu vereinfachen und – gegen den zähen Widerstand der Besitzer – die Gerichtsbarkeit auf den Staat zu übertragen. Dieser Prozess verlief in mehreren Schritten. Durch Säkularisation und Mediatisierung wurden die zersplitterten territorialstaatlichen Gebilde und die differenzierte Struktur der gerichts- und grundherrlichen Zuordnungen beseitigt und versucht, die gutsherrlichen Rechte nach und nach zu reduzieren.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 376–383</ref> Es wurden Landgerichte älterer Ordnung gebildet.
Entsprechend einer Verordnung von 1808 wurde das Landgericht Neunburg vorm Wald in 55 Steuerdistrikte unterteilt. Dabei bildete Weislitz mit den Ortschaften Kiesenberg (5 Anwesen), Neudeck (6 Anwesen), Weislitz (5 Anwesen) und Zengeröd (9 Anwesen) einen Steuerdistrikt.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 338, 371, 372</ref>
1809 hatte Weislitz 50 Einwohner.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 443</ref>
1820 wurden Ruralgemeinden gebildet. Dabei entstand die Ruralgemeinde Weislitz, die aus den Ortschaften Weislitz mit 6 Familien, Kiesenberg mit 5 Familien, Zengeröd mit 9 Familien und der Einöde Holzhof mit einer Familie bestand.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 421</ref>
20. Jahrhundert bis Gegenwart[Bearbeiten]
Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) wurde Weislitz als Teil der Pfarrei Dieterskirchen mit 6 Häusern und 56 Einwohnern aufgeführt.<ref>Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 366</ref> Bei der Auflösung der Gemeinde Weislitz 1946 kamen Bruckmühl, Neuhaus und Weislitz zur Gemeinde Dieterskirchen, Kiesenberg und Neudeck zur Gemeinde Kulz.<ref>Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 428, 430</ref><ref name="HistGV87">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, DNB 920240593, OCLC 75242522, S. 83, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 5 und 28). </ref><ref name="HistGV52">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 115, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat – Fußnote 16).</ref> Am 31. Dezember 1990 hatte Weislitz 42 Einwohner und gehörte zur Pfarrei Dieterskirchen.<ref>Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 117</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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