Viehofen
Der Ort Viehofen liegt in Niederösterreich an der Westseite der Traisen zwischen St. Pölten und Radlberg und ist ein Stadtteil von St. Pölten.
Mit dem Stadtentwicklungsplan 2021 kam der südliche Teil um das Einkaufszentrum Traisenpark zum neuen Stadtteil Zentrum Nord.<ref>Stadtteile nach Stadtentwicklungsplan 2021</ref>
An Viehofen grenzen die Stadtteile Radlberg, Ratzersdorf, Wagram und Zentrum Nord, im Westen grenzt die Gemeinde an Obritzberg-Rust und Karlstetten.
Name[Bearbeiten]
Die Endung -hofen deutet auf ein sehr hohes Alter hin.<ref name="ViehGesch">Aktivwochen Viehofen. Kapitel: Geschichte. S. 9 ff.</ref>
Der Name Viehofen entstand entweder aus Viele Höfe oder aus Viehof.
Geschichte[Bearbeiten]
Auf eine erste Besiedlung um das Jahr 750 v. Chr. deuten in Ragelsdorf entdeckte archäologische Funde hin.
Vermutlich gehörte Viehofen zu einer alten Königssiedlung, bevor es 823 von Karl dem Großen an das Passauer Bistum gelangte.<ref name="ViehGesch" />
Erste Erwähnung findet der Ort 1130 als Vihofen, das Schloss wurde erstmals 1170 erwähnt, als das Bistum als Eigentümer bestätigt wurde.
In den Jahren 1805 und 1809 wurde Viehofen von Napoleons Truppen geplündert, die auch das Schloss als Lazarett nutzten.
1810 wurde die erste Schule in einem Gasthaus abgehalten, ein eigenes Gebäude wurde 1878 eröffnet.
Ab dem frühen 19. Jahrhundert wurde Viehofen eines der Industriezentren der heutigen Stadt St. Pölten. Am Gelände der von 1804 bis 1858 bestehenden k. k. priv. Spiegelfabrik wurde 1867 die Spitzen- und Bobinet- und Vorhänge-Fabrik F. Austin gegründet und bestand bis 1930.
In den Jahren nach 1885 folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung, unter anderem durch die Eröffnung der Eisenbahn und die Traisenregulierung. So wurde die erste Kirche 1898 fertiggestellt.<ref>Aktivwochen Viehofen. Kapitel: Die Katastralgemeinden. S. 13 ff.</ref>
Per 1. Januar 1923 wurde Viehofen der Stadt St. Pölten eingemeindet, Ragelsdorf (mit Weitern, bis 1961: Weidern), das eigenständige Gemeinde wurde, folgte 1969.<ref name="Rausch,Rafetseder 1989">Wilhelm Rausch (Hrsg.), Hermann Rafetseder (Red.): Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 2 von Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Ludwig Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung: Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs. Linz 1989, ISBN 3-900387-22-2, Ragelsdorf und Viehofen, S. 242 f.</ref><ref name="StP_HistStadt">Historische Stadtentwicklung. (pdf, st-poelten.gv.at; nicht mehr verfügbar 2018).</ref>
Politik[Bearbeiten]
Als Katastralgemeinde von St. Pölten hat Viehofen keinen eigenen Gemeinderat, die Bürgermeister vor 1922 finden sich in der Liste der Bürgermeister von St. Pölten.
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Wirtschaft[Bearbeiten]
Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]
In Viehofen befinden sich die Einkaufszentren Traisenpark und Traisencenter.
Weiters beherbergt der Stadtteil eine Filiale von Forstinger und diverse Autohändler.
Altlasten[Bearbeiten]
Zwischen 1930 und 1990 wurden östlich des ehemaligen Betriebsstandortes der Glanzstoff Austria im Augebiet der Traisen, der „Traisenau“, auf einer Fläche von 65.000 m² Abfälle abgelagert. Der Großteil dieser Ablagerungen weist geringe Verunreinigungen auf und von diesen geht kaum Gefahr für das Grundwasser aus. Am östlichen Rand sind aber Ablagerungen im Umfang von etwa 24.000 m³ vorhanden, die im Grundwasser zeitweise hohe Verunreinigungen mit Mineralölkohlenwasserstoffen und Metallen verursachten, womit diese eine erhebliche Gefahr für die Umwelt darstellen.<ref>Altlast N82: Glanzstoff - Traisenau auf altlasten.gv.at</ref>
Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]
In Viehofen befinden sich zwei Volksschulen und eine Hauptschule sowie drei Kindergärten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Schloss Viehofen[Bearbeiten]
Das Viehofner Schloss wurde 1170 erstmals erwähnt und verfiel nach Zerstörungen im und nach dem Zweiten Weltkrieg zusehends. So war 1990 das Dach eingestürzt. Erst in den letzten Jahren wird es wieder gepflegt und saniert.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Josef Heiden (1907–1949), Funktionshäftling im KZ Dachau
Weblinks[Bearbeiten]
- Viehofen in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
- Viehofen. In: burgen-austria.com. Werner Hammerl (Hrsg.)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Stadtteile (Gemeindegliederung): Eisberg | Harland | Innenstadt | Pottenbrunn | Radlberg | Ratzersdorf | Spratzern | St. Georgen | St. Pölten West | Stattersdorf | Viehofen | Wagram | Zentrum Nord | Zentrum Süd | ehemalige Stadtteile: Ochsenburg | St. Pölten (Stadtteil)
Katastralgemeinden und Ortschaften: Altmannsdorf | Dörfl (KG Dörfl bei Ochsenburg) | Eggendorf | Ganzendorf | Hafing | Harland | Hart | Kreisberg | Matzersdorf | Mühlgang | Nadelbach | Oberradlberg | Oberwagram | Ober-Zwischenbrunn (KG Oberzwischenbrunn) | Ochsenburg | Pengersdorf | Pottenbrunn | Pummersdorf | Ragelsdorf | Ratzersdorf an der Traisen | Reitzersdorf | Schwadorf | Spratzern | St. Georgen am Steinfelde | St. Pölten | Stattersdorf | Steinfeld | Teufelhof | Unterradlberg | Unterwagram | Unter-Zwischenbrunn (KG Unterzwischenbrunn) | Viehofen | Völtendorf | Waitzendorf | Wasserburg | Weitern | Wetzersdorf | Windpassing | Witzendorf | Wolfenberg | Wörth | Zwerndorf
Stadtteile (Siedlungskennzeichnung):
Am Pittnerberg •
Eisbergsiedlung •
Hubert Schnofl-Siedlung •
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Oberwagram •
St. Pölten •
Spratzern •
Stattersdorf •
Teufelhof •
Unterwagram •
Viehofen •
Waldsiedlung
Dörfer:
Alt-Hart •
Altmannsdorf •
Eggendorf •
Ganzendorf •
Harland •
Mühlgang •
Nadelbach •
Oberradlberg •
Ober-Zwischenbrunn •
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Pengersdorf •
Pottenbrunn •
Pummersdorf •
Ragelsdorf •
Ratzersdorf an der Traisen •
Schwadorf •
St. Georgen am Steinfelde •
Steinfeld •
Unter-Zwischenbrunn •
Unterradlberg •
Völtendorf •
Waitzendorf •
Wasserburg •
Weitern •
Windpassing •
Witzendorf •
Zwerndorf |
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Hafing •
Kreisberg •
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Wetzersdorf •
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Rotten:
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Siedlungen:
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Häusergruppe:
Freizeitgelände Ratzersdorf |
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Waitzendorf-Siedlung •
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Zählbezirke/-sprengel: Altstadt | Zentr.Wohn-u.Erholungsgeb | Jüngere Wohngebiete I | Jüngere Wohngebiete II | Mischgeb.Wohn-sonst.Funkt: Eisberg-Siedlung • Werkstättensprengel • Schwaighof-Nord • Spratzern-Mitte • Spratzern-Ost-Harland • Daniel Gran-Schulsprengel • Glanzstoffsprengel • Viehofen • Schwaighof-Süd | Mischgeb.Wohn-sonst.Funkt: Kasernensprengel • Pernerstorferpl.-Teufelh. • Krankenhaussprengel | Überw.Siedlungsgebiete: Handel-Mazzetti-Straße • Oberwagram-Nord • Wagram-Ost • Hubert Schnofl-Siedlung • Traisenausiedlung • Kupferbrunn-Prater • Oberwagram-Süd • Unterwagram-Nordwest • Ertlstraße | Ländliche Randgebiete: Ober-und Unterradlberg • Ragelsdorf-Weitern • Waitzendorf-Witzendorf | Gemischte Randgebiete: Spratzern-West • Stattersdorf | Pottenbrunn: Pottenbrunn-Markt • Pottenbrunn-Umgebung | Ratzersdorf | St.Georgen am Steinfelde: St.Georgen-Zentralgebiet • Hart-Wörth • St.Georgen-Umgebung | Pummersdorf | Altmannsdorf
Ehemalige Gemeinden: Viehofen 1848–1922 | Spratzern 1850–1922 | Radlberg 1850–1939 | Stattersdorf 1850–1939 | Ratzersdorf 1850–1939, 1955–1971 | Ragelsdorf 1923–1969 | Pottenbrunn 1850–1971 | Sankt Georgen 1850–1971
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