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Weloganit

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Weloganit
Datei:Weloganite-lor10b.jpg
Weloganitstufe aus der Typlokalität Steinbruch „Francon“, Montreal, Québec, Kanada (Größe: 2,7 cm × 1,6 cm × 0,7 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1967-042<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Wlg<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Sr3Na2Zr[CO3]6·3H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Carbonate und Nitrate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

Vb/C.04
V/D.04-030

5.CC.05
15.03.04.04
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pedial; 1
Raumgruppe (Nr.) P1<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 1)
Gitterparameter a = 8,97 Å; b = 8,98 Å; c = 6,73 Å
α = 102,7°; β = 116,6°; γ = 60,1°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,20 bis 3,22; berechnet: 3,208<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach pseudo-{0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität muschelig
Farbe farblos, weiß, hellgelb bis zitronengelb, bernsteinfarben
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,558
nβ = 1,646
nγ 1,640<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,082<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 15° (gemessen)<ref name="Mindat" />
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale pyroelektrisch, tribolumineszent

Weloganit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate und Nitrate“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Sr3Na2Zr[CO3]6·3H2O<ref name="StrunzNickel" /> und ist daher chemisch gesehen ein wasserhaltiges Strontium-Natrium-Zirconium-Carbonat.

Weloganit entwickelt meist grobkristalline, pseudohexagonale Prismen mit sich verjüngenden, pyramidalen Enden und stark geriffelten, glasglänzenden Oberflächen. In reiner Form ist Weloganit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine hellgelbe bis zitronengelb oder bernsteinähnliche Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Weloganit ist pyroelektrisch, das heißt, er reagiert auf periodisch wechselnde Temperaturänderungen mit dem Aufbau einer elektrischen Spannung.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Das Mineral ist zudem tribolumineszent, gibt also bei starker mechanischer Beanspruchung (Reibung) ein blaues, kalt leuchtendes Licht ab.<ref name="Mindat" />

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Datei:William Logan.jpg
William Edmond Logan

Erstmals entdeckt wurde Weloganit 1966 im Steinbruch „Francon“ bei Montreal in der kanadischen Provinz Québec und beschrieben 1968 durch Ann P. Sabina, John Leslie Jambor, A. G. Plant, die das Mineral nach Sir William Edmond Logan (1798–1875), dem Gründer und ersten Direktor der Geological Survey of Canada, benannten.

Das Typmaterial des Minerals wird in der Geological Survey of Canada aufbewahrt (Katalog-Nr. 17257, 61337).<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Weloganit zur Mineralklasse der „Carbonate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Carbonate ohne fremde Anionen“, wo er als einziger Vertreter in der Gruppe „Weloganit“ mit der Systemnummer Vb/C.04 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/D.04-030. Dies entspricht der Klasse der „Nitrate, Carbonate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Carbonate, ohne fremde Anionen“, wo Weloganit zusammen mit Donnayit-(Y), Ewaldit, Mckelveyit-(Nd) (N) und Mckelveyit-(Y) eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer V/D.04 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Weloganit in die Klasse der „Carbonate und Nitrate“ und dort in die Abteilung „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit Seltenerden-Elementen (REE)“ zu finden, wo es zusammen mit Donnayit-(Y), Mckelveyit-(Nd) und Mckelveyit-(Y) die „Donnayitgruppe“ mit der Systemnummer 5.CC.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Weloganit die System- und Mineralnummer 15.03.04.04. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Carbonate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Carbonate mit A+mB2+n(XO3)p • x(H2O), (m+n):p = 1:1 und mit U, Th, Zr, Y“ in der „Mckelveyitgruppe“, in der auch Donnayit-(Y), Mckelveyit-(Y) und Mckelveyit-(Nd) eingeordnet sind.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Weloganite-208333.jpg
Gelber Weloganit aus der Typlokalität „Francon“ (Länge des größten Kristalls ≈ 2,5 cm)

Weloganit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in alkalischen Lagergängen (Sill). Als Begleitminerale können unter anderem Calcit, Dawsonit, Dresserit, Quarz und Zirkon auftreten.

An seiner Typlokalität, dem Steinbruch „Francon“ (Francon quarry) bei Montreal traten bis zu fünf Zentimeter große Weloganit-Kristalle zutage und bei Saint-Michel nahe Montreal konnten bis zu drei Zentimeter große Kristalle gefunden werden.<ref name="Dörfler" /> Daneben kennt man das Mineral bisher nur noch vom Steinbruch „Lafarge Montreal East“ und vom Steinbruch „Poudrette“ am Mont Saint-Hilaire in der Provinz Québec sowie aus dem „Eden Lake Komplex“ in der Provinz Manitoba in Kanada (Stand 2014).<ref name="Fundorte" /> Die größten bekannten Kristalle sollen jedoch eine Länge von 10 Zentimeter gehabt haben.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Ein weiterer möglicher Fundort ist der Alkali-Komplex Pilanesberg bei Rustenburg in der südafrikanischen Provinz Nordwest, allerdings konnte dieser Fundort bisher noch nicht bestätigt werden.<ref name="Fundorte" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Weloganit kristallisiert triklin in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1 mit den Gitterparametern a = 8,97 Å; b = 8,98 Å; c = 6,73 Å; α = 102,7°; β = 116,6° und γ = 60,1° sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ann P. Sabina, John Leslie Jambor, A. G. Plant: Weloganite, a new strontium zirconium carbonate from Montreal Island, Canada. In: The Canadian Mineralogist. Band 9 (1968), S. 468–477 (PDF 649,9 kB)
  • J. D. Grice, G. Perrault: The crystal structure of triclinic weloganite. In: The Canadian Mineralogist. Band 13 (1975), S. 209–216 (PDF 522 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Weloganite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Weloganite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 67,5 kB) </ref> <ref name="Dörfler"> Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien-Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 126 (Dörfler Natur). </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Weloganit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Weloganite </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 307. </ref> </references>