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Werderfließ

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Werderfließ
Datei:Werderfliess 08.jpg
Mündungsbereich des Werderfließes in den Buckowsee

Mündungsbereich des Werderfließes in den Buckowsee

Daten
Lage Brandenburg, Deutschland
Flusssystem Oder
Abfluss über Buckowsee (Buckow) → Stobber → Alte Oder → Oder
Ursprung Schermützelsee (Abfluss)
52° 34′ 2″ N, 14° 3′ 43″ O
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Quellhöhe 26,5 m ü. NHN<ref name="Viewer">Brandenburg-Viewer, Digitale Topographische Karten 1:10.000 (Menu anklicken)</ref>
Mündung BuckowseeKoordinaten: 52° 34′ 5″ N, 14° 4′ 2″ O
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Mündungshöhe 25,5 m ü. NHN<ref name="Viewer"/>
Höhenunterschied 1 m
Sohlgefälle rund 2,5 ‰
Länge rund 400 m<ref name="Länge">Google Maps [1]. Messung Hans Koberger.</ref>
Kleinstädte Buckow

Das Werderfließ<ref>Das Werderfließ wird auf einigen Karten fälschlich als „Sophienfließ“ (so auch in der OpenStreetMap, Stand 2013), gelegentlich auch als „Stobber“ bezeichnet.</ref> ist ein rund 400 Meter langer Wasserlauf in Buckow im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Das Fließ bildet den Abfluss des Schermützelsees, dem mit 137 Hektar größten Gewässer der Märkischen Schweiz im Zentrum des gleichnamigen Naturparks rund 50 Kilometer östlich von Berlin. Es mündet in den Buckowsee, der vom Stobber durchflossen wird. Damit gelangen seine Wasser über den Stobber in die Oder. Auf seinem Lauf durch den namengebenden Werder zwischen den Seen durchströmt der Bach einen ausgeprägten Bruchwald.

Verlauf und Brücken[Bearbeiten]

Datei:Werderfliess 01.jpg
Wassertretstelle und Werderfließbrücke

Das Werderfließ beginnt südlich des Brecht-Weigel-Hauses am Ostufer des Schermützelsees. Nach kurzem Lauf Richtung Westen erreicht es das Ende der Bertolt-Brecht-Straße, wo es den Anschlussweg zum Weißen See unterquert. Der Weg ist Teil des Europäischen Fernwanderwegs E11, des Rundwegs um den Schermützelsee und des Terrainkurwegenetzes des Kneippkurorts Buckow.<ref>Märkische Schweiz: Rundweg und Panoramaweg.</ref><ref>outdooractive: Der Panoramaweg um den Schermützelsee bei Buckow.</ref> Die den Bach überspannende Werderfließbrücke ist aus Naturstein gemauert und eine Rundbogenbrücke mit obenliegender Fahrbahn.<ref>Werderfließbrücke im Brückenweb.</ref> Östlich der Brücke, neben dem Parkplatz am Brecht-Weigel-Haus, hat die Stadt Buckow eine hydrotherapeutische Kneipp-Wasser-Tretstelle eingerichtet.

Nach der Brücke wendet sich das Gewässer nach Nordwesten und durchströmt einen ausgedehnten Erlenbruch, der sich vom Westufer des 14 Hektar umfassenden Buckowsees auf der Landzunge (Werder) zwischen den Seen bis zur Bertolt-Brecht-Straße und Werderstraße erstreckt und nach Süden entlang des Stobbers fortsetzt. In diesem Bereich naturbelassen, erreicht das Fließ eine hölzerne Brücke, die den Gummiweg über seinen Lauf führt. Der Gummiweg ist ein Bohlenweg, der zur Erkundung der Brüche für Wandertouristen angelegt wurde und die Werderstraße mit dem Lunapark am Buckowsee verbindet.<ref>Märkische Schweiz: Der Gummiweg. (PDF; 404 kB) Flyer, ohne Datumsangabe.</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.kurstadt-buckow.deBuckower Nachrichten. Informationsblatt der Stadt Buckow. Ausgabe 05/2006, 3. Juni 2006. S. 1. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) (PDF; 1,3 MB)</ref> Rund dreißig Meter östlich der Brücke mündet das Werderfließ leicht mäandrierend in den nordwestlichen Teil des Buckowsees.<ref name="Viewer"/>

Gefälle und Abflussvolumen[Bearbeiten]

Das Gefälle des rund 400 Meter langen<ref name="Länge"/> Baches vom 26,5 Meter ü. NN gelegenen Wasserspiegels des Schermützelsees zum auf einer Höhe von 25,5 Metern gelegenen Buckowsee beträgt einen Meter.<ref name="Viewer"/> Auf diesem Gefälle transportiert das nach der Steinbrücke rund zwei Meter breite Werderfließ ein jährliches Abflussvolumen von 6,0 Mio. m³ (Jahresreihe von 1983 bis 1992). Dabei leitet das Werderfließ rund 3,5 Mio. m³ (Jahresmittel von 1977 bis 1984) vom Sophienfließ weiter, das dem Schermützelsee im Nordosten zufließt. Die restlichen 2,5 Mio. m³ dürften somit überwiegend aus der Grundwasserzufuhr des Schermützelsees stammen, da der See keine weiteren nennenswerten Zuflüsse hat.<ref>Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands. S. 112f.</ref>

Geologie und Entstehung der Gewässer[Bearbeiten]

Datei:Werderfliess 04.jpg
Holzbrücke des Knüppeldamms

Das Werderfließ liegt im Buckower Kessel, einer beckenartigen Erweiterung des Stobbertals. Das Tal ist Teil einer glazialen Schmelzwasserrinne, die sich in den letzten beiden Phasen der Weichsel-Eiszeit zwischen dem von Toteis gefüllten Oderbruch und dem Berliner Urstromtal (heutiges Spreetal) herausgebildet hat und die Barnimplatte von der Lebuser Platte trennt. Diese rund 30 Kilometer lange und zwei bis sechs Kilometer breite Buckower Rinne (auch: Löcknitz-Stobber-Rinne) entwässert vom Niedermoor- und Quellgebiet Rotes Luch über den Stobber nach Nordosten zur Oder und über Stobberbach/Löcknitz nach Südwesten zur Spree.<ref>Claus Dalchow, Joachim Kiesel: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Oder greift ins Elbegebiet – Spannungsverhältnisse und Sollbruchstellen zwischen zwei Flussgebieten. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geobasis-bb.de (PDF; 2,9 MB) In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge, Hrsg.: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, Kleinmachnow Heft 1/2 2005, S. 81, ISSN 0947-1995.</ref><ref>Naturraum Märkische Schweiz. LAG Märkische Schweiz e. V.</ref> Nach den gängigen Darstellungen hinterließen die Zerrungen und Spannungen der letzten Vereisung und die abtauenden Gletscher im Untergrund des Buckower Kessels zahlreiche kleinere Einbrüche. Die tiefer gelegenen Becken füllten sich mit allmählich emporsteigendem Grundwasser und bildeten mehrere Seen, darunter den Buckowsee, Schermützelsee und Griepensee.<ref>Gang durch die Jahrhunderte, S. 5.</ref> Im Stobberlauf noch verbliebene Seen wie den Griepensee bezeichnete Friedrich Solger, in den 1920er-Jahren Professor für Geologie an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität,<ref>Humboldt-Universität Berlin: Biografie, Friedrich Solger.</ref> als unvermoorten Rest einer Seenkette im Stobbertal.<ref>Friedrich Solger: Die Entstehung der Buckower Landschaft. S. 83.</ref> Das Niedermoor, das das Werderfließ durchströmt, ist ein weiteres Relikt dieses Entwicklungsprozesses. Andere Darstellungen führen die Bildung der Seen in der Buckower Rinne auf das Auftauen von Toteisblöcken zurück. Nach dem Abtauen seien in den vom Gletschereis abgetrennten und verschütteten Blöcken Hohlräume entstanden, die sich nach ihrem Einsturz mit Wasser gefüllt hätten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Naturpark Märkische Schweiz: Entstehung der Landschaft. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.maerkischeschweiz.com</ref><ref>Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 5, Brandenburg, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274, im Auftrag des Umweltbundesamtes am Lehrstuhl Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2004. Kapitel 1.26 Schermützelsee S. 112 (PDF; 1,92 MB).</ref>

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Das Werderfließ ist öffentlich nur im Bereich der beiden Brücken zugänglich und weitgehend von einem artenreichen Erlenbruchwald umgeben, den ein mit Robinienpfählen ausgelegter Knüppeldamm (Gummiweg) erschließt. Der Bruchwald bietet Lebensraum für mehrere Dutzend Vogelarten, 70 Großpilzarten und über 150 Insektenarten, darunter 75 Schmetterlingsarten.<ref name="Info1">Informationsschild 1 Erlenbruchwald vor Ort. Keine Urheberangabe, ohne Datum, Stand 2013.</ref>

Naturbelassener Erlenbruch[Bearbeiten]

Datei:Werderfliess 06.jpg
Erlenbruch und Knüppeldamm (Gummiweg), im Hintergrund der Buckowsee

Die dauernassen, aber nicht langzeitig überfluteten Niedermoorböden des Bruchwalds sorgen für eine mittlere bis gute Nährstoffversorgung. Im Wald dominieren Schwarz-Erlen, die die hohe Feuchtigkeit und dank ihrer Adventivwurzeln auch schwankende Wasserstände gut verkraften können. Vereinzelt sind Moor-Birken in den Baumbestand eingestreut. Im gering entwickelten strauchigen Unterwuchs sind neben stark wuchernden Erlentrieben Schwarze Johannisbeere und Faulbaum vertreten – die altpolabische/altsorbische Bezeichnung čremucha für den Faulbaum gab dem Schermützelsee den Namen. In den üppig entfalteten Bodenpflanzen herrschen Großseggen wie Sauergräser und Wasserliesch vor. Dazu gesellen sich vereinzelt Nachtschattengewächse, Schildfarne und im Bereich des Werderfließes und Buckowseeufers Sumpf-Schwertlilien. Während Moose nur selten zu finden sind, gibt es in dem Feuchtgebiet verschiedene Großpilzarten – am beständigsten sind die Erlen-Schillerporlinge, ein wie alle Schillerporlinge saprobiontischer oder parasitischer Holzbewohner, der Laubbäume befällt und im befallenen Holz eine Weißfäule erzeugt.<ref name="Info1"/><ref name="Info2">Informationsschild 2 Erlenbruchwald vor Ort. Keine Urheberangabe, ohne Datum, Stand 2013.</ref>

Der Bruch wird forstwirtschaftlich nicht genutzt. Laut Informationstafel vor Ort wäre eine Bewirtschaftung wegen des feuchten Untergrunds nur bei einer aufwändigen Regulierung des Wasserhaushalts möglich. Wegen seines hohen Werts für den Landschafts- und Naturschutz sei es daher angebracht, die Wasserregulierung so gering wie möglich zu halten und den Schwarzerlen-Burch seiner natürlichen Entwicklung zu überlassen.<ref name="Info2"/>

Tiere[Bearbeiten]

Aus der Familie der Rüsselkäfer fällt aufgrund seines markanten Rüssels (Rostrum) der Erlenrüssler (auch Erlenwürger, Cryptorrhynchus lapathi) auf. Die Larven des Schadinsekts überwintern in der Rinde und bohren bis zu 10 Zentimeter lange Gänge in das Holz. Die Jungkäfer fressen an den jungen Trieben. Typische Symptome des Befalls sind welke Triebe, aufgetriebene Rindenteile, Fluglöcher und Nagespäne. Auch der glänzende Blaue Erlenblattkäfer nutzt die Erlen als Nahrung. Die Weibchen legen auf den Blattunterseiten Gelege mit 60 bis 70 Eiern an. Die Blattkäfer können Erlen bis zu dreimal im Jahr kahlfressen. Die Früchte des Winterstehers Schwarzerle verbleiben den gesamten Winter über am Baum. In der kalten Jahreszeit dienen die verholzten Zapfen der weiblichen Blüten, die je Schuppe drei braune, abgeflachte, einsamige Nussfrüchte bilden, vielen Vogelarten als wichtigste Nahrungsquelle. Dazu zählen Erlenzeisig und Stieglitz.<ref name="Info1"/> Den Mündungsbereich des Werderfließes zum Buckowsee nutzen einige Wasservögel wie Enten- und Rallenvögel. Als Teilbereich des Europäischen Vogelschutzgebietes (SPA) Märkische Schweiz zur Erhaltung der wildlebenden Vogelarten nach der EU-Richtlinie, das mit 17.968 Hektar den größten Teil des 20.500 Hektar umfassenden Naturparks einnimmt, ist der Bruch Lebensraum vieler weiterer bestandsgefährdeter Vogelarten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV). Naturpark Märkische Schweiz, Naturschutz. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mugv.brandenburg.de</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Werderfließ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Gang durch die Jahrhunderte. Einblicke in 750 Jahre Buckower Geschichte. Begleitbroschüre zur Ausstellung, zur Stadtgeschichte und zur Altstadterneuerung. Hrsg.: Fremdenverkehrsamt Märkische Schweiz u. a., Buckow 2003.
  • Dierk Heerwagen: Unterwegs im Naturpark Märkische Schweiz. Die schönsten Wander- und Radtouren. Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-930388-21-9.
  • Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 5, Brandenburg, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274, im Auftrag des Umweltbundesamtes am Lehrstuhl Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2004.
  • Friedrich Solger: Die Entstehung der Buckower Landschaft. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte (PDF-Datei; 17,44 MB). Herausgegeben im Auftrage der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V. von Martin Henning und Heinz Gebhardt. Band 5 (Hoppe-Jahrbuch), Berlin 1954, S. 81–86.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />