Werner Juza
Werner Juza (* 22. März 1924 in Rodewisch; † 25. August 2022 in Sörnewitz<ref>Der Künstler Werner Juza ist mit 98 Jahren gestorben. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 31. August 2022 (kostenpflichtig online [abgerufen am 31. August 2022]).</ref><ref>Werner Juza – Traueranzeige, Sächsische Zeitung. Abgerufen am 31. August 2022.</ref>) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Er lebte und arbeitete in Wachau bei Radeberg. Ein wichtiger Aspekt seines Schaffens waren Arbeiten für Kirchen und andere öffentliche Gebäude.
Leben[Bearbeiten]
Arthur Juza, der Vater Juzas, arbeitete in der Verwaltung der Königlich Sächsischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke zu Untergöltzsch. Nach dem Umzug nach Dresden besuchte Juza das König-Georg-Gymnasium. 1941 begann er ein Studium an der Sächsischen Staatsbauschule Dresden für Hochbau und Tiefbau, das er 1942 wegen seiner Einberufung zur Wehrmacht abbrechen musste. Juza nahm am Zweiten Weltkrieg teil, zunächst in der Sowjetunion, später an der Westfront. In den Niederlanden geriet er 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft.<ref name="sonntag" /> Nach dem Ende des Krieges nahm er 1946 ein Architekturstudium in Weimar auf, das er 1947 abbrach, um in einem Architekturbüro zu arbeiten. Ab 1951 war Juza als freischaffender Künstler tätig. Der Autodidakt arbeitete mit dem Pfarrer und Schriftsteller Karl Josef Friedrich aus Seifersdorf zusammen, der ihn unterstützte und ihm Aufträge in durch Kriegseinwirkung sanierungs- und restaurationsbedürftigen Kirchen verschaffte.<ref name="ddr" /><ref name="schmidt" /> Das Arbeiten im Bereich der Kirchenbauten war eine Nische, die es Juza zu DDR-Zeiten ermöglichte, nicht staatskonform agieren zu müssen. Dadurch kam es zu Konfrontationen mit staatlichen Organisationen, die bis zur Schließung von Ausstellungen (u. a. eine Gemeinschaftsausstellung mit Hermann Naumann) führten und staatliche Aufträge für Juza verhinderten. Der entscheidende Schritt, vornehmlich für Kirchen zu arbeiten, kam 1960 nach den Auseinandersetzungen zu seinen Arbeiten in der Poliklinik Radeberg. Von ihm wurde gefordert, seine in der Poliklinik angebrachten Werke (u. a. großes Wandbild "Die Lebensalter") zu entfernen. (s. a. "Radberger Blätter" Heft 22 Okt. 2024 S. 41 ff.). Die Gestaltungen in der ehemaligen Poliklinik überlebten, bis sie nach der Wende (1990) entfernt wurden.
Zu Juzas Arbeitsspektrum gehörten unter anderem das Zeichnen (Bleistift-, Feder-, Kugelschreiberzeichnungen) und das Malen (Öl, Aquarell), außerdem die Holzbearbeitung, Kupfertreibarbeiten, die Innengestaltung (vor allem von Kirchenräumen) und die Gestaltung von Glasfenstern. Sein Interesse bzw. Talent für Architektur ist auch an seinen Farbentwürfen für Gebäude zu erkennen, z. B. Farbgestaltung für das Barockschloß Wachau, die Farbgestaltung der Kirche von Wachau und die Neugestaltung des Kirchturmes der Wachauer Kirche. Vielfach ist sein Wirken als Innenarchitekt (Neugestaltung von Kircheninnenräumen) zu erkennen. Ein Großteil seines Schaffens widmete sich christlichen Themen. Arbeiten Juzas sind in vielen Kirchen, vor allem in Sachsen, zum Beispiel in Form von Altarbildern zu finden. Impressionen aus seiner Heimat sind ein weiteres Thema seiner Werke.<ref name="nz1" /> Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Wandgemälde Versöhnung in der Dreikönigskirche in Dresden. Da der Sächsische Landtag von 1990 bis 1993 in der Kirche seinen Sitz hatte, wurde das Wandbild zu einem Symbol des politischen Neuanfangs in Sachsen nach der Wende. Im Bürgerfoyer des neuen Landtagsgebäudes wurde eine Reproduktion des Bildes installiert.<ref name="landtag" />
Juza bekam 1999 die Sächsische Verfassungsmedaille durch den Freistaat Sachsen verliehen.<ref name="medaille" /> Er war Ehrenmitglied im Künstlerbund Dresden.<ref name="kübu" /> Die Gemeinde Wachau ernannte Juza im Jahr 2010 als ersten Einwohner des Ortes zum Ehrenbürger. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich überreichte ihm am 12. Oktober 2010 die Ehrenbürgerurkunde.<ref name="ehre" />
Der Ausstellungsraum im Erdgeschoss der Dreikönigskirche ist nach Juza benannt.<ref>Erinnerung an den 100. Geburtstag von Werner Juza. In: Vorschau und Rückblick. Abgerufen am 10. November 2025.</ref>
Werkbeispiele[Bearbeiten]
Siehe auch
- Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen<ref>Werkdatenbank Sachsen. Abgerufen am 11. Juni 2026.</ref>
- Deutsche Fotothek<ref>SLUB Dresden: Deutsche Fotothek. Abgerufen am 11. Juni 2026.</ref>
- Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
Architekturbezogene Werke[Bearbeiten]
- 1965/66: Wandbild in der Kirche St. Jakobi in Chemnitz-Einsiedel<ref name="einsiedel" />
- 1969: Der bewusst forschende Mensch (Glasmalerei, 200 × 120 cm; Volkssternwarte Adolph Diesterweg in Radebeul)<ref>Rolf; Juza Hesselbarth: Juza, Werner (geb. 1924). Der bewusst forschende Mensch. Glasmalerei; 200 x 120 cm. 1969. Radebeul: Volkssternwarte. 1975, abgerufen am 18. Juni 2023.</ref> (Katalog zur Ausstellung Wachau 2018)
- 1970 Entwurf für fünf Farbglasfenster in Bärnsdorf (in "Erinnerungen" Katalog zur Ausstellung Wachau 2018)
- 1973: Altarraum (Wandbilder, Fenster, Kanzel, Altar und Taufstein) in der Kirche von Lampertswalde<ref name="lampert" />
- 1973 Jakobuskirche Niederau Altarbild "Werke der Barmherzigkeit" (7,5 X 8,5 m), Altarkreuz Kupfer getrieben, Lesepult,
- 1974/78: Altartisch, Kreuz und Kupferstele in der Matthäuskirche in Dresden<ref name="matthäus" />
- 1979: Wandbild Sonnengesang des heiligen Franziskus in der St. Franziskuskirche in Chemnitz-Hutholz<ref name="chemnitz" />
- 1984: Kupferrelief-Gedenktafel am Geburtshaus Alois Andritzkis in Radibor
- 1989/90: Wandbild Versöhnung in der Dreikönigskirche in Dresden<ref name="landtag" />
- 1993/95 25 Tafelbilder zur Bergpredigt des Neuen Testaments für die Emporen der Kirche St. Willehad in Leck (in "Erinnerungen" Katalog zur Ausstellung Wachau 2018)
- Altargestaltung auf Rückseite des Flügelaltars der Kirche St. Willehad "Totentanz" und "Ostertanz" Öl auf Holz (in "Erinnerungen" Katalog zur Ausstellung in Wachau)
Tafelbilder[Bearbeiten]
- 1976: Sächsische Landschaft. Öl auf Möbelspanplatte, 52,5 × 47,5 cm; Galerie Neue Meister<ref>SKD | Online Collection. Abgerufen am 18. Juni 2023.</ref>
- 1981: Der Nachwuchsspieler
- 1986: Reminiszenz an Caspar David Friedrich, dem Fotografen Günter Persch gewidmet; 1986, Öl, 58 × 65 cm; auf der X. Städtische Museen Jena, Inv. VI 509<ref>https://bildatlas-ddr-kunst.de/shared/pdf/collection_082_01.pdf</ref>
Buchillustrationen[Bearbeiten]
- Gerhard Rostin: Es kommt ein Stern gezogen: Ein Weihnachtsbuch. VOB Union Verlag, Berlin 1961.
- Helfried Matthes (Bearbeitung): Die Welt – Eine Brücke. Ein Lesebuch für die christliche Familie. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1962.
- Karl Josef Friedrich: Christliche Zeugen. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1963.
- Helmuth Wielepp: Das kleine Urlaubsbuch. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1966.
- Alfred Otto Schwede: Karelische Legende. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1968.
- Johannes Zachau: Der Kandidat aus Berlin. Historische Erzählung. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1968.
- Otto Riedel: Die Flut. Erzählungen. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1969.
- Henry W. Longfellow: Ein Kirchspiel wie Fairmeadow. Kleinstadtkleinigkeiten um allerhand große Leute und eine Brieftaube. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1972.
- Helmuth Wielapp: Unberufen teu teu teu!, Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1976.
- Gerhard Bosinski, Paul Toaspern (Hrsg.): Wer mir dienen will. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1978.
- (Werner Juza) "Kurzweiliges und andere Sachen". Druckerei & Verlag Hille, 2016, ausgewählt und gescannt von Dr. J. Oelschlegel, ISBN 978-3-939025-69-6
Ausstellungen (unvollständig)[Bearbeiten]
Einzelausstellungen[Bearbeiten]
- 1980: Malerei, Grafik. Neue Dresdener Galerie.<ref name="ndg" />
- 2004: Galerie Sillack, Dresden-Klotzsche.<ref name="sz1" />
- 2010: Museum Reiterhaus, Neusalza-Spremberg.<ref name="reiter" />
- 2010: 20 Jahre Wandbild „Versöhnung“. Haus der Kirche/Dreikönigskirche, Dresden.<ref name="evlks" />
- 2014: Werner Juza und Matthias Lüttig. Malerei-Grafik-Fotografie. Museum Schloss Klippenstein, Radeberg.<ref name="klipp" />
- 2018: Werner Juza. Erinnerungen. Malerei & Grafik. O66 Wachau. Ausstellung mit Katalog.<ref>Galerie-Werner Juza Side. Abgerufen am 28. Mai 2019.</ref>
- 2020 12.10. bis 21 11.2020 Ausstellung in der Dreikönigskirche Dresden "Versöhnung"
Postum[Bearbeiten]
- 2024 Ausstellung zum 100 sten Geburtstag von Werner Juza 12.01. bis 23.04.2024 in der Dreikönigskirche Dresden
- 2024 zum 100 sten Geburtstag von Werner Juza "Milieus und rote Giebel" Ausstellung im Schloss Klippenstein Radeberg 26. April bis 11. August 2024 Zeichnerische und grafische Werke
Beteiligung an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR[Bearbeiten]
- 1948: Radeberg („Kunstausstellung Radeberg 1948“)
- 1953<ref>SLUB Dresden: Dritte deutsche Kunstausstellung Dresden 1953. Abgerufen am 21. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, 1958/1959<ref>SLUB Dresden: Vierte deutsche Kunstausstellung Dresden 1958. Abgerufen am 21. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, 1977/1978, 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, Deutsche Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR
- 1957: Berlin, Ausstellungspavillon Werderstraße („Junge Künstler der DDR“)
- 1969: Berlin („Grafik in der DDR“)
- 1974, 1979 und 1984: Dresden, Bezirkskunstausstellungen
- 1974: Helsinki, Kultur- und Informationszentrum der DDR (DDR-Kunst)
- 1974: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst („Aquarell, Gouache, Tempera, Pastell“)
- 1979: Berlin, Altes Museum („Jugend in der Kunst“)
- 1983: Leipzig, Messehaus am Markt („Kunst und Sport“)
- 1985: Erfurt, Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung („Künstler im Bündnis“)
- 1989: Berlin, Akademie-Galerie im Marstall („Bauleute und ihre Werke. Widerspiegelungen in der bildenden Kunst der DDR“)
Literatur[Bearbeiten]
- Juza, Werner. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 412
- De Gruyter. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 79, 2013, S. 42
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Werner Juza im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werner Juza im Projekt Bildatlas Kunst in der DDR.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="sonntag">Tomas Gärtner: Bergpredigt als Grund der Kunst. Der Sonntag Nr. 36/2022, abgerufen am 1. September 2022.</ref> <ref name="ddr">Werner Juza. Bildatlas Kunst in der DDR, abgerufen am 7. März 2014.</ref> <ref name="schmidt">Kurzbiografie Werner Juza. Schmidt Kunstauktionen Dresden, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. April 2017; abgerufen am 7. März 2014.</ref> <ref name="nz1">Ingid Wenzkat: Es sind große Sterne unterwegs. In: Neue Zeit, Ausg. vom 10. Dezember 1977 (online).</ref> <ref name="medaille">Träger der Sächsischen Verfassungsmedaille. (PDF; 42 kB) Landtag Sachsen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 2. September 2022.</ref> <ref name="ehre">Werner Juza: Wachaus erster Ehrenbürger. Gemeinde Wachau, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 6. März 2014.</ref> <ref name="kübu">Mitgliederliste. Künstlerbund Dresden, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. September 2015; abgerufen am 7. März 2014.</ref> <ref name="einsiedel">Das Altarbild in der Kirche Einsiedel von Werner Juza. Heimatwerk Einsiedel, abgerufen am 2. September 2022.</ref> <ref name="lampert">Kirche Lampertswalde. Kirchenbezirk Meißen‑Großenhain, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. März 2014; abgerufen am 6. März 2014.</ref> <ref name="matthäus">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Matthäuskirche ( vom 26. Mai 2022 im Internet Archive)</ref>
<ref name="chemnitz">Katholische Gemeinde St. Franziskus Chemnitz. Abgerufen am 25. April 2020.</ref> <ref name="landtag">Neue Ausstellung im Landtag zeigt Lebenswerk des sächsischen Künstlers Werner Juza. Sächsischer Landtag, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Februar 2016; abgerufen am 26. Februar 2016.</ref> <ref name="ndg">Neue Dresdener Galerie (Hrsg.): Werner Juza: Malerei, Grafik; Ausstellung 1.–27.8.1980. (online bei Google Books).</ref> <ref name="sz1">Ingrid Roßki: Kraftmeier, Piercingdame und Natur. In: Sächsische Zeitung, Ausg. vom 28. Juli 2004.</ref> <ref name="reiter">Ausstellungshistorie. Reiterhaus Neusalza-Spremberg, abgerufen am 6. März 2014.</ref> <ref name="evlks">20 Jahre Wandbild > VERSÖHNUNG < in der Dreikönigskirche. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2011; abgerufen am 6. März 2014.</ref> <ref name="klipp">Werner Juza und Matthias Lüttig. Malerei-Grafik-Fotografie. Museum Schloss Klippenstein, abgerufen am 6. März 2014.</ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Juza, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 22. März 1924 |
| GEBURTSORT | Rodewisch |
| STERBEDATUM | 25. August 2022 |
| STERBEORT | Sörnewitz (Coswig) |
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- Maler (Deutschland)
- Grafiker (Deutschland)
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- Träger der Sächsischen Verfassungsmedaille
- Ehrenbürger im Landkreis Bautzen
- Person (Wachau, Sachsen)
- DDR-Bürger
- Deutscher
- Geboren 1924
- Gestorben 2022
- Mann