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Whiplash (2014)

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Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe

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Produktions­unternehmen Sony Pictures Blumhouse
Stab
Regie Damien Chazelle
Drehbuch Damien Chazelle
Produktion Jason Blum,
Helen Estabrook,
Michel Litvak,
David Lancaster
Musik Justin Hurwitz
Kamera Sharone Meir
Schnitt Tom Cross
Besetzung

Whiplash (engl. für Schleudertrauma, Peitschenhieb) ist ein US-amerikanisches Musikfilmdrama aus dem Jahr 2014 von Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle mit Miles Teller und J. K. Simmons. Premiere hatte der Film am 16. Januar 2014 beim Sundance Film Festival. Kinostart in Deutschland war der 19. Februar 2015. Regisseur Chazelle hatte ein Budget von 3,3 Millionen Dollar zur Verfügung. Der Film spielte weltweit fast 49 Millionen Dollar in den Kinos ein.<ref>Whiplash Einspielergebnis auf Box Office Mojo abgerufen am 25. November 2016</ref>

Der Spielfilm ist ein Remake von Chazelles Kurzfilm Whiplash aus dem Jahre 2013, in dem Simmons ebenfalls den Musiklehrer spielt.<ref name="imdb">Vorlage:IMDb/1</ref>

Whiplash wurde für fünf Oscars nominiert, darunter für den Besten Film und das Beste adaptierte Drehbuch, und konnte drei gewinnen, unter anderem wurde J. K. Simmons als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Handlung[Bearbeiten]

Andrew Neiman ist ein talentierter, 19-jähriger Schlagzeuger und besucht das (fiktive) Shaffer Conservatory of Music in New York City. Eines Tages entdeckt ihn der Leiter der prestigeträchtigsten Studioband des Konservatoriums, Terence Fletcher. Der Bandleader versucht, seine Studenten durch unnachgiebige Strenge und verbale Demütigung zu Höchstleistungen anzuspornen. Kleine Fehler können zum Ausschluss aus der Band führen. Andrew sieht sich psychischer Gewalt in Form von „Zuckerbrot und Peitsche“ ausgesetzt. Als Andrew einmal zu langsam spielt, wirft Fletcher einen Stuhl nach ihm. In einem seiner freundlichen Momente erzählt Andrew dem Bandleader von seinen Eltern – sein Vater ist ein erfolgloser Schriftsteller, seine Mutter verließ die Familie –, und Fletcher nutzt dieses Wissen für maßgeschneiderte Beleidigungen.

Zwar durchschaut Andrew die Methoden seines Lehrers, lässt sich aber auf sie ein. Er trennt sich von seiner Freundin Nicole, um sich ausschließlich auf seine Musikkarriere konzentrieren zu können. Beim stundenlangen Üben spielt er sich mehrmals die Hände blutig. Während der Teilnahme an einem Jazzwettbewerb verlegt Andrew, bislang nur Ersatzschlagzeuger, die Noten des eigentlichen Schlagzeugers Tanner. Da Tanner ohne die Noten nicht spielen kann, bekommt Andrew seine Chance. Nachfolgend erkämpft sich Andrew nach einigen psychologischen Spielchen von Fletcher die Position des ersten Schlagzeugers.

Vor einer wichtigen Aufführung gerät Andrew durch eine Kette unglücklicher Ereignisse in Zeitnot. Er droht das Konzert zu verpassen. Von seinem eigenen Ehrgeiz und Fletchers Druck getrieben, verursacht Andrew einen Autounfall und kommt in letzter Minute verletzt am Aufführungsort an. Er setzt sich blutig ans Schlagzeug, kann in seinem Zustand aber nicht spielen, und Fletcher wirft ihn noch auf der Bühne aus der Band. Andrew wirft sich auf Fletcher und schlägt auf ihn ein, woraufhin er des Konservatoriums verwiesen wird.

Kurze Zeit später wird Andrew von einer Anwältin angesprochen, die die Eltern eines ehemaligen Schülers von Fletcher vertritt. Dieser entwickelte unter Fletchers entwürdigenden Methoden Depressionen und verübte schließlich Suizid. Widerstrebend lässt Andrew sich überreden, anonym gegen seinen Lehrer auszusagen. Das Konservatorium entlässt Fletcher daraufhin.

Einige Monate später hat Andrew seinen Traum von einer Musikkarriere aufgegeben, sein Drumset weggepackt und sein Buddy-Rich-Poster in den Müll geworfen. Zufällig trifft er auf Fletcher, der in einer Bar als Pianist auftritt. Fletcher erzählt Andrew von seinem Rauswurf. Er rechtfertigt seine menschenverachtenden Methoden damit, dass er die Musiker veranlasst habe, über ihre Grenzen zu gehen und besser zu werden, als man das je von ihnen erwartet hätte. Er suche den nächsten Louis Armstrong oder Charlie Parker, die sich durch harsche Kritiken nicht entmutigen ließen, sondern zu Musiklegenden wurden. Fletcher überredet Andrew, in seiner Band das Schlagzeug bei einem Konzert zu übernehmen, bei dem viele Talentscouts anwesend sein werden. Andrew sagt zu und fängt wieder an zu üben.

Zu Beginn des Konzerts eröffnet Fletcher Andrew, er wisse sehr wohl, wer gegen ihn ausgesagt habe. Fletcher beginnt das Konzert mit einem Stück, das Andrew nicht kennt und für das er als Einziger in der Band keine Noten hat. Andrew versucht, sich durch Improvisation zu retten, blamiert sich aber dennoch vor der Band und den Zuschauern, was Fletcher mit Genugtuung zur Kenntnis nimmt. Nach dem Stück rennt Andrew von der Bühne und sucht Trost in den Armen seines Vaters. Dann kehrt er auf die Bühne zurück, setzt sich ans Drumset und beginnt in die Ansage Fletchers hinein das nächste Stück, Caravan. Der zunächst fassungslose Fletcher lässt ihn notgedrungen gewähren und gibt den Einsatz für den Rest der Band. Andrew verlängert das Ende des Stücks selbstständig mit einem Solo.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Titel Whiplash bezieht sich auf die gleichnamige Komposition des US-amerikanischen Jazzmusikers Hank Levy, die im Film wiederholt in den Proben thematisiert wird. Das Stück erschien 1973 auf dem Album Soaring von Don Ellis. Eine weitere zentrale Rolle spielt der Jazzstandard Caravan von Juan Tizol und Duke Ellington.

Rezeption[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Whiplash erhielt über 100 Nominierungen für Film- und Kritikerpreise, wovon er 41 gewinnen konnte.<ref>Vorlage:IMDb/1</ref> Schon bei seiner Premiere beim Sundance Film Festival konnte er den Großen Preis der Jury und den Publikumspreis gewinnen. Insbesondere J. K. Simmons bekam viele Preise, wie den Golden Globe Award als bester Nebendarsteller, den Screen Actors Guild Award, den Oscar und BAFTA Award sowie den Boston Society of Film Critics Award, New York Film Critics Circle Award, Los Angeles Film Critics Association Award und Critics’ Choice Movie Award in derselben Kategorie. Nominierungen erhielt er außerdem für den Satellite Award und den Independent Spirit Award.

Auswahl

Kritik[Bearbeiten]

Auf Metacritic beträgt die Durchschnittswertung von Whiplash 88 %,<ref>Whiplash. In: Metacritic. Abgerufen am 27. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Rotten Tomatoes weist eine Positivquote von 94 % aus.<ref>Whiplash. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 13. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In der Internet Movie Database gaben ihm über 850.000 Benutzer eine Durchschnittswertung von 8,5.<ref name="imdb" /> Damit steht er in deren Top 50.<ref>IMDb Charts Top Rated Movies. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 14. März 2023.</ref>

Tobias Kniebe von der Süddeutschen Zeitung urteilte, dass „Regisseur Damien Chazelle die Fragen nach dem Preis des Traums, zu den Besten der Besten zu gehören, spannend und klug darstellt“.<ref>Tobias Kniebe: Besprechung in der Rubrik Neu im Kino. Süddeutsche Zeitung vom 19. Februar 2015, S. 10</ref>

Anke Sterneborg von epd Film zeigte sich begeistert von diesem „Musikthriller“ und vergab 5 von 5 Sternen. Neben den schauspielerischen Leistungen von Simmons und Teller lobte sie Chazelles „ökonomische Wucht des Erzählens“, die sein „Gespür für die absolute Präzision, die er in den endlosen Stunden erlernt hat, als er sich am Schlagzeug seine Finger blutig trommelte“, verrate.<ref>Whiplash auf epd Film, abgerufen am 17. April 2015</ref>

Der Jazzmusiker und YouTuber Adam Neely kritisierte in einer Video-Rezension auf seinem Kanal, dass der Film zwar gut erzählt und gedreht sei, allerdings Jazzmusik und insbesondere das Studium derselben völlig falsch dargestellt worden sei. Die Musik sei viel zu kompetitiv dargestellt, was den Film mehr wie einen Sport- als einen Musikfilm wirken lasse.<ref>Whiplash (as reviewed by a jazz musician). In: YouTube. Abgerufen am 25. Januar 2021.</ref> Er schloss sich dabei der Kritik des Drummers Peter Erskine an, der einwandte:

“I’m disappointed that any viewer of the film will not see the joy of music-making that’s almost always a part of large-ensemble rehearsals and performances. Musicians make music because they LOVE music. None of that is really apparent in the film, in my opinion.”<ref>Drummer Peter Erskine on Jazz Flick 'Whiplash'. 24. Februar 2015, abgerufen am 25. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> „Ich bin enttäuscht, dass kein Zuschauer etwas von der Freude am Musikmachen, die fast immer Teil der Proben und Auftritte eines großen Ensembles ist, mitbekommen wird. Musiker musizieren, weil sie Musik LIEBEN. Davon ist meiner Meinung nach im Film nichts zu sehen.“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />