Wiesenknopf
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Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor) | ||||||||||||
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Die Pflanzengattung Wiesenknopf (Sanguisorba) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Areale liegen in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel in Eurasien und Nordamerika.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Sanguisorba-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen oder im Mittelmeergebiet auch als kleine Sträucher, die Wuchshöhen von 50 bis 200 cm erreichen. Als Speicher- und Überdauerungsorgan dient ein verholztes, vielästiges Rhizom. Die jeweiligen Arten können schwach behaart oder kahl sein. Oft wird am Grund eine Blattrosette gebildet, am Stängel sind die Blätter wechselständig angeordnet. Die unpaarig gefiederten Laubblätter besitzen sieben bis 25 Fiederblättchen. Die Fiederblättchen weisen einen gesägten Blattrand auf. Die Nebenblätter sind mit dem Blattstiel verwachsen.
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Endständig auf verlängerten Blütenstandsschäften stehen kopfige bis ährige Blütenstände mit Trag- und Deckblättern und vielen Blüten. Die kleinen, stark reduzierten Blüten sind meist zwittrig oder selten eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind, dann sind die Arten einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Es ist ein Blütenbecher (Hypanthium) und ein Diskus vorhanden. Die meist vier, selten bis zu sieben kronblattartigen Kelchblätter sind rot, rosa, violett oder weiß, selten grünlich. Kronblätter fehlen. Es sind meist vier Staubblätter vorhanden, selten mehr. Die Staubfäden sind meist frei, selten untereinander teilweise verwachsen. Die Blüten enthalten meist nur ein Fruchtblatt, selten sind es zwei freie.
Die trockene Achäne ist vom verhärteten, dornigen oder geflügelten Blütenbecher umgeben.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7.
Ökologie[Bearbeiten]
Sanguisorba-Arten sind Nahrungspflanzen für die Raupen von einigen Schmetterlingen (Lepidoptera) beispielsweise Kleiner Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae) und Dreipunkt-Glanzeule (Amphipyra tragopoginis) (beide Arten wurden am Großen Wiesenknopf beobachtet).<ref name="Fischer2005" />
Systematik[Bearbeiten]
Der Gattungsname Sanguisorba wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 116 erstveröffentlicht. Synonyme für Sanguisorba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind Poteridium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Spach und Poterium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. Die Gattung Sanguisorba gehört zur Untertribus Sanguisorbinae der Tribus Sanguisorbeae in der Unterfamilie Rosoideae innerhalb der Familie der Rosaceae.<ref name="GRIN" />
Der botanische Gattungsname Sanguisorba nimmt Bezug auf die blutstillende Verwendung (vor allem von Sanguisorba officinalis): lat. sanguis für Blut und sorbere für aufsaugen.
Arten (Auswahl) und ihre Verbreitung[Bearbeiten]
Es gibt etwa (15 bis) 30 Arten in der Gattung Wiesenknopf (Sanguisorba)<ref name="GRIN" />:
- Sanguisorba albanica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.András. & Jáv.: Sie kommt in Albanien vor.<ref name="GRIN" />
- Sanguisorba albiflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Makino) Makino: Sie kommt in Japan auf der Insel Honshu vor.<ref name="GRIN" />
- Sanguisorba alpina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bunge: Die Heimat ist Russland, Korea, die Mongolei und die chinesischen Provinzen Gansu, nördliches Ningxia (Helan Shan), Xinjiang.
- Sanguisorba ancistroides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Desf.) Ces.: Sie kommt in Marokko, Algerien, Portugal und Spanien vor.<ref name="GRIN" />
- Sanguisorba annua Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) Nutt. (Syn.: Poteridum annuum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Nutt.) Nutt., Poterium annuum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nutt., Sanguisorba occidentalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nutt.): Sie kommt im westlichen Kanada und in den Vereinigten Staaten vor.<ref name="GRIN" />
- Sanguisorba applanata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.T.T.Yu & C.L.Li: Sie gedeiht in ausgedünnten Wäldern, sumpfigen Ufern von Rinnen und Fließgewässern in Höhenlagen zwischen 100 und 500 Meter in den chinesischen Provinzen Hebei, Jiangsu und Shandong.
- Sanguisorba azovtsevii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Krasnob. & Pschen.: Sie gedeiht an grasigen Hängen und Matten und Waldlichtungen im Altai.<ref>Sanguisorba azovtsevii bei eFloras.</ref>
- Kanadischer Wiesenknopf (Sanguisorba canadensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Die Heimat ist Nordamerika.
- Sanguisorba diandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hook. f.) Nordborg: Die Heimat liegt in großen Höhenlagen in Xizang, Bhutan, Uttar Pradesh, Nepal und Sikkim.
- Bergamasker Wiesenknopf (Sanguisorba dodecandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moretti): Er kommt in den italienischen Alpen vor.<ref name="GRIN" />
- Sanguisorba filiformis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hook. f.) Handel-Mazzetti: Sie ist in Höhenlagen zwischen 1200 und 4500 Meter in Bhutan, Sikkim und den chinesischen Provinzen Sichuan, Xizang, Yunnan beheimatet.
- Sanguisorba formosana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hayata: Sie ist in Taiwan beheimatet.
- Sanguisorba hakusanensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Makino: Sie kommt in Korea und auf den japanischen Inseln Honshu und Hokkaido vor.<ref name="GRIN" />
- Sanguisorba hybrida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Nordborg (Syn.: Sanguisorba agrimonoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ces.): Sie kommt in Marokko, Portugal und in Spanien vor.<ref name="GRIN" />
- Kanarischer Wiesenknopf (Sanguisorba menendezii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Svent.) Nordb.): Er wird von manchen Autoren auch zur Gattung Dendriopoterium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Svent. gestellt. Er kommt auf Gran Canaria vor.<ref name="Euro+Med" />
- Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scop.<ref name="Fischer2005">Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.</ref>, Syn.: Sanguisorba dictyocarpa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Spach) Franch., Sanguisorba lasiocarpa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Boiss. & Hausskn.) Hand.-Mazz., Sanguisorba magnolii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Spach) A.Braun & C.D.Bouché, Sanguisorba muricata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Spach) Gremli, Sanguisorba sanguisorba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Britton)
- Japanischer Wiesenknopf (Sanguisorba obtusa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maxim.): Er kommt auf der japanischen Insel Honshu vor.<ref name="GRIN" />
- Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="Fischer2005" />, Syn.: Sanguisorba polygama Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.Nyl., Sanguisorba carnea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fisch. ex Link)
- Sanguisorba stipulata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf.: Die Heimat ist Russland, Korea, Japan und die chinesischen Provinzen Jilin, Liaoning.
- Sanguisorba taurica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Juz.: Sie wird von manchen Autoren auch als Synonym zu Sanguisorba officinalis gestellt.<ref name="Euro+Med" />
- Sanguisorba tenuifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fisch. ex Link: Die Heimat ist Russland, Korea, Japan, die Mongolei und die chinesischen Provinzen Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Innere Mongolei.
- Sanguisorba verrucosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Link ex G.Don) Ces. (Syn.: Sanguisorba minor subsp. verrucosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Link ex G. Don) Holmboe)
Nutzung[Bearbeiten]
Viele Arten werden durch den Menschen in geringem Umfang genutzt. Wenige Arten sind Zierpflanzen in Parks und Gärten der Gemäßigten Gebiete. Die Blätter werden seltener roh oder öfter gegart gegessen. Die medizinischen Wirkungen wurden bei einigen Arten untersucht.<ref>Sanguisorba canadensis, Sanguisorba menziesii, Sanguisorba minor. Sanguisorba obtusa, Sanguisorba officinalis, Sanguisorba stipulata und Sanguisorba tenuifolia bei Plants For A Future. (engl.)</ref>
Quellen[Bearbeiten]
- Li Chaoluan, Hiroshi Ikeda & Hideaki Ohba: Sanguisorba in der Flora of China, Volume 9, S. 384: Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Euro+Med">A. Kurtto (2009): Rosaceae (pro parte majore). – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Sanguisorba In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> </references>