Windtelefon
Windtelefon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Bezeichnung, die ursprünglich einer ehemaligen Telefonzelle in Ōtsuchi in der Präfektur Iwate, Japan, gegeben wurde. Ein Privatmann hatte sie an der Küste Nordostjapans in seinem Garten aufgestellt; im Häuschen befindet sich ein alter Telefonapparat, dessen Leitung sichtbar nicht angeschlossen ist. Der Besitzer nutzte es, um Gespräche mit seinem vor Jahren verstorbenen Vetter zu führen, in einer modernen Adaption des „Gesprächs mit Verstorbenen“, wie es nach alter Tradition im Rahmen der Ahnenverehrung und des Buddhismus in Japan praktiziert wird. Normalerweise geschieht dies an Hausaltären.
Nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 mit der anschließenden Tsunami-Katastrophe wurde die Telefonzelle auch von Nachbarn und anderen Hinterbliebenen der vielen Opfer zur Einkehr genutzt, um solcherart mit den Verstorbenen zu reden.<ref>Der Spiegel 47/2016, S. 61: Wieland Wagner: „Sag’s dem Wind“</ref> Nachdem die lokale Presse hierüber berichtete, entwickelte sich der Besuch des Kaze no Denwa zu einem Massenphänomen, über das auch im Fernsehen berichtet wurde. Der öffentlich-rechtliche Sender NHK erstellte einen Dokumentarfilm, der am 10. März 2016 ausgestrahlt wurde. Jährlich kommen tausende Besucher zu einem Gespräch mit Verstorbenen in das Telefonhäuschen.
Seit 2019 steht auch ein Windtelefon im deutschen Ort Arnis an der Schlei<ref>Schlei-Bote, 6. Januar 2020</ref>, und seit 2023 eines auf dem Kasseler Hauptfriedhof<ref>Zweites „Windtelefon“ in Deutschland steht auf Kasseler Hauptfriedhof. 18. Dezember 2023, abgerufen am 19. Dezember 2023.</ref>, seit 2024 eins auf dem Hauptfriedhof „Auf dem Dören“ in Paderborn, und seit Dezember 2025 gibt es eines auf dem Waldfriedhof in Bad Homburg.<ref>Wo der Wind die Worte trägt. 20. Dezember 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref>
Ein Windtelefon ist auch Thema des 2020 gedrehten japanischen Spielfilms Voices in the Wind (Kaze no Denwa) von Nobuhiro Suwa<ref>Nobuhiro Suwa: Kaze no denwa. Broadmedia Studios, 24. Januar 2020, abgerufen am 7. Februar 2023.</ref>, sowie des Bestseller-Romans Die Telefonzelle am Ende der Welt von der italienischen Autorin Laura Imai Messina.<ref>Die Telefonzelle am Ende der Welt von Laura Imai Messina (Rezension). Abgerufen am 7. Februar 2023.</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />