Winnie Byanyima
Winnie Byanyima ( * 13. Januar 1957 oder 1959 in Mbarara) ist eine ugandische Luftfahrttechnik-Ingenieurin, Frauenrechtlerin und Politikerin. Seit 2019 ist sie Exekutivdirektorin des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS).<ref name="unaids-2019-11-01">Winnie Byanyima joins UNAIDS as Executive Director. In: UNAIDS. 1. November 2019, abgerufen am 4. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Leben[Bearbeiten]
Ihr Vater Boniface Byanyima war Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender der Democratic Party.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Nachruf auf die Mutter Winnie Byanyimas bei newvision.co.ug ( vom 8. August 2014 im Internet Archive) vom 24. November 2008 (englisch), abgerufen am 22. September 2015.</ref> Sie wuchs während eines Teils ihrer Jugend unter der Herrschaft Idi Amins auf und beschrieb diese Zeit später als von Tod, Gewalt und Angst geprägt.<ref name="bbc-africa-2022-03-28">UNAids chief Winnie Byanyima tells of sexual assault ordeal. In: BBC News. 28. März 2022, abgerufen am 23. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem BBC-Interview sprach Byanyima 2022 erstmals öffentlich darüber, dass sie 1977 als Studentin in Kampala sexuelle Belästigung erlebt habe und nach einem versuchten sexuellen Übergriff aus Uganda ins Vereinigte Königreich gegangen sei.<ref name="bbc-africa-2022-03-28" /> Als Ingenieurstudentin in Manchester engagierte sie sich in den späten 1970er Jahren gegen Amins Diktatur.<ref name="bbc-africa-2022-03-28" /> Nach ihrem Studium der Luftfahrttechnik im Vereinigten Königreich arbeitete sie bis zum Beginn des Aufstands gegen den autokratisch regierenden Präsidenten Milton Obote bei der Flugzeuggesellschaft Uganda Airlines. Den Anführer des Aufstands, Yoweri Museveni, einen ihrer Jugendfreunde, begleitete sie in den Busch, später kritisierte sie als oppositionelle Abgeordnete auch ihn wegen ebenfalls autokratischer Tendenzen, nachdem er 1986 zum Präsidenten Ugandas geworden war.
Ihr Mann Kizza Besigye, Vorsitzender des Forum for Democratic Change (FDC), wurde als politischer Gegner und Konkurrent Musevenis mehrfach verhaftet.
Politisches und internationales Wirken[Bearbeiten]
Von 2004 bis 2006 arbeitete Byanyima für die Afrikanische Union. Dort setzte sie sich dafür ein, Verwaltung und Gleichberechtigung in der Institution durch Programme zu Geschlechtergerechtigkeit und -bewusstsein („Gender“) und Entwicklung zu verbessern. Ab 2006 war sie Direktorin des „Gender-Teams“ des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), das sich mit Entwicklung, Klimawandel und Wirtschaftspolitik unter geschlechtsspezifischen Blickwinkeln befasst. Sie war Mitbegründerin eines 60-köpfigen „Global Gender und Klima-Bündnis der Zivilgesellschaft“ sowie weiterer bi- und multilateraler Organisationen. Darüber hinaus hatte sie den Vorsitz einer UN-weiten Arbeitsgruppe zu Gender-Aspekten der Millenniums-Entwicklungsziele und des Klimawandels. Sie ist Mitglied im Netzwerk International Gender Champions, das sich für Geschlechtergerechtigkeit auch in internationalen Organisationen einsetzt.<ref>https://genderchampions.com/champions/winnie-byanyima abgerufen am 26. Dezember 2019</ref>
2013 wurde sie zur Exekutivdirektorin der internationalen unabhängigen Nichtregierungs-, Entwicklungs- und Katastrophenschutzhilfe-Organisation Oxfam berufen. Als solche war sie 2015 mit fünf weiteren Personen Co-Direktorin des 45. Weltwirtschaftsforums in Davos. Als Oxfam-Exekutivdirektorin verband sie die Kritik an globaler Ungleichheit mit Forderungen nach guter Arbeit, gerechter Besteuerung und stärkerer Regulierung von Unternehmen.<ref name="bbc-worklife-2019-02-21">Winnie Byanyima: Why quality jobs are so important. In: BBC Worklife. 21. Februar 2019, abgerufen am 23. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu ihren wirtschaftspolitischen Positionen zählten der Ausbau öffentlicher Dienstleistungen wie Gesundheit, Bildung, Wasser und Kinderbetreuung, sozialer Schutz sowie eine stärkere Berücksichtigung unbezahlter Sorgearbeit von Frauen.<ref name="bbc-worklife-2019-02-21" /> Mit Blick auf Unternehmen hob sie soziale Unternehmen, Genossenschaften und beschäftigten- oder bäuerlich getragene Organisationen als Gegenmodelle zu einer reinen Shareholder-Orientierung hervor und befürwortete unter anderem existenzsichernde Löhne, eine Begrenzung des Verhältnisses von Manager- zu Beschäftigtengehältern und Mitbestimmung von Arbeitnehmern in Unternehmensleitungen.<ref name="bbc-worklife-2019-02-21" /> Für durch Automatisierung und Plattformarbeit veränderte Arbeitsmärkte sprach sie sich für eine universelle Arbeitsgarantie, lebenslanges Lernen und Regeln gegen schädliche Technologiemonopole aus.<ref name="bbc-worklife-2019-02-21" /> In ihre Zeit an der Spitze von Oxfam fiel auch die öffentliche Aufarbeitung eines Skandals um sexuelles Fehlverhalten in der Organisation, dessen Ursprung vor ihrer Amtszeit lag.<ref name="bbc-africa-2022-03-28" />
Am 1. November 2019 löste Winnie Byanyima den bisherigen Exekutivdirektor von UNAIDS, Michel Sidibé, ab.<ref name="unaids-2019-11-01" /> Im Februar 2024 warnte sie vor einem von christlichen, muslimischen und anderen religiösen Gemeinschaften sowie von traditionellen Führern unterstützten Gesetzesentwurf in Ghana, mit dem die Rechte von LGBTQ-Personen massiv eingeschränkt werden sollen, da sie befürchtete, dass dadurch der Zugang zu lebensrettenden Diensten behindert, der soziale Schutz untergraben und der Entwicklungserfolg Ghanas gefährdet werden würde.<ref>https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-02/lgbtq-ghana-homosexualitaet-strafen-menschenrechte abgerufen am 29. Februar 2024</ref> Im Juni 2026 warnte sie, ein vollständiger Rückzug der USA aus der Finanzierung von HIV- und Aids-Programmen in Südafrika könne Menschenleben kosten, und forderte eine geplante Übergabe statt eines abrupten Abbruchs der Unterstützung.<ref name="bbc-africa-2026-06-23">US cut to South Africa's HIV response could cost lives, UNAids chief warns. In: BBC News. 23. Juni 2026, abgerufen am 23. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dabei verwies sie darauf, dass Südafrika seine HIV-Medikamente zwar nicht mit US-Mitteln bezahle, das US-Programm PEPFAR aber zuvor einen wichtigen Beitrag zu Präventionsprogrammen und rund 17 Prozent der HIV-Finanzierung des Landes geleistet habe.<ref name="bbc-africa-2026-06-23" />
Ehrungen[Bearbeiten]
- 2020 Nennung als eine der 50 mächtigsten Frauen Afrikas durch das Magazin Forbes<ref>Forbes Africa: Africa’s 50 Most Powerful Women. In: Forbes Africa. 6. März 2020, abgerufen am 30. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2021 Nennung in der Nature’s-10-Liste als eine der zehn Personen, welche die Wissenschaft in diesem Jahr geprägt haben, durch die Fachzeitschrift Nature<ref name="nature10">Nature’s 10. In: nature.com. 15. Dezember 2021, abgerufen am 17. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- twitter.com: Winnie Byanyima. Eigener Twitter-Account
- Badische-zeitung.de: Streitbare Moderatorin. Badische Zeitung, Profil, 21. Januar 2015
- huffingtonpost.com: Winnie Byanyima, bio. Huffington Post
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Byanyima, Winnie |
| KURZBESCHREIBUNG | ugandische Ingenieurin, Frauenrechtlerin, Politikerin und UN-Funktionärin |
| GEBURTSDATUM | 13. Januar 1957 oder 1959 |
| GEBURTSORT | Mbarara |