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Wintergrün

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Wintergrün
Datei:Pyrola minor 190605.jpg

Kleines Wintergrün (Pyrola minor)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Unterfamilie: Wintergrün-
und Fichtenspargelgewächse
(Monotropoideae)
Gattung: Wintergrün
Wissenschaftlicher Name
Pyrola
L.

Wintergrün (Pyrola) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Früher wurden sie als eigene Familie Wintergrüngewächse (Pyrolaceae) behandelt, bei der Angiosperm Phylogeny Group werden sie zu der Unterfamilie Monotropoideae gerechnet. Die etwa 30 Arten sind auf der Nordhalbkugel verbreitet.<ref name="Liu2010" />

Nach der Eigenschaft, im Winter die Blätter zu behalten, wird diese Gattung Wintergrün genannt. Wintergrün (Pyrola), genannt auch Birnkraut (lateinisch früher auch Pirola), ist nicht zu verwechseln mit dem Wintergrünstrauch (Gaultheria procumbens).

Beschreibung[Bearbeiten]

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Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Wintergrüngewächse sind wintergrüne, kleinwüchsige, ausdauernde krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind in Rosetten angeordnet. Die Blätter sind derb und wintergrün.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch oder glockig gewölbt und vier- oder fünfzählig. Sie besitzen acht bis zehn Staubblätter. Der Fruchtknoten ist oberständig. Es werden Kapselfrüchte gebildet.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Es kommt zur vegetativen Vermehrung durch Ausläufer. Wintergrün-Arten sind mixotrophisch, also eine Kombination von Mykoheterotrophie und Photosynthese.<ref name="Liu2010" /> Sowohl für die Keimlingsentwicklung als auch für die Nährstoffversorgung spielen Wurzelpilze (Mykorrhiza) eine entscheidende Rolle.

Wie alle Heidekrautartigen produzieren auch die Pyrola-Arten ihren Pollen in Antheren, die sich an apikalen Poren öffnen. Der Pollen selbst wird in Tetraden gebildet und ist klebrig, da er durch Insekten, vor allem Fliegen, verbreitet werden soll. Die Blüten werden im Sommer gebildet und die zahlreichen kleinen Samen im Herbst aus den unscheinbaren Kapselfrüchten entlassen.

Datei:Pyrola chlorantha 260507a.jpg
Grünblütiges Wintergrün (Pyrola chlorantha)
Datei:Pyrola japonica 10.JPG
Pyrola japonica
Datei:153 Pyrola minor.jpg
Illustration des Kleinen Wintergrün (Pyrola minor)
Datei:Pyrola rotundifolia LT.jpg
Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia)

Standorte[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Wintergrün-Arten bevorzugen schattige, frische bis feuchte, nährstoffarme, aber eher basenreiche, humose Standorte wie Waldböden (in ärmeren Nadel- und Mischwäldern), Birkenmoore oder Dünensenken. Ihre Verbreitung kann lokal sehr beschränkt sein. In den Vorkommen wachsen sie dann aber oft „gesellig“, weil klonal über Erdsprosse sich vegetativ ausbreitend, besonders in den nördlichen Gebieten.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Pyrola wurde durch Carl von Linné aufgestellt.

Die Gattung Pyrola gehört zur Tribus Pyroleae in der Unterfamilie Wintergrün- und Fichtenspargelgewächse (Monotropoideae) innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).<ref name="GRIN" />

Die Gattung Pyrola ist in den kühl-gemäßigten und den subarktischen Regionen der Nordhalbkugel in Eurasien und Nordamerika verbreitet.

In der Gattung Pyrola gibt es etwa 30<ref name="Liu2010" /> Arten (Auswahl):

Folgende Arten wurden früher der Gattung Pyrola zugeordnet:<ref name="Oberdorfer2001" />

Verwendung[Bearbeiten]

Als „Wintergrün“ (bzw. in der älteren und pharmakobotanischen Literatur lateinisch Pyrola, im Mittelalter auch Pirola<ref>Vgl. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 214 (Pirola – wintergrun: Pyrola rotundifolia L. und andere „Wintergrün“-Pflanzen).</ref>) kommen in der Pflanzenheilkunde Mitteleuropas insbesondere Pyrola rotundifolia und daneben auch Pyrola minor, seltener wohl andere Arten, in Betracht.<ref>Vgl. etwa Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 192.</ref> Vorlage:Hinweisbaustein Die Pyrola-Arten und ihre Verwandten enthalten das (giftige) Glycosid Arbutin, das abgebaut wird und im Harn das desinfizierende Hydrochinon bildet. Aus diesem Grund werden sie in der Volksmedizin zur Behandlung von Blasenleiden eingesetzt. Geschmacksgebende Zutat im amerikanischen Root Beer ist allerdings der nicht zu verwechselnde Wintergrünstrauch (Gaultheria procumbens).

Literatur[Bearbeiten]

  • Kohtaroh Shutoh, Kenji Suetsugu, Shingo Kaneko, Takahide Kurosawa: Comparative morphological analysis of two parallel mycoheterotrophic transitions reveals divergent and convergent traits in the genus Pyrola (Pyroleae, Ericaceae). In: Journal of Plant Research, Volume 131, Issue 4, Mai 2018. doi:10.1007/s10265-018-1040-y
  • Zhen-Wen Liu, Diana Jolles, Jing Zhou, Hua Peng, Richard Milne: Multiple origins of circumboreal taxa in Pyrola (Ericaceae), a group with a Tertiary relict distribution. In: Annals of botany, Volume 114, Issue 8, Oktober 2014. doi:10.1093/aob/mcu198
  • Zhen-Wen Liu, Jing Zhou, En-De Liu, Hua Peng: A molecular phylogeny and a new classification of Pyrola (Pyroleae, Ericaceae). In: Taxon, Volume 59, Issue 6, Dezember 2010, S. 1690–1700. doi:10.2307/41059866
  • Ruprecht Düll, H. Kutzelnigg: Botanisch-ökologisches Exkursionstaschenbuch. 5. über. u. erg. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg/Wiesbaden 1994, ISBN 3-494-01229-6.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. 89. neu bearb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg/Wiesbaden 1993, ISBN 3-494-01210-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraEuropaea1972"> B. Křísa: Pyrola L., S. 3–4. In: Thomas Gaskell Tutin et al.: Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press 1972, ISBN 0-521-08489-X. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.) </ref> <ref name="Liu2010"> Zhen-Wen Liu, Jing Zhou, En-De Liu, Hua Peng: A molecular phylogeny and a new classification of Pyrola (Pyroleae, Ericaceae). In: Taxon, Volume 59, Issue 6, Dezember 2010, S. 1690–1700. doi:10.2307/41059866 </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Pyrola bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Wintergrün (Pyrola) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Wintergrün – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen