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Wodnika

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Wodnika
Datei:Wodnika striatula.jpg

Rekonstruktion von Wodnika striatula

Zeitliches Auftreten
Wordium bis Wuchiapingium
268 bis 252 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
ohne Rang: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Überklasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Überordnung: Ctenacanthimorpha
Ordnung: Ctenacanthiformes
Familie: Ctenacanthidae
Gattung: Wodnika
Wissenschaftlicher Name
Wodnika
Münster, 1843

Wodnika ist eine ausgestorbene Gattung der Ordnung Ctenacanthiformes. Dieser zu den Knorpelfischen (Chondrichthyes) gehörende urtümliche Hai lebte vom Mittel- bis zum Oberperm.

Erstbeschreibung[Bearbeiten]

Wodnika wurde erstmals im Jahr 1843 von Münster wissenschaftlich beschrieben – die Erstbeschreibung basierte auf fossilen Zahnfunden im Kupferschiefer von Richelsdorf.<ref>G. Münster: Nachtrag zu der Beschreibung einiger merkwürdigen Fische aus den Kupferschiefern. In: Beiträge zur Petrefacten-Kunde. Band 6, 1843, S. 47–52.</ref> Münster hatte das Fossil jedoch bereits im Jahr 1840 entdeckt.<ref name="Münster">Münster, G. G.: Ueber einige Placoiden im Kupferschiefer zu Richelsdorf. In: Beiträge zur Petrefacten-Kunde. Band 3, 1840, S. 122–126.</ref>

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Wodnika bildet zusammen mit den Taxa Anaclitacanthus, Amelacanthus, Asteroptychius, Carinacanthus, Ctenacanthus, Cratoselache, Goodrichthys, Pyknotylacanthus und Rhombacanthus die Familie der Ctenacanthidae. Letztere gehört neben den Bandringidae, den Phoebodontidae und den Tamiobatidae zur Euselachier-Ordnung Ctenacanthiformes.<ref>Robert L. Carroll: Vertebrate Paleontology and Evolution. W. H. Freeman and Company, New York 1988, ISBN 0-7167-1822-7.</ref> Subtaxa von Wodnika sind Wodnika althausi, Wodnika ocoyae und Wodnika striatula. Das Typusfossil ist Wodnika althausi. Später entdeckte Münster am selben Fundort noch das Taxon Wodnika striatula. Ein neues Taxon ist Wodnika borealis, von dem Maisey im Jahr 1982 das Rückgrat und eine Rückenflosse in Alaska fand.<ref name="Maisey">Maisey, J. G.: Studies on the Paleozoic selachian genus Ctenacanthus Agassiz. No. 2, Bythiacanthus St. John and Worthen, Amelacanthus, new genus, Eunemacanthus St. John and Worthen, Sphenacanthus Agassiz, and Wodnika Münster. In: American Museum Novitates. Band 2722, 1982, S. 1–24.</ref>

Merkmale[Bearbeiten]

Datei:Wodnika althausi.jpg
Fossil erhaltene Bezahnung von Wodnika althausi

Wodnika war ein kleiner, agiler Hai, der eine Länge von gut einem Meter erreichte (Fossilien in Hasbergen sind beispielsweise 50 bis 80 Zentimeter lang).<ref name="Diedrich">Cajus Godehard Diedrich: A coelacanthid-rich site at Hasbergen (NW Germany): taphonomy and palaeoenvironment of a first systematic excavation in the Kupferschiefer (Upper Permian, Lopingian). In: Palaeodiversity and Palaeoenvironments. Band 89, 2009, S. 67–94, doi:10.1007/s12549-009-0004-6.</ref> Er ist einer der wenigen Knorpelfische des Perms, von dem nahezu das gesamte Skelett erhalten geblieben ist. Das Tier verfügte über eine eigenartige Bezahnung, wobei die einzelnen Zähne stark abgeplattet, skulptiert und überdies von keinerlei Zahnschmelz bedeckt waren.<ref name="Schaumberg">Schaumberg, G.: Ergänzungen zur Revision des Euselachiers Wodnika striatula Muenster, 1843 aus dem oberpermischen Kupferschiefer und Marl-Slate. In: Geol. Palaeont. Band 33, 1999, S. 203–217.</ref>

Das äußere Erscheinungsbild von Wodnika war typisch für Ctenacanthiformes: so besaß er zwei kräftige, halbmondförmige Rückenflossen, vor denen je ein 6 bis 10 Zentimeter langer Dornenstachel aufragte, ähnlich wie bei Sphenacanthus. Die Dornenstacheln waren im Querschnitt dreieckig, ihre Rückseite war konvex gebogen und ohne Dentikel. Auf ihrer Oberfläche befanden sich 7 – 9 Längsrillen bzw. -furchen.<ref name="Schaumberg" /> Brust- und Bauchflossenpaar waren deutlich voneinander abgesetzt, mit gut entwickeltem Brust- und Beckengürtel. Das Bauchflossenpaar setzte unmittelbar unterhalb der zweiten Rückenflosse an. Deutlich abgetrennt folgte sodann die Afterflosse. Die Schwanzflosse war äußerlich homocerk. Das Gelenk der beiden kräftigen Brustflossen war im Unterschied zu Sphenacanthus nicht tribasal. Am Ansatz der beiden Rückenflossen fehlte das tragende Knorpelgewebe. Im Unterschied zum Taxon Sphenacanthus, mit dem Wodnika sehr viele Merkmale teilte, war jedoch Wodnika wegen der fehlenden letzten beiden Merkmale ein wesentlich primitiverer Vertreter der Ctenacanthidae.

Lebensweise[Bearbeiten]

Wodnika dürfte ein nektischer, sehr agiler Schwimmer gewesen sein, der sich wegen seiner sehr robusten, abgeplatteten, rugosen Bezahnung wahrscheinlich vorwiegend von Hartschalern (wie beispielsweise Nautiloideen) ernährte.

Faunenassoziation[Bearbeiten]

An der Fundstelle Hasbergen bei Osnabrück wird Wodnika mit anderen Fischen wie beispielsweise Acentrophorus, Coelacanthus, Eurysomus, Palaeoniscum und Pygopterus angetroffen.

Vorkommen[Bearbeiten]

Folgende Fundstellen von Wodnika sind bekannt:

Der amerikanische Ichthyologe David Starr Jordan beschreibt 1919 in seinem Werk Fossil fishes of southern California einen einzelnen Haizahn aus dem Miozän unter und dem Namen Wodnika ocoyae.<ref>D. S. Jordan und J. Z. Gilbert: Fossil fishes of southern California (Plate VII, fig. 8). In: Leland Stanford Junior University Publications, University Series. 1919, S. 13–60 (archive.org).</ref> 1923, in seinem Werk A Classification of Fishes, korrigiert er sich und hält den Zahn nur noch für eine Konkretion.<ref>David Starr Jordan: A Classification of Fishes. Seite 95.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Giebel, C. G.: Die Fische der Vorwelt, mit steter Berücksichtigung der lebenden Fische. Erster Band: Wirbelthiere. Dritte Abtheilung: Fische: i-xii. Brockhaus, Leipzig 1848, S. 1–467.
  • Geinitz, H. B.: Dyas oder die Zechsteinformation und das Rothliegende (Permische Formation zum Theil). Heft I. Die animalischen Ueberreste der Dyas. Engelmann, Leipzig 1861, S. 130.
  • Weigelt, J.: Wichtige Fischreste aus dem Mansfelder Kupferschiefer. In: Leopoldina. Band 6, 1930, S. 601–624.
  • Schaumberg, G.: Seltene Beispiele für vermutlichen Sexualdimorphismus in der Wirbeltierfauna des späten Paläozoikums. In: Philippia. Band 14 (4), 2010, S. 289–298.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />