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Woll-Ziest

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Woll-Ziest
Datei:Stachys byzantina prg 1.jpg

Woll-Ziest (Stachys byzantina)

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Tribus: Stachydeae
Gattung: Zieste (Stachys)
Art: Woll-Ziest
Wissenschaftlicher Name
Stachys byzantina
Koch

Der Woll-Ziest (Stachys byzantina)<ref name="GRIN" />, auch Wollziest, Wolliger Ziest, Eselsohr,<ref name="Kiermeier2011" /><ref name="Botanica2003" /> Hasenohr<ref name="HertleKiermeierNickig2008" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Zieste (Stachys) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Datei:Der Woll-Ziest, Wollziest 'Silver Carpet', Eselsohren, lat. Stachys byzantina 01.jpg
Behaarte Laubblätter im Detail bei der Sorte ‘Silver Carpet’
Datei:Stachys byzantina 3c.JPG
Blütenstand mit zygomorphen Blüten
Datei:Stachys byzantina 1c.JPG
Gegenständige Blätter und endständige Blütenstände

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Woll-Ziest wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 60 und bis zu 80 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist dicht grau oder weiß seidig-wollig behaart (Indument). Die Stängel sind vierkantig.<ref name="Kiermeier2011" /><ref name="FoC" /><ref name="Falciani" />

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der sehr kurze Blattstiel ist fast stängelumfassend, er kann fast ganz fehlen. Die einfache Blattspreite der unteren Stängelblätter ist bei einer Länge von etwa 10 Zentimetern sowie einer Breite von etwa 2,5 Zentimetern länglich-elliptisch mit verschmälerter Spreitenbasis und spitz zulaufendem oberen Ende. Der Blattrand ist gekerbt bis ganzrandig.<ref name="FoC" /><ref name="Falciani" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der ährige Blütenstand enthält vielblütige Scheinquirle mit je 15 bis 20 Blüten, die, bis auf die untersten ein bis drei, dicht zusammenstehen. Die Tragblätter sind fast sitzend und winzig, wobei die untersten etwas länger und die obersten kürzer als die Scheinquirle sind. Die Deckblätter sind bei einer Länge von etwa 6 Millimetern linealisch bis linealisch-lanzettlich.<ref name="FoC" /><ref name="Falciani" />

In Mitteleuropa reicht die Blütezeit von Juni bis Juli,<ref name="HertleKiermeierNickig2008" /> je nach Standort kann sie auch bis August dauern<ref name="OregonStateUni" />. Die sitzenden, zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf etwa 1,2 Zentimeter langen Kelchblätter sind röhrig-glockenförmig verwachsen. Der leicht gekrümmte Kelch ist zehnnervig und kahl, nur die Kelchzähne sind innen behaart, oder auf der Außenseite dicht anliegend behaart. Die 2 bis 3 Millimeter langen eiförmig-dreieckigen Kelchzähne sind fast gleich, oder die hinteren sind größer, und die Spitzen sind steif. Die 1,2 Zentimeter lange Blütenkrone ist seidig-wollig behaart, nur ihre Basis ist kahl und sie ist zweilippig. Die Kronröhre ist etwa 6 Millimeter lang. Die Oberlippe ist eiförmig mit glattem Rand. Die Unterlippe ist fast ausgebreitet mit breit-eiförmigen Mittellappen und länglichen Seitenlappen. Es sind vier Staubblätter vorhanden, von den das vordere Paar länger ist. Die Staubfäden sind von ihrer Basis bis zur Mitte zottig behaart. Der Griffel überragt die Blütenkrone.<ref name="FoC" />

Bei Reife sind die länglichen Nüsschen braun und kahl.<ref name="FoC" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.<ref name="IPCN" />

Bestäubt wird der Woll-Ziest u. a. von der Großen Wollbiene, deren Männchen ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen und Bestände mit mehreren Pflanzen gegen andere Männchen oder Bienenarten verteidigen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Stachys byzantina stammt ursprünglich aus Vorderasien und dem Kaukasusraum.<ref name="WCSP" /> Fundortangaben gibt es aus Armenien, Aserbaidschan, dem nördlichen Iran und der nördlichen Türkei<ref name="GRIN" />, hier teilweise auch weiter südlich, im westlichen Zentralanatolien.<ref name="Dirmenci" /> Sie ist andernorts ein Neophyt, beispielsweise auf der Krim<ref name="WCSP" />.<ref name="Euro+Med" /> In Italien<ref name="Falciani" /> tritt die Art fast nur subspontan und adventiv, vor allem nahe Friedhöfen, auf.

Datei:Der Woll-Ziest, Wollziest 'Silver Carpet', Eselsohren, lat. Stachys byzantina 07.jpg
Habitus und gestielte, behaarte Laubblätter der Sorte ‘Silver Carpet’

Taxonomie[Bearbeiten]

Die gültige Erstbeschreibung von Stachys byzantina erfolgte 1849 durch Karl Heinrich Koch in Linnaea, Band 21, S. 686.<ref name="Koch1848" /> Synonyme für Stachys byzantina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Koch sind: Eriostomum lanatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hoffmanns. & Link, Stachys lanata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq. nom. illeg., Stachys olympica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Poir., Stachys taurica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zefir.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="WCSP" /><ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton byzantina bezieht sich auf den Fundort Byzanz, dem früheren Namen der Stadt Istanbul.<ref name="DictionaryBE" />

Stachys byzantina gehört in der Gattung Stachys in die Sektion Eriostomum, Subsektion Creticae. Nahe verwandte Arten sind im östlichen Mittelmeerraum und in Anatolien verbreitet; Schwesterart könnte Stachys cretica sein.<ref name="Duendar" />

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Sorten des Woll-Ziest (beispielsweise ‘Silver Carpet’, ‘Cotton Boll’, ‘Primrose Heron’<ref name="Kiermeier2011" /><ref name="Botanica2003" />) werden als Zierpflanzen verwendet.<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" /><ref name="FoC" /><ref name="MissouriplantsCom" /> Der Woll-Ziest wird hauptsächlich als Bodendecker, beispielsweise für mediterrane Gärten, Dachbegrünung, im Alpinum und im Geröllsteingarten, zwischen breiten Plattenfugen, verwendet.<ref name="Kiermeier2011" /><ref name="HertleKiermeierNickig2008" /><ref name="ChicagoBotanicGarden" /> Er kann in den USDA-Klimazonen 4–9 im Freien ausgepflanzt werden und ist dort frosthart.<ref name="OregonStateUni" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FoC"> Xi-wen Li, Ian C. Hedge: Stachys.: Stachys lanata Jacq., S. 179 - textgleich online wie gedrucktes Werk In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1994, ISBN 0-915279-24-X. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Euro+Med"> Datenblatt bei Euro+Med PlantBase mit Daten aus WCSP. </ref> <ref name="Tropicos"> Stachys byzantina bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Stachys byzantina bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="MissouriplantsCom">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Datenblatt mit Fotos bei missouriplants.com. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juni 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.missouriplants.com</ref> <ref name="Koch1848"> Koch 1848 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="DictionaryBE"> Online Dictionary of Botanical Epithets. </ref> <ref name="Kiermeier2011"> Peter Kiermeier: Bodendecker im Portrait, In: Deutsche Baumschule, Nr. 08/2011: Wolliger Ziest - Stachys byzantina

Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Datenblatt des Infodienst Weihenstephan der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Memento vom 21. Februar 2016 im Internet Archive) </ref> <ref name="HertleKiermeierNickig2008"> Bernd Hertle, Peter Kiermeier, Marion Nickig: Gartenblumen, Das große GU Praxishandbuch. Gräfe & Unzer, 2008, ISBN 978-3-8338-0704-6, S. 213 (Stachys byzantina auf S. 213 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 856. </ref> <ref name="ChicagoBotanicGarden"> Richard G. Hawke: Plant Evaluation Notes - A Comparative Study of Cultivated Stachys - PDF des Chicago Botanic Garden. </ref> <ref name="OregonStateUni"> Datenblatt der Herbaceous Ornamental Plants section of Oregon State University's Landscape Plants website. </ref> <ref name="Falciani"> Lucia Falciani (1997): Systematic Revision of Stachys sect. Eriostomum (Hoffmanns. & Link)Dumort. in Italy. Lagascalia 19 (1/2): 187-238. </ref> <ref name="Dirmenci"> Tunkay Dirmenci, Bayram Yıldız, Ekrem Açiçek, Esra Martin, Ekrem Dündar (2011): Stachys vuralii (Lamiaceae), a new species from north Anatolia, Turkey. Annales Botanici Fennici 48: 401-408. </ref> <ref name="Duendar"> Ekrem Dündar, Ekrem Açiçek, Tuncay Dirmenci, Şakir Akgün (2013): Phylogenetic analysis of the genus Stachys sect. Eriostomum (Lamiaceae) in Turkey based on nuclear ribosomal ITS sequences. Turkish Journal of Botany 37: 14-23. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Woll-Ziest (Stachys byzantina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Y. Salmaki, S. Zarre, Rafaël Govaerts, C. Bräuchler: A taxonomic revision of the genus Stachys (Lamiaceae: Lamioideae) in Iran. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 170, 2012, S. 573–617.
  • Mahnaz Khanavi, Abbas Hadjiakhoondi, Gholamreza Amin, Yaghoob Amanzadeh, Abdolhossein Rustaiyan, Ahmad Shafiee: Comparison of the volatile composition of Stachys persica Gmel. and Stachys byzantina C. Koch. oils obtained by hydrodistillation and steam distillation. In: Zeitschrift für Naturforschung C., Band 59, 7–8, 2004, S. 463–7. doi:10.1515/znc-2004-7-802 online.