Wulff Scheel-Plessen
Wulff Bernhard Heinrich Lehnsgraf von Scheel-Plessen (* 16. Februar 1809 in Hannover; † 7. Juli 1876 auf Gut Sierhagen) war ein holsteinischer Rittergutsbesitzer und dänischer Diplomat und Politiker.
Familie[Bearbeiten]
Wulff Scheel-Plessen wurde als ältester Sohn des königlich dänischen Geheimen Konferenzrates Mogens Joachim Lehensgraf von Scheel-Plessen und der Margaretha Wilhelmine von Hedemann, der Tochter des Bernhard Otto von Hedemann, geboren. Carl von Scheel-Plessen, Hugo von Plessen und Otto von Plessen waren seine Brüder. Am 27. August 1855 heiratete er die Hofdame Augusta Aurora Cecilia von Lewenhaupt (1830–1902).<ref>Adelsvapen.com: Tab 51, Sidan ändrades senast den 15 september 2020 kl. 18.06. (schwedisch).</ref> Das Ehepaar hatte Kinder, darunter die Tochter Augusta (1866–1957), die sich 1899 vom später bekannten Dendrologen Fritz Graf von Schwerin zu Schloss Wendisch Wilmersdorf bei Berlin scheiden ließ. Erbin des Bruders Otto Graf von Scheel-Plessen<ref>Hans Rudolf Hiort-Lorenzen, Anders Thiset: Danmarks Adels Aarbog. Jahrgang 3-1886, Verlag von Vilh. Trydes Boghandel, Kopenhagen 1886, S. 297–299.</ref> als Herrin des v. Scheel-Plessenschen Präzipuums wurde die älteste Tochter Louise von Scheel-Plessen (1860–1939). Sie war verheiratet mit ihrem Cousin, dem kgl. preuß. Kammerherrn, vormaliges Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit und Major Carl Graf von Scheel-Plessen (1845–1932) auf Selsoe und Lindholm, deutscher Graf seit 1888, dänischer Graf 1895.
Leben[Bearbeiten]
Wulff Scheel-Plessen besuchte bis Ostern 1827 das Katharineum zu Lübeck.<ref>Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. (Beilage zum Schulprogramm 1907), Borchers, Lübeck 1907, Nr. 211.</ref> Er studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Georg-August-Universität Göttingen und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er wurde 1828 im Corps Borussia Bonn und 1830 im Corps Holsatia Göttingen und im Corps Holsatia Kiel recipiert.<ref>Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910, Carl gerber München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 19 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 18, 78/66, 34/121.</ref> 1835 kam er als Attaché an die dänischen Botschaft in London. Er wurde 1836 zur dänischen Gesandtschaft nach Stockholm versetzt und blieb dort für die nächsten 10 Jahre, nur 1842 unterbrochen von einer vorübergehenden Tätigkeit von einigen Monaten als Geschäftsträger in Sankt Petersburg. Am 25. November 1847 wurde er zum dänischen Botschafter am preußischen Hof in Berlin ernannt. Mit Beginn der Schleswig-Holsteinischen Erhebung musste er Berlin am 28. April 1848 verlassen. In außerordentlichen Missionen vertrat er Dänemark im Juni 1848 bei den Feierlichkeiten in Malmö anlässlich des Thronjubiläums Königs Oscar I. und im Frühjahr 1849 in Den Haag anlässlich der Thronbesteigung von Wilhelm III. (Niederlande)
Von Juni 1849 bis September 1850 vertrat er den dänischen Botschafter am schwedischen Hof in Stockholm. Im Oktober 1850 begleitete er Christian IX. auf seiner Reise zu Nikolaus I. (Russland) nach Warschau. Nach einer kurzen Botschaftervertretung in Wien war er im April 1851 Vorsitzender der Adelsversammlung in Flensburg. Er nahm an der Verhandlungen mit Felix zu Schwarzenberg zur Wiederherstellung der dänischen Monarchie im Herzogtum Schleswig und im Herzogtum Holstein teil, die zum Erlass vom 28. Januar 1852 führten. Im Herbst 1852 trat er das Amt des Botschafters in Stockholm an. Am 12. Dezember 1854 wurde er zum dänischen Außenminister der Regierung unter Premierminister Peter Georg Bang berufen, dankte aber bereits am 15. Januar 1855 ab und verblieb auch nach dem Deutsch-Dänischen Krieg bis 1872 im Amt des dänischen Botschafters in Stockholm. Er unterstützte die Heirat von Friedrich VIII. (Dänemark) mit Louise von Schweden-Norwegen am 28. Juli 1869. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er auf dem Familiengut Sierhagen.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- Dannebrogorden, Großkreuz (1852)
- Ernennung zum Geheimen Konferenzrat (1856)
- Elefanten-Orden (1862)
- Königlicher Seraphinenorden (1868)
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1938. Jahrgang 111, Justus Perthes, Gotha 1937, S. 473–475.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard, u. a.: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1952. Band I, Band 2 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1952, S. 298–299.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang 19. Jahrhundert: Frederik Marucs Knuth | Adam Wilhelm Moltke | Holger Reedtz | Christian Albrecht Bluhme | Wulff Scheel-Plessen | Ludwig Nicolaus von Scheele | Ove Wilhelm Michelsen | Carl Christian Hall | Carl Frederik von Blixen-Finecke | Carl Christian Hall | Ditlev Gothard Monrad | George Quaade | Christian Albrecht Bluhme | Christian Emil Frijs | Otto Rosenørn-Lehn | Frederik Moltke | Otto Rosenørn-Lehn | Tage Reedtz-Thott | Niels Frederik Ravn |
20. Jahrhundert: Hannibal Sehested | Johan Henrik Deuntzer | Frederik Raben-Levetzau | William Ahlefeldt-Laurvig | Erik Scavenius | William Ahlefeldt-Laurvig | Edvard Brandes | Erik Scavenius | Henri Konow | Otto Christian Scavenius | Harald Scavenius | C. M. T. Cold | Carl Poul Oscar Graf Moltke | Laust Moltesen | Peter Rochegune Munch | Erik Scavenius | Vilhelm Buhl | John Christmas Møller | Gustav Rasmussen | Ole Bjørn Kraft | Hans Christian Svane Hansen | Jens Otto Krag | Per Hækkerup | Jens Otto Krag | Hans Tabor | Poul Hartling | Knud Børge Andersen | Ove Guldberg | Knud Børge Andersen | Anker Jørgensen | Henning Christophersen | Kjeld Olesen | Uffe Ellemann-Jensen | Niels Helveg Petersen | Mogens Lykketoft |
21. Jahrhundert: Per Stig Møller | Lene Espersen | Villy Søvndal | Holger K. Nielsen | Martin Lidegaard | Kristian Jensen | Anders Samuelsen | Jeppe Kofod | Lars Løkke Rasmussen Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scheel-Plessen, Wulff |
| ALTERNATIVNAMEN | Scheel-Plessen, Wulff Bernhard Heinrich Lehnsgraf von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | holsteinischer Rittergutsbesitzer, dänischer Diplomat und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 16. Februar 1809 |
| GEBURTSORT | Hannover |
| STERBEDATUM | 7. Juli 1876 |
| STERBEORT | Gut Sierhagen bei Neustadt in Holstein |
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- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Scheel von Plessen
- Graf (Dänemark)
- Dänischer Botschafter
- Außenminister (Dänemark)
- Träger des Großkreuzes des Dannebrogordens
- Dannebrogmann
- Träger des Elefanten-Ordens
- Träger des Seraphinenordens
- Geheimrat
- Geheimer Konferenzrat (Dänemark)
- Corpsstudent (19. Jahrhundert)
- Däne
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- Geboren 1809
- Gestorben 1876
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