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Wunscha

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Gemeinde Rietschen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Wunscha 51° 24′ N, 14° 40′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 24′ 12″ N, 14° 40′ 6″ O
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Eingemeindung: 1. Januar 1986
Eingemeindet nach: Viereichen
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Datei:PC nebst HM - Viereichen.png
Ausschnitt der Karte Der Priebussische Creis… mit dem Dorf Wunsch (1745)
Datei:Fotothek df rp-c 0560009 Wunscha. Ehem. Mühle, rechts hinter dem Ortsschild.jpg
Ehemalige Mühle in Wunscha hinter dem Ortseingang

Wunscha, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), war ein Dorf in der Oberlausitz, knapp zehn Kilometer südöstlich der Stadt Weißwasser. Der am Weißen Schöps gelegene Ort wurde im Jahr 1985 zugunsten des Braunkohletagebaus Reichwalde devastiert, 109 Einwohner mussten umgesiedelt werden. Die Ortsflur ist heute ein Teil der Gemeinde Rietschen.

Lage[Bearbeiten]

Wunscha lag im sorbischen Siedlungsgebiet zwischen Weißwasser im Norden, Rietschen im Osten, Niesky im Süden und Boxberg/O.L. im Westen. Das Ortsgebiet wurde 1985 zugunsten der Braunkohlegewinnung in der Lausitz abgebaggert und befindet sich heute im Restloch des Tagebaus Reichwalde. Umliegende Ortschaften waren Schadendorf im Norden, Mocholz im Nordosten, Publick im Osten, Reichwalde im Süden, Kringelsdorf im Südwesten sowie Boxberg/O.L. im Westen.

Nördlich der ehemaligen Ortslage von Wunscha liegt der Truppenübungsplatz Oberlausitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Wunscha wurde im Jahr 1426 als Vnissche urkundlich erwähnt.<ref name="umsiedler-schleife">Tabelle der verschwundenen Orte bis 1993. In: umsiedler-schleife.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. April 2017; abgerufen am 3. Mai 2017.</ref> In der Folge änderte sich der Ortsname von Wnscho (1427) über Wuynschaw (1489) zu Wunschaw im Jahr 1565.<ref name="isgv">Wunscha im digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 3. Mai 2017.</ref> Auf einer Karte von vor dem Jahr 1724 wird der Ort als Wunsch erwähnt<ref>Christoph Weigelium: Lusatia Superior. Deutsche Fotothek, abgerufen am 3. Mai 2017.</ref>, eine weitere Karte von 1727 erwähnt den Ort als Wunsche.<ref>Johann Georg Schreiber: Ober-Lausitz. Deutsche Fotothek, abgerufen am 3. Mai 2017.</ref> 1745 lautete der Ortsname wiederum Wunsch. Im folgenden Jahr war der Ortsname Wundsche<ref>Homaennische Erben: Geographische Verzeichnung des Budissinischen Creises in dem Marggrafthum Ober-Lausitz. Deutsche Fotothek, abgerufen am 3. Mai 2017.</ref>, 1757 wird der Ort auf einer Karte der Oberlausitz wieder als Wunsche erwähnt.<ref>Tobias Conrad Lotter: Marchionatus Lusatiae Superioris. Deutsche Fotothek, abgerufen am 3. Mai 2017.</ref> Im Jahr 1759 wird der Name Wündsche erwähnt.

Seit dem Jahr 1527 gehört Wunscha zur Kirchengemeinde Reichwalde. Die Grundherrschaft über Wunscha hatte spätestens ab 1687 zunächst das Rittergut Reichwalde, ab spätestens 1777 war Wunscha Sitz eines eigenen Rittergutes, welches zu diesem Zeitpunkt auch die Grundherrschaft innehatte.

Im Jahr 1937 wurde der Ort von den Nationalsozialisten im Zuge der Germanisierung im Deutschen Reich in Wunschhausen umbenannt.<ref name="isgv">Wunscha im digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 3. Mai 2017.</ref> In Wunscha gab es vom 26. Februar 1942 bis zum 1. August 1942 ein Arbeitserziehungslager für Männer, welches der Staatspolizei untergeordnet war.<ref>Arbeitserziehungslager Wildfelde. Verzeichnis der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) über NS-Haftstätten 1933–1945, Bundesarchiv, abgerufen am 4. Mai 2017.</ref>

Wunscha gehörte seit dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 zum Königreich Preußen. Am 1. April 1938 wurde Wunscha nach Publick eingemeindet, 1945 wurde Wunscha wieder eine eigenständige Gemeinde, zeitgleich wurde Publick der Gemeinde Wunscha angegliedert. Der Ort wurde dem Landkreis Weißwasser-Görlitz zugeordnet und lag nach dessen Umbenennung ab dem 16. Januar 1947 im Landkreis Niesky. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Weißwasser im Bezirk Cottbus zugeordnet. Am 1. Januar 1986 wurde die Ortsflur von Wunscha ein Teil der Gemeinde Viereichen, die wiederum am 15. März 1992 mit den bis dahin ebenfalls eigenständigen Gemeinden Daubitz, Rietschen und Teicha zur Gemeinde Rietschen zusammengelegt wurde. Nach der Kreisreform in Sachsen am 1. August 1994 wurde Rietschen und somit auch die ehemalige Ortslage von Wunscha dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis zugeschlagen. Seit der sächsischen Kreisreform vom 1. August 2008 gehört die Ortslage von Wunscha zum Landkreis Görlitz.<ref>Wunscha, Wunschhausen, Wunscha im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref>

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Anzahl Einwohner<ref name="isgv" />
Jahr 18251871188519051925194619501964
Einwohner 93124211220200324298230

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts für den Ort eine Bevölkerungszahl von 131 Einwohnern, davon waren 126 Sorben (89 %) und nur fünf Deutsche.<ref name="Muka">Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 122.</ref> Ernst Tschernik zählte 1956 in Wunscha einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von noch 43 %.<ref>Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte, Forst/Horno, 2010
  • Frank Förster: Verschwundene Dörfer. Die Ortsabbrüche des Lausitzer Braunkohlereviers bis 1993, Domowina-Verlag, Bautzen, 1995

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Wunscha/Wunšow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

<references />