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Wurmbea

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Wurmbea
Datei:Wurmbea inusta.JPG

Wurmbea inusta

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Zeitlosengewächse (Colchicaceae)
Tribus: Anguillarieae
Gattung: Wurmbea
Wissenschaftlicher Name
Wurmbea
Thunb.

Die Pflanzengattung Wurmbea gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Die etwa 50 Arten kommen in Afrika und Australien vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Wurmbea stricta 0151.jpg
Habitus und Blütenstand von Wurmbea stricta
Datei:Wurmbea dioica fruit2 DC - Flickr - Macleay Grass Man.jpg
Früchte von Wurmbea dioica

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Wurmbea-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden als Speicherorgane unterirdische, eiförmige bis fast kugelige Sprossknollen, die von einer dunklen ledrigen oder pergamentartigen Tunika bedeckt sind. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die aufrechten, unverzweigten Stängel sind beblättert.<ref name="NSWFo" /><ref name="Manning2002" />

Die Laubblätter verwelken in der Trockenzeit und werden in der Regenzeit wieder neu gebildet. Es sind zwei bis vier grundständige und/oder wechselständig, spiralig oder zweizeilig am Stängel angeordnete Laubblätter vorhanden, die in Blattscheide und Blattspreite gegliedert sind. Die einfache Blattspreite ist je nach Art fadenförmig bis eiförmig parallelnervig.<ref name="NSWFo" /><ref name="WAF" /><ref name="Manning2002" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Es gibt australische Wurmbea-Arten (beispielsweise Wurmbea dioica, Wurmbea biglandulosa) die zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch) bis gynodiözisch sind; bei den anderen Wurmbea-Arten sind die Blüten alle zwittrig.<ref name="Barrett2006" /> Es können unverzweigte Blütenstandsschäfte vorhanden sein. Die ungestielten Blüten stehen einzeln oder zu mehreren in endständigen, ährigen Blütenständen zusammen. Es sind keine Tragblätter vorhanden.<ref name="NSWFo" /><ref name="WAF" /><ref name="Manning2002" />

Die oft unangenehm riechenden Blüten sind radiärsymmetrisch und meist dreizählig. Die meist sechs, selten sieben oder acht, gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind nur an ihrer Basis oder zu einer Röhre verwachsen und haltbar. Die Blütenhüllblätter stehen stern- bis trompetenförmig zusammen und sind im oberen Bereich aufrecht bis zurückgebogen; bei Fruchtreife sind sie immer zurückgebogen. Nahe der Basis der Blütenhüllblätter sind jeweils ein oder zwei Nektarien vorhanden, die anfangs dunkler gefärbt sind als die Blütenhüllblätter, aber später die gleiche Farbe besitzen wie diese. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von weiß über cremefarben bis gelb und braun oder rot; oft sind die Ränder und Spitzen dunkler gefärbt. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die an der Basis der Blütenhüllblätter oder am oberen Bereich der Blütenröhre inserierten, untereinander freien Staubfäden sind kurz und etwas flach. Die meist dorsifixen oder selten basifixen, frei beweglichen Staubbeutel sind nach außen gebogen und öffnen sich mit Längsschlitzen. Meist drei, selten vier Fruchtblätter sind zu einem zylindrischen und tief gelappten, oberständigen, meist drei-, selten vierkammerigen Fruchtknoten verwachsen. In zentralwinkelständiger Plazentation sind viele Samenanlagen vorhanden. Die meist drei kurzen Griffeläste sind höchstens an ihrer Basis verwachsen.<ref name="NSWFo" /><ref name="WAF" /><ref name="Manning2002" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die lokuliziden und/oder septiziden Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die mehr oder weniger kugelförmigen Samen besitzen eine braune bis schwarze Samenschale (Testa).<ref name="NSWFo" /><ref name="WAF" /><ref name="Manning2002" />

Chromosomenzahlen[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11 oder 10.<ref name="Manning2002" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie)<ref name="Barrett2006" />. Bei Arten mit cremefarbenen bis braunen Blüten, die mehr oder weniger unangenehm riechen werden Aas- und Stubenfliegen als Bestäuber angelockt.<ref name="Manning2002" />

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Die Gattung Wurmbea besitzt auf der Südhalbkugel ein disjunktes Areal mit einer Art in Bergregionen des tropischen Afrika sowie jeweils über 20 Arten im Südlichen Afrika und im gemäßigten bis subtropischen Australien.<ref name="Barrett2006" /><ref name="Manning2002" /> Von den etwa 27 australischen Arten kommen je etwa 15 in South Australia und Western Australia vor. In Südafrika kommen etwa 22 Arten vor, davon in der Capensis etwa 13 Arten.

Es gibt Wurmbea-Arten in Sommer- und Winterregengebieten. Die südafrikanischen Arten kommen hauptsächlich in Winterregengebieten vor, aber auch in den Drakensbergen von KwaZulu-Natal und dem Ostkap.<ref name="Manning2002" />

In Südafrika wird nur eine Art, Wurmbea robusta, als „Critically Endangered“ = „vom Aussterben bedroht“ bewertet. Als „Vulnerable“ = „gefährdet“ gelten Wurmbea capensis, Wurmbea compacta, Wurmbea hiemalis sowie Wurmbea inusta. Die anderen in Südafrika vorkommenden Arten werden als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ eingeschätzt oder es liegen keine Bewertungen vor.<ref name="redlistSA" />

In Australien werden Wurmbea calcicola sowie Wurmbea tubulosa als „Endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet.<ref name="EPBCredList" />

Datei:Nova Genera Plantarum01a.jpg
Illustration der Typusart Wurmbea capensis aus der Erstveröffentlichung Thunbergs: Nova Genera Plantarum, 1781
Datei:Wurmbea dioica.jpg
Blüte von Wurmbea dioica
Datei:Wurmbea marginata KirstenboschBotGard09292010B.jpg
Habitus und Blütenstände von Wurmbea marginata
Datei:Wurmbea recurva 150418.jpg
Wurmbea recurva
Datei:Wurmbea stricta 0159.jpg
Ausschnitt eines Blütenstand von Wurmbea stricta mit Blüten im Detail
Datei:Wurmbea variabilis 1DS-II 2-2949.jpg
Blütenstand von Wurmbea variabilis

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Wurmbea wurde 1781 durch Carl Peter Thunberg in Nova Genera Plantarum, Band 1, S. 18 aufgestellt. Der Gattungsname ehrt den deutsch-holländischen Kaufmann, Kolonialbeamter und Botaniker Friedrich von Wurmb.<ref name="WAF" /> Typusart ist Wurmbea capensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Thunb.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Wurmbea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kunth sind: Anguillaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br. nom. illeg., Onixotis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Skizima Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Dipidax Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lawson ex Salisb., Neodregea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.H.Wright.<ref name="WCSP" /><ref name="GRIN" /><ref name="APNI" />

Eine Revision der afrikanischen Arten außerhalb der Capensis erfolgte in Bertil Nordenstam: The genus Wurmbea in Africa except the Cape region. In: Notes from the Royal Botanic Garden Edinburgh, Volume 36, 1978, S. 211–233. Eine Revision der Arten der Capensis erfolgte in Bertil Nordenstam: The genus wurmbea (Colchicaceae) in the Cape Region. Opera botanica, No. 87, Council for Nordic Publications in Botany, Kopenhagen 1986. Revisionen der australischen Arten erfolgten in Terry D. Macfarlane: A revision of Wurmbea (Liliaceae) in Australia. In: Brunonia, Volume 3, Issue 2, 1980, S. 145–208, Robert J. Bates: The species of Wurmbea (Liliaceae) in South Australia. In: Journal of the Adelaide Botanic Gardens, Volume 16, 1995, S. 33–54. und Robert J. Bates: A review of South Australian Wurmbea (Colchicaceae-Liliaceae): keys, new taxa and combinations, and notes. In: Journal of the Adelaide Botanic Gardens, Volume 21, 2007, S. 75–81. Macfarlane stellte 1980 die Arten der australischen Gattung Anguillaria in die Gattung Wurmbea. Die zwei Arten der Gattung Onixotis und die einzige Art der Gattung Neodregea wurden durch John C. Manning und Annika Vinnersten in A new classification of Colchicaceae, In: Taxon, Volume 56, 2007, S. 177 in die Gattung Wurmbea gestellt.

Die Gattung Wurmbea gehört zur Tribus Anguillarieae innerhalb der Familie Colchicaceae; sie wurde früher in die Familie Liliaceae eingeordnet.<ref name="GRIN" />

Es gibt etwa 50 Wurmbea-Arten (hier mit ihrer Verbreitung):<ref name="WCSP" /><ref name="APNI" /><ref name="Manning2002" /><ref name="redlistSA" />

Es gibt einige natürliche Hybriden.<ref name="Manning2002" />

Nutzung[Bearbeiten]

Über eine Nutzung ist nichts bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. J. Harden: Eintrag in der New South Wales Flora Online. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • J. Gathe & Leslie Watson, 2008: Eintrag in der Western Australian Flora. (Abschnitt Beschreibung)
  • John C. Manning, Peter Goldblatt, Dee Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs, Timber Press, Portland und Cambridge, 2002. ISBN 0-88192-547-0: Wurmbea auf S. 409–412 (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Robert J. Bates: A review of South Australian Wurmbea (Colchicaceae-Liliaceae): keys, new taxa and combinations, and notes, In: Journal of the Adelaide Botanic Gardens, Volume 21, 2007, S. 75–81. (Abschnitte Verbreitung und Systematik)
  • Andrea L. Case, Sean W. Graham, Terry D. Macfarlane, Spencer C. H. Barret: A phylogenetic study of evolutionary transitions in sexual systems in Australian Wurmbea (Colchicaceae). In: International Journal of Plant Sciences, Volume 169, Issue 1, 2008, S. 141–156: Volltext-PDF.
  • G. Vaughton, M. Ramsey: Gender plasticity and sexual system stability in Wurmbea. In: Annals of Botany, Volume 109, Issue 3, 2012, S. 521.
  • Spencer C. H. Barrett, Andrea L. Case: The ecology and evolution of gender strategies in plants: the example of Australian Wurmbea (Colchicaceae). In: Australian Journal of Botany, Volume 54, 2006, S. 417–433: Volltext-PDF.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Wurmbea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="APNI"> Eintrag bei Australian Plant Name Index = APNI. Zuletzt abgerufen am 13. September 2021 </ref> <ref name="redlistSA"> D. Raimondo, L. von Staden, W. Foden, J. E. Victor, N. A. Helme, R. C. Turner, D. A. Kamundi & P. A. Manyama, 2009: Artenliste zu Wurmbea in der Red List of South African Plants </ref> <ref name="NSWFo"> G. J. Harden: Eintrag in der New South Wales Flora Online. Abgerufen am 19. März 2013. </ref> <ref name="WAF">J. Gathe & Leslie Watson, 2008: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Eintrag in der Western Australian Flora (Memento des Vorlage:IconExternal vom 24. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/florabase.dec.wa.gov.au. Abgerufen am 19. März 2013.</ref> <ref name="Manning2002"> John C. Manning, Peter Goldblatt & Dee Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs, Timber Press, Portland und Cambridge, 2002. ISBN 0-88192-547-0, Wurmbea Seiten 409–412 </ref> <ref name="Barrett2006">Spencer C. H. Barrett & Andrea L. Case: The ecology and evolution of gender strategies in plants: the example of Australian Wurmbea (Colchicaceae), In: Australian Journal of Botany, Volume 54, 2006, S. 417–433: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Volltext-PDF. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. März 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/labs.eeb.utoronto.ca</ref> <ref name="EPBCredList"> EPBC Act List of Threatened Flora. Abgerufen am 19. März 2013. </ref> <ref name="Oosthuizen2019"> Delia Oosthuizen, Kevin Balkwill: Wurmbea (Colchicaceae, Anguillarieae) in Mpumalanga Province, South Africa, including the description of two new species. In: South African Journal of Botany, Volume 127, Dezember 2019, S. 117–123. doi:10.1016/j.sajb.2019.08.050 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Wurmbea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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