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Yachtschal

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Datei:Yakhchal.jpg
Yach-tschāl von Moayedi in der Provinz Kerman, Iran
Datei:Yakhchal of Yazd province.jpg
Yach-tschāl von Abarkuh in der Provinz Yazd, Iran

Ein Yach-tschāl (persisch يخچال Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.[jæxˈt͡ʃʰɒːl], ‚Eisgrube‘, aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Eis‘ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Grube‘; auch Yachdān, ‚Eisbehälter‘) ist ein traditioneller persischer Eisspeicher. Der Bautyp ist auf dem iranischen Hochland verbreitet, insbesondere an den Rändern der Wüsten Dascht-e Kawir und Dascht-e Lut. Yach-tschāl dienten dazu, im Winter gewonnenes oder vor Ort erzeugtes Eis über die heißen Sommermonate zu bevorraten. In den modernen Sprachen Persisch, Dari und Tadschikisch bezeichnet das Wort yachtschāl heute den elektrischen Kühlschrank.<ref name="iranica" /><ref name="ancientFridge" />

Eine vollständig ausgebaute Anlage besteht aus drei funktional getrennten Teilen: einem meist kegelförmig überkuppelten Speicherbau mit tief eingegrabenem Lagerraum, einer hohen Lehmziegel-Schattenmauer und flachen Eisbecken, in denen das Wasser in klaren Winternächten gefror. Nicht alle Anlagen umfassen alle drei Elemente; manche bestehen lediglich aus einer Schattenmauer über einem flachen Becken.<ref name="generaldesign" /><ref name="iranica" />

Das Bauwerk arbeitet ohne Hilfsenergie und nutzt drei physikalische Effekte des trockenen Wüstenklimas: die nächtliche Abstrahlung gegen den kalten Nachthimmel (Strahlungskühlung), die Verdunstungskälte und die Dämpfung der Tagesamplituden durch massive, erdberührte Bauteile. Wegen dieser Eigenschaften werden Yach-tschāl seit den 2010er Jahren verstärkt als Vorbild für passive Kühlkonzepte und nachhaltiges Bauen untersucht.<ref name="plea2017" /><ref name="ancientFridge" />

Bezeichnung[Bearbeiten]

Das persische Wort يخچال ist ein Kompositum aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (‚Eis‘) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (‚Grube‘, ‚Mulde‘) und bedeutet wörtlich „Eisgrube“. Daneben ist die Bezeichnung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Eisbehälter“) gebräuchlich, die vor allem in der Provinz Kerman und in Sirdschan für die dortigen Anlagen verwendet wird. In der deutschsprachigen Fachliteratur erscheinen ferner die Umschriften Yakhchal, Yakhchāl und Yaḵčāl. Die zugehörigen Eisbecken werden {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) genannt.<ref name="iranica" />

Forschungsgeschichte und Datierung[Bearbeiten]

Die Datierung der iranischen Eisspeicher ist quellenkritisch schwierig, weil Bauinschriften fehlen und Lehmziegelbauten regelmäßig ausgebessert und teilweise erneuert wurden. Die in populären Darstellungen häufig genannte Entstehung „um 400 v. Chr.“ beruht nicht auf einer archäologischen Befundlage an den erhaltenen Bauten, sondern auf allgemeinen Erwägungen zur Verfügbarkeit von Qanaten und zur antiken Schnee- und Eisnutzung.<ref name="iranica" /><ref name="generaldesign" />

Gesichert ist, dass die Konservierung von Eis und Schnee im Alten Orient weit zurückreicht: Bereits Keilschrifttexte aus Mari des 18. Jahrhunderts v. Chr. erwähnen ein „Eishaus“. Für den iranischen Raum berichten antike Autoren von der Anlage einfacher Schneegruben während des Feldzugs Alexanders des Großen (330 v. Chr.). Die einfachste Form des Eisspeichers – eine mit Stroh, Schilf und Erde abgedeckte Grube – ist technisch voraussetzungslos und dürfte sehr alt sein.<ref name="iranica" />

Die erhaltenen monumentalen Kuppelbauten sind demgegenüber deutlich jünger. Europäische Reisende beschreiben iranische Eishäuser erstmals im 17. Jahrhundert, unter anderem der englische Arzt und Reisende John Fryer. Von den bis 2005 durch die iranische Denkmalbehörde Iranian Cultural Heritage Organization registrierten 56 Eishäusern werden lediglich vier der Safawidenzeit zugerechnet; die Mehrzahl des erhaltenen Bestandes stammt aus kadscharischer Zeit, also aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Für den Yach-tschāl von Meybod wird ein Alter von etwa 400 Jahren angenommen.<ref name="iranica" /><ref name="plea2017" />

Die bislang umfassendste Bestandsaufnahme legte der dänische Bauforscher Hemming Jørgensen mit einer zwischen 2007 und 2009 durchgeführten Feldaufnahme vor.<ref name="jorgensen2012" />

Verbreitung und Bestand[Bearbeiten]

Yach-tschāl konzentrieren sich auf das zentraliranische Hochland zwischen den Randgebirgen und den Wüsten, wo sich zwei klimatische Voraussetzungen überlagern: ausreichend kalte, klare Winternächte mit Frost und ein sehr trockener, heißer Sommer, der die Kühlung überhaupt erst wertvoll macht. Nach Köppen liegen die betreffenden Gebiete im Bereich der kalten (BWk) und heißen (BWh) Wüstenklimate.<ref name="generaldesign" />

Jørgensens Survey erfasste auf dem zentralen Hochland 129 Eishäuser. Die überwiegende Mehrheit gehört zum Kuppeltyp (111 Bauten), 12 sind rein unterirdisch angelegt und 6 gehören zum reinen Mauertyp. Dichte Häufungen finden sich in den Provinzen Yazd, Kerman, Isfahan und Semnan. Historische Angaben belegen darüber hinaus eine erhebliche Zahl heute verlorener städtischer Anlagen: Für Teheran sind mehr als 80, für Isfahan mehr als 40 Eishäuser überliefert.<ref name="iranica" /><ref name="jorgensen2012" />

Verwandte Anlagen sind aus Afghanistan und Zentralasien bekannt. Die Moguln übernahmen die persische Technik in Nordindien, wo unter Humayun, Akbar und Jahangir als baraf khāna bezeichnete, mit Stroh und Salpeter isolierte Eiskeller betrieben wurden; das Eis wurde teils aus Kaschmir im Stafettenbetrieb nach Delhi, Agra und Lahore transportiert.<ref name="asher1992" /><ref name="koch2002" />

Typologie[Bearbeiten]

Die Forschung unterscheidet drei Grundtypen:<ref name="iranica" /><ref name="generaldesign" />

  • Kuppeltyp (häufigste Form): ein tief in den Boden eingegrabener, kreisförmiger Speicherraum, über dem sich ein hoher, kegel- bis zuckerhutförmiger Lehmziegelbau erhebt. Dieser Typ dominiert im offenen Gelände und an Siedlungsrändern.
  • Unterirdischer Typ: ein vollständig unter Geländeoberkante liegender, gewölbter oder mit Balken und Erde gedeckter Speicher ohne aufgehenden Kuppelbau; häufig innerhalb von Siedlungen, wo der Baugrund begrenzt war.
  • Mauertyp: eine reine Schattenmauer mit angeschlossenem Becken und flacher, abgedeckter Lagergrube, ohne monumentalen Speicherbau.

Anders als die europäischen Eiskeller, die primär der Kühlhaltung von Lebensmitteln dienten, waren die iranischen Anlagen in erster Linie Verteilstationen für Eis, das im Sommer stückweise verkauft wurde. Die Kühlhaltung von Nahrungsmitteln war eine Nebennutzung.<ref name="iranica" />

Bauweise und Baustoffe[Bearbeiten]

Speicherbau[Bearbeiten]

Datei:Irnl121-Meybod-Lodówka.jpg
Inneres des Yach-tschāl von Meybod mit kegelförmigem Kuppelraum

Der Speicherraum wurde als Schacht oder Trichter in den anstehenden Boden getrieben; überliefert sind Tiefen von etwa 6 bis 15 m. Der ausgehobene Boden diente unmittelbar der Herstellung der Lehmziegel für die aufgehende Kuppel – anders als bei den Wasserspeichern, die überwiegend aus gebranntem Ziegel errichtet wurden. Die Kuppel ist meist zweischalig und kegelförmig und öffnet sich an der Spitze in eine Abzugsöffnung.<ref name="iranica" /><ref name="generaldesign" />

Die Wandstärke nimmt von unten nach oben stark ab. Beim Yach-tschāl von Meybod misst die Außenschale am Fuß etwa 240 cm und an der Spitze nur noch etwa 20 cm, was der Dicke eines einzelnen Ziegels entspricht. Aus dieser Abstufung ergeben sich zugleich eine Gewichts- und Materialersparnis, eine Absenkung des Schwerpunkts und eine treppenartig gestufte Außenfläche, die als Rüstung für die jährlichen Instandsetzungsarbeiten genutzt werden konnte.<ref name="generaldesign" /> Die größten erhaltenen Kuppeln in der Provinz Yazd – darunter Abarkuh und Meybod – erreichen Höhen von rund 18 m bei Durchmessern von 20 bis 23 m.<ref name="iranica" />

Angaben zum Speichervolumen schwanken erheblich. Für den Speicher von Meybod ermittelte eine bauphysikalische Modellierung ein Nutzvolumen von rund 260 m³; populäre Darstellungen nennen für besonders große Anlagen Werte von bis zu 5000 m³.<ref name="plea2017" /><ref name="wind" />

Der Zugang erfolgte über einen meist verschließbaren Eingang, hinter dem eine schmale Treppe in die Tiefe führte. Auf der gegenüberliegenden Seite bestand eine schleusenartige Öffnung zum Becken, durch die die Eisblöcke nach der Ernte eingebracht und die anschließend wieder vermauert wurde. Am Boden des Speichers lag in der Regel ein Ablauf, der das Schmelzwasser in einen Qanat oder einen Sickerschacht führte, damit das Eis nicht in seinem eigenen Tauwasser stand.<ref name="generaldesign" />

Schattenmauer[Bearbeiten]

Datei:تنهایی یخدان کوثر (cropped).jpg
Yach-tschāl von Kowsar mit vorgelagerter Schattenmauer

Unmittelbar neben dem Becken steht eine massive, in Ost-West-Richtung verlaufende Lehmziegelmauer. Sie schirmt das Becken gegen die direkte Sonneneinstrahlung ab und unterbindet zugleich den warmen Luftaustausch über der Wasserfläche. Übliche Höhen liegen bei 10 m, in Einzelfällen bei bis zu 15 m; die Fußbreite beträgt bis zu etwa 2 m. Wegen der Höhe wurden die Mauern häufig durch Strebepfeiler oder eingestellte Bögen ausgesteift, wie an den Zwillingsanlagen von Sirdschan zu sehen ist.<ref name="generaldesign" />

Die Temperaturdifferenz zwischen beschatteter und besonnter Fläche beträgt in den betreffenden Regionen etwa 15 bis 20 K. Der Schatten verlängerte damit nicht nur die Standzeit des Eises, sondern verschaffte den Arbeitern zusätzliche Zeit für die Ernte. Vielfach wurde das zulaufende Qanatwasser entlang der Nordseite der Mauer geführt, um es im Mauerschatten vorzukühlen, bevor es das Becken oder den Speicher erreichte.<ref name="generaldesign" />

Ergänzend besitzen zahlreiche Anlagen einen Windturm (bādgir), der als thermischer Kamin die erwärmte Luft am First abführt und über bodennahe Öffnungen oder einen angeschlossenen Qanat kühle, feuchte Luft nachzieht.<ref name="wind" />

Eisbecken[Bearbeiten]

Datei:Yakhchal-kheshti.jpg
Eisbecken neben dem Yach-tschāl von Meybod

Die Becken (yachband) sind flache, langgestreckte Mulden von 40 bis 50 cm Tiefe. Überliefert sind Grundflächen in der Größenordnung von 100 m Länge und 10 m Breite; für Meybod wurde eine wirksame Beckenfläche von 416 m² bestimmt. Eine besondere Oberflächenbefestigung der Beckensohle war meist nicht vorhanden.<ref name="generaldesign" /><ref name="plea2017" />

Sārūdsch[Bearbeiten]

Für Mauerwerksfugen, Putze und wasserführende Bauteile wurde traditionell der Mörtel sārūdsch verwendet, eine Mischung aus Sand, Ton, gebranntem Kalk, Asche und faserigen Zuschlägen wie Ziegenhaar oder Häcksel, teilweise auch mit Eiweiß. Der Baustoff ist wasserabweisend, dauerhaft und weist eine vergleichsweise geringe Wärmeleitfähigkeit auf. Bauchemisch handelt es sich um einen puzzolanischen Kalkmörtel; der Ton wird bei nur etwa 800 °C kalziniert und damit deutlich energieärmer als Portlandzementklinker, was sārūdsch auch für die moderne Materialforschung interessant macht.<ref name="sarooj" /><ref name="wind" />

Bauphysik[Bearbeiten]

Eisbildung im Becken[Bearbeiten]

Datei:Yakhchal Strahlungskühlung.svg
Energiebilanz der nächtlichen Strahlungskühlung eines Eisbeckens

Entscheidend für die Eisbildung ist, dass die Energiebilanz der Wasseroberfläche über Nacht negativ wird. Eine für die Anlage in Meybod durchgeführte Modellierung beziffert die nächtlichen Wärmeverluste in der kältesten Woche im Mittel auf rund 60 W/m² durch Abstrahlung gegen den Himmel, etwa 20 W/m² durch Verdunstung und lediglich etwa 1 W/m² durch Konvektion an die Luft; dem stehen etwa 8 W/m² Wärmezufuhr aus dem Erdreich gegenüber. Die Strahlungskühlung ist damit der bei weitem dominierende Prozess.<ref name="plea2017" />

Möglich wird sie durch das atmosphärische Fenster im Wellenlängenbereich zwischen etwa 8 und 13 µm, in dem die trockene Wüstenatmosphäre für langwellige Wärmestrahlung weitgehend durchlässig ist. Die Wasseroberfläche strahlt dadurch effektiv gegen die sehr niedrige Temperatur des Weltraums ab und kann sich unter die Lufttemperatur abkühlen. Die geringe absolute Luftfeuchtigkeit begünstigt diesen Effekt, weil Wasserdampf der wichtigste Gegenstrahler ist; die geringe relative Luftfeuchtigkeit steigert zugleich die Verdunstungskühlung.<ref name="plea2017" /><ref name="wind" />

Die Modellierung ergibt für Meybod einen maximalen Eiszuwachs von etwa 12 mm pro Nacht und eine Gesamtproduktion von rund 120 mm Eisdicke je Winter, entsprechend etwa 49 m³ Eis bei 416 m² Beckenfläche. Das beschattete Becken schneidet dabei deutlich besser ab als eine unbeschattete Wasserfläche gleicher Größe, weil die tagsüber eingetragene Wärme weitgehend entfällt.<ref name="plea2017" />

Speicherung[Bearbeiten]

Datei:Qanat wind tower-de.svg
Prinzipschema eines mit Qanat und Windturm gekühlten Gebäudes

Im Speicher wirken mehrere Mechanismen zusammen. Die große Wandstärke und die Erdüberdeckung sorgen für hohe Wärmespeicherkapazität und eine starke Phasenverschiebung, sodass die sommerliche Tagesamplitude den Lagerraum praktisch nicht erreicht. Die kegelförmige Kuppel wirkt als Solarkamin: die im Kuppelraum erwärmte Luft steigt auf und entweicht durch die Scheitelöffnung, während über bodennahe Öffnungen kühlere Luft nachströmt. Die eingelagerten Eisblöcke wurden mit Holz, Stroh und Lehm gegeneinander abgelagert, um ein Zusammenfrieren zu verhindern und die Handhabung zu erleichtern; die oberste Lage wurde zusätzlich mit Stroh abgedeckt.<ref name="generaldesign" /><ref name="wind" />

Die Modellrechnung für Meybod beziffert den jährlichen Schmelzverlust bei einer Strohabdeckung von 0,5 m auf etwa 20 % und bei 1 m Abdeckung auf etwa 13 %; eine moderne Dämmung aus 0,5 m Polyurethanschaum käme auf etwa 6 %. Der Wärmeeintrag erfolgt zu rund 60 % über den oberen Kuppelbereich sowie zu je etwa 15 % über Sohle und Seitenwände – ein Befund, der die massive Ausbildung gerade des oberen Bauteils erklärt.<ref name="plea2017" />

Betrieb[Bearbeiten]

Datei:یخ سازی.jpg
Arbeiter beim Ernten des Eises aus einem Becken

Der Betrieb war streng saisonal. Im Spätherbst wurden die Becken instand gesetzt und der Speicher gereinigt. Sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt fielen, leitete man aus einem Qanat oder einem Bach eine dünne Wasserschicht von etwa 5 bis 10 cm in die Becken, die über Nacht durchfror. Am folgenden Tag wurde eine weitere dünne Lage aufgegossen, die auf der bereits gefrorenen Schicht erstarrte. Dieser Vorgang wurde wiederholt, bis das Eis eine Mächtigkeit von etwa 50 cm erreicht hatte. Historische Beschreibungen nennen tägliche Zuwächse von drei bis sechs Zoll.<ref name="iranica" /><ref name="plea2017" />

Anschließend wurde das Eis in den frühen Morgenstunden aufgebrochen, in Blöcke zerteilt und über die Schleusenöffnung in den Speicher eingebracht, wo es lagenweise geschichtet und abgedeckt wurde. In Gebirgsnähe wurde ergänzend oder ersatzweise Natureis und verdichteter Schnee aus höheren Lagen herangeschafft. Nach Abschluss der Ernte wurde die Einbringöffnung vermauert.<ref name="iranica" /><ref name="generaldesign" />

Im Sommer wurde das Eis portionsweise entnommen und verkauft. Es diente der Kühlung von Getränken und Speisen, zur Herstellung von Sorbets und der persischen Süßspeise Faludeh sowie in begrenztem Umfang der Konservierung leicht verderblicher Lebensmittel und in der Medizin.<ref name="iranica" /><ref name="ancientFridge" />

Niedergang und Denkmalpflege[Bearbeiten]

Mit der Verbreitung maschineller Kälteerzeugung verloren die Anlagen ihre wirtschaftliche Grundlage. Bereits in den 1930er Jahren entstanden in den größeren Städten Eisfabriken; spätestens in den 1960er Jahren war der Betrieb der Yach-tschāl weitgehend erloschen. Der Yach-tschāl von Meybod wurde nachweislich noch bis in die 1960er Jahre genutzt.<ref name="iranica" /><ref name="plea2017" />

Da Lehmziegelbauten ohne fortlaufende Pflege rasch verfallen, ist der Bestand seitdem stark zurückgegangen; zahlreiche Kuppeln sind eingestürzt oder nur noch als Ruine erhalten. Von den registrierten Denkmalen wurden bis zum Ende der 2000er Jahre lediglich etwa 10 % teilrestauriert. Einzelne gut erhaltene Bauten – etwa in Abarkuh, Meybod, Kerman und Sirdschan – sind heute touristisch erschlossen.<ref name="iranica" /><ref name="jorgensen2012" />

Rezeption in der modernen Architektur[Bearbeiten]

Seit den 2010er Jahren wird das Prinzip des Yach-tschāl in der Bauforschung als Referenz für energiearme Kühlung diskutiert. Untersucht werden vor allem die saisonale Kältespeicherung durch Eis sowie die nächtliche Strahlungskühlung, die in Form selektiv emittierender Beschichtungen auch als „Tageslicht-Strahlungskühlung“ Gegenstand aktueller Materialforschung ist. Eine Fallstudie überträgt das Prinzip auf ein hypothetisches Bürogebäude von 400 m² Nutzfläche in Nordindien: Der aus saisonal erzeugtem Eis gedeckte Kältebedarf von etwa 3,7 MWh würde den überwiegenden Teil des Kühlbedarfs abdecken, wobei die Komfortgrenzen in rund 20 % der Nutzungsstunden überschritten würden.<ref name="plea2017" /><ref name="ancientFridge" />

Bedeutende Beispiele[Bearbeiten]

Datei:یخدان دوقولو.jpg
Die Zwillings-Yach-tschāl von Sirdschan, Provinz Kerman, mit bogenverstärkter Schattenmauer
  • Meybod (Provinz Yazd): eine der besterhaltenen Anlagen mit vollständig erhaltener Kuppel, Schattenmauer und Becken; Gegenstand mehrerer bauphysikalischer Untersuchungen.
  • Abarkuh (Provinz Yazd): Kuppelbau von rund 18 m Höhe, häufig abgebildetes Beispiel des Kuppeltyps.
  • Moayedi (Kerman): städtische Anlage in über 1600 m Höhe mit besonders massiver Kuppel.
  • Sirdschan (Provinz Kerman): Doppelanlage aus zwei Kuppelbauten mit dazwischenliegender, durch Bögen ausgesteifter Schattenmauer.
  • Kowsar: Beispiel für die Führung des Zulaufwassers entlang der Nordseite der Schattenmauer.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hemming Jørgensen: Ice Houses of Iran. Where, How, Why (= Bibliotheca Iranica: Archaeology, Art and Architecture. Band 2). Mazda Publishers, Costa Mesa 2012, ISBN 978-1-56859-269-5.
  • Elisabeth Beazley, Michael Harverson: Living with the Desert. Working Buildings of the Iranian Plateau. Aris & Phillips, Warminster 1982.
  • Hans E. Wulff: The Traditional Crafts of Persia. MIT Press, Cambridge, Mass. 1966.
  • Bahareh Hosseini, Ali Namazian: An Overview of Iranian Ice Repositories, an Example of Traditional Indigenous Architecture. In: METU Journal of the Faculty of Architecture. Band 29, Nr. 2, 2012, S. 223–234, doi:10.4305/METU.JFA.2012.2.10.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Eishäuser im Iran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hemming Jørgensen: YAḴČĀL. In: Encyclopædia Iranica. 12. Oktober 2012, abgerufen am 15. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="iranica"> Hemming Jørgensen: YAḴČĀL. In: Encyclopædia Iranica. 12. Oktober 2012, abgerufen am 15. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="jorgensen2012"> Hemming Jørgensen: Ice Houses of Iran. Where, How, Why. Mazda Publishers, Costa Mesa 2012, ISBN 978-1-56859-269-5. </ref> <ref name="generaldesign"> Bahareh Hosseini, Ali Namazian: An Overview of Iranian Ice Repositories, an Example of Traditional Indigenous Architecture. In: METU Journal of the Faculty of Architecture. Band 29, Nr. 2, 2012, S. 223–234, doi:10.4305/METU.JFA.2012.2.10. </ref> <ref name="ancientFridge"> Mohammadjavad Mahdavinejad, Kavan Javanrudi: Assessment of Ancient Fridges: A Sustainable Method to Storage Ice in Hot-Arid Climates. In: Asian Culture and History. Band 4, Nr. 2, Juli 2012, S. 133–139, doi:10.5539/ach.v4n2p133. </ref> <ref name="plea2017"> Hareth Pochee, John Gunstone, Oliver Wilton: New insight on passive ice making and seasonal storage of the Iranian Yakhchal and their potential for contemporary applications. In: PLEA 2017 – Design to Thrive. Proceedings of the 33rd International Conference on Passive and Low Energy Architecture. Edinburgh 2017 (ucl.ac.uk [PDF; abgerufen am 15. August 2026]). </ref> <ref name="sarooj"> Mohammed Seddik Meddah, Naima Benkari, Saleh N. Al-Saadi, Yousuf Al Maktoumi: Sarooj mortar: From a traditional building material to an engineered pozzolan – mechanical and thermal properties study. In: Journal of Building Engineering. Band 32, November 2020, S. 101754, doi:10.1016/j.jobe.2020.101754. </ref> <ref name="wind"> James Ayre: Yakhchāls, Āb Anbārs, & Wind Catchers – Passive Cooling & Refrigeration Technologies Of Greater Iran (Persia). In: CleanTechnica. 28. April 2018, abgerufen am 15. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="asher1992"> Catherine B. Asher: Architecture of Mughal India. Cambridge University Press, Cambridge 1992, ISBN 0-521-26728-5, S. 39–42. </ref> <ref name="koch2002"> Ebba Koch: Mughal Architecture. An Outline of Its History and Development (1526–1858). Prestel, München 2002, ISBN 3-7913-2609-0, S. 67–70. </ref> </references>