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Yohimbin

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Strukturformel
Datei:Yohimbine.svg
Allgemeines
Name Yohimbin
Andere Namen
  • (+)-17α-Hydroxy-3α,15α,20β-yohimban-16α-carbonsäuremethylester
  • Quebrachin
Summenformel C21H26N2O3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 205-672-0
ECHA-InfoCard 100.005.157
PubChem 8969
ChemSpider 8622
DrugBank DB01392
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

G04BE04

Wirkstoffklasse

Aphrodisiakum

Wirkmechanismus

α2-Adrenorezeptor-Antagonist

Eigenschaften
Molare Masse 354,44 g·mol−1
Schmelzpunkt
Löslichkeit

wenig in Wasser (277 mg·l−1 bei 25 °C)<ref name="ChemIDplus" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Yohimbine hydrochloride bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Hydrochlorid

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​311​‐​331
P: 261​‐​264​‐​280​‐​301+310​‐​311<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

43 mg·kg−1 (LD50, Maus, oral)<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Yohimbine in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Yohimbin ist eine vornehmlich in den Blättern und der Rinde des Yohimbe-Baumes (Pausinystalia yohimbe) natürlich vorkommende Substanz aus der Gruppe der Indolalkaloide. Darüber hinaus ist Yohimbin auch in den Wurzeln zahlreicher Schlangenwurze (Rauvolfia-Arten) anzutreffen. Zu den nach dieser Art benannten Rauvolfia-Alkaloiden gehören neben Yohimbin ferner auch beispielsweise Reserpin, Mitragynin, Serpentin und Ajmalin.<ref name="wo">Yohimbin. In: Lexikon der Biologie/Chemie online.</ref> Therapeutisch wird Yohimbin bei Erektionsstörungen eingesetzt.<ref>Yohimbin: Potenzkraft vom Äquator. In: Pharmazeutische Zeitung.</ref>

Pharmakologie[Bearbeiten]

Yohimbin ist ein hochpotenter Antagonist an α2-Adrenozeptoren, welche u. a. in der glatten Muskulatur von Blutgefäßen zu finden sind. Eine Blockade dieser glattmuskulären Rezeptoren führt zu einer Erweiterung der Gefäße.<ref></ref> Yohimbin überquert zudem rasch die Blut-Hirn-Schranke und erhöht durch zentrale Mechanismen den Blutdruck und die Herzfrequenz. Außerdem erhöht es die motorische Aktivität und führt zu Tremor.

Weiterhin beschrieben sind eine antiemetische, antidiuretische, lokal betäubende und monoaminooxidasehemmende Wirkung.<ref>Eintrag zu Yohimbin bei VetpharmVorlage:Abrufdatum</ref>

Die aphrodisierende Wirkung des Yohimbins soll einerseits ebenfalls auf die Blockade von α2-Adrenozeptoren auf Blutgefäßen in den männlichen Geschlechtsorganen und andererseits auf die Blockade von α2-Adrenozeptoren im Zentralnervensystem zurückzuführen sein. Darüber hinaus interagiert Yohimbin mit zahlreichen Serotonin-(5-HT)-Rezeptoren.

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Zu den häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (1 bis 10 %) nach Einnahme von Yohimbin in therapeutischer Dosierung zählen Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und verstärkter Harndrang. Gelegentlich (0,1 bis 1 %) treten Nervosität, Schwindel, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Durchfall, Schwitzen, Frösteln, Herzklopfen, Steigerung des Blutdrucks und der Herzfrequenz auf. Über das gelegentliche Auftreten allergischer Reaktionen und Hautrötungen wurde ebenfalls berichtet. Deutlich seltenere Nebenwirkungen sind unter anderem Hypotonie, Bronchospasmus und Tremor.<ref name="FI Yocon-Glenwood">Fachinformation Yocon-Glanwood. Glenwood GmbH, Stand Februar 2010.</ref> Nach Einnahme einer sehr hohen Dosis Yohimbin (200 mg) wurde unter anderem ein Lupus erythematodes mit chronischem Nierenversagen beschrieben.<ref name="Gabardi" /> Yohimbin kann bei Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung Panikattacken und Flashbacks auslösen.<ref>Jonathan Shay: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.About Medications For Combat PTSD. (Memento vom 6. Mai 2008 im Internet Archive) dr-bob.org, Stand: 26. April 2008.</ref>

Therapeutischer Stellenwert[Bearbeiten]

Studien zeigen, dass Patienten mit psychogener und/oder organischer Impotenz teilweise von einer Medikation mit Yohimbin profitieren können.<ref>E. Ernst E, M.H. Pittler: Yohimbine for erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. In: J Urol., Februar 1998, 159(2), S. 433–436; PMID 9649257.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Yohimbine for erectile dysfunction update. (Memento vom 11. Oktober 2008 im Internet Archive) Publikation von Bandolier, medicine.ox.ac.uk, 1. April 2007.</ref> Die Anwendung erfolgte über einen Zeitraum von 2 bis 10 Wochen. Nachteilig ist die zwischen 7 und 87 % stark schwankende Bioverfügbarkeit des Yohimbins, die inter- und intraindividuell beobachtet wird.<ref>W. Blaschek, R. Hänsel, K. Keller: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Band 2. 5. Ausgabe. Verlag Springer, 1998, S. 323.</ref> Mit dem Aufkommen der gut wirksamen PDE-5-Hemmer für die Behandlung der erektilen Dysfunktion ist die Bedeutung des schwach und unzuverlässig wirkenden Yohimbins zurückgetreten.<ref>I. Knebel: Tadalafil und Vardenafil. In: Pharmazeutische Zeitung. Ausgabe 11. 2004.</ref><ref>C. Leiber, U. Wetterauer: Individuelle Therapie für das heimliche Leiden. In: Pharmazeutische Zeitung, 2005, Ausgabe 37.</ref>

Die früher praktizierte Behandlung des Bluthochdrucks mit Yohimbin ist seit langem obsolet.

Pharmazeutische Informationen[Bearbeiten]

Yohimbin ist oral anwendbar. Arzneilich verwendet wird das Yohimbinhydrochlorid.

Tiermedizin[Bearbeiten]

In der Tiermedizin wird Yohimbin eingesetzt, um bei Hunden und Hirschen die Wirkung von Xylazin aufzuheben.<ref>CFR – Code of Federal Regulations Title 21. FDA.</ref> In Deutschland ist Yohimbin in der tierärztlichen Praxis nicht zugelassen, hier wird Atipamezol eingesetzt.<ref>W. Erhardt, J. Henke, J. Haberstroh: Anästhesie & Analgesie beim Klein- und Heimtier. Schattauer, 2004, S. 30.</ref>

Lebensmittel[Bearbeiten]

Yohimberinde und Zubereitungen daraus, die aus Yohimbe (Pausinystalia yohimbe (K. Schum) Pierre ex Beille) gewonnen werden, sind nach Anhang III Teil A VO (EG) Nr. 1925/2006 in der EU in Lebensmitteln verboten<ref></ref>. Das Verbot basiert auf einer Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die insbesondere Yohimbin bewertet hat, das es als einziges Alkaloid ausreichend robust in Nahrungsergänzungsmitteln mit Yohimberinde nachgewiesen und quantifiziert worden war. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die chemische und toxikologische Charakterisierung von Yohimbe-Rinde nicht ausreicht, um ihre Sicherheit als Lebensmittelzutat zu bestätigen.<ref></ref>

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate
Yocon-Glenwood (D, A), Procomil (D)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Gabardi"> </ref> </references>

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