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Yury Kharchenko

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Yury Kharchenko ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)/Juri Chartschenko; * 1986 in Moskau, Sowjetunion) ist ein deutscher Maler. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Kharchenko wuchs erst in Moskau und dann im Rheinland auf. Im Alter von 13 bis 15 Jahren erteilte ihm der russische Künstler und Dichter Vilen Barsky ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in Dortmund Privatunterricht. Von 2004 bis 2008 studierte Kharchenko freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

Seine Arbeiten sind u. a. Bestandteil von Sammlungen wie dem Museum Kunstpalast Düsseldorf, Kunstmuseum Walter, Sammlung Wemhöner (Herford/Berlin), dem Kunsthaus NRW Aachen, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück.

Künstlerische Praxis[Bearbeiten]

Der Kritiker Marcus Steinweg betont die „philosophische Aufladung“ seiner Arbeiten und beschreibt seine Leinwände als Spannungsfelder zwischen Präsenz und Abwesenheit.<ref>Marcus Steinweg: PHILOSOPHISCHE MALEREI. zu Yury Kharchenko. In: yury-kharchenko.com. 2021, abgerufen am 7. August 2025.</ref> Beate Reese hebt die Ambivalenz seiner Hausstrukturen hervor, die gleichermaßen als Zufluchtsorte wie als Zonen der Verletzlichkeit fungieren, während Gerard Goodrow Kharchenkos Werk als eine Form „meditativen Widerstands“ in einer fragmentierten Welt versteht.<ref>Ygael Attali, Matthew Baigell, Gerard Goodrow et al.: Yury Kharchenko. Kerber, 2018, ISBN 978-3-7356-0464-4 (stadtzauber.de).</ref>

Houses of Spirit – Das Motiv des Hauses in Yury Kharchenkos Malerei[Bearbeiten]

Yury Kharchenkos Serie Houses of Spirit, als Zyklus von zwölf großformatigen Werken konzipiert, stellt einen zentralen Werkkomplex in seiner künstlerischen Entwicklung dar.

Der Kunsthistoriker Kay Heymer beschreibt Kharchenkos Hausmotiv als ein „vielfältig interpretierbares Zeichen“, das sowohl physische als auch emotionale Vorstellungen von Heimat anruft und gleichzeitig tiefere theologische und existenzielle Dimensionen anspricht. Die Häuser illustrieren keine Geschichten, sondern dienen als visuelle Metaphern – zeitlos, meditativ und offen für Interpretation.

Laut Heymer transzendiert Kharchenkos Kunst das Visuelle; sie ist in einer philosophischen und theologischen Auseinandersetzung verwurzelt, die von seiner Familiengeschichte und seiner breiteren Auseinandersetzung mit jüdischen kulturellen und intellektuellen Traditionen geprägt ist. Während Houses of Spirit nur einen Aspekt seines vielfältigen Œuvres darstellt, fängt es einen zentralen Anliegen seiner Kunst ein: die Fähigkeit der Malerei, das Materielle mit dem Metaphysischen, das Historische mit dem Zeitlosen, das Persönliche mit dem Universellen zu verbinden.

Auseinandersetzung mit Holocaust und Erinnerungskultur[Bearbeiten]

Ein Teil von Yury Kharchenkos Werk beschäftigt sich mit der künstlerischen Reflexion des Holocausts und der Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert. Besonders kontrovers diskutiert wurden seine Auschwitz-Bilder, in denen er popkulturelle Comicfiguren wie Dagobert Duck, Goofy oder Superman in den Kontext nationalsozialistischer Vernichtungslager stellt.<ref name="Krefeld">Yury Kharchenko : Superhelden vor den Auschwitztoren treffen auf sensible Malerei. In: krefelder-kunstverein.de. 2022, abgerufen am 7. August 2025.</ref><ref>Kunst, Kultur und Erinnerung – Ein Künstlergespräch mit Yury Kharchenko. In: hagalil.com. 9. September 2021, abgerufen am 7. August 2025.</ref><ref name="S-H">Matthias Pankau: Yury Kharchenko: Die eigene Identität. In: evangelisches-gemeindeblatt.de. 7. August 2024, abgerufen am 7. August 2025.</ref> Der Philosoph und Publizist Micha Brumlik interpretierte diese Arbeiten als provokante visuelle Auseinandersetzung mit der Spannung zwischen Kultur und Barbarei, wie sie Theodor W. Adorno formulierte. Kharchenko thematisiert dabei die Unzulänglichkeiten moderner Erinnerungskultur und den Einfluss von Kapitalismus, Popkultur und Identitätspolitik auf das Gedenken an die Shoah. Seine Werke stellen keine bloßen Provokationen dar, sondern fordern dazu auf, über die Darstellbarkeit des Holocausts und die Rolle der Kunst im Angesicht historischen Grauens neu nachzudenken.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

(Quelle: Yury Kharchenko<ref>Website Yury Kharchenko</ref>) Vorlage:Hinweisbaustein

2027[Bearbeiten]

  • Städtische Galerie Tuttlingen (Einzelausstellung)
  • Religio Museum, Telgte (Gruppenausstellung)

2026[Bearbeiten]

  • Yury Kharchenko / Vitaly Komar, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main
  • Altes Haus, kuratiert von Marat Guelman, Kunsthaus NRW, Aachen
  • Klassenverhältnisse – die zweite Staffel, Kunstlehre von 1946 bis 2026, mit Peter Doig, Jörg Herold, Albert Oehlen, Rosemarie Trockel, Günther Uecker, Markus Lüpertz u. a.
  • Zitadelle, Berlin, kuratiert von Christoph Tannert, mit Arnold Dreyblatt, Emmanuel Bornstein, Zahar Zukerman, Alona Harpaz, Shira Orion, Yehudit Sasportas u. a.

2025[Bearbeiten]

  • Galerie Noah, Twintowers Alt-Treptow, Berlin, mit A. R. Penck, Jonathan Meese, Bernd Zimmer, Karl Horst Hödicke u. a.
  • Bad/Good Jews, Bunker Berlin, kuratiert von Yury Kharchenko, Aljoscha Samjatin und Marat Guelman, mit Art Spiegelman, Alexander Melamid, Michail Grobman, Marat Guelman
  • Philadelphia Museum of Jewish Art (Gruppenausstellung), mit Archie Rand, Joel Silverstein, Yona Verwer, Tobi Kahn, Yigal Ozeri u. a.

2024[Bearbeiten]

  • Hällisch-Fränkisches Museum, Schwäbisch Hall (Einzelausstellung)

2022[Bearbeiten]

  • Richard-Haizmann-Museum, Niebüll (Kunstverein Niebüll e. V.) (Einzelausstellung)
  • Kunstverein Krefeld (Einzelausstellung)

2021[Bearbeiten]

  • MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln am Wallraf-Richartz-Museum, Köln. Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Micha Brumlik, Rita Kersting (Museum Ludwig, Köln), Kay Heymer (Museum Kunstpalast Düsseldorf); Moderation: Dr. Michael Köhler

2020[Bearbeiten]

  • Messe in St. Agnes, Johann König Galerie, Berlin (Gruppenausstellung)
  • Berlinische Galerie (Gruppenausstellung)
  • Hamburger Kunsthalle (Gruppenausstellung)
  • Kunstmuseum Bonn (Gruppenausstellung)
  • HEART, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, u. a. mit Jenny Holzer, Thomas Klipper, Anselm Kiefer, Katharina Grosse, Rose Wylie, Antje Majewski, Douglas Gordon, Joseph Kosuth, Candida Höfer, Norbert Bisky, Henning Strassburger, Nevin Aladağ, Abraham David Christian, Assaf Gruber, Reinhard Mucha, Monica Bonvicini, Anish Kapoor
  • Biennale Ansbach (Gruppenausstellung), mit Jonas Burgert, Justine Otto, Nicola Samorì, Martin Kobe u. a.

2019[Bearbeiten]

  • Michael Horbach Stiftung, Köln (Gruppenausstellung)
  • Avanti, mit Leiko Ikemura, Frauke Dannert, Katharina Jahnke, Philipp Schwalb u. a.
  • St. Joseph, Münster (Einzelausstellung)
  • Franz-Hitze-Haus, Münster (Einzelausstellung)
  • Lachenmann Art, Frankfurt am Main (Gruppenausstellung), mit Jonathan Meese, Justine Otto, Philipp Grözinger
  • Lachenmann Art, Konstanz (Einzelausstellung)

2018[Bearbeiten]

  • Kunstmuseum Bochum, Bild Macht Religion, mit Jake and Dinos Chapman, Andy Warhol, Gerhard Richter, Martin Kippenberger, Arnulf Rainer, Joseph Beuys, Imi Knoebel, Berlinde De Bruyckere, David LaChapelle, Hermann Nitsch, Nam June Paik, Sigalit Landau
  • Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück (Einzelausstellung)
  • NS-Dokumentationszentrum, Köln (Einzelausstellung)
  • Kunsthaus NRW, Aachen, mit Thea Djordjadze, Anna K.E., Yury Kharchenko, Frauke Dannert, Seb Koberstädt, Gereon Krebber, Eli Cortiñas, Florian Meisenberg
  • Kunstverein Sundern
  • Galerie Noah, Augsburg
  • Kunstmuseum Walter im Glaspalast

2017[Bearbeiten]

  • Ketterer, Berlin, mit Thomas Zipp, Anton Henning, Walter Stöhrer, Thomas Hartmann, Eugen Schönebeck, Bernd Koberling, K. H. Hödicke, Takeshi Makishima, Gama, Miriam Vlaming, Yury Kharchenko
  • Museum Kunstpalast, Düsseldorf – Neupräsentation der Sammlung; Auswahl als Meisterwerk des Monats, kuratiert von Kay Heymer; Podiumsgespräch mit Kay Heymer
  • Luther und Avantgarde, Altes Gefängnis Wittenberg, mit Ai Weiwei, Erwin Wurm, Jonathan Meese, Isa Genzken, Olafur Eliasson, Stephan Balkenhol, Christian Jankowski, Jürgen Klauke, Günther Uecker, Tal R, Gregor Schneider, Gilbert & George, Yury Kharchenko
  • Sotheby’s-Auktion, Wien, mit Mischa Kuball, Michael van Ofen, Axel Geis, Kirstine Roepstorff, Sophie von Hellermann, Ricarda Roggan
  • Alte Synagoge Essen (Einzelausstellung), kuratiert von Kay Heymer

2016[Bearbeiten]

  • Clara Maria Sels Gallery (Einzelausstellung)
  • Jüdisches Museum Westfalen (Einzelausstellung)
  • Nordheimer Scheune, Helmut A. Müller (Einzelausstellung)

2015[Bearbeiten]

  • Clara Maria Sels Gallery, Düsseldorf
  • Christie’s im K21, Düsseldorf
  • Voyage Mezzanine
  • Mirta Demare Gallery, Rotterdam
  • Voyage Mezzanine
  • Bonnefanten, Roermond, Niederlande
  • Jagla Ausstellungsraum, Köln
  • Ober Gallery, Kent, Connecticut, USA

2014[Bearbeiten]

  • Clara Maria Sels Gallery, Düsseldorf – Ilya Kabakov, Yury Kharchenko, Panamarenko, Alexander Braun
  • Bespoke, Düsseldorf, mit Barbara Friedman, Nicola Stäglich
  • Kunstverein Dillingen, mit Thomas Huber
  • Ober Gallery, Kent, Connecticut, USA, mit Jasper Johns, A. R. Penck, Barbara Friedman und Donald Baechler
  • Privatausstellung, Art Space in Chelsea, New York, kuratiert von Nicollette Ramirez
  • Schwartzsche Villa, Berlin (Einzelausstellung)

2013[Bearbeiten]

  • Clara Maria Sels Gallery, Düsseldorf (Einzelausstellung)
  • Mirta Demare Gallery, Rotterdam (Einzelausstellung)
  • Schwartzsche Villa, Berlin (Einzelausstellung)
  • Gerhard Hofland Gallery, Amsterdam (Einzelausstellung)
  • FRISCH, Halle am Wasser, Berlin (Einzelausstellung)
  • Ober Gallery, Kent, Connecticut, USA (Einzelausstellung)
  • Gene Shapiro Auctions, New York
  • Museum Kunstpalast, Düsseldorf

2012[Bearbeiten]

  • Chaplini Gallery, Köln (Einzelausstellung)
  • Jerusalem Artists House, Jerusalem
  • Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, mit Nezaket Ekici
  • Ben Uri, The London Jewish Museum of Art, London
  • Prima Center, Berlin (Einzelausstellung)
  • Kunst aus NRW, Aachen
  • Museum Kunstpalast, Düsseldorf

2011[Bearbeiten]

  • Museum Kunstpalast, Düsseldorf

2010[Bearbeiten]

  • Förderkoje, Art Cologne (Einzelausstellung)
  • New Positions, Köln – Michal Budny, Anja Schwörer, Michael Wutz, Zenita Komad, Yury Kharchenko, Johannes Wald, Eli Cortiñas, Michail Pirgelis, Rebecca Wilton, Marco Schuler, János Fodor, Vera Lossau
  • Kunstraum, Düsseldorf

2009[Bearbeiten]

  • Art Cologne Project, Russian Salon, mit Vadim Zakharov und Anna Parkina
  • Jiří Švestka Gallery, Prag
  • Otto Schweins Gallery, Köln (Einzelausstellung)

2008[Bearbeiten]

  • Kunstmuseum Walter
  • Galerie Noah

2007[Bearbeiten]

  • Tris Vonna-Michell / Yury Kharchenko (Einzelausstellung)
  • European Kunsthalle Project
  • Otto Schweins Gallery, Köln (Einzelausstellung)
  • Schuebbe Projects, Düsseldorf (Einzelausstellung)

2006[Bearbeiten]

  • Christie’s in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Kataloge[Bearbeiten]

  • Leonardo Art award im Kunstmuseum Walter, Augsburg. Extra Verlag, Berlin 2008. ISBN 978-3-938370-28-5.
  • Helmut A. Müller, Beate Reese, Micha Brumlik et al.: Yury Kharchenko, Painting 2018 -2023. Hrsg.: Yury Kharchenko. Hirmer Verlag, München 2023, ISBN 978-3-7774-4188-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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