Yusuf Estes
Yusuf Estes, eigentlich Joseph Estes (* 1944 in Ohio)<ref>Artikel auf der Website der Islamic Times Ghana. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. November 2013; abgerufen am 12. November 2013.</ref> ist ein US-amerikanischer Prediger, der im Jahr 1991 vom Christentum zum Islam übertrat.
Leben[Bearbeiten]
Joseph Estes wurde in Ohio geboren, wuchs aber in Pasadena, Texas auf, wo er im Alter von 12 Jahren die Taufe empfing. Er gehörte der Baptistengemeinde „Christi Jünger“ an, bei der sein Vater Prediger war. Er selbst lernte Organist und arbeitete lange Jahre als Verkäufer für Klaviere und Elektroorgeln. Daneben predigte er. Unter anderem war er Delegierter bei der United Nations Peace Conference for Religious Leaders. In den 1990er Jahren war Estes als Seelsorger für das Federal Bureau of Prisons tätig.<ref name=":1">Gut gelaunter Showmuslim aus Texas. In: Der Bund. 19. Februar 2011, abgerufen am 12. August 2026.</ref>
Laut eigenen Angaben zweifelte er bereits als Kind am christlichen Dogma, unter anderem an der Trinität. Zum Islam kam er 1991, als er einen ägyptischen Geschäftsmann traf, den er zum Christentum bekehren wollte. Stattdessen kam es umgekehrt. Estes begann in Ägypten, der Türkei und Marokko den Islam zu studieren und entwickelte sich zum Vortragsredner, TV- und Internet-Missionar.<ref name=":1" /><ref>Danial Zainal Abidin: Islam the Misunderstood Religion. PTS Millennia, 2007, ISBN 978-983-3604-80-7, S. 180 ff. (google.de [abgerufen am 12. August 2026]).</ref>
Außerdem war Estes Delegierter beim Millennium Peace Summit of Religious and Spiritual Leaders, der im Jahr 2000 abgehalten wurde<ref>Artikel auf der Website der Muslimischen Studentenvereinigung an der Universität von Nebraska-Lincoln. Abgerufen am 12. November 2013.</ref> und ist Gründer und Direktor des Fernsehsenders GuideUS TV.<ref>Website von GuideUS TV. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. September 2013; abgerufen am 12. November 2013.</ref> Seine Predigten erreichen zum Teil siebenstellige Aufrufe.<ref name=":0">Selam Bruk: Missionarischer Islam auf YouTube: Argumente salafistischer Prediger kritisch untersucht. BoD – Books on Demand, 2015, ISBN 978-3-7386-0379-8, S. 51 (google.de [abgerufen am 12. August 2026]).</ref>
Estes nimmt eine Führungsfunktion in der World Assembly of Muslim Youth ein und die nahezu geschlossene Konvertierung seiner Familie gilt als „motivierender Modellfall“.<ref>Florian Harms: Islamische Mission im Internet : Voraussetzungen, Analyse und Vergleich von daʻwa-Sites im World Wide Web. Sahker Verlag, 2007, S. 282–285</ref>
Aktiv in der islamischen Missionierung in den USA, wirkt Estes oft als Gast-Moderator und Redner auf verschiedenen islamischen Veranstaltungen mit und wird zu verschiedenen, im Satellitenfernsehen ausgestrahlten Fernsehsendungen eingeladen. Beim Dubai International Holy Quran Award wurde er im August 2012 zur wichtigsten islamischen Persönlichkeit des Jahres 2012 ernannt.<ref>Artikel auf der Website der Gulf News. Abgerufen am 12. November 2013.</ref> In Deutschland missionierte er 2008 mit dem Islamisten Pierre Vogel.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> 2011 trat er in Biel auf der Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrates (IZRS) auf.<ref>Erleidet Biel einen Imageschaden wegen Islam-Konferenz? In: Tagesanzeiger.ch. 16. Februar 2011, abgerufen am 12. August 2026.</ref>
In seinen Predigten nutzt Estes Verweise auf die US-amerikanische Geschichte für Versuche der Missionierung. Dabei greift er die amerikanische Rassentrennung bis in die 1960er Jahre auf und begründet beispielsweise aus eigenen Kindheitserfahrungen und Berichten über Malcolm X, warum (seiner Meinung nach) der Westen den Islam braucht („Why the West needs Islam“).<ref>Shaimaa El Naggar: Muslim Identities in Contemporary Televangelists' Online Discourse. Springer International Publishing, 2024, S. 178–195</ref> Er gilt als moderater Prediger, der seine Reden humorvoll ausschmückt und Toleranz predigt. Dennoch bedient er auch ein konservatives islamisches Publikum.<ref name=":1" /><ref>Harmony is the message for gathering at Blackburn's King George’s Hall. In: Lancashire Telegraph. 27. Oktober 2014, ISSN 0307-1235 (lancashiretelegraph.co.uk [abgerufen am 12. August 2026]).</ref> 2017 wurde ihm die Einreise nach Singapur verweigert, weil er in seinen Reden unter anderem den christlichen Brauch von Weihnachten kritisierte, sich bibelkritisch äußerte und weitere intolerante Ansichten vorgetragen habe.<ref>American Muslim preacher denied entry into Singapore for expressing divisive views: MHA. In: The Straits Times. 1. Dezember 2017, ISSN 0585-3923 (straitstimes.com [abgerufen am 12. August 2026]).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website von Yusuf Estes (Abgerufen am 12. November 2013)
- Bericht auf der Seite der Washington Post (Abgerufen am 12. November 2013)
- Estes auf der Website der Dubai International Peace Convention 2012 (Abgerufen am 12. November 2013)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Estes, Yusuf |
| ALTERNATIVNAMEN | Estes, Joseph (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Prediger, der im Jahr 1991 vom Christentum zum Islam übertrat |
| GEBURTSDATUM | 1944 |
| GEBURTSORT | Ohio |