Yvette Fontaine
Yvette Fontaine (* 3. Juni 1946 in Hasselt) ist eine ehemalige belgische Automobilrennfahrerin. Sie wurde 1969 im Tourenwagensport belgische Meisterin und war die erste Frau, die in Belgien einen solchen nationalen Motorsportsieg errang.<ref name="tvcom-2018-06-15">Yvette Fontaine, star oubliée de l'automobile. In: TVCom. 15. Juni 2018, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="autosportbe-2016-06-04">Boek over Yvette Fontaine "Mijn Passie" voorgesteld in Autoworld. In: Autosport.be. 4. Juni 2016, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bis heute ist sie die einzige Frau, die die Gesamtwertung der belgischen Tourenwagen-Meisterschaft für sich entscheiden konnte.
Leben[Bearbeiten]
Yvette Fontaine wurde in Hasselt geboren;<ref name="focusonbelgium-2018-08-22">Yvette Fontaine, the first woman motor sport champion. In: Focus on Belgium. 22. August 2018, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ihre Familie zog später nach Viversel in die Nähe des späteren Circuit Zolder, wo ihr Vater ein Bauunternehmen betrieb und sie als Jugendliche regelmäßig Motorsport erlebte.<ref name="circuitzolder-60">We zijn onze tijd altijd vóór geweest. In: Circuit Zolder. Abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wann immer es möglich war und es eine Veranstaltung auf dem knapp vier Kilometer langen Rundkurs gab, war Fontaine im Jugendalter als Zuschauerin zugegen.
Nach Versuchen im Kartsport bestritt sie 1964 im Alter von 18 Jahren ihre erste Rallye, an der sie eher zufällig in ihrer Umgebung teilnahm.<ref name="focusonbelgium-2018-08-22"/><ref name="tvcom-2018-06-15"/> 2018 lebte sie in Grez-Doiceau in Wallonisch-Brabant.<ref name="tvcom-2018-06-15"/>
Im Jahr 2016 wurde im Autoworld Brussels die von Frank Rameckers verfasste Biografie Yvette Fontaine. Mijn passie – Ma passion – My passion vorgestellt; sie erschien bei BVN Vintage Race Cars und war als dreisprachiges, reich bebildertes Buch angelegt.<ref name="autosportbe-2016-06-04"/><ref name="bol-boek">Yvette Fontaine Mijn passie - Ma passion - My passion. In: bol.com. Abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Karriere im Motorsport[Bearbeiten]
Nach ersten Rallye-Erfahrungen wechselte Fontaine in den Tourenwagensport. 1966 stieg sie in den Tourenwagensport ein und fuhr in der belgischen Meisterschaft einen Alfa Romeo Giulia Ti Super 1600. Im selben Jahr bestritt sie ihr erstes 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, das sie als 19. der Gesamtwertung beendete.<ref>24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 1966</ref> 1967 wurde sie Zweite der belgischen Tourenwagen-Meisterschaft, zwei Jahre später gewann sie den Titel am Steuer eines Ford Escort Twin Cam GR 5.<ref name="focusonbelgium-2018-08-22"/><ref name="tvcom-2018-06-15"/>
Im Jahr 1969 wechselte sie von Alfa-Romeo-Modellen zu Ford, wo sie einen Vertrag bei Ford Belgien erhielt. Auf einem Ford Escort 1300 GT – 1969 kam für einige Rennen auch ein Ford Lotus Cortina zum Einsatz – sicherte sie sich 1969 und 1970 die Gesamtwertung der belgischen Tourenwagen-Meisterschaft. Der Erfolg von 1969 und die Wiederholung 1970 machten sie zu einer Ausnahmefigur in einer damals nahezu ausschließlich männlich besetzten Meisterschaft.<ref name="circuitzolder-60"/>
In ihrer weiteren Karriere verband sie nationale Tourenwagen-Erfolge mit großen Langstreckenrennen; in Überblicksquellen werden neun Starts bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps und zwei Starts bei den 24 Stunden von Le Mans genannt.<ref name="autosportbe-2016-06-04"/> Zweimal war Fontaine beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Start, wobei die reinen Damenteams beide Male erfolgreich waren. 1974 gewann sie in Le Mans gemeinsam mit Christine Beckers und Marie Laurent auf einem Chevron B23 die Klasse S 2.0 und belegte Rang 17 in der Gesamtwertung; es war der erste Klassensieg eines vollständig weiblichen Teams in der Geschichte des Rennens.<ref name="lemans-laurent-2015-03-30">24 Hours of Le Mans - Marie Laurent (1944-2015). In: 24h-lemans.com. 30. März 2015, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1975 erzielte sie in Le Mans mit Anny-Charlotte Verney und Corinne Tarnaud auf Porsche 911 Carrera RS den elften Gesamtrang und damit das beste Ergebnis eines weiblichen Teams in jener Austragung; Verney erklärte später, belgische und französische Sponsoren hätten damals ein vollständig weibliches Team gewünscht.<ref name="lemans-women-2022-08-01">24 Hours of Le Mans – Women making their talent known. In: 24h-lemans.com. 1. August 2022, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="enduranceinfo-2017-05-04">Anny-Charlotte Verney : "Le Mans, une épreuve unique au monde". In: Endurance-Info. 4. Mai 2017, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ihr größter internationaler Erfolg war der zweite Rang beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 1975. Partner im BMW 3.0 CSi war ihr Landsmann Noël van Assche; das Rennen gewannen die Markenkollegen Jean Xhenceval, Pierre Dieudonné und Hughes de Fierlant. BMWs Rückblick nennt einen Rückstand von neun Runden auf den siegreichen Luigi-BMW, während DailySportsCar ihre Platzierung als eine der seltenen zweiten Gesamtplätze von Frauen in der Geschichte des Rennens einordnet.<ref name="bmw-2024-06-27">Belgische Motoren Werke : 25 victoires BMW aux 24 Heures de Spa-Francorchamps. In: BMW Group PressClub Belux. 27. Juni 2024, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="dailysportscar-2024-06-28">Spa 24 Hours Centenary. In: DailySportsCar. 28. Juni 2024, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Fontaines Bedeutung liegt damit weniger in einer einzelnen Saison als in der Gesamtschau aus nationalem Titelgewinn, Le-Mans-Klassensieg und ihre Leistungen in einer Zeit, in der Frauen im Motorsport oftmals marginalisiert wurden.<ref name="focusonbelgium-2018-08-22"/><ref name="lemans-laurent-2015-03-30"/><ref name="dailysportscar-2024-06-28"/>
Statistik[Bearbeiten]
Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]
| Jahr | Team | Fahrzeug | Teamkollege | Teamkollege | Platzierung | Ausfallgrund |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1974 | Chevron B23 | Rang 17 und Klassensieg | ||||
| 1975 | Porsche 911 Carrera RS | Rang 11 |
24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse[Bearbeiten]
| Jahr | Team | Fahrzeug | Teamkollege | Teamkollege | Platzierung | Ausfallgrund |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1966 | Alfa Romeo 1600 TI | Rang 19 | ||||
| 1967 | Alfa Romeo 1600 GTA | Ausfall | Pleuelstange | |||
| 1969 | Ford Escort TC | Rang 11 | ||||
| 1971 | Ford Escort RS 1600 | Ausfall | Antriebswelle | |||
| 1972 | Ford Escort RS 1600 | Ausfall | Zylinderschaden | |||
| 1973 | Ford Escort RS 1600 | Ausfall | Motorschaden | |||
| 1974 | Ford Capri II 3.0 | Ausfall | Zylinderschaden | |||
| 1975 | BMW 3.0 CSi | Rang 2 | ||||
| 1976 | Chevrolet Camaro | Ausfall | kein Öldruck |
Literatur[Bearbeiten]
- Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909413-06-3.
- Frank Rameckers: Yvette Fontaine. Mijn passie – Ma passion – My passion. BVN Vintage Race Cars, 2016.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fontaine, Yvette |
| KURZBESCHREIBUNG | belgische Automobilrennfahrerin |
| GEBURTSDATUM | 3. Juni 1946 |
| GEBURTSORT | Hasselt |