Zum Inhalt springen

ZAP Fanzine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
ZAP Fanzine

[[Datei:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|150px]]

Beschreibung deutsches Hardcore-Punk-Fanzine
Verlag Eigenvertrieb
Hauptsitz Homburg
Erstausgabe Juni 1988
Erscheinungsweise monatlich / 14-täglich
Chefredakteur Moses Arndt
Herausgeber Moses Arndt
ZDB 1141889-8

Das Zap Fanzine (Eigenschreibweise: ZAP, zeitweiliger Untertitel: Hardcore Magazin - Kampfblatt des internationalen Rotzlöffeltums, politisch korrekt und antisexistisch) ist ein deutsches Fanzine, das sich schwerpunktmäßig mit der Hardcore-Punk-Szene auseinandersetzt. Herausgeber und Chefredakteur ist Moses Arndt aus Homburg. In der ersten Periode seines Bestehens zwischen 1988 und 1998 galt es als das „wichtigst[e] deutsch[e] Fanzine für Hardcore jener Zeit“.<ref>Miteinander e. V. / Arbeitsstelle Rechtsextremismus (Hrsg.): Sirenen des Hasses. NS Hardcore aus Sachsen-Anhalt. Magdeburg/Halle (Saale) 2010, S. 6 (miteinander-ev.de).</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fanzine wurde erstmals im Juni 1988 herausgegeben.<ref>Thomas Lau: Die heiligen Narren: Punk 1976–1986. Zugl. Diss. Fernuniv. Hagen; de Gruyter, Berlin New York 1992, ISBN 978-3-11-178392-5, S. 191</ref> Es erschien im Regelfall monatlich in einer schwankenden Auflage von 2.000 bis 3.000 Stück. In den 1990er Jahren versuchte man sich auch einige Zeit an einer 14-täglichen Veröffentlichungsweise, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Der Schwerpunkt war von Beginn an auf die Hardcore-Punk-Szene gelegt<ref name="moses Lee">Interview mit Moses Arndt von Lee Hollis. Veröffentlicht 1988 im Video-Fanzine „Tribal Area #3“. Onlineabrufbar unter Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Tribalarea.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tribalarea.de</ref>, wobei auch weitere Themen aus dem Underground behandelt wurden. So engagierte sich Arndt auch für die politisch linke Hip-Hop-Szene um ihre Protagonisten Public Enemy, Anarchist Academy, Advanced Chemistry und die Absoluten Beginner.<ref>Sascha Verlan/Hannes Loh: 25 Jahre Hiphop in Deutschland. Hannibal, Höfen 2006, S. 241.</ref> Zu Beginn war vorrangig Arndt für den Inhalt verantwortlich.<ref name="moses Lee" /> Im Laufe der Jahre schrieben auch weitere Autoren für das Zap, so unter anderem Spermbirds-Sänger Lee Hollis, Hilmar Bender, Klaus N. Frick, der später das En-Punkt herausgeben sollte, sowie Martin Büsser. Letzterer führte für das Magazin um die 100 Interviews, darunter mit Henry Rollins, Courtney Love, Nirvana, Sonic Youth und den Butthole Surfers. Er öffnete das Magazin auch für schwer zu fassende Künstler wie Heiner Goebbels und John Zorn.<ref>Biografie Martin Büsser. (PDF) icantrelaxin.de, abgerufen am 20. Dezember 2016.</ref>

Das Zap galt von Beginn an als linksautonom geprägt und verstand sich als militantes Punk- und Hardcore-Zine mit antifaschistischer Grundtendenz. Bekannt wurde insbesondere eine Sonderausgabe im Mai 1994 im Vorfeld des Revivals der Chaostage im August des gleichen Jahres, die federführend von Arndt und vom späteren APPD-Kanzlerkandidaten Karl Nagel verfasst wurde. Bereits zu diesem Zeitpunkt stand ein Termin für die Chaostage 2000 fest, die parallel zur Expo 2000 in Hannover stattfinden sollten.<ref>Oliver Herbertz: Chaostage und Facebook-Partys: ›Organisiertes Chaos‹ in Zeiten des Web 2.0. In: Philipp Meinert, Martin Seeliger (Hrsg.): Punk in Deutschland: Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven. transcript Verlag, 1993, S. 114.</ref> Zeitweise stand das Zine auf Grund von pornographischen Abbildungen und sexistischen Texten in der Kritik.<ref>ZAP in der Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus (DadA).</ref>

Gegen Ende der 1990er verlor das Fanzine an Bedeutung. Der Versuch einer wöchentlichen Ausgabe scheiterte. Moses Arndt kümmerte sich von da an vorrangig um sein Piercing-Studio AK47 und veröffentlichte nach der letzten regulären Ausgabe circa 1998 das Fanzine in weitaus kleinerer Auflage als sogenanntes „Egozine“ weiter, bis er dieses ebenfalls einstellte.<ref>Matthias Mader: This is Boston, not New York. Eine Hardcore Punk Enzyklopädie. I.P. Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-931624-19-6, S. 74.</ref>

Anfang 2019 beschloss Arndt, das Zap wiederauferstehen zu lassen.<ref>Alles wie früher. Das Punk-Hardcore-Fanzine "Zap Magazin" ist zurück. Gespräch mit Michael "Moses" Arndt. In: Kompressor. 3. Januar 2020, abgerufen am 27. Januar 2021.</ref> Seit November 2019 erscheint es wieder, ausschließlich in gedruckter Form.<ref>Wie geht Punk 2019? In: Zeit Online. 9. Dezember 2019, abgerufen am 27. Januar 2021.</ref>

Kompilationen[Bearbeiten]

Es erschienen mehrere Kompilationen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Independent-Labeln. Am bekanntesten dürfte der Sampler Nazis raus! von 1991 sein, der über Weird System erschien und verschiedene antifaschistische Punklieder versammelte, darunter einige unveröffentlichte und rare Stücke. Auf dem Sampler sind unter anderem Die Toten Hosen, Slime und Die Goldenen Zitronen vertreten.<ref>Various – Nazis Raus! Discogs, abgerufen am 20. Dezember 2016.</ref> Im gleichen Jahr erschien außerdem Laugh & Hate - ZAP Hardcore Fanzine on Vinyl Vol. 1, ebenfalls mit Die Toten Hosen, der saarländischen Band Crowd of Isolated, außerdem vertreten Beck’s Pistols, Spermbirds und Yuppicide. Der LP-Sampler erschien über Rough Trade Records.<ref>Various – Laugh & Hate - ZAP Hardcore Fanzine On Vinyl Vol. 1. Discogs, abgerufen am 20. Dezember 2016.</ref> Ein Jahr später erschien wieder über Weird System der Surfpunk-Sampler Off Limits mit unter anderem den Ramones, den Hard-Ons sowie The Dickies.<ref>Various – Off Limits. Discogs, abgerufen am 20. Dezember 2016.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />