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ZEGG

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ZEGG, März 2007

Das Zentrum für Experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) in Bad Belzig ist ein Ökodorf, eine internationale Gemeinschaft und ein gemeinnütziges Bildungszentrum. Es wurde 1991 gegründet und versteht sich als Modellprojekt für nachhaltige Lebensweisen, gemeinschaftliches Zusammenleben und gesellschaftliche Innovation.<ref>ZEGG Bildungszentrum gGmbH < Wegweiser Hoher Fläming. In: Wegweiser Hoher Fläming. Abgerufen am 3. Juli 2026.</ref><ref name=":1">Über uns - Gemeinschaft und Lernort. zegg.de, abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>ZEGG Bildungszentrum gGmbH. Europäisches Jugendportal, abgerufen am 3. Juli 2026.</ref>

Das Gesamtprojekt[Bearbeiten]

Die Gemeinschaft bildet den organisatorischen Kern des ZEGG. Mehr als 100 Menschen leben und arbeiten dort dauerhaft zusammen. Entscheidungen werden soziokratisch und in regelmäßigen Gemeinschaftstreffen nach dem Konsent-Prinzip getroffen. Nach eigenen Angaben entwickelt und erprobt das ZEGG seit seiner Gründung Formen kooperativen Zusammenlebens, gemeinschaftlicher Verantwortung und sozialer Organisation. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Bildungsarbeit des Zentrums ein.<ref name=":1" />

Das ZEGG-Bildungszentrum gGmbH ist seit 2014 als gemeinnützig anerkannt und fördert Bildung, Kunst und Kultur, Klima- und Umweltschutz sowie bürgerschaftliches Engagement. Das Bildungszentrum wird in Selbstverwaltung betrieben und veranstaltet jährlich Seminare, Festivals, Kulturveranstaltungen und internationale Begegnungen mit mehreren Tausend Teilnehmenden. Thematische Schwerpunkte sind nachhaltige Lebensweisen, demokratische Teilhabe, Gemeinschaftsbildung, Beziehungen sowie Formen kooperativer Zusammenarbeit. Ziel der Einrichtung ist es, nachhaltige und gemeinschaftsorientierte Lebensweisen praktisch zu erforschen und zu vermitteln.<ref name=":1" /><ref>Dirk Engelhardt: Das ZEGG in Bad Belzig: Viel Liebe in Brandenburg. 19. Januar 2025, abgerufen am 3. Juli 2026.</ref>

Als Ökodorf setzt das ZEGG verschiedene ökologische Konzepte um. Nach Angaben der Einrichtung werden rund 70 Prozent des benötigten Gemüses auf dem Gelände selbst angebaut.<ref>Neues aus dem ZEGG Garten. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Energieversorgung umfasst unter anderem Solarstrom sowie ein Nahwärmenetz, das mit regionalen Holzschnitzeln betrieben wird.<ref>Strom & Wärme. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Abwasser wird in einer Schilfkläranlage gereinigt.<ref>Sind wir ein Ökodorf? 33 Jahre Ökologie. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Frenkelson Werbeagentur GmbH: ZEGG Bildungszentrum gGmbH | Nachhaltigkeitsplattform Brandenburg. Abgerufen am 3. Juli 2026.</ref> Darüber hinaus engagiert sich das ZEGG für den Erhalt naturnaher Lebensräume und die Förderung der Artenvielfalt.<ref>Sind wir ein Ökodorf? 33 Jahre Ökologie. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das ZEGG ist zudem in der Region Hoher Fläming aktiv. Mit öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten, Filmreihen, Lesungen und weiteren kulturellen Angeboten beteiligt sich die Einrichtung am gesellschaftlichen und kulturellen Leben der ländlichen Region. 2024 wurde das ZEGG in einer wissenschaftlichen Studie als kultureller Wegbereiter, Magnet für alternative Menschen und Ursprung von Ausgründungen für die Region bezeichnet: "Insgesamt hat das ZEGG somit in mehrfacher Hinsicht die Rolle eines kulturellen Wegbereiters für die Region gespielt."<ref>A. Huber, M. Jaeger-Erben, S. Hielscher und K. Sawicka: Hoher Fläming. Die Entwicklung einer ländlichen Region zu einem Hotspot sozialer Innovation. Arbeitsbericht im Rahmen des Forschungsprojekts WIRinREGIONEN. Hrsg.: WIRinREGIONEN. Cottbus 2024, S. 8 ([1] [PDF; abgerufen am 22. Juli 2026]).</ref>

Vorgeschichte des Geländes[Bearbeiten]

Die ZEGG-Gemeinschaft hat die Geschichte des Platzes recherchiert; alte Fotos, Zeitdokumente und Berichte sind im Seminargebäude des Geländes ausgestellt. Das 80 km südwestlich von Berlin gelegene Gelände wurde erstmals 1919 besiedelt, es entstand ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Gartenbau und Kleintierhaltung. Der damalige Besitzer überschrieb das Gelände Anfang der 1930er Jahre der SS. Für die Olympischen Sommerspiele 1936 trainierte die deutsche Mannschaft der Military-Reiter auf dem Platz. Danach wurden Führer der Hitlerjugend und des Bundes deutscher Mädchen auf dem Gelände ausgebildet. Es wurde das Sportlerheim Belzig erbaut, das Ziel von Urlaubsreisen im Rahmen der Massenorganisation Kraft durch Freude war. In den 1950er Jahren war es Ausbildungsstätte des FDGB. Anfang der 1960er Jahre übernahm es dann die Hauptverwaltung A des Ministeriums für Staatssicherheit und wandelte es in einen Ausbildungsplatz für Auslandsagenten unter Markus Wolf um. Die Einrichtung war als „GST-Schule“ getarnt<ref>MOZ.de: ZEGG-Gelände in Bad Belzig: Ein geschichtsträchtiges Areal im Wandel der Zeit | MMH. In: moz.de. 26. Februar 2020, abgerufen am 2. März 2024.</ref> und von den Belzigern mit diesem Namen bezeichnet. Als der übergelaufene Doppelagent Werner Stiller die Agentenschule 1988 enttarnte, wurde sie an einen anderen Ort verlegt. Zur Wendezeit 1989 war gerade damit begonnen worden, das Gelände zu einem Sanatorium umzubauen.<ref name="zeit">Jana Weiss: Werdet zur Ursuppe. In: Zeit Online. Die Zeit, 18. November 2017, abgerufen am 1. November 2020.</ref>

Geschichte des ZEGG[Bearbeiten]

Das Konzept des ZEGG entstand aus Ideen des Psychoanalytikers, Kunsthistorikers und Esoterikers<ref>Dieter Duhm - Sein.de. 28. November 2023, abgerufen am 3. Juli 2026.</ref> Dieter Duhm. 1978 hatte Duhm in Süddeutschland das Gemeinschaftsprojekt „Bauhütte“ gegründet, um ein Modell für eine gewaltfreie Kultur zu schaffen. Einen Schlüssel dazu sah die Gemeinschaft in der „Heilung der Liebe zwischen Mann und Frau“. Sie experimentierte deshalb unter anderem mit intensiven Gruppenprozessen und freier Sexualität. Sie verstand ihre Lebensweise als politisches Statement und ging damit an die Öffentlichkeit, was kontroverse Berichte in der Presse auslöste. Vor allem von kirchlicher Seite wurden Sektenvorwürfe erhoben, von linken Gruppen der Vorwurf des Sexismus. Duhm, der selbst nie im ZEGG lebte, und Sabine Lichtenfels gründeten zudem 1994 das „Heilungsbiotop“ Tamera in Portugal.

Eine aus der „Bauhütte“ hervorgegangene Gruppe gründete 1991 die ZEGG GmbH, die das Gelände 1991 für 2,1 Millionen DM von der Treuhandanstalt kaufte und im Rahmen des „Aufbau Ost“ eine Anschubfinanzierung in Höhe von 650.000 DM erhielt.<ref name=":0">Jutta Ditfurth: Entspannt in die Barbarei: Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus. (openlibrary.org [abgerufen am 1. November 2020]).</ref>

Im ZEGG lebten 2019 110 Menschen<ref name="zeit" />, darunter 15 Kinder und Jugendliche,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.zegg.deZEGG-Jahresbericht 2019 (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive), auf zegg.de, abgerufen am 13. Februar 2020.</ref> die Kindertagesstätten und Schulen der Umgebung besuchen. Die meisten Bewohner leben in Wohngemeinschaften, andere als Paar oder allein. Auf dem 16 ha großen Gutshof der ZEGG gGmbH befinden sich ein Gästehaus mit Restaurant, diverse Veranstaltungs- und Seminarräume, verschiedene Wohnhäuser, Werkstätten, ein Atelier und mehrere kleine Lehmbauten. Das Zentrum finanziert sich über ein Veranstaltungsprogramm mit jährlich über 120 Workshops, Seminaren und Festivals und fast 20.000 Gästeübernachtungen (Stand 2014). Der Betrieb wird kooperativ in Form eines soziokratischen Modells geführt. Entscheidungen trifft ein Plenum, in dem die dauerhaft am ZEGG lebenden Gemeinschaftsmitglieder gleiches Stimmrecht haben.<ref name="zeit" /> Zusätzlich gibt es ein „Visionsrat“ genanntes Beratungs- und Aufsichtsgremium.<ref>Organisationsstruktur im ZEGG (PDF), abgerufen am 4. Oktober 2011.</ref>

Ziele[Bearbeiten]

Erklärtes Ziel des Zentrums ist es, einen langfristig tragfähigen gemeinschaftlichen Lebensstil zu etablieren und eine kooperative und nachhaltige Lebensweise zu vermitteln.<ref>Kerngedanken, Werte & Awareness. Abgerufen am 4. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Themenschwerpunkte sind Ökologie und Permakultur, Liebe und Beziehungsformen.<ref>Kerngedanken, Werte & Awareness. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem bietet es künstlerische Angebote wie Mal- und Singkurse, Tanzabende, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen.<ref>come-together-songs.de. Abgerufen am 15. Juli 2026.</ref>

Ökologie[Bearbeiten]

Die ZEGG gGmbH erzeugt 100 % ihres Wärmebedarfs und 85 % des Stromes auf dem Gelände fast ausschließlich aus erneuerbaren Quellen oder Abwärme. Das eigene Heizkraftwerk wurde bereits 1991 auf Holzhackschnitzel umgestellt, die vor allem aus den umliegenden Wäldern gewonnen werden. Strom und Warmwasser werden von vier Photovoltaikanlagen und drei gasbetriebenen Blockheizkraftwerken produziert. Die Abwärme des großen Kühlhauses wird zur Erwärmung des Wassers genutzt. Durch Wärmedämmung der Gebäude konnte der Energieverbrauch von 1991 bis 2012 um circa 40 % gesenkt werden. 2011 erhielt das ZEGG den zweiten Preis des Agenda 21-Wettbewerbs des Landkreises Potsdam-Mittelmark für die Umsetzung dieses Energiekonzepts.

Das ZEGG hat auf dem Gelände einen naturnahen Wasserkreislauf aufgebaut. Seit 1992 ist eine ökologische Pflanzenkläranlage in Betrieb, die die gesamten Abwässer reinigt.

Gestaltung und Nutzung des Geländes orientieren sich an Ideen der Permakultur.<ref>Permakultur. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> So wurde der sandige Boden durch Mulchen, Gründüngung und Einbringen von Tongranulat nährstoffhaltiger gemacht. Seit 2013 experimentiert das ZEGG mit Terra-Preta-Herstellung unter Nutzung von gesammeltem Urin. Der Urin wird über Sammelstellen im Gelände und wasserlose Pissoirs aus dem Abwasserkreislauf herausgehalten. Auf diese Weise können die enthaltenen Wertstoffe (v. a. Stickstoff, Phosphat) zum Bodenaufbau genutzt werden.<ref>Terra Preta. Abgerufen am 2. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In geschützten Lagen wachsen Pfirsiche, Weintrauben, Kiwis, Maulbeeren, Felsenbirnen, Mirabellen, Birnen, Äpfel und Feigen. Im ZEGG-Garten werden Obst und Gemüse nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut. Die Versorgung aus dem eigenen Garten deckt etwa 70 % des Verbrauches an Obst und Gemüse.<ref name="zeit"/> Zudem betreibt der ZEGG Garten seit 2024 eine SoLaWi.<ref>René Gaffron: Biologischer Landbau zur Selbstversorgung: Solidarische Landwirtschaft expandiert. In: MAZ - Märkische Allgemeine Zeitung. (maz-online.de [abgerufen am 4. Juli 2026]).</ref> Die Küche im ZEGG ist vegetarisch und vegan.<ref>Häufige Fragen / FAQ. Abgerufen am 4. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zugekauft werden Lebensmittel aus Bio-Produktion, aus der Region oder aus fairem Handel.<ref>„Es geht um Versorgung und das ist weit mehr als Einkauf(en). Es ist gelebte Gemeinschaft.“ Abgerufen am 4. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das ZEGG ist Ökodorf und Gründungsmitglied im Zusammenschluss der Ökodörfer GEN. Seit 2001 ist das ZEGG Mitglied bei Attac.<ref>Mitgliedsorganisationen. Abgerufen am 15. Juli 2026.</ref>

Liebe, Sexualität und Gemeinschaft[Bearbeiten]

Von besonderer Bedeutung ist für die ZEGG-Gemeinschaft die Frage, wie Beziehungen gelingen können. In der Anfangszeit war die Idee der freien Liebe im ZEGG prägend. Inspiriert von den Ideen Duhms, wurde nach einer Form des Zusammenseins gesucht, in der Angst und Besitzdenken in der Liebe überwunden werden können. Nach dem radikalen Aufbruch der ersten Jahre sind im Laufe der Zeit partnerschaftliche Bindungen stärker in den Vordergrund gerückt, auch Sinnlichkeit und Körperkontakt ohne sexuellen Anspruch spielen eine große Rolle. Das ZEGG versteht sich als Ort, an dem unterschiedliche Formen sexueller Verbindung möglich sind. So gibt es offene Beziehungen und polyamore Beziehungsgeflechte, in denen erotische Abenteuer oder feste Geliebte Platz haben. Es gibt Menschen, die mehrere sexuelle Freundschaften pflegen, monogam lebende Paare, sowie asexuelle Menschen. In der Gemeinschaft leben zudem Personen mit heterosexueller, bisexueller, homosexueller und pansexueller Orientierung und verschiedenen Geschlechtsidentifikationen.

Ziel ist ein System menschlicher Beziehungen, das dem Einzelnen Wahrhaftigkeit und Zugehörigkeit ermöglicht. Wichtiges Handwerkszeug der Gemeinschaft sind Kommunikation und offener Umgang mit Fragen von Liebe und Sexualität. Ein Mittel dazu ist das „Forum“, eine psychodrama-ähnliche, ritualisierte Form der Kommunikation zwischen dem Einzelnen und der Gruppe.<ref name="forum">ZEGG Forum | Integrale Gemeinschaftsbildung – Home. Abgerufen am 15. Juli 2026.</ref> Es wurde in den frühen 80er Jahren vom Vorläuferprojekt des ZEGG, der Bauhütte, unter dem Namen SD (Selbstdarstellung) entwickelt. Das „ZEGG-Forum“ findet in Gruppen von zwölf bis 50 Teilnehmern statt. Eine Person geht in die Mitte des Kreises und teilt mit, was sie bewegt, unterstützt von Moderatoren. Anschließend geben die Zuschauer aus dem Kreis, falls gewünscht, sogenannte „Spiegel“, subjektive Wahrnehmungen oder Reflexionen zum zuvor Gehörten.<ref>ZEGG-Forum. Abgerufen am 4. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten]

Öffentliche Kontroversen über das ZEGG gab es insbesondere in der Frühzeit. Dieter Duhm hatte in seinem Buch Angst im Kapitalismus (1972) unter anderem den vulgärpsychologischen Ansatz vertreten, dass Frauen durch den unbewussten Wunsch der Vergewaltigung durch den eigenen Vater lebenslang Vergewaltigungsphantasien hegten und teilweise durch eine reale Vergewaltigung ihren ersten Orgasmus erleben könnten. Frauen genössen die gewaltsame Triebbefriedigung; diejenigen unter ihnen, die sich gegen Vergewaltigung engagierten, bekämpften eigentlich den eigenen Wunsch nach masochistischer Befriedigung. Diese verharmlosende Haltung zur Vergewaltigung wurde insbesondere von feministischer Seite heftig kritisiert.<ref>Ilse Lenz: Die Neue Frauenbewegung in Deutschland: Abschied vom kleinen Unterschied. Springer, 2010, S. 282</ref>

Das ZEGG geriet unter Bezug auf diese Aussagen Duhms wegen seiner sexuellen Ausrichtung und eines als sexistisch bewerteten Frauenbildes in die Kritik. Zudem wurden der Gemeinschaft eine autoritäre Struktur, Merkmale einer Psychosekte, Sexismus und pädophile Tendenzen attestiert.<ref>16 Jahre ZEGGsismus Luther Brünzels November 2007</ref><ref>Anita Heiliger: Pädophilie. Definition, Selbstdarstellung, Strategien der Opfergewinnung und Möglichkeiten des Gegenhandelns Deutsche Jugend 4/2008, S. 166–174</ref><ref>Sexueller Missbrauch: Falsche Kinderfreunde, in Emma, 1. September 1993, zuletzt gesichtet am 4. August 2014</ref>

Besonders scharfe Angriffe kamen von Jutta Ditfurth; sie bezeichnete das ZEGG 1996 als „autoritäre Sex-Sekte“, kritisierte die Nähe zu Otto Muehl, Rudolf Bahro und der Findhorn-Bewegung<ref name=":0" /> und warf dem Zentrum Nähe zur NS-Ideologie und die Verharmlosung von Kindesmissbrauch vor, da bei Seminaren vermittelt worden sei, hinter den Prozessen wegen sexueller Gewalt stehe „eine »Zusammenarbeit von organisiertem Feminismus, Presse und Kirche« und »der Hass durchgedrehter Radikalfeministinnen«“.<ref>Jutta Ditfurth: Entspannt in die Barbarei: Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus. Konkret Literatur Verlag, 1996, S. 63f</ref>

Das ZEGG wies 2013 in einer ausführlichen Stellungnahme diese Vorwürfe zurück.<ref>Kein Sex mit Kindern Stellungnahme der ZEGG-Gemeinschaft zu wiederkehrenden Vorwürfen und Gerüchten 2013.</ref>

Inzwischen erfährt das ZEGG auch aus Kreisen der lokalen Politik und Wirtschaft Anerkennung. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens 2016 sagte der stellvertretende Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark Christian Stein (CDU) „Wenn der ganze Landkreis ökologisch so handeln würde, wie Sie es hier tun, hätten wir deutlich weniger Probleme.“ Zudem sei das ZEGG ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Christian Kirchner, der damalige Geschäftsführer der Bad Belzig Kur GmbH, sagte, „vor allem ist das ZEGG eine Bereicherung für das Denken der Menschen in diesem dünn besiedelten Landstrich“.<ref>Saskia Kirf: Brandenburgs Öko-Kommune feiert Jubiläum, in Märkische Allgemeine Zeitung, am 4. Juli 2016, verfügbar auf maz-online.de, aufgerufen am 22. September 2018.</ref>

Bücher, Broschüren, Artikel[Bearbeiten]

  • Isabelle Fremeaux, John Jordan: Pfade durch Utopia. Ein Buch-Film, Edition Nautilus, 2012
  • Engelhardt, Marc: Völlig utopisch. 17 Beispiele einer besseren Welt, Random House, 2013
  • Alastair Fuad-Luke, Anja-Lisa Hirscher and Katharina Moebus: Agents of Alternatives. Redesigning our realities, 2015
  • Louis Lerouge: ZEGG: Sexismus, Rassismus und New Age. In: Schwarzer Faden, 14. Jg., Heft Nr. 47 (3/93), S. 24–29 (anarchistische Kritik)

Medienecho[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: ZEGG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 52° 9′ 26″ N, 12° 35′ 27″ O

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