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Äpfel

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Äpfel
Datei:Malus domestica - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-108.jpg

Übersicht Apfel

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Äpfel
Wissenschaftlicher Name
Malus
Mill.

Die Äpfel (Malus) bilden eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung umfasst etwa 42 bis 55 Arten laubwerfender Bäume und Sträucher aus Wäldern und Dickichten der nördlichen gemäßigten Zone in Europa, Asien und Nordamerika, aus denen auch eine große Anzahl an oft schwer unterscheidbaren Hybriden hervorgegangen ist.

Die weltweit mit Abstand bekannteste und wirtschaftlich sehr bedeutende Art ist der Kulturapfel (Malus domestica). Daneben werden manche aus Ostasien stammende Arten mit nur etwa kirschgroßen Früchten, wie etwa der Japanische Apfel (Malus floribunda), der Kirschapfel (Malus baccata) und Malus ×zumi in gemäßigten Klimagebieten als Ziersträucher und -bäume angepflanzt. Nicht zu verwechseln mit den Äpfeln sind die nicht näher verwandten Granatäpfel (Punica granatum).

Wortherkunft[Bearbeiten]

Das Wort Apfel wird auf die indogermanische Grundform *h₂ébōl zurückgeführt, die nur Fortsetzungen im Nordwestindogermanischen (Germanisch, Keltisch, Baltisch und Slawisch) hat und dort in allen Formen den Apfel bezeichnet. In der Forschung herrscht Uneinigkeit darüber, wie die Form genau anzusetzen ist und ob es sich um das indogermanische Apfelwort handelt oder eine Entlehnung aus einer nicht-indogermanischen Sprache (vgl. kasachisch alma, burushaski báalt<ref>Hermann Berger: Mittelmeerische Kulturpflanzennamen aus dem Burušaski. In: Münchener Studien zur Sprachwissenschaft. 9, 1956, S. 4–33.</ref>).<ref>Eric P. Hamp: The North European Word for »Apple«. In: Zeitschrift für Keltische Philologie. 37, 1979, S. 158–166.</ref><ref>Thomas L. Markey: Eurasian »apple« as arboreal unit and item of culture. In: The Journal of Indo-European Studies. 16, 1988, S. 49–68.</ref> Aus der idg. Genitivform *h₂eb-l-ós<ref>appel. In: Marlies Philippa u. a.: Etymologisch Woordenboek van het Nederlands. Amsterdam University Press, Amsterdam 2003–2009.</ref> entwickelt sich das urgermanische Apfelwort *aplaz, aus dem (mit westgermanischer Gemination vor -l-) althochdeutsch apful, afful > Apfel (Mehrzahl epfili > Äpfel), englisch apple und niederländisch appel hervorgehen.<ref>(1) Karl Heinz Mottausch: Der Nominalakzent im Frühurgermanischen. Hamburg 2011, S. 77. — (2) Dagmar S. Wodtko, Britta Irslinger, Carolin Schneider: Nomina im Indogermanischen Lexikon. Heidelberg 2008, S. 262 ff. — (3) F. Kluge, E. Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.</ref>

Der wissenschaftliche Gattungsname Malus ist abgeleitet von dem lateinischen Wort malum, was auf Deutsch so viel wie Apfel oder apfelförmige Baumfrucht bedeutet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus und Belaubung[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Äpfel (Malus) sind sommergrüne Bäume oder Sträucher. Sie sind meist unbewehrt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die einfache Blattspreite ist oval bis eiförmig oder elliptisch. Die Blattränder sind meist gesägt, selten glatt und manchmal gelappt. Einige Arten bzw. Sorten werden wegen ihres purpurnen Laubes im Herbst geschätzt. Nebenblätter sind vorhanden, verwelken aber oft früh.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die gestielten Blüten der Apfelbäume stehen einzeln oder in doldigen schirmrispigen Blütenständen. Die fünfzähligen, zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind meist flach becherförmig und weisen meist einen Durchmesser von 2 bis 5 cm auf. Häufig duften die Blüten. Die Blütenachse ist krugförmig. Die fünf grünen Kelchblätter sind auch noch an den Früchten erhalten. Die fünf freien Kronblätter sind weiß, rosa oder rot. In jeder Blüte sind viele (15 bis 50) Staubblätter vorhanden, mit weißen Staubfäden und gelben Staubbeuteln. Aus drei bis fünf Fruchtblättern besteht der unterständige Fruchtknoten. Die drei bis fünf Griffel sind nur an ihrer Basis verwachsen. Bei einigen Züchtungen sind die Blüten, durch Umwandlung der Staubblätter in kronblattähnliche Blütenblätter, halbgefüllt oder gefüllt.

Datei:Sterappel dwarsdrsn.jpg
Querschnitt durch einen Apfel

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Datei:Apple blossom. Eastern Siberia.jpg
Apfelblüte in Ostsibirien

Gemeinhin bekannt sind die mehr oder minder rundlichen, essbaren Früchte. Bei einigen Arten sind sie roh ungenießbar. Das fleischige Gewebe, das normalerweise als Frucht bezeichnet wird, entsteht nicht aus dem Fruchtknoten, sondern aus der Blütenachse; der Biologe spricht daher von Scheinfrüchten. Genauer ist die Apfelfrucht eine Sonderform der Sammelbalgfrucht. Ein Balg besteht aus einem Fruchtblatt, das mit sich selbst verwächst. Innerhalb des Fruchtfleisches entsteht aus dem balgähnlichen Fruchtblatt ein pergamentartiges Gehäuse. Im Fruchtfleisch selbst sind höchstens noch vereinzelt Steinzellennester enthalten. Die Samen sind braun oder schwarz; sie enthalten geringe Mengen an giftigen Cyaniden.

Systematik der Arten[Bearbeiten]

Datei:Malus coronaria, 2015-04-30, Frick Park, Pittsburgh, 01.jpg
Sektion Chloromeles: Blüten des Süßen Wildapfel (Malus coronaria)
Datei:Malus florentina1.jpg
Sektion Florentinae: Früchte von Malus florentina
Datei:Malus sikkimensis0.jpg
Sektion Gymnomeles: Früchte von Malus sikkimensis
Datei:Malus prunifolia 2007-06-16 396.jpg
Sektion Malus: Früchte von Malus prunifolia
Datei:Malus transitoria RB1.JPG
Sektion Malus: Blüten von Malus transitoria
Datei:Malus asiatica 1.jpg
Malus ×asiatica, Blüten mit genagelten Kronblättern

Die Gattung Malus gehört zur Subtribus Pyrinae der Tribus Pyreae in der Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie Rosaceae. Der Gattungsname Malus wurde 1754 durch Philip Miller in Gard. Dict. Abr. 4. Auflage, S. 835 erstveröffentlicht. Synonyme für Malus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill. sind: Docyniopsis (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.K.Schneid.) Koidz., Eriolobus (Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC.) M.Roem.<ref name="GRIN" />

Es gibt etwa 42 bis 55 Malus-Arten; hier eine Auflistung mit Heimatangaben. Zu den bekannten Sorten der fruchtliefernden Apfelbäume siehe Kulturapfel und Apfelsorten. In China sind etwa 25 Arten zu finden, davon 15 nur dort. Die Gattung Malus wird in (sechs<ref name="GRIN" /> bis) acht Sektionen (2006 und 2008 zwei dazu gekommen) gegliedert:

Es gibt auch Gattungskreuzungen innerhalb der Untertribus Pyrinae, zum Beispiel Sorbus × Malus und sogar Dreifachkreuzungen: (Cydonia × Pyrus) × Malus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Adrian Diel: Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. 26 Bände, 1799–1832 (Digitalisat).
  • J. P. Robinson, S. A. Harris, B. E. Juniper: Taxonomy of the genus Malus Mill. (Rosaceae) with emphasis on the cultivated apple, Malus domestica Borkh. In: Plant Systematics and Evolution. Volume 226, 2001, S. 35–58.
  • Verena und Markus Füllemann, Alex Baenninger: Faites vos pommes! Eine Art Kulturgeschichte des Apfels. Benteli, Wabern/Bern 1997, ISBN 3-7165-1070-X.
  • Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Malus. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9 - Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8, S 179. (online) (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Rolf Bühl et al.: Mehr Freude am Garten. Zier- und Nutzpflanzen für drinnen und draußen. Verlag Das Beste, Stuttgart 1978. (div. Abschnitte zu Schädlingen)
  • Caty Schernus: Das Apfelbuch Berlin-Brandenburg. Alte Sorten wiederentdeckt. be.bra verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86124-676-3.
  • Barrie E. Juniper und David J. Mabberley: Die Geschichte des Apfels. Von der Wildfrucht zum Kulturgut. Aus dem Englischen von Claudia Huber. Haupt, Bern 2022, ISBN 978-3-258-08264-6.
  • Korbinian Aigner: Äpfel und Birnen. Matthes & Seitz Berlin (Naturkunden Bd. 004), Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-051-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="FoC"> Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Malus. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9 - Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8, S 179. (online)</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Äpfel (Malus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Apfel – Zitate
Wiktionary: Apfel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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