Zirconiumnitrid
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kristallstruktur von Zirconiumnitrid | ||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Zr3+ Vorlage:Farbe N3− | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Zirconiumnitrid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
| |||||||||||||||
| Verhältnisformel | ZrN | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelber bis brauner geruchloser Feststoff<ref name="Alfa" /> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 105,23 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="Alfa" /> | |||||||||||||||
| Dichte |
7,09 g·cm−3<ref name="Alfa" /> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
2980 °C<ref name="Alfa" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
| |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Zirconiumnitrid ist eine anorganische chemische Verbindung des Zirconiums aus der Gruppe der Nitride.
Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]
Zirconiumnitrid kann nach den gleichen Verfahren wie Titannitrid dargestellt werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1379.</ref>
- Gelbbraunes Zirconiumnitrid erhält man bei der Synthese aus den Elementen bei 1200 °C.<ref name="brauer" />
- Bei der Herstellung von Zirconiumnitrid aus Zirconium(IV)-chlorid durch das Aufwachsverfahren wird bei Gegenwart von Wasserstoff (H2 + N2 oder Ammoniak) eine tiefere Temperatur (2000 bis 2400 °C) benötigt als in reinem Stickstoff (2900 °C). Im letzteren Fall erfolgt die Abscheidung bedeutend langsamer als bei Anwesenheit von Wasserstoff. Durch Nitridieren von Zirconium-Drähten, d. h. durch Erhitzen in reinem Stickstoff erhält man selbst bei einer knapp unter dem Schmelzpunkt von Zirconium (1860 °C) liegenden Temperatur nur sehr langsam Zirconiumnitrid und überdies in stark aufgelockertem, brüchigem Zustand.<ref name="brauer" />
- Bei relativ niedrigen Temperaturen kann man definierte Zirconiumnitrid-Phasen durch die Ammonolyse von Zirconium-Halogeniden, insbesondere von Zirconium(IV)-iodid über die Zwischenstufe Zirconiumnitridiodid ZrNI erhalten. Bei 700 °C bildet sich hauptsächlich braunes Zr3N4 (o-Zr3N4 mit einer Dichte von 6,32 g/cm3 und der Raumgruppe Pnam<ref name="Dzivenko" />), bei 750 °C blaues Zirconiumnitrid ZrxN (x = 0,94–0,81), oberhalb 1000 °C entsteht daraus das metallisch leitende gelbe Zirconiumnitrid.<ref name="brauer" />
- Unter Hochdruckbedingungen bildet sich bei Ammonolyse oder Reaktion von ZrN mit Stickstoff ein Zirconiumnitrid Zr3N4 vom kubischen Th3P4-Typ mit der Raumgruppe I43d.<ref name="Dzivenko">Dzivenko, Dmytro: High-pressure synthesis, structure and properties of cubic zirconium(IV)- and hafnium(IV) nitrides. Dissertation (2009), urn:nbn:de:tuda-tuprints-18742</ref>
Eigenschaften[Bearbeiten]
Zirconiumnitrid ist ein sehr harter und spröder gelbbrauner geruchloser Feststoff.<ref name="Alfa" /><ref name="Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik" /> Es hat eine kubische Kristallstruktur vom Natriumchlorid-Typ<ref name="Werner Martienssen, Hans Warlimont">Werner Martienssen, Hans Warlimont: Springer Handbook of Condensed Matter and Materials Data. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-30437-1, S. 470 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> mit der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225).<ref name="Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik"></ref> Zirconiumnitrid ist ein Supraleiter mit einer Sprungtemperatur von 10,7 K.<ref name="DOI10.1063/1.555540">B. W. Roberts, Survey of superconductive materials and critical evaluation of selected properties, J. Phys. Chem. Ref. Data 5, 581–822 (1976), doi:10.1063/1.555540</ref>
Verwendung[Bearbeiten]
Zirconiumnitrid wird als hartes Beschichtungsmaterial (z. B. Zirkoniumnitrid-Multilayerbeschichtung) verwendet.<ref name="Gerhard Kienel">Gerhard Kienel: Vakuumbeschichtung: Band 5: Anwendungen. Springer DE, 1997, ISBN 978-3-642-58008-6, S. 46 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="Serope Kalpakjian, Steven R. Schmid, Ewald Werner">Serope Kalpakjian, Steven R. Schmid, Ewald Werner: Werkstofftechnik. Pearson Deutschland GmbH, 2011, ISBN 978-3-86894-006-0, S. 634 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Hautreizender Stoff
- Augenreizender Stoff
- Atemwegsreizender Stoff
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Zirconiumverbindung
- Nitrid
- Beschichtungswerkstoff