Zum Inhalt springen

Geißklee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Zwergginster)

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Geißklee
Datei:Cytisus scoparius3.jpg

Besenginster (Cytisus scoparius)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Genisteae
Gattung: Geißklee
Wissenschaftlicher Name
Cytisus
L.

Der Geißklee (Cytisus) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:The Botanical register consisting of coloured figures of (1815) (14770819774).jpg
Illustration aus The Botanical register, 1815 von Cytisus ratisbonensis

Die Beschreibung in diesem Artikel bezieht sich auf dem Umfang von Cytisus inklusive Sarothamnus, Corothamnus und Lembotropis, aber exklusive Chamaecytisus. Bei Cardoso et al. 2025 ist aber Chamaecytisus in Cytisus enthalten.<ref name="Cardoso2025"> Sarah Hunter, Domingos Cardoso, Tracey A. Ruhlman, Robert K. Jansen: Phylogenomic analyses unravel the tangled evolutionary history of Genisteae (Fabaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 204, 2025, 108249. doi:10.1016/j.ympev.2024.108249 </ref>

Der Umfang der Gattung Cytisus wird kontrovers diskutiert. Hier wird die Beschreibung des letzten Jahrhunderts entsprechend Gams 1964 dargestellt und auch weitere Gattungen mitbeschrieben.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Cytisus-Arten handelt es sich um ginsterähnliche Sträucher, die überall, mindestens jedoch am Grunde, stark verzweigt sind. Je nach Art können sie Wuchshöhen von 30 bis etwa 300 Zentimetern erreichen. Einige Arten bilden lange unterirdische Ausläufer.

Die Laubblätter sind dreiteilig gefiedert oder gefingert bis einfach und schmal. Es gibt auch Arten, die beide Blattformen zeigen, oder die nahezu blattlos sind. Die Blätter sind meist sommergrün, seltener immergrün. Die Nebenblätter sind meist ganz verkümmert.<ref name="Gams1964" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten können in endständigen, aufrechten, langen (beispielsweise bei Lembotropis) oder kurzen traubigen Blütenständen, oder zu wenigen in den Blattachseln (beispielsweise bei Sarothamnus) stehen. Der Blütenstiel ist ungefähr so lang oder länger als der Kelch.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist meist zweilippig mit zweizähniger oder abgestutzter Oberlippe.<ref name="Gams1964" /> Im Unterschied zu ähnlichen Gattungen ist der Kelch kaum länger als breit. Die zwei oberen Zähne des Kelches sind ungefähr gleich groß wie die drei unteren Zähne. Die meist gelben, bei manchen Arten auch weißen Blütenkronen besitzen die Form von Schmetterlingsblüten. Die Fahne ist rundlich, die Flügel sind länglich, das Schiffchen ist meist stumpf und mehr oder weniger stark gekrümmt.<ref name="Gams1964" /> Die Staubfäden sind alle miteinander verwachsen. Der Griffel ist leicht gekrümmt, mit kopfiger oder schief nach außen abschüssiger Narbe.<ref name="Gams1964" />

Die Hülsenfrüchte sind flach und ohne Randwulst.<ref name="Gams1964" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Im Gegensatz zu den meisten ähnlichen Gattungen, die vor allem im ozeanisch geprägten westlichen Europa zu finden sind, kommen einige Geißklee-Arten auch in kontinentaler geprägten Klimaten bis Westasien vor. Besonders artenreich ist aber auch hier der Mittelmeerraum.

Die meisten Arten wachsen hauptsächlich an trockenen, steinigen Orten wie in Trockenwiesen, in lichten Wäldern oder an Felshängen.

Datei:Cytisus aeolicus.jpg
Cytisus aeolicus
Datei:Cytisus ardoini1.jpg
Cytisus ardoinoi
Datei:Genista benehoavensis LC409.jpg
Cytisus benehoavensis
Datei:Cytisus filipes kz2.JPG
Cytisus filipes
Datei:Cytisus multiflorus.jpg
Spanischer Geißklee (Cytisus multiflorus)
Datei:Cytisus nigricans 2006.07.01 10.41.34-p7010259.jpg
Schwarzwerdender Geißklee (Cytisus nigricans)
Datei:Cytisus procumbens 1.jpg
Cytisus procumbens
Datei:Cytisus proliferus - La Palma 03.jpg
Cytisus proliferus
Datei:Chamaecytisus ratisbonensis.jpg
Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Schaeff.) Rothm., Syn.: Cytisus ratisbonensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schaeff.)
Datei:Cytisus striatus 2.jpg
Cytisus striatus
Datei:Spartocytisus supranubius habitus.jpg
Teideginster (Cytisus supranubius)
Datei:Cytisus villosus.JPG
Dreiblütiger Geißklee (Cytisus villosus)

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Cytisus wurde 1798–1799 durch René Louiche Desfontaines in seiner Flora Atlantica: sive historia plantarum quae in Atlante, agro tunetano et algeriensi crescunt. Tomus secundus, Paris, Panckoucke, S. 139 aufgestellt. Vorlage:Hinweisbaustein Die Abgrenzung der Gattung Cytisus zu ähnlichen Gattungen wie Goldregen (Laburnum), Zwergginstern (Chamaecytisus) und Ginstern (Genista) ist unklar und je nach Gewichtung der Merkmale von verschiedenen Autoren sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Weiterhin werden oft Gattungen Sarothamnus, Corothamnus und Lembotropis von Cytisus abgetrennt. Die Einteilung erfolgte bislang aufgrund rein morphologischer Merkmale.

Die Gattung Cytisus enthält je nach Autor 30 bis 70 Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="ILDIS" />

Vorlage:Hinweisbaustein Bei manchen Autoren nicht zur Gattung Cytisus gerechnet werden (Auswahl):

Datei:Cytisus x praecox 'All Gold'.jpg
Elfenbeinginster (Cytisus ×praecox ‘All Gold’)

Verwendung[Bearbeiten]

Einige Arten und ihre Hybriden werden als Zierpflanzen verwendet, darunter der Vielblütige Ginster, der Spanische Geißklee (Cytisus multiflorus) und der Elfenbeinginster (Cytisus ×praecox Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Beauverd).<ref name="Botanica2003" />

Der Besenginster (Cytisus scoparius) wird häufig zur Bepflanzung von Böschungen benutzt.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Einzelreferenzen[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Gams1964"> Helmut Gams: Familie Leguminosae., S. 1167–1189. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band IV, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1964. </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Random House Australia 2003. Deutsche Ausgabe: Tandem Verlag GmbH 2003, ISBN 3-8331-1600-5. S. 283. </ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Cytisus bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38, 2010. </ref> <ref name="Euro+Med"> ILDIS World Database of Legumes 2010: Fabaceae. Datenblatt Cytisus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Unsere Gräser. 7. Auflage. Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, Kosmos-Naturführer, Stuttgart 1984, ISBN 3-440-05284-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • Urania Pflanzenreich. Band 4: Blütenpflanzen 2, 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-332-00497-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Geißklee (Cytisus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • P. Cubas et al.: Molecular approach to the phylogeny and systematics of Cytisus (Leguminosae) and related genera based on nucleotide sequences of nrDNA (ITS region) and cpDNA (trnL-trnF intergenic spacer). In: Pl. Syst. Evol., Volume 233, 2002, S. 223–242.
  • G. Cristofolini, A. Troìa: A reassessment of the sections of the genus Cytisus Desf. (Cytiseae, Leguminosae). In: Taxon, Volume 55, 2006, S. 733–746.
  • G. Auvray, V. Malecot: A revision of Cytisus sections Alburnoides, Spartopsis and Verzinum (Genisteae, Fabaceae). In: Edinburgh Journal of Botany, Volume 70, 2013, S. 91–101.