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Г

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Datei:Cyrillic G with oblique forms.png
Kyrillischer Buchstabe in moderner Schriftart mit Allographen

Das Ge (Г und г) ist ein Buchstabe im kyrillischen Alphabet, der meistens für den stimmhaften velaren Plosiv Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​ verwendet und daher in der Regel mit g umschriftet wird (zu Ausnahmen im Ukrainischen, Belarussischen und Russischen siehe unten).

Allographe[Bearbeiten]

Die Abbildung oben rechts zeigt in der ersten Zeile Majuskel und Minuskel, die sich nur durch die Größe voneinander unterscheiden und mit dem griechischen großen Gamma identisch sind. Auch die kursive Variante des Großbuchstabens ist lediglich eine schräg gestellte Form des normalen Großbuchstaben. Hingegen entstammt der kursive Kleinbuchstabe der Schreibschrift und hat in verschiedenen Sprachen eine verschiedene Form:

Aussprache[Bearbeiten]

Bulgarisch[Bearbeiten]

Im Bulgarischen ist die übliche Aussprache des г ein stimmhafter velarer Plosiv Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​. Am Wortende und vor stimmlosen Konsonanten wird es durch Auslautverhärtung bzw. Assimilation zu Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠k⁠]​.

Russisch[Bearbeiten]

Grundregeln[Bearbeiten]

Im Russischen ist die übliche Aussprache des г ein stimmhafter velarer Plosiv Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​. Am Wortende und vor stimmlosen Konsonanten wird es durch Auslautverhärtung bzw. Assimilation zu Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠k⁠]​. Vor е (e) und и (i) (sowie selten ё (jo) und ausschließlich in Fremdwörtern ю (ju), я (ja) und dem Weichheitszeichen ь) steht г für das palatalisierte Phonem [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.ɡʲ].

Sonderfälle[Bearbeiten]

  • In dem Wort его (jego) ‘ihn; seiner; sein’ und in den Genitiv- und Akkusativ-Endungen -ого (-ogo) und -его (-ego) wird г als Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠v⁠]​ ausgesprochen und daher in der Duden-Transkription auch so umschriftet: его → jewo.
  • Durch Dissimilation kann g vor einem ähnlichen Plosiv zu einem Frikativ werden:
  • In einigen Wörtern der religiösen Sphäre wird auch im Alltag die Aussprache des Russisch-Kirchenslawischen benutzt, die ihrerseits unter ruthenischem Einfluss entstanden ist:

Dialektale und historische Aussprache[Bearbeiten]

In den südrussischen Dialekten wird Г, ebenso wie im Ukrainischen und Belarussischen frikativ gesprochen.

Die russische Aussprachenorm wurde im 17. Jahrhundert stark von der ruthenischen Aussprache im Gebiet der heutigen Ukraine und Belarus beeinflusst. Dazu gehörte auch die Durchsetzung der frikativen Aussprache des *g als Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɣ⁠]​. Diese Aussprache hat sich bis heute im Kirchenslawisch der orthodoxen Liturgie gehalten.

Diese frikative Aussprache ist die Grundlage für die traditionelle Transkription einiger westlicher Namen mit г für h, die bis heute als Exonyme Teil der russischen Sprache sind, zum Beispiel Гамбург (Gamburg) für Hamburg, Ганновер (Gannower) für Hannover, Генрих Гейне (Genrich Gejne) für Heinrich Heine oder Георг Вильгельм Фридрих Гегель (Georg Wilgelm Fridrich Gegel) für Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Diese werden inzwischen jedoch auch mit plosivem Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​ gesprochen. Bei heute neu entlehnten Wörtern wird westliches h daher mit х (ch) wiedergegeben, zum Beispiel хот дог (chot dog) für Hot Dog oder Герхард Шрёдер (Gerchard Schrjoder) für Gerhard Schröder. Im Russischen seit langem bekannte Vornamen, die traditionell mit г umschriftet werden, werden aber auch bei modernen Personen beibehalten, so etwa bei Гельмут Коль (Gelmut Kol) für Helmut Kohl.

Ukrainisch[Bearbeiten]

Im Ukrainischen hat sich der urslawische Laut *g zu einem stimmhaften h Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɦ⁠]​ entwickelt, ohne dass die Notwendigkeit bestanden hat, den dafür verwendeten Buchstaben г zu ändern. Daher wird der ukrainische Buchstabe г mit h umschriftet.

Für den in Fremd- und Lehnwörtern sowie in wenigen Interjektionen vorkommenden Laut Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​ wird der Buchstabe ґ verwendet.

Belarussisch[Bearbeiten]

Ähnlich wie im Ukrainischen hat das *g auch im Belarussischen eine frikative Aussprache, und zwar entweder als stimmhaftes h Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɦ⁠]​ oder als frikatives g Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɣ⁠]​. Auch der belarussische Buchstabe г wird daher mit h transkribiert.

Ebenso gibt es auch einige Wörter, die mit Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​ gesprochen werden (sollen), jedoch gibt es anders als im heutigen Ukrainischen keinen speziellen Buchstaben ґ, um diese Aussprache anzuzeigen, sodass Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.​[⁠ɡ⁠]​ eine mögliche Aussprache des Buchstabens г ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Early Cyrillic letter Glagoli.png

Das г (links in einer alten Schrifttype) ist direkt aus dem griechischen Buchstaben Gamma (Γ γ) entstanden (genauer: aus der griechischen Unzialschrift, auf die der heutige griechische Großbuchstabe Γ zurückgeht). Zur weiteren Herkunft dieses Buchstaben siehe C.

Glagolitisch[Bearbeiten]

Für den glagolitischen Buchstaben Datei:GlagolitsaGlagol.gif (der in der kroatischen, eckigen Schrift die Form Datei:Square Glagolitic G.png hat und als Auszeichnungsform Datei:Square Glagolitic capital G.png) ist postuliert worden, dass er aus dem griechischen Minuskel-Gamma γ entstanden sei. Heute tendiert die Mehrheit der Forscher aber dazu, die glagolitische Schrift nicht als Weiterentwicklung einer anderen Schrift, sondern als originelle Erfindung Konstantin-Kyrills anzusehen. Das schließt nicht aus, dass dieser sich bei einzelnen Buchstaben von ihm bekannten Vorbildern inspirieren ließ, so vielleicht auch hier.

Zahlenwert[Bearbeiten]

Im kyrillischen Zahlensystem stellt das г, ebenso wie das griechische Gamma, die 3 dar. Im glagolitischen System hingegen hat das Datei:GlagolitsaGlagol.gif als vierter Buchstabe des Alphabets den Wert 4.

Name[Bearbeiten]

In den modernen slawischen Sprachen wird der Buchstabe г beim Buchstabieren als [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.ɡə] (so vor allem bulgarisch) oder [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.ɡɛ] (unter anderem russisch) bzw. [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.ɦɛ] (ukrainisch und belarussisch) gelesen.

Im Kirchenslawischen hat er hingegen den tradierten Namen „глаголи“ (glagoli), welches eigentlich der Imperativ ‘sprich!’ ist. Dieser Name gehörte vermutlich zu einem Spruch, der dazu diente, sich die Reihenfolge der Buchstaben zu merken (vgl. Kyrillisches Alphabet).

Zeichenkodierung[Bearbeiten]

Vorlage:Zeichencodierung

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Г – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: г – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Cyrillic G – Sammlung von Bildern

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