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Adalbert Seifriz

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Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F023577-0007, Bonn, Landesvertretung Baden-Württemberg.jpg
Adalbert Seifriz (1966)

Adalbert Seifriz (* 22. August 1902 in Neresheim; † 23. Februar 1990 in Stuttgart) war ein deutscher Politiker (CDU).

Leben[Bearbeiten]

Seifriz besuchte in Ehingen (Donau) die Grundschule, in Blaubeuren die Lateinschule und in Ulm das humanistische Humboldt-Gymnasium, wo er 1921 das Abitur ablegte. Anschließend war er Redaktionsvolontär beim Schwäbischen Volksboten Ulm. Ab dem Sommersemester 1922 studierte er Jura in Tübingen, Heidelberg und Kiel und schloss das Studium 1925 mit dem Referendarexamen ab. In Tübingen wurde Seifriz Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia im CV. 1928 legte er das Assessorexamen ab und promovierte anschließend mit der Arbeit Die staatsrechtliche Stellung des württembergischen Staatspräsidenten zum Dr. jur. Noch 1928 wurde der bei der Staatsanwaltschaft Ulm verwendet; anschließend trat er in die Innenverwaltung als Assessor und Regierungsrat bei den Oberämtern Biberach/Riß und Rottenburg/Neckar über. 1930 wechselte er in die Reichsarbeitsverwaltung und wurde Direktor des Arbeitsamtes Schwäbisch Gmünd. Ende 1938 wurde er in den Sudetengau versetzt, wo er als Arbeitsamtsdirektor in Mährisch Trübau, Komotau und Aussig wirkte.

1941 wurde er zur Wehrmacht nach Dresden einberufen. Von 1942 bis 1944 war er Adjutant der Indischen Legion. In den letzten Kriegsmonaten wurde er zur italienischen Gebirgsdivision Monte Rosa versetzt.

Nach dem Krieg war er zunächst Textilvertreter im schwiegerelterlichen Betrieb, bis er im Herbst 1946 er in das Wirtschaftsministerium Württemberg-Baden eintrat. 1955 wurde er Präsident des Landesgewerbeamtes und war 1957 bis 1963 Präsident des Landesarbeitsamtes Baden-Württemberg.

1960 zog Seifriz als Abgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Am 31. August 1963 legte er sein Mandat nieder. Seine Nachfolgerin wurde Stefanie Roeger. Im gleichen Jahr wurde er von Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger zum Staatssekretär und Bevollmächtigten des Landes Baden-Württemberg beim Bund berufen. Unter Ministerpräsident Hans Filbinger war er Minister für Bundesangelegenheiten im Staatsministerium Baden-Württemberg, und zwar von 1966 bis zum Ruhestandseintritt 1972. Sein persönlicher Referent von 1967 bis 1970 war Gustav Wabro.<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1293.</ref> Nach der Landtagswahl 1972 zog sich Seifriz altershalber aus der aktiven Politik zurück, blieb aber noch politischer Berater von Filbinger und dann auch von Lothar Späth.

Von 1968 bis 1978 war er Vorsitzender des Instituts für Auslandsbeziehungen. Sein besonderes Interesse galt der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit mit Indien.

Seifriz starb 1990 in Stuttgart. Er war verheiratet mit Maja Seifriz, geborene Spang, und hatte drei Töchter.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Ehrenpräsident des von ihm mitgegründeten Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes
  • Ehrenvorsitzender der Deutsch-Indischen Gesellschaft
  • Ehrenvorsitzender der Stiftung Rehabilitation Heidelberg
  • Ehrenpräsident des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschland e. V.
  • Ehrenvorsitzender der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
  • Ehrenvorsitzender des Landesverbandes der Abendrealschulen Baden-Württembergs
  • Ehrenvorsitzender des Instituts für Auslandsbeziehungen
  • Ehrenvorsitzender des Südostasien-Instituts Heidelberg
  • 1969: Ehrendoktor der Medizin der Universität Heidelberg
  • 1972: Ehrensenator der Universität Hohenheim
  • 1986: Ehrensenator der Universität Ulm
  • 1962: Goldene Ehrennadel des Luftfahrtverbandes Baden-Württemberg
  • 1962: Ehrenring des Baden-Württembergischen Handwerks
  • 1972: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband
  • 1973: Ehrenring des Deutschen Handwerks
  • 1975: Ehrenmeister der Handwerkskammer Stuttgart
  • 1976: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
  • 1979: Professorentitel, verliehen durch die Landesregierung Baden-Württemberg
  • 1982: Verfassungsmedaille in Gold, verliehen durch die Landesregierung Baden-Württemberg
  • 1972: Ritter des Großkreuzes vom Orden des heiligen Papstes Silvester
  • 1974: REFA-Gedenkmünze in Gold
  • Ehrenbürger von Neresheim 1963, Bad Krozingen 1969 und Sulzburg 1976

Literatur[Bearbeiten]

  • Minister a. D. Adalbert Seifriz wird 85. In: Land Baden-Württemberg, Vertretung beim Bund, Bonn, Pressemitteilung Nr. 27 vom 30. Juli 1987.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Adalbert Seifriz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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